Schwalbenglück

Zwischen Arm und Reich: »Die Frau vom Ziegelhof« von Irma Harder (1915-2008)

  • Von Marianne Draeger
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Marie Hartwig, verwitwete Mittfünfzigerin, energische Bäuerin auf eigenem Hof, steht versonnen vor einem Schwalbennest und denkt über Glück nach. Schwalbenglück, das es in Liedern gibt. Nicht im Leben, jedenfalls nicht in ihrem. In ihrem gibt es viel Arbeit, den Wunsch nach Tilgung ihrer Hypothek und die Forderung an den Sohn Karl-August, eine tüchtige junge Bäuerin zu heiraten, »die was mitbringt«. Sie selbst, aus reicher Familie stammend, hatte es so gehalten, hatte sich für den angesehenen Ziegeleibesitzer entschieden und damit gegen ihre Jugendliebe Gustav Prenzlin, einen Bündnerssohn. Immer hatte sie zu den Großbauern gehören wollen, die wegen ihres Reichtums und ihrer Stellung geachtet wurden. Doch nun, die Romanhandlung setzt um 1936 ein, verteidigt der Sohn seinen persönlichen Glücksanspruch gegen alle Widerstände, gegen Klassendünkel und Besitzdenken. Er heiratet das Dienstmädchen Ilse Lange und stellt damit seine Mutter vor s...


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