Albtraum aller Fahnenschwenker

In Berlin führen Geflüchtete durch Museen - und durch die deutsche Geschichte

  • Von Christin Odoj
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Wie ist das eigentlich einem besorgten Bürger zu erklären? Eine Gruppe Syrer steht in der Eingangshalle des Bodemuseums in Berlin und hört von der Geschichte der Museumsinsel, diesem Planetensystem aus aufklärerischen und humanistischen Idealen zwischen Spree und Kupfergraben in der Mitte der Stadt. Mariam Bachich, vor Jahren selbst aus Syrien nach Berlin gekommen, erzählt ihnen von Preußen, von Friedrich Wilhelm, seiner Liebe zur Kunst und wie das Ensemble im 19. und 20. Jahrhundert zur Nabelschau der hohen Künste Europas und des Nahen Ostens wurde. Eine Syrerin erklärt das Abendland. Die Menschen, vorher lose um die Reiterstatue des Großen Kurfürsten in der Eingangshalle des Museums verstreut, ziehen immer engere Kreise um Mariam, bis sie zu ihrem Trabanten werden. Wo Mariam spricht, dorthin folgen sie ihr. Wenn sie fragt, woran die Menschen sich erinnert fühlen, hier in der Eingangshalle, dann sagt einer neben »Kirche« und »Kathedra...


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