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SAP-Vorstand plädiert für Grundeinkommen

Leukert: Bedingungen für faires Einkommen nicht der Wirtschaft überlassen / Wegen Digitalisierung: Unternehmen und Staat sollen mehr für Bildung tun

Berlin. Abermals spricht sich ein führender Manager eines Technologiekonzerns für ein Bedingungsloses Grundeinkommen aus - damit könne man die sozialen Folgen der vierten industriellen Revolution abfedern. In einem Gespräch mit der »Frankfurter Allgemeinen« erklärte SAP-Vorstand Bernd Leukert, er sei »der Meinung, dass man die Bedingungen für ein faires Einkommen nicht der Wirtschaft überlassen sollte. Hier ist die Politik gefragt, den richtigen Rahmen zu setzen.« Die gesamte Gesellschaft werde von der vierten industriellen Revolution große Vorteile haben, so Leukert.

Allerdings werde »das mittlere Gehaltssegment« unter Druck kommen. »Im mittleren Management, zum Beispiel in der Steuerabteilung, im Einkauf oder auch in einer Bank, wird es aber ohne Weiterbildung eine Verlagerung in Richtung geringerer Einkommen geben. Hier wird die Informationstechnologie viele der heutigen Aufgaben übernehmen können.« Auf ein Bedingungsloses Grundeinkommen angesprochen sagte Leukert, davon »würden langfristig auch diejenigen profitieren, die weiterhin höhere Gehälter beziehen. Wenn wir an dieser Stelle nichts tun, droht die Gesellschaft auseinanderzubrechen.« Dies sei aber eine sehr langfristige Entwicklung. Die Gesellschaft müsse »früher und mehr in Ausbildung investieren. Das gilt für Unternehmen, aber auch für den Staat«, so Leukert.

Zuletzt hatte sich auch der Telekom-Chef für das Bedingungslose Grundeinkommen ausgesprochen. Angesichts der durch Digitalisierung und eine neue Welle der Automatisierung bevorstehenden Veränderungen von Gesellschaft und Arbeitswelt forderte Timotheus Höttges in der »Zeit« zum Erhalt der Sozialsysteme »unkonventionelle Lösungen«: Dabei könne ein bedingungsloses Grundeinkommen »eine Grundlage sein, um ein menschenwürdiges Leben zu führen«. Es gehe »um die Frage, wie wir ein faires System für eine Welt von morgen schaffen«.

Es gehe nicht darum, das Grundeinkommen sofort einzuführen. Es könne aber »eine Lösung sein – nicht heute, nicht morgen, aber in einer Gesellschaft, die sich durch die Digitalisierung grundlegend verändert hat«, so der Manager. Zur Finanzierung sollten die Gewinne großer Internetkonzerne stärker besteuert werden: »Wenn Produktivität zukünftig vor allem an Maschinen und die Auswertung von Daten gekoppelt ist, könnte die Besteuerung stärker auf den darauf beruhenden Gewinnen aufbauen und weniger auf der Einkommensteuer des Einzelnen«, sagte Höttges der Wochenzeitung. »Die Gewinnbesteuerung ist wahrscheinlich der richtige Weg. Eine Besteuerung von Daten scheint mir wenig praktikabel und nicht sinnvoll zu sein. Die Besteuerung der Maschinen, die Produktivitätssteigerungen garantieren, würde dazu führen, dass vielleicht weniger Maschinen genutzt würden, als technisch sinnvoll wäre.« nd

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