Amnesty: Türkei setzt gegen Kurden »Kollektivstrafen« ein

Menschenrechtsorganisation: Armee setzt »tödliche Gewalt exzessiv und rücksichtslos ein« / Schwere Waffen in Wohngebieten / Deutsche Verteidigungsmisterin in der Türkei

Unbegrenzte Ausgangssperren, schwere Waffen in Wohngebieten - Amnesty wirft der türkischen Armee vor, die Leben von zehntausenden Menschen aufs Spiel zu setzen - und die internationale Gemeinschaft schaut weg.

Istanbul. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft der türkischen Armee kollektive Bestrafungen der Bewohner der Kurdengebiete im Südosten des Landes und exzessive Gewaltanwendung vor. »Die derzeit laufenden Einsätze unter Rund-um-die-Uhr-Ausgangssperren setzen die Leben von zehntausenden Menschen aufs Spiel und fangen an, kollektiver Bestrafung zu gleichen«, erklärte der Leiter des Amnesty-Programms für Europa und Zentralasien, John Dalhuisen, am Donnerstag.

Wegen unbegrenzter Ausgangssperren in manchen Kurdengebieten hätten die Bewohner über lange Zeiträume keinen Zugang mehr zu Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Strom und medizinischer Versorgung, führte Amnesty aus. Außerdem bestehe »kaum ein Zweifel, dass die türkischen Behörden Leben aufs Spiel setzen, indem sie tödliche Gewalt exzessiv und rücksichtslos einsetzen«. Dazu zähle insbesondere der Einsatz schwerer Waffen in Wohngebieten.

Die türkische Armee füh...

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