Am Ende steht die Kündigung

Widerrufsrecht bei Baukrediten

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Justizminister Heiko Maas muss eine Richtlinie der Europäischen Union über Wohnimmobilien umsetzen. Die Reform könnte auch auf alte Baufinanzierungen angewendet werden. Danach könnte das Widerrufsrecht für fehlerhafte Kreditverträge erlöschen, die bis 2010 abgeschlossen worden waren.

Den Anstoß gab »Plus-Minus« vor fast drei Jahren. Das Fernsehmagazin berichtete über hohe Entschädigungsforderungen von Banken bei vorzeitig beendeten Immobilienkrediten - und dass bei einer Vielzahl von Baudarlehen die Widerrufsbelehrung fehlerhaft sei. Eigentlich dürfe die Bank dann nicht einmal eine Vorfälligkeitsentschädigung für entgangene Zinsgewinne verlangen.

Grund für die plötzliche Kündigungswelle waren die allgemein fallenden Zinssätze. Wer einen alten Baukredit mit hohen Zinsen bei seiner Bank oder Sparkasse kündigte und einen neuen mit niedrigen Zinsen abschloss, konnte so leicht ein gutes Geschäft machen. Wenn der Kunde günstig aus seinem Altvertrag herauskam.

Den Ausstieg zum Nulltarif erlaubten fehlerhafte Verträge. Solche waren von Oktober 2002 bis Juni 2010 vielfach abgeschlossen worden. Darin hatten die Banken nicht klar genug auf das 14-tägige Widerrufsrecht hingewiesen. Dadurch wurde es unter Umständen möglich, ein...

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