Weniger Kino für Krankenversicherte

Während die Beiträge für die Krankenkassen von Jahr zu Jahr steigen, ignoriert die Bundesregierung das Problem

  • Von Silvia Ottow
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

In diesen Tagen geben die meisten Krankenkassen die Höhe ihrer Zusatzbeiträge bekannt. Noch steigen sie moderat, doch der Trend ist klar: Für Versicherte wird es teurer, die Arbeitgeber bleiben verschont.

Der christdemokratische Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe scheint ein Freund der großen Leinwand zu sein, denn er kennt die Preise von Kinokarten. Als im November der Schätzerkreis des Bundesversicherungsamtes die Finanzen der gesetzlichen Krankenkassen unter die Lupe nahm, sah er ein Loch zwischen den Einnahmen und den Ausgaben des kommenden Jahres. Während unter Berücksichtigung der finanziellen Auswirkungen neu in Kraft tretender Gesetze und der Konjunkturprognosen voraussichtlich 206,2 Milliarden Euro in den Gesundheitsfonds fließen werden, stehen auf der Ausgabenseite aber 220,6 Milliarden Euro. Diese Lücke werden die Versicherten mit ihren Zusatzbeiträgen stopfen müssen, so will es das Gesetz.

Alles halb so wild, meint Minister Gröhe. Ein um 0,2 Punkte höherer Zusatzbeitrag - wie vom Schätzerkreis berechnet - mache bei einem Bruttoeinkommen von 3000 Euro eine Beitragserhöhung von gerade einmal sechs Euro im Monat aus. ...

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