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Schein auf Schein, dann Stein auf Stein

Bausparen (Teil 1)

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: 3 Min.

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Finanzkrise und Niedrigzinsen haben auch ihr Gutes: Baukredite sind seit Jahren günstig wie selten. Doch ohne eigene Mittel wurde noch kein Haus erbaut. So steht am Anfang für viele erst einmal das Bausparen.

»Erst Schein auf Schein, dann Stein auf Stein.« Diese alte Regel hat noch ihre Gültigkeit. Bausparen war und ist umstritten. Doch wer als junger Mensch Bauabsichten hegt, liegt mit dem Bausparen auf richtigem Kurs. Wer »nur« eine günstige Geldanlage sucht, sollte jedoch die Finger vom Bausparen lassen. Mehr als 30 Millionen Verträge gibt es in Deutschland.

Jeder neue Vertrag wird über eine bestimmte Vertragssumme abgeschlossen - das ist die Bausparsumme. Mit deren Wahl legen Sie als Sparer fest, welcher Betrag bei der Fälligkeit des Kontraktes an Sie ausgezahlt wird.

Die Bausparsumme setzt sich aus dem niedrig verzinsten Guthaben, das Sie ansparen müssen, und einem Darlehen zusammen. Es wird später von der Bausparkasse »zugeteilt«. Dieser Mix aus Sparen (mit minimalem Zinssatz) und einem Baukredit zu günstigen Konditionen macht das Bausparen auch in der aktuellen Niedrigzinsphase attraktiv. Die Bausparkasse garantiert schon heute ein Darlehen zu einem Mini-Zinssatz - auch wenn die allgemeinen Zinssätze in den nächsten Jahren wieder steigen sollten. »Kein anderes Finanzprodukt«, bringt ein Sprecher der Stiftung Warentest den Kern des Bausparens auf den Punkt, »bietet eine solche Zinssicherheit.«

Legen Sie die Bausparsumme allerdings zu hoch fest, müssen Sie länger sparen und der Baubeginn für Ihr Traumhaus kann sich jahrelang verzögern. Das Problem verdeutlicht ein Beispiel: Ein Bausparvertrag über 100 000 Euro wird bei Zahlung üblicher Sparbeträge normalerweise erst nach etwa zehn Jahren ausgezahlt. Einen Vertrag über lediglich 50 000 Euro können Sie dagegen mit denselben Einzahlungen in rund der halben Zeit ansparen. Als Faustformel für die Sparphase gelten sechs, sieben Jahre. Entsprechend Ihren persönlichen Möglichkeiten sollten Sie die Bausparsumme festlegen.

Im Regelfall starten Sie am besten ins Bausparen mit einer kleineren Summe. Später können Sie, wenn etwa Ihr Einkommen steigt, bei Bedarf die Bausparsumme leicht aufstocken. Durch eine kleinere Bausparsumme wird auch die einmalige Abschlussgebühr billiger. Sie ist bei Vertragsbeginn zu zahlen und sollte üblicherweise nicht mehr als ein Prozent der Bausparsumme betragen.

Ein Tipp: Lassen Sie sich nicht von cleveren Bausparkassenvertretern oder Bankmitarbeitern zu einer überhöhten Bausparsumme überreden. Deren Verkaufsprovision wächst häufig mit zunehmender Bausparsumme.

Teuer zu stehen kann Ihnen das Mindestsparguthaben kommen. Um eine Chance auf die rechtzeitige Zuteilung des Baudarlehens zu haben, müssen Sie zunächst eine bestimmte Summe ansparen, eben das Mindestsparguthaben. Die Grenze wurde von vielen Finanzinstituten in der Vergangenheit angehoben, womit es die Sparer schwerer hatten.

Es werden jedoch nach wie vor Tarife angeboten, für die ein Mindestsparguthaben von 40 Prozent der Bausparsumme ausreicht. Standard sind zwar 50 Prozent. Doch während Sie bei einem 40-Prozent-Tarif die fehlenden 60 Prozent als (günstiges) Darlehen bekommen, fällt beim 50-Prozent-Tarif der (günstige) Baukredit mit nur 50 Prozent deutlich kleiner aus.

Unser Tipp hierzu: Wenn Ihr persönliches Ziel der Bau eines Hauses oder der Kauf einer Eigentumswohnung ist, dann ist es wohl zweckmäßig, einen 40-Prozent-Tarif zu wählen. Nach dem sollten Sie ausdrücklich fragen.

Um am Ende ein Darlehen »zugeteilt« zu bekommen, müssen Sie einige Bedingungen erfüllen. Dazu gehört das erwähnte Mindestsparguthaben. Wann dann tatsächlich die Zuteilung erfolgt, hängt von der Bewertungszahl ab. Mit dieser vergleicht die Bausparkasse alle Verträge miteinander. Die Faustformel dafür lautet: »Je mehr Geld Sie gespart haben und je kleiner die Bausparsumme ist, desto günstiger fällt die Bewertungszahl aus.«

Aber auch mit einem Bauspardarlehen in der Tasche werden Sie nur etwa zwei Drittel der tatsächlichen Bau- oder Anschaffungskosten finanzieren können. Der Bausparkredit kann dann mit einem Hypothekendarlehen kombiniert werden.

Vergleichen lohnt sich übrigens auch beim Bausparen. Manche Bausparkasse macht im Internet bessere Angebote als in der Filiale. Diese Onlineangebote der Bausparkassen lassen sich durch gute Beratung in der Filiale oft noch verbessern.

Teil 2: »Renditesparen« - Lohnt Bausparen auch ohne Bauabsicht?

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