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Das Velodrom als Großraumdisco

Die 105. Auflage des Berliner Sechstagerennens wird erstmals unter britischer Regie ausgetragen

Das Starterfeld für das Berliner Sechstagerennen steht: 16 Paare werden im Hauptrennen ab 28. Januar antreten. Als Favoriten gelten ein belgisches Duo und zwei Lokalmatadoren.

Für Bahnradfahrer wie Robert Förstemann ist das Berliner Sechstagerennen ein fixer Saisonhöhepunkt, auch wenn der sportliche Wert eines Sieges mit einem WM-Titel oder Olympiasieg nicht konkurrieren kann. »Es ist einfach super, wenn Dir im Berliner Velodrom 12 000 Menschen zujubeln«, sagt der Teamsprint-Weltmeister von 2010. »Bei 90 Prozent der Wettkämpfe, die ich in einer Saison bestreite, verirren sich ja höchstens ein paar Dutzend Leute an die Bahn.«

Wegen eben dieser Begeisterung für die Sixdays ist Förstemann auch am Dienstag dabei, als die Organisatoren des Berliner Sechstagerennens das Starterfeld des 2016er-Wettbewerbs präsentieren, auch wenn der 29-Jährige als Starter im Sprint eher eine Nebenrolle spielen wird. Wie so oft muss Förstemann auch an diesem Vormittag seine Rekord-Oberschenkel vorzeigen - Umfang 73 Zentimeter. Nebenbei aber lobt er den Sixdays-Sportdirektor Dieter Stein für die Zusammenstellung eines guten Starterfeldes: »In einer olympischen Saison ist das gar nicht so einfach.«

Im Hauptwettbewerb werden sich in Berlin 16 Zweierteams auf das 250-Meter-Oval des Velodroms begeben. Als Favoriten gelten die Belgier Kenny de Ketele und Moreno de Pauw, während Roger Kluge und Marcel Kaltz als Lokalmatadoren für die nötige Begeisterung beim Berliner Publikum sorgen sollen. Die Namen bekannter Straßenfahrer allerdings fehlen bei dem Sechstagespektakel erneut: »Die Tour down under, die Tour de Qatar, die Trainingslager auf Mallorca - all das konkurriert mit unserem Termin: Wir bekommen kaum Straßenfahrer hierher«, klagt Stein.

Dass das Berliner Sechstagerennen seit kurzem britische Besitzer hat, wird sich im sportlichen Teil der Sixdays noch nicht bemerkbar machen. »Wir schauen uns das Rennen in Berlin erst einmal genau an«, sagt Mark Darbon, Geschäftsführer der Londoner »Madison Sports Group«, die im Oktober alle Anteile der »Berliner-6-Tage-Rennen GmbH« übernommen hat.

»Madison Sports« hat im Oktober 2015 das erste Sechstagerennen seit 35 Jahren in London veranstaltet. Dort wurde mit prominenten DJs und einer großen Bühne in der Hallenmitte auf ein deutlich jüngeres Publikum abgezielt als beim Berliner Schwof mit Sportpalastwalzer und Frank-Zander-Show. »Ja, in London sah das nach einer großen Disco aus«, räumt Darbon ein. »Wir wollen ein jüngeres Publikum für unser Produkt interessieren. Aber die Sixdays müssen ja nicht überall gleich aussehen.«

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