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Träume teilen, um die Welt gerechter zu machen

Das Konzept des INKOTA-Projektpartners CAPRI in Nicaragua

Carmen Molina und Reynaldo Matus sind mit Freude bei der Sache.
Carmen Molina und Reynaldo Matus sind mit Freude bei der Sache.

Bis Mitte Dezember war INKOTA-Projektreferent Willi Volks auf Projektreise in Nicaragua und hat für die nd-Leserinnen und -Leser direkt aus der Hauptstadt Managua berichtet, wo er die Organisation CAPRI besucht hat, deren »Stadtgärten gegen den Hunger« INKOTA seit drei Jahren unterstützt.

Ich frage die Koordinatorin Carmen Molina und Reynaldo Matus, den Techniker unserer Projektpartnerorganisation CAPRI, nach der grundsätzlichen Herangehensweise in ihrer Projektarbeit und erhalte eine zweigeteilte Antwort: »Zum einen ist uns wichtig, dass die ProjektteilnehmerInnen genau wissen, worin die Verbesserung ihrer persönlichen Lebensbedingungen durch das Projekt bestehen soll. Zum anderen versuchen wir ihnen zu vermitteln, dass sie ihre Situation nur in Zusammenarbeit mit anderen verbessern können und dafür selbst etwas tun müssen. Man darf nicht vergessen: Die Menschen, um die es uns geht, sind ökonomisch arm. Das muss verändert werden. Gleichzeitig sind wir aufgrund unserer Erfahrungen sicher, das sie aus ihrer Misere nur herauskommen wenn sie dies mit anderen gemeinsam tun.«

In Bezug auf unser gemeinsames Projekt zur Ernährungssicherheit, den »Stadtgärten gegen den Hunger«, heißt das zunächst, das PromotorInnen in unterschiedlichen Bereichen ausgebildet werden: Beispielsweise für Ernährungssicherheit, für Gesundheit oder für Katastrophenprävention und Nothilfe. Diese geben ihr Wissen, das sie durch die Ausbildungen erhalten, an andere weiter, teilen es also mit ihnen. Aber das bezieht sich nicht nur auf Wissen, sondern die PromotorInnen für Ernährungssicherheit geben beispielsweise auch Pflanz- und Saatgut oder Bio-Dünger an andere Familien zum Aufbau eines Gemüse- und Obstgartens weiter. Eine Promotorin hat sogar einen Teil ihrer Parzelle an eine Nachbarin für den Gemüseanbau geschenkt.

Diese Art der Weitergabe und des Teilens schaffen eine neue Art von Beziehungen und von Kommunikation innerhalb der Stadtviertel. Darauf baut CAPRI bei der Förderung von neuen Basis-Organisationsstrukturen der Projektteilnehmenden selbst auf.

Diese Sensibilisierung für gemeinsames Handeln als Grundlage für die Verbesserung der eigenen Lebensverhältnisse ist CAPRI sehr wichtig und Carmen Molina erzählt mir diesbezüglich ein schönes Beispiel: »Neulich sagte mir eine Frau, dass sich durch die Mitarbeit im Projekt ihr gesamtes Leben verändert hat. Vorher war sie ausschließlich mit Arbeit im Haus und für die Kinder beschäftigt, hat sich oft allein und auch überfordert gefühlt. Heute ist sie Teil einer Gruppe von Frauen, teilt ihre Ansichten und Ideen mit ihnen und die Gartenarbeit macht sie zusammen mit ihren Kindern. Außerdem kümmert sie sich mit ihren NachbarInnen um Probleme in ihrem Stadtviertel. Sie hat jetzt das Gefühl, dass sie mit den Menschen in ihrem unmittelbaren Umfeld den Traum von einem besseren Leben teilt, der wahr werden kann.«

Wenn dieses Bewusstsein bei den Beteiligten am Projekt wächst, dann hat Carmen Molina keinen Zweifel mehr an dessen Erfolg. Dann können die Projektteilnehmenden zukünftig ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen und brauchen weder CAPRI noch INKOTA. »Und dann ist auch unser gemeinsamer Traum mit INKOTA wahrgeworden, dass Entwicklung möglich ist und man die Welt gerechter machen kann«, meint sie lächelnd und augenzwinkernd.

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