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RM16: Polizei spielt Brandanschlag herunter

Nach Feuer in alternativem Wohnprojekt wollen Behörden keine Brandstiftung erkennen / Bewohner: Es wurde kaum ermittelt / Sprecherin des Hauses: »Es geht um unser Leben«

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Berlin. Die Bewohner des alternativen Wohn- und Kulturprojekts RM16 im Dresdner Stadtteil Pieschen haben schwere Vorwürfe gegenüber der sächsischen Polizei erhoben. Auf das Gebäude war nach Angaben der Bewohner in der Nacht zum Donnerstag ein Brandanschlag verübt worden, der zum Glück glimpflich ausging. Die Polizei sieht den Fall anders und erklärte, es gebe keinerlei Anhaltspunkte, die auf einen Brandanschlag schließen würden. Doch das Wohnprojekt RM16 kritisiert nun in einer Erklärung, dass die Behörden die Gefährdung herunterspielen.

»Es geht um unser Leben«, sagte eine Sprecherin. »Wir finden es empörend, wie die Polizei das Geschehen öffentlich herunterspielt. Bislang wurden nur der Kohlenhaufen und das aufgebrochene Fenster fotografiert. Es war weder ein Brandgutachter vor Ort noch wurde das aufgebrochene Fenster auf verwertbare Spuren untersucht. Sollte die Polizei nicht erst mal gründlich ermitteln, bevor sie ausschließt, dass es sich um Brandstiftung handelte?«

In dem Haus hätten Unbekannt laut der Darstellung der Bewohner zunächst versucht, ein Fenster zum Kohlenkeller aufzubrechen. »Da dies nicht gelang, wurde bei einem Fenster im Erdgeschoss zuerst die Vergitterung aus der Verankerung gebrochen und dann das Fenster ausgehebelt.« Dann wurde im Kohlenkeller ein Brand gelegt. Nach Aussagen der Feuerwehr sei eine Selbstentzündung der Kohlen nahezu auszuschließen, ebenso wie eine fahrlässige Entzündung durch eine Zigarette. Bilder im Internet dokumentieren den Versuch, in das Gebäude zu gelangen.

Es handelt sich laut der Erklärung der Bewohner nicht um den ersten Brandanschlag auf das seit 1999 bestehende Projekt. So wurde vor über fünf Jahren bereits ein Brandsatz nacht in ein bewohntes Zimmer geschleudert. »Das Haus war immer wieder Ziel rechter Attacken, von denen ein Großteil unaufgeklärt bleibt«, so die Bewohner. Eine wurde mit den Worten zitiert: »Wir lassen uns dadurch nicht einschüchtern.« Man werde auch das ›Refugees welcome‹ Transparent an dem haus hängen lassen.

In den vergangenen Wochen und Monaten hatte es immer wieder auch Anschläge auf linke Projekt und Büros linker Parteien gegeben. Menschen, die sich solidarisch mit Geflüchteten zeigten, wurden ebenfalls vermehrt zum Ziel rechter Attacken. nd

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