Hoffnung wie Eisen

Poesiealbum: Novak

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Wälder ohne Schonung - das ist ihr die Welt. Gegenden mit Lichtungen, die sie begierig durchs Gestrüpp des Lebenslaufes sucht. Und am Ende ihrer Beobachtungen, immer und überall, die Erfahrung: Entwicklung ist Absägen und Abgesägtwerden. Dennoch: »ich gebärde mich als sei die Natur noch genießbar.«

Helga M. Novak (1935-2013): die Waldgängerin. Sie ruft in den Versen dieses »Poesiealbums« brüchigen Existenzboden auf, sie sieht den Zugriff des rigiden Besitzers auf allgemeine Güter, sie blickt auf das, was Stürme und Verwehungen übrig ließen. Die Existenz dieser Dichterin war stets eine Existenz draußen, im Unterwegs, im Unwegsamen. Da-Sein zwischen den Stämmen, aber nie auf den Holzwegen hin zu fester Ordnung und ordentlicher Festigkeit. So oft ohne Schutz. So oft frierend. Ihr lyrisches Herz schlägt für die Gedemütigten, die Regengenässten, die Erben eines Kaspar Hauser und aller Mädchen mit den Schwefelhölzern. Medea beschwört sie als ...


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