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Nach Überfall: DNA-Spur führt zu RAF-Ehemaligen

Versuchter Raub aus Geldtransporter nahe Bremen im Juni 2015: Laut Bericht führen genetische Fingerabdrücke zu früheren Mitgliedern

Berlin. Ein Raubüberfall auf einen Geldtransporter bei Bremen sorgt für Schlagzeilen: Führt die Spur zu Mitgliedern der früheren Roten Armee Fraktion RAF? Das berichtet jedenfalls der NDR, demnach wurden nach dem Überfall vom 6. Juni vergangenen Jahres in zwei Tatfahrzeugen DNA-Spuren gefunden, die auf Verdächtige hinweisen, die seit Jahren auf den Listen zur Fahndung nach RAF-Mitgliedern stünden - es gehe um die genetischen Fingerabdrücke von Daniela Klette, Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg. Die Staatsanwaltschaft Verden wollte die Informationen von »Hallo Niedersachsen« und NDR Info weder bestätigen noch dementieren. Polizeikreise bestätigten der Deutschen Presse-Agentur den Vorgang aber.

Den Überfall auf den Geldtransport hatten drei bislang unbekannte Täter in Groß Mackenstedt bei Bremen verübt. Sie verfügten über Schnellfeuergewehre und eine Panzerfaust. Allerdings gingen sie leer aus, weil die Türen des gepanzerten Geldtransportes geschlossen blieben. Zwar hatte sich die RAF im Jahre 1998 für aufgelöst erklärt, einige Ex-Mitglieder sind aber bis heute untergetaucht. Das letzte »Lebenszeichen« von Klette und Staub stammte dem Bericht zufolge aus dem Jahr 1999. Damals seien beim Überfall auf einen Geldtransporter in Duisburg rund eine Million Mark erbeutet worden.

Die Tat weise Ähnlichkeiten mit dem Fall in Groß Mackenstedt auf, hieß es in dem Bericht weiter. Auch damals hätten die Täter zwei Tatfahrzeuge sowie Schnellfeuergewehre verwendet. In einem der beiden Fahrzeuge seien damals die Masken der Täter gefunden worden. An ihnen fanden sich demnach die genetischen Fingerabdrücke von Klette und Staub.

Staub, Klette und Garweg werden dem Bericht zufolge auch mit dem Sprengstoffanschlag auf die Justizvollzugsanstalt im hessischen Weiterstadt im Jahre 1993 in Verbindung gebracht. Zuständig für die Ermittlungen in Groß Mackenstedt sei die Staatsanwaltschaft in Verden und nicht die Bundesanwaltschaft. Die Behörden gingen also offenbar nicht davon aus, dass die Taten zur Finanzierung von Anschlägen dienten.

Die Rote Armee Fraktion hatte vor allem in den 1970er Jahren versucht, mit militanten Aktionen »den Kampf in die Metropolen« zu tragen. Der Gruppe werden zahlreiche Anschläge zugerechnet, 34 Opfer sollen die zum Teil bis heute nicht aufgeklärten Taten gekostet haben. Die militante Strategie der RAF war in der linken Szene umstritten, der Staat reagierte mit einer unvergleichlichen Repressionswelle auch gegen angebliche Sympathisanten. 1993 verübte die RAF ihren letzten Anschlag, 1998 erfolgte die Selbstauflösung. 2011 wurde das letzte RAF-Mitglied aus der Haft entlassen, nach drei früheren Mitgliedern wird weiter gefahndet. Agenturen/nd

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