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RWE spaltet sich

Radikaler Konzernumbau beim Essener Energieriesen

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Lange hatte RWE betont, den Konzern als Ganzes erhalten zu wollen. Am Dienstag verkündigte der Vorstand die Spaltung: Die erneuerbaren Energien bekommen ein eigenes Unternehmen.

Nach E.on nun auch RWE: Am Dienstag gab der Essener Energiekonzern bekannt, die Geschäftsfelder erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb in einer neuen Tochterfirma zu bündeln. »Der Konzernumbau ist unsere Antwort auf den Umbau der europäischen Energielandschaft«, sagte Vorstandschef Peter Terium am Dienstag in Essen.

Die neue Tochtergesellschaft soll mit einem Anteil von zehn Prozent über eine Kapitalerhöhung an die Börse gebracht werden - geplant ist dieser Schritt bis Ende 2016. »Die neue Gesellschaft wird eine Tochtergesellschaft der RWE AG mit eigener Tür zum Kapitalmarkt sein«, so Terium. Zeitgleich oder auch später könnten weitere Anteile an der neuen Gesellschaft veräußert werden.

Damit verbleibt das konventionelle Kraftwerksgeschäft bei RWE. Das sei »alles andere als eine Bad Bank«, erklärte Terium im Hinblick auf die fossilen Auslaufmodelle Braunkohle und Atom. »Wir werden uns der Verantwortung nicht entziehen - weder bei der Kernkraft, noch bei der Braunkohle.« Zur Diskussion um die Rückstellungen aus dem Atomausstieg versicherte RWE-Finanzvorstand Bernhard Günther: »Die Haftungsmasse für Rückstellungen bleibt unverändert.«

Laut RWE-Angaben wird auf die neue Tochter auf Basis der Geschäftszahlen für 2015 ein Umsatz von mehr als 40 Milliarden Euro und ein Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in Höhe von mehr als vier Milliarden Euro entfallen. Schwerpunkt soll die Windkraft bleiben. Aber auch in der Solarenergie werde RWE große Projekte angehen.

Rund 40 000 der insgesamt nur noch knapp 60 000 Konzernmitarbeiter sollen bei der neuen Gesellschaft beschäftigt werden. Über weiteren Stellenabbau sprach der Konzernvorstand am Dienstag nicht.

RWE hatte bereits im ersten Halbjahr 2015 rund 1000 Stellen abgebaut, nachdem die Gewinne im laufenden Geschäft in den ersten neun Monaten des Jahres erneut zurückgegangen waren. Auch Unternehmensteile wurden verkauft. Zuletzt veräußerte RWE Beteiligungen wie die Öltochter Dea. »Kostensenkungen und Schuldenabbau reichen natürlich nicht, um unsere Zukunftsfähigkeit zu sichern«, sagte Terium.

Hinsichtlich der Vorwürfe, RWE wie auch andere deutsche Energiekonzerne hätten zu schwerfällig und zu spät auf die Energiewende reagiert, gab es vom Konzernchef selbstkritische Töne: »Ein Problem war auch die interne Haltung bei uns«, so Terium. »Es gab zu wenig Veränderungsbereitschaft.«

Mit der Aufteilung der Geschäftsfelder schaffe RWE für das dort gebündelte Geschäft neue Finanzierungs- und zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten. Die Pläne müssen noch vom Aufsichtsrat gebilligt werden. Das Kontrollgremium tagt Ende kommender Woche.

Der Rivale E.on hatte bereits vor einem Jahr eine Aufspaltung beschlossen. Er will sich künftig auf erneuerbare Energien und den Vertrieb konzentrieren. Der E.on-Mutterkonzern wechselt dazu von Düsseldorf nach Essen. Daneben soll das neue Unternehmen Uniper mit den Gas- und Kohlekraftwerken entstehen. Uniper soll im Herbst 2016 an der Börse notiert werden.

Dagegen hatte RWE lange betont, den Konzern als Ganzes erhalten zu wollen, sich aber die Option der Aufspaltung offen gehalten. Diese Option könne man »zu jedem Moment« ziehen, falls sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter verschärfen sollten, hatte Terium im August gesagt. Dieser Zeitpunkt scheint nun gekommen. An der Börse kam der Schritt gut an. Die RWE-Aktien schnellten nach der angekündigten Aufspaltung um zwölf Prozent nach oben. Mit Agenturen

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