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Seenotretter 2100 Mal im Einsatz

Bilanz 2015: Helfer befreiten 538 Menschen aus Gefahren

  • Von Dieter Sell, Cuxhaven
  • Lesedauer: 3 Min.

Seenotretter haben im vergangenen Jahr 538 Menschen an Nord- und Ostsee aus teils lebensbedrohlichen Situationen befreit. Dazu waren die Helfer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger rund 2100-Mal im Einsatz, wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Dienstag in Cuxhaven bilanzierte. Seit ihrer Gründung vor 150 Jahren wurden 82 222 Menschen gerettet.

Rund 1250 Einsätze fuhren die Seenotretter im Jahr 2015 an der Ostsee, knapp 840 an der Nordsee. Dabei retteten sie nach Angaben von DGzRS-Sprecher Christian Stipeldey 55 Menschen das Leben. Die einsatzstärksten Stationen waren Laboe, Maasholm und Cuxhaven. Bei ihrer Arbeit an 54 Stationen rund um die Uhr und bei jedem Wetter stützt sich die Organisation auf rund 1000 Mitarbeiter, von denen sich etwa 800 freiwillig engagieren.

Im März ging es vor Amrum um Leben und Tod, als die Seenotretter eine Mutter mit Kind buchstäblich freischaufeln mussten, weil die Frau bereits bis zum Oberschenkel im Watt eingesunken war. Vor Bremerhaven verhinderten Retter im Mai mit dem Einsatz von Pumpen den Untergang eines historischen Plattbodenschiffes. Vor Peenemünde eilten die Seenotretter im Juni einem brennenden Fischkutter zu Hilfe. Südöstlich der dänischen Insel Langeland bargen Einsatzkräfte im Juli zwei Segler von ihrem havarierten Boot, das wenig später sank.

»Ich bin froh, dass es die Seenotretter gibt«, sagte der neue DGzRS-Botschafter, der Hamburger Schauspieler Markus Knüfken (50). Der passionierte Seekajakfahrer versuchte im Oktober 2010 selbst einen gekenterten Segler zu retten, was aber erst mit Unterstützung der DGzRS gelang. »Als Kajakfahrer bin ich mir bewusst, dass die See große Gefahren birgt«, betonte Knüfken: »Trotz bester Vorbereitung kann ich auch schnell mal auf die Retter angewiesen sein.«

Stipeldey sagte: »Wir sind von größeren Katastrophen verschont geblieben.« Trotzdem sei absehbar, dass die Herausforderungen für die Seenotretter künftig stiegen: »Der Verkehr auf See nimmt zu, und auch die Zahl der Wassersportler steigt.«

Deshalb erneuert die ausschließlich spendenfinanzierte Organisation auch in diesem Jahr ihre Rettungsflotte. Zum Jahreswechsel wird ein neuer 28 Meter langer Kreuzer in Laboe in Dienst genommen. Ein weiterer Neubau soll im Frühjahr 2017 entweder für Borkum oder für Cuxhaven ausgeliefert werden. Derzeit verfügt die Gesellschaft über 59 Seenotrettungskreuzer und -boote.

Gegründet wurde die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger am 29. Mai 1865 in Kiel. Auslöser war der Untergang des Auswandererschiffes »Johanne« am 6. November 1854 vor Spiekeroog an der ostfriesischen Nordseeküste. Beim Schiffbruch der Bark starben 84 Menschen bei tosendem Wellengang. Der Untergang der »Johanne« war eines der schwersten Schiffsunglücke jener Jahre an den deutschen Küsten. Weil es an Rettungsmitteln fehlte, mussten die Inselbewohner tatenlos zusehen. Erst bei Ebbe konnten sie die überlebenden Schiffbrüchigen retten und die Toten bergen. epd/nd

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