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An den Norwegern führt keine Spur vorbei

Schon vor der Tour de Ski rechnen die deutschen Langläufer damit, meist nur hinterherzulaufen

  • Von Gerald Fritsche, Lenzerheide
  • Lesedauer: 3 Min.

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Die deutschen Skilangläufer stellten mit Tobias Angerer den ersten Sieger der Tour de Ski. Bei deren zehnten Auflage wird es nicht für vordere Plätze reichen. Vor allem das Männerteam ist im Umbruch.

Die Tour de Ski feiert Jubiläum, doch die deutschen Skilangläufer werden wohl nicht allzu viel zu feiern haben. Der Saisonhöhepunkt - in diesem Winter gibt es weder Weltmeisterschaften noch Olympische Spiele - kommt für das 14-köpfige Aufgebot des Deutschen Skiverbandes (DSV) zeitlich einfach zu früh. »Die Tour ist immer ein Gradmesser, aber der Trainingsaufbau ist halt so ausgelegt, dass man auch Ende Februar noch Höchstleistungen bringen kann. Und weiter hinaus blickend ist die Tour ein Schritt hin zur WM 2017«, sagte Andreas Schlütter, der Sportliche Leiter der Langläufer.

Das soll nicht heißen, dass die DSV-Athleten bei dem am Neujahrstag erstmals in Lenzerheide startenden Langlaufereignis keine Akzente setzen wollen. So wie in der vergangenen Saison, als sich Nicole Fessel, Denise Herrmann und Steffi Böhler hervorragend schlugen und Tim Tscharnke fast schon sensationell den einzigen deutschen Sieg in Val di Fiemme erkämpfen konnte.

»Das Ziel ist, ein bis zwei Frauen unter die besten zehn der Gesamtwertung zu bringen und bei den Herren an den Top 15 zu schnuppern«, umriss Schlütter vor der zehnten Auflage der Tour die bescheidene Anspruchshaltung. Die beiden leitenden Disziplintrainer Torstein Drivenes und Janko Neuber haben dabei auch nicht ihr bestes Aufgebot zur Verfügung. Vor allem im Männerbereich fehlt Hannes Dotzler, der sich nach seiner Erkrankung am Pfeifferschen Drüsenfieber erst im Aufbautraining befindet.

»Ihn bei der Tour starten zu lassen, wäre ein großer Fehler. Er muss für solch ein kräftezehrendes Ereignis topfit sein. Wir müssen auch an die kommenden Jahre denken, da brauchen wir ihn«, sagte Neuber. Und auch Tscharnke als zweiter großer Hoffnungsträger bei den Männern ist nicht dabei. »Seine Form lässt die Belastung einfach nicht zu. Er wäre nicht konkurrenzfähig«, sagte Schlütter.

Nicole Fessel, die derzeit beste Langläuferin im deutschen Team, hatte zuletzt mit einer Erkältung zu kämpfen und war nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. Fraglich bleibt, wie sie den einwöchigen Trainingsausfall über die Weihnachtsfeiertage verkraftet hat. So ruhen die Hoffnungen auf Steffi Böhler, die zum zehnten Mal eine Tour de Ski in Angriff nimmt, und auf den Sprinterinnen um Denise Herrmann und Hanna Kolb. »Ich möchte schon den einen oder anderen Podestplatz. Beim Sprint in Toblach waren wir schon nah dran«, sagt Frauentrainer Drivenes.

An die jeweils 100 000 Schweizer Franken Preisgeld für die Gesamtsiege denkt im deutschen Lager niemand. Die Favoritenbürde tragen die Norweger. Therese Johaug und Martin Johnsrud Sundby haben in diesem Winter alle Distanzrennen für sich entschieden. Angesichts von lediglich zwei Sprints dürfte es kaum möglich sein, die Toursiegerin von 2014 und den Tourgewinner der vergangenen beiden Jahre zu bezwingen. »An denen führt kein Weg vorbei. Das sind die klaren Sieganwärter«, sagte Schlütter.

Dennoch rechnen sich mit dem Schweizer Dario Cologna, dem Russen Alexander Legkow sowie Petter Northug aus Norwegen noch drei überaus erfolgreiche Läufer Außenseiterchancen aus, falls Sundby schwächelt. Bei einem Ausfall Johaugs könnten eine ihrer Teamkolleginnen oder vielleicht noch die Schwedin Charlotte Kalla für den Gesamtsieg infrage kommen.

Die Tour de Ski, die Tobias Angerer im Winter 2006/2007 als erster Läufer gewann, ist trotz der milden Witterung gesichert. Auch Oberstdorf, das am 5. und 6. Januar als zweite Station einen Klassiksprint sowie ein Massenstartrennen ausrichtet, gab Grünes Licht. Die weiteren Etappenorte sind Toblach am 8. sowie Val di Fiemme am 9. und 10. Januar. dpa/nd

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