Katharina Dockhorn 20.01.2016 / Kultur

Einwandererkinder können in der Pubertät nicht rebellieren

Regisseurin Baya Kasmy über die Forderung nach mehr Selbstkritik von Einwanderern und ihren neuen Film »Mademoiselle Hanna und die Kunst nein zu sagen«

Baya Kasmy, geboren 1978 in Toulouse, beschreibt in »Mademoiselle Hanna und die Kunst nein zu sagen«, im Original »Je suis à vous tout de suite « mit liebevollem Blick den Emanzipationsprozess einer jungen Französin, deren Vater aus Algerien stammt. Sie ist Personalmanagerin, während ihr Bruder, Auspacker eines Supermarkts, den Islam entdeckt.

Gefällt ihnen der deutsche Titel?
Sogar sehr. Frauen fällt es nicht schwer, nein zu sagen. Sondern zu formulieren, was sie wollen. Das drückt sich gut im Verhältnis zu ihrem Körper aus. Der alte Slogan »Mein Körper gehört mir« hat für die Prostituierte, für Hanna und die verschleierte Frau jeweils eine andere Bedeutung.

Wieviel ist in der Geschichte autobiogarfisch?
Ich bin in einer Vorstadt aufgewachsen und litt unter dem Beschützerinstinkt meines Bruders. Später heiratete er eine Algerierin und siedelte über. Für mich war sein Weggang eine Niederlage. Zufällig las ich damals Philip Roths »Gegenleben«. Er porträtiert zwei jüdische Brüder in den USA. Der eine ist Atheist, der andere ultrareligiös. Was er über Juden erzählte, wollte ich über Araber in Frankreich erzählen

Und kommen mitten in eine aktuelle Diskussion?
Als der Film im September in die französischen Kinos kam, löste er wie jedes Kunstwerk um Muslime und den Is...


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