Die Insel im Netz des WLAN

Internetzugang im eigenen Zuhause ist für die meisten Kubaner weiter eine Utopie, aber öffentlich tut sich was

  • Von Andreas Knobloch, Havanna
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Es gibt neue Treffpunkte auf Kuba: Seit die Regierung im Juli dieses Jahres 35 öffentliche WLAN-Spots eingerichtet hat, sind die entsprechenden Straßen und Parks fast rund um die Uhr dicht bevölkert.

Dutzende Menschen drücken sich an diesem Vormittag in Havannas Stadtteil Vedado in den schmalen Schatten, den das Hotel Habana Libre wirft. Sie tippen auf ihren Laptops, starren auf Tablets oder sitzen auf den Treppenstufen mit ihren Handys, während ab und zu Straßenkreuzer aus vorrevolutionärer Ära vorbeirumpeln. Ein paar Meter weiter stehen die Leute an der Coppelia nach Eis an.

Raúlito* sitzt auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf einem kurzen Mauerstück vor dem Kino Yara und verfolgt scheinbar unbeteiligt das Treiben. »Tarjetas, tarjetas« (Karten, Karten) raunt er den Vorbeieilenden zu, als biete er illegale Drogen an. Ein kurzer Blickkontakt und das Geschäft wird in Sekundenschnelle über die Bühne gebracht: 3 CUC** (rund 2,70 Euro) gegen eine Stunde Internetzugang.

Anfang Juli hatte die kubanische Regierung über die Insel verteilt 35 öffentliche WLAN-Spots eingerichtet und die Tarife für die Internetbenutzung von eh...


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