Werbung

Neuer Behörde droht Fehlstart

Martin Kröger über die riskante Umstrukturierung des LAGeSo

Erneut hat Senator Mario Czaja (CDU) einen Befreiungsschlag angekündigt. Diesmal sollen das LAGeSo-Chaos und die großen Herausforderungen bei der Flüchtlingsunterbringung durch eine neue Behörde gestemmt werden. Im Sinne der ankommenden Menschen wäre es absolut wünschenswert, dass die Umstrukturierung diesmal tatsächlich funktioniert und konkrete Verbesserungen hervorbringt.

Aber wer glaubt noch, dass Mario Czaja der richtige Mann ist, diesen schwierigen Prozess umzusetzen? Bereits zweimal hat der einst als politisches Talent gepriesene CDU-Senator großartige Veränderungen angekündigt. Beim ersten »Paradigmenwechsel« sollten es die umstrittenen Container-Dörfer richten, beim zweiten Mal eine Reorganisation der Unterbringungsleitstelle. Das Erste dürfte die Unterbringungsnot ein wenig abgemildert haben, vom Zweiten hat man nie wieder gehört.

Dass es diesmal anders läuft, wäre eine große Überraschung. Doch schon zu Beginn zeichnet sich ein Fehlstart ab, weil die in den vergangenen Monaten mehr oder weniger verheizten Mitarbeiter des LAGeSo offenbar nicht in die Pläne einbezogen wurden. Dabei kann es ohne sie nicht gehen. Auch in die Öffentlichkeit wurde das wichtige Vorhaben katastrophal kommuniziert. Angesichts der Not der ankommenden Menschen grenzt das alles an Fahrlässigkeit, für die Czaja die politische Verantwortung trägt.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln