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Letzte »Trostfrauen« abgefunden

Japan zahlt Südkorea Entschädigung für Sexsklaverei im Zweiten Weltkrieg

Berlin. »Trostfrauen« wurden sie genannt: Über 200 000 Frauen aus Korea, China, Indonesien, den Philippinen und Taiwan zwang Japan im Zweiten Weltkrieg zur Prostitution in Soldatenbordellen. Bei den Kriegsverbrecherprozessen wurde dies nicht thematisiert. Der Begriff hält sich bis heute, den massenhaften Missbrauch verschleiernd; und genau so lange hielt sich der Streit zwischen Japan und Südkorea über die Aufarbeitung der Zwangsprostitution.

Nach 70 Jahren einigten sich die beiden Staaten am Montag in Seoul auf ein Abkommen. Tokio sagte Entschädigungszahlungen in Höhe von einer Milliarde Yen (7,6 Millionen Euro) im Rahmen eines Fonds für ehemalige Zwangsprostituierte zu und sprach eine Entschuldigung aus. Sie gelte für alle, die »als Trostfrauen großes Leid erlitten, sowohl seelisch als auch körperlich«, sagte der japanische Außenminister Fumio Kishida. Dafür übernehme Japan die Verantwortung.

Nicht mitverhandelt haben die Betroffenen. Noch 46 frühere Sexsklavinnen leben in Südkorea. Sie hatten die Behandlung der Kriegsverbrechen in japanischen Schulbüchern gefordert. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International mahnte an, das Thema dürfe nun nicht beendet sein. »Die Frauen saßen nicht mit am Verhandlungstisch und dürfen nicht bei einem Abkommen zu kurz kommen, bei dem es mehr um politische Zwecke als um Gerechtigkeit geht«, hieß es.

Teil des Abkommens ist die Verpflichtung Südkoreas, das Thema nicht mehr in internationalen Foren anzusprechen. Japans Regierungschef Shinzo Abe sprach von einer »neuen Ära« in den Beziehungen zu Südkorea. Die Einigung sei unwiderruflich. Das Denkmal der Zwangsprostituierten vor der japanischen Botschaft in Seoul wird nun an einem anderen Ort aufgestellt. ek Seite 7

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