Das Gefängnis 
im Kopf

In seinen Analysen zur »Strafgesellschaft« erklärt 
Michel Foucault, wie die Disziplinarmacht den 
modernen Menschen zum normierten Subjekt 
degradiert

  • Von Christian Baron
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.

Osama bin Laden war unbewaffnet, als er am 2. Mai 2011 durch US-Elitetruppen erschossen wurde. Ein gerichtliches Verfahren und damit ein Signal der Versöhnung mit muslimisch geprägten Ländern war für die US-Regierung um Präsident Barack Obama offenbar nie eine Option. Zumal diese Ermordung auch andere Regierungschefs demokratischer Staaten entzückte. Als Reaktion auf die Liquidierung des Terroristen blendete die »Tagesschau« die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ein, der ein Jauchzen über die Lippen ging: »Ich freue mich, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten.«

Zur gleichen Zeit tobte in Deutschland eine Debatte darüber, wie mit unvorstellbar rüder Jugendgewalt umzugehen ist. In der Berliner U-Bahn-Station Friedrichstraße hatte Ende April 2011 der 18-jährige Torben P. einen 29-jährigen Mann niedergeschlagen, ihm dann mehrmals mit voller Wucht auf den Kopf getreten und anschließend ungelenk feixend vor der Überwachungskamer...


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