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Was vom Fußballjahr übrig bleibt

Die FIFA vergab die Preise für die Besten 2015. Ein Pokal und dessen Stifter fehlte

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 3 Min.

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Die alljährliche Gala des Fußballweltverbandes fand am Montagabend in Zürich ohne Joseph Blatter statt. Aber selbst in seiner Abwesenheit ist der gesperrte FIFA-Präsident allgegenwärtig.

Acht Preise hatte der Fußballweltverband 14 Jahre lang auf seiner alljährlichen Gala verliehen. Am Montagabend in Zürich waren es nur sieben. Erst am Donnerstag vergangener Woche hat die FIFA den »Presidential Award« von der Liste gestrichen. »Weil die FIFA sich in einer Übergangsphase befindet, ist entschieden worden, den Preis des Präsidenten bei dieser Gala auszusetzen«, begründete ein Verbandssprecher die Maßnahme.

Die FIFA und ihr Interimschef Issa Hayatou aus Kamerun sahen sich anscheinend nicht in der Lage, besondere Verdienste im Fußball zu würdigen. Verdient hätten diese Auszeichnung all jene, die zur Aufdeckung der zahlreichen Skandale beigetragen haben. Aber die Bühne dieser Festveranstaltung war nicht ihre. Dennoch: Was vom Fußballjahr 2015 übrig bleibt, ist die achtjährige Sperre von FIFA-Präsident Joseph Blatter und UEFA-Boss Michel Platini sowie etliche Verhaftungen von Spitzenfunktionären.

Vorhersehbar wie folgerichtig waren die sportlichen Auszeichnungen. Die Kapitäne und Trainer der 209 Nationalmannschaften sowie eine Auswahl internationaler Journalisten wählten Lionel Messi zum Weltfußballer, Carli Lloyd zur Weltfußballerin sowie Luis Enrique und Jill Ellis zu den besten Trainern. Messi gewann mit Enrique für den FC Barcelona fünf Titel. Der begnadetste Kicker ist der Argentinier sowieso. Lloyd und Ellis siegten mit dem US-Team bei der WM in Kanada. Die Mittelfeldspielerin glänzte dabei im Finale mit einem Hattrick.

Joseph Blatter war am Montagabend nicht im Zürcher Kongresshaus. Seine Sperre gilt für alle Aktivitäten im Fußball. Selbst Stadionbesuche sind ihm nicht mehr erlaubt. Aber auch in seiner Abwesenheit ist er allgegenwärtig. Mit Blatter fehlte auch der von ihm 2001 gestiftete »Präsidenten-Preis«. Das ist einerseits ein schlechtes Zeichen. Denn es zeigt, wie sehr er die FIFA und ihre Politik bestimmte - und wie führungslos sie ob einer jahrelang fehlenden Opposition derzeit dasteht.

Andererseits kann man getrost auf eine Auszeichnung verzichten, die immer mal wieder an Personen vergeben wurde, deren Schaffen fragwürdig zu nennen ist. Im Jahr 2009 wurde Rania von Jordanien geehrt - für ihr Engagement für die Bildung von Kindern auf der ganzen Welt. Dass der Königin in ihrer Heimat Machtmissbrauch, Vetternwirtschaft und Korruption vorgeworfen werden, störte Blatter nicht. Ebenso wenig, dass sie ihr Amt, ähnlich wie er selbst, autoritär ausübt: Kritik am König ist in Jordanien laut Verfassung verboten. 2012 erhielt Franz Beckenbauer den Preis. Seine Wandlung zur Zwielichtgestalt ist hinlänglich bekannt.

Wichtig für die Entwicklung des Weltverbandes war der Montag nicht wegen seiner Gala. Blatter und Platini legten bei der FIFA-Berufungskommission Einspruch gegen ihre Sperre wegen der dubiosen Zahlung von 1,8 Millionen Euro des Schweizers an den Franzosen ein. Aber sie waren nicht die einzigen. Auch die ermittelnde Kammer der Ethikkommission, die eine lebenslange Sperre gefordert hatte, will das aus ihrer Sicht zu milde Urteil der rechtsprechenden Kammer nicht akzeptieren. Es wird also neu verhandelt. Neu ermittelt wird wohl gegen Blatter. Die Ethikkommission der FIFA will untersuchen, ob der suspendierte Präsident seine Kontrollpflicht gegenüber dem ebenfalls suspendierten Generalsekretär Jerome Valcke verletzt hat, der sich an WM-Ticketverkäufen persönlich bereichert haben soll.

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