Werbung

Mehrere Zehntausend haben es satt

Demo für Agrarwende in Berlin / Grünen-Chefin Peter für »Landwirtschaft, die mit der Natur arbeitet und nicht gegen sie«

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Update 13.30 Uhr: Mehrere Zehntausend haben es satt
Mehrere Zehntausend Menschen haben am Samstag im Herzen Berlins für eine Agrarwende demonstriert. Sie versammelten sich gegen Mittag zunächst zu einer Auftaktkundgebung am Potsdamer Platz. Mit dabei waren auch 130 Traktoren, die aus verschiedenen Richtungen nach Berlin-Mitte gefahren waren und den Demonstrationszug begleiten sollten, wie eine Sprecherin der Initiatoren sagte. Nach dem Demonstrationszug durch die Stadt war für 14.30 Uhr eine Abschlusskundgebung vor dem Bundeskanzleramt geplant. Die traditionelle Großdemonstration während der weltgrößten Agrarmesse, der Grünen Woche in Berlin, stand unter dem Motto »Wir haben es satt!« Die teilnehmerstarke Veranstaltung fand bereits zum sechsten Mal statt. Dazu aufgerufen hatten rund 50 einzelne Umwelt- und Landwirtschaftsverbände. Darunter sind die Erzeugergemeinschaften Neuland und Demeter, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und das kirchliche Hilfswerk Brot für die Welt sowie Umwelt- und globalisierungskritische Organisationen. Unter den mehreren zehntausend Demonstrationsteilnehmern waren traditionell viele Bauern. Zu den Forderungen gehören die Einführung einer Herkunftskennzeichnung für Fleisch- und Milchprodukte und ein Verbot des Einsatzes von Gentechnik in der Landwirtschaft. Zudem richtet sich der Protest gegen die Agrarindustrie und die geplanten Freihandelsabkommen TTIP und Ceta. In dem Demonstrationsaufruf heißt es etwa, die Landwirtschaft stehe am Scheideweg. Während Bundesregierung und Agrarindustrie auf steigende Exporte zu Dumpingpreisen setzten, würden Tierschutzstandards gesenkt und Bauern in Deutschland und weltweit ruiniert. Die Förderung von Agrarkonzernen müsse beendet und eine Qualitätsoffensive an die Stelle der einseitigen Exportorientierung treten. Auch müsse für einen gerechten Handel weltweit gesorgt werden.

Demo für Agrarwende: »Wir haben es satt«

Berlin. Gegen industrielle Landwirtschaft, gegen umstrittene Freihandelsabkommen, gegen Gentechnik und Massentierhaltung: Unter dem Motto »Wir haben es satt!« wollen am Samstag in Berlin Tausende für eine Agrarwende demonstrieren. Die nunmehr sechste Demonstration dieser Art findet traditionell zum Beginn der weltgrößten Agrarmesse, der Grünen Woche, statt. Zu den Protesten rufen rund 50 einzelne Umwelt- und Landwirtschaftsverbände auf. Erwartet werden Zehntausende Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet, darunter viele Bauern.

Landwirtschaft ganz anders
Für diesen Samstag rufen Entwicklungs-, Umwelt- und Verbraucherverbände, Bauernorganisationen, Imker und Tierrechtler unter dem Motto »Wir haben es satt!« zur Großdemo für eine Agrarwende auf. Der Überblick hier

Mit dabei sind auch die Grünen und die Linkspartei. Die Vorsitzende der Grünen, Simone Peter, sagte, »immer mehr Menschen haben es satt, dass Tiere in regelrechten Fabriken gehalten werden. Sie wünschen sich eine umweltfreundliche Landwirtschaft ohne Mega-Mastanlagen, Antibiotikamissbrauch und Pestizide. Das System der herkömmlichen Intensivtierhaltung befördert Preisdumping und verhindert damit eine tiergerechte Haltung. Massive Gesundheitsprobleme sind die Folge. Damit muss endlich Schluss sein.«

Die Politikerin verwies auch auf »unfaire Preise für Milch und Schweinefleisch«, die immer mehr Bäuerinnen und Bauern »um die Existenz« bringen. Viele kleine und mittlere Betriebe müssten unter dem kapitalistischen Konkurrenzdruck aufgeben. »Der Ökolandbau stagniert trotz boomender Nachfrage. Immer mehr Megaställe befeuern eine industrielle Fleischproduktion für den Export, die wenig Rücksicht nimmt auf Menschen, Tiere und Umwelt«, so Peter. Deshalb sei es nun »Zeit für eine Agrarwende hin zu einer Landwirtschaft, die mit der Natur arbeitet und nicht gegen sie«. Dazu müssten Umweltleistungen und Tierschutz »stärker belohnt werden, statt Agrarmittel mit der Gießkanne zu verteilen«.

Zu den Forderungen der Demonstranten gehören die Einführung einer Herkunftskennzeichnung für Fleisch- und Milchprodukte und ein Verbot des Einsatzes von Gentechnik in der Landwirtschaft. Zudem richtet sich der Protest gegen die Agrarindustrie und die geplanten Freihandelsabkommen TTIP und Ceta.

Unter dem Motto »Wir machen Euch satt« widersprechen die Initiatoren einer zweiten Kundgebung in Berlin - sie wollen eine sachliche Diskussion über moderne Landwirtschaft erreichen. Unterdessen beraten im Auswärtigen Amt Regierungsvertreter aus rund 70 Ländern beim Agrarministergipfel über die Welternährung. Dabei geht es vor allem darum, wie die Menschen in wachsenden Städten mit Lebensmitteln versorgt werden können. Agenturen/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen