Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.

Lieber angemessene Steuersätze als angebliche Geschenke

  • Von Roberto J. De Lapuente
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Wieder mal eine Berühmtheit, die in Aussicht stellt, einen Teil des persönlichen Vermögens abzutreten. Und wieder mal Medien, die in der Mehrzahl so tun, als sei dieses »Versprechen« ein Gnadenakt. Was uns fehlt ist Steuerdisziplin und kritischer Medienverstand.

Was war das mediale Stimmengewirr letzte Woche aus dem Häuschen. Der Zuckerberg wollte angeblich seinen Reichtum aufgeben. Nun gut, nicht ganz, aber einen Großteil seiner Milliarden wollte er wohl spenden. Im hessischen Radio bemühten sie einen Mediziner und spürten der Frage nach, ob denn die Geburt eines Kindes, wie bei den Zuckerbergs geschehen, einen positiven Einfluss auf die Spendenbereitschaft habe.

Der Mediziner bejahte und brachte mal wieder das fabelhafte Hormon Oxytocin ins Spiel. Das zählen sie immer auf, wenn sie rational nicht weiterkommen im Qualitätsjournalismus. Es ist quasi die hormonelle Generalvollmacht zur Erklärung in menschelnden Fragen. Die Moderatorin war voll in ihrem Element und sagte »Ah« und »Oh« - und ich fluchte indes, denn die brachten »Kuschelhormon« und Zuckerbergs geplante Stiftung in einem Satz unter und verdrängten ganz galant, dass Stiftung immer auch bedeutet, seinen Reichtum nicht ...

Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.