Kaukasischer Kreidekreis zwischen Pleiße und Mulde

Wolfgang Eckerts Roman über Unrecht im Rechtsstaat

  • Von Matthias Biskupek
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Wohl der Stadt, die einen Chronisten in ihren Mauern hat. Meerane, die alte sächsische Textilstadt, ist eine solche, denn der 1935 geborene Humorist und Melancholiker Wolfgang Eckert schreibt mit nicht nachlassender Liebe und gelegentlich anschwellendem Zorn über das, was dort passiert, das Beste - und auch das Schlechte - aus den Fünfzigern bis heute. Wenn er ganz heftig und direkt betroffen ist, merkt man das seinen Büchern immer an. Wie im jüngsten deutlich nachzulesen.

Das ist ein Roman, auch wenn die Wahrheit eines unbestechlichen Chronisten ständig um die Ecke lugt. Die übliche gedruckte Absicherung von den reinen Zufälligkeiten fehlt hier. Es geht um das Kind Franz Weidauer. Schwester, Mutter, Vater, Großmutter und der Großvater Matthias Weidauer, durch dessen Brille die Geschichte gesehen wird, sind um dieses Kind besorgt. Die Sorge einer Person aber, der Mutter Zoe, mündet in grausamen Besitz-Drang. Da wird das Kind aus d...


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