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FBI gegen DFB

Deutsches Sommermärchen auch im Blick der US-Justiz

Berlin. Die Ermittlungen zur Vergabe der Fußball-WM 2006 nehmen international immer größere Dimensionen an. Nach der Frankfurter Staatsanwaltschaft und der Bundesanwaltschaft der Schweiz befasst sich nun einem Bericht der »Süddeutschen Zeitung« vom Samstag zufolge auch die US-Bundespolizei FBI mit dem Skandal um das deutsche Sommermärchen. Die Zeitung beruft sich auf eine FIFA-nahe Quelle. Der Deutsche Fußball-Bund wollte sich zu der Darstellung nicht äußern.

Das FBI interessiert sich für die deutsche Zahlung von zehn Millionen Schweizer Franken im Vorfeld der WM 2006. Den Ermittlern geht es wohl weniger um das Handeln deutscher Akteure wie OK-Chef Franz Beckenbauer oder Wolfgang Niersbach. Die Amerikaner ermitteln in einem Megakorruptionsskandal um illegale Provisionen für Dutzend Funktionäre, primär gegen Akteure aus Ländern ihres eigenen Kontinents wie den früheren FIFA-Vize Jack Warner aus Trinidad und Tobago.

Das FBI wurde auf die deutsche Affäre aufmerksam, weil sie Parallelen zu einer dubiosen Zahlung von zehn Millionen Dollar von den Organisatoren der WM 2010 in Südafrika aufweist. Das Geld soll über FIFA-Konten an den Topfunktionär Warner geflossen sein. Mit dem nun lebenslang gesperrten Warner hatte auch Beckenbauer kurz vor der Vergabe der WM 2006 einen zweifelhaften Vertrag unterzeichnet, der aber angeblich nie wirksam wurde. dpa

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