Im Getümmel der Tagespolitik

Kampf für die Republik: Heinrich Manns Publizistik der Jahre 1918 bis 1925

  • Von Klaus Bellin
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Der Zufall bescherte Kurt Tucholsky am 8. August 1923 eine Begegnung, die er sich wohl oft schon gewünscht hatte. »Gestern mittag«, schrieb er am nächsten Tag an Mary Gerold, »habe ich mit Heinrich Mann zu Mittag gegessen … Ich hatte, seit langen Jahren wieder zum ersten Mal, das respektvolle Gefühl, mit einem richtigen Kerl zusammenzusitzen …« Er verehrte ihn schon lange.

Ja, was für ein Schriftsteller. Seiner Erzählung »Rheinsberg« hatte Tucholsky 1912 zwei Zitate vorangestellt, eins von Alfred Kerr, das andere von ihm, Heinrich Mann. Else Weil, seine erste Frau, nannte er nach einer Figur aus dem Roman »Die Jagd nach Liebe« Claire Pimbusch, und als Ende 1918 die Buchausgabe des »Untertan« erschienen war, feierte er das seit dem Sommer 1914 fertige Meisterstück in der »Weltbühne« als die »Bibel des Wilhelminischen Zeitalters«. Enthusiastisch wenig später auch das Urteil über die erste Sammlung politischer Essays, die Heinrich Ma...


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