Ingolf Bossenz 20.01.2016 / Kultur

Wider den Furor teutonicus

Die Debatte um die deutsche »Vergewaltigungskultur« stutzt die Kölner Schreckensnacht auf Normalmaß zurecht

Sexuelle Gewalt ist in Deutschland nichts Neues. Was in Köln geschah und wie es geschah, ist durchaus etwas Neues. Mit den alten Methoden der Konterpropaganda kann die Debatte darüber nur scheitern.

Am 18. April 2005 hielt Joseph Ratzinger als Dekan des Kardinalskollegiums im Petersdom die Predigt vor der Eröffnung des Konklaves zur Wahl des Nachfolgers von Papst Johannes Paul II. Der deutsche Prälat, der einen Tag später die Sixtinische Kapelle als Benedikt XVI. verlassen sollte, ließ seine detail- und wortreiche Exegese von Texten aus dem Alten und Neuen Testament in zwei essenzielle Mahnungen münden: Er warnte vor einer »Diktatur des Relativismus« sowie vor der »Banalisierung des Bösen«.

Zehn Jahre und neun Monate später (B16 ist seit fast drei Jahren im pontifikalen Ruhestand) sowie drei Wochen nach »Köln« könnte man meinen, Ratzingers religiöse Rabulistik sei angekommen im Ödland der politisch-medialen Profanie. Relativismus - Banalisierung - des Bösen? Durchaus. Seines sakralen Sinns entkleidet, eignet diesem Zentralbegriff des Ethos weiter der Kerngehalt als Inbild des moralisch Verkehrten, des zutiefst Verwerflichen, ...

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