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Progressiver Anstrich ohne Substanz

Martin Ling über die 
»Grünen Innovationszentren«

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Afrika und »Grüne Innovationszentren« liegen Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) besonders am Herzen. Doch so progressiv, wie es sich anhört, sind seine Pläne nicht. Die Förderung kommt den Agrarkonzernen zugute.

Afrika und »Grüne Innovationszentren« liegen Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) besonders am Herzen. So nimmt es nicht wunder, dass seine erste Reise 2016 nach Benin und Togo führt. In Cotonou, der Hauptstadt Benins sagte Müller am Sonntag 20 Millionen Euro für landwirtschaftliche Innovationen zu und weilte bei der Eröffnung des »Grünen Innovationszentrums« ebendort.

Die »Grünen Innovationszentren« sind Müllers Prestigeprojekt und Kernstück seiner »Sonderinitiative für eine Welt ohne Hunger«. Der Ansatz geht theoretisch durchaus in die richtige Richtung: Damit soll »die gesamte Kette der landwirtschaftlichen Wertschöpfung vom Acker bis zum Teller« gestärkt werden. Doch ein Blick auf die Akteure und die Konzeption zeigt, dass das, was sich progressiv anhört, so progressiv nicht ist. Die »Grünen Innovationszentren« wurden von oben nach unten konzipiert – ohne die sonst auf Projektebene so hoch gehaltenen Prinzipien Eigenverantwortung und Mitbestimmung einzubeziehen.

Stattdessen wird ein stark technischer Ansatz gepflegt. Das Entwicklungsministerium pflegt dort die Zusammenarbeit mit großen Agrarkonzernen, die bisher den Nachweis schuldig blieben, ernsthaft an Ernährungssicherung oder gar -souveränität irgendein Interesse zu haben. Im Gegenteil: Sie verdienen an der Abhängigkeit der Kleinbauern. Und eben an den meisten Kleinbauern geht der Ansatz hingegen vorbei. Dabei hat der Weltagrarbericht bereits 2008 wissenschaftlich belegt: Sie sind der Schlüssel zur Hungerbekämpfung. So kann Gerd Müller den Vorwurf »Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne« zu betreiben, nicht entkräften.

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