Eine aussichtslose Mission

Der einstige SPD-Hoffnungsträger Sigmar Gabriel macht sich Feinde in den eigenen Reihen

  • Von Aert van Riel
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

SPD-Chef Sigmar Gabriel setzt zunehmend auf populistische Töne, ohne dadurch beliebter zu werden. Viel Nutzen bringt es ihm allerdings nicht: Als Kanzlerkandidat wäre er voraussichtlich chancenlos.

An Nauen dürfte Sigmar Gabriel keine besonders guten Erinnerungen haben. Bei der Neujahrsklausur vor einem Jahr hatte die SPD-Spitze in dem Ort im brandenburgischen Havelland auf einem Landgut über unangenehme Themen debattiert. Bei einer Sitzung mit Meinungsforschern ging es in dem roten Backsteinbau um das anhaltende Umfragetief der Sozialdemokraten. Der Parteichef wurde damals mit der Aussage zitiert, dass es sehr lange dauern könne, bis die Sozialdemokraten wieder den Kanzler stellen.

Ein Jahr später hat sich die Parteiführung nun am gleichen Ort getroffen. An der Situation der SPD, die in Umfragen weiterhin nicht über 25 Prozent hinauskommt, hat sich nicht viel geändert. Sie ist sogar noch schwieriger geworden. Gabriel hat sich durch sein Verhalten Feinde in den eigenen Reihen gemacht. Die Krise gipfelte auf dem Berliner Bundesparteitag Mitte Dezember, wo Gabriel mit nur 74,3 Prozent der Stimmen als Parteichef wiedergewählt w...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.