Ausgabe vom 06.08.2002

Aus dem Inhalt

Soziale Phobie macht einsam - Seite 1 Soja: Vielfalt aus der Bohne - Seite 2 Mutter-Kind-Kuren werden von den Kassen finanziert - Seite 3 Schizophrenie: Zwischen Verfolgungswahn und einem »stinknormalen« Leben - Seite 5 Gegen Flugangst hilft nur Fliegen - Seite 6 Illusion Bioprodukt - Seite 8...

ndPlusTom Strohschneider

Illusion Bioprodukt

BSE-verseuchtes Fleisch, mit Hormonen belastete Fruchtsäfte - nach den Schlagzeilen der letzten Zeit ist einem der Appetit auf herkömmliche Kost gründlich verleidet worden. Bleibt der Griff nach den Produkten aus dem Bio-Regal. Dass die Öko-Branche jedoch nicht gegen Gesundheitsgefahren gefeit ist, hat zuletzt der Nitrofen-Skandal gezeigt. In der Öffentlichkeit hat sich seither ein kritischer Umga...

Bei Dauerkopfschmerzen den Facharzt aufsuchen

Dr. med. Matthias Eyck

45-jährige Facharzt wurde in Weimar geboren und studierte in Rostock. Seit seiner Ausbildung zum Allgemeinmediziner ist er in Berlin tätig. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

P.E.C.H. hilft bei Prellungen

Dr. Ursula Sellerberg

Die Apothekerin (Jahrgang 1969) ist Wissenschaftsreferentin bei der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Mundgeruch ist oft nur eingebildet

Wenn jemand übel aus dem Mund riecht, dann sind seine Mitmenschen bestrebt, immer ein bisschen Abstand zu halten, ohne dass der Betreffende es merkt. Unbeabsichtigt nehmen sie ihm dadurch aber die Möglichkeit, etwas gegen den Mundgeruch zu tun - denn wer schlechten Atem hat, riecht das selbst nicht. Schuld sind meist Bakterien im Mundraum. Als Abfallprodukte ihres Stoffwechsels erzeugen die Mundbe...

Helle Nächte sind gut fürs Augenlicht von Diabetikern

Der britische Mediziner Neville Drasdo von der Cardiff University rät Diabetikern bei Licht zu schlafen, um ihre Augen vor einer diabetischen Retinopathie zu schützen. Die Helligkeit würde dafür sorgen, dass die lichtempfindlichen Zellen in der Netzhaut weniger Sauerstoff benötigen, berichtet das Fachmagazin New Scientist. Diabetische Retinopathie ist bei Zuckerkrankheiten der Hauptgrund einer Erb...

Hornhautbank sucht Spender

Leber, Niere, Herz kommen einem beim Thema Organspende wohl als erstes in den Sinn. Öffentlich weniger wahrgenommen wird die Tatsache, dass sich auch Gewebe verpflanzen lassen. Dazu gehören die Gehörknöchelchen des Mittelohres, und auch die nicht durchblutete Hornhaut der Augen unterliegt dem 1997 in Kraft getretenen Transplantationsgesetz. Dabei handelt es sich bei der Hornhautverpflanzung um die...

ndPlusElfi Schramm

Gegen Flugangst hilft nur Fliegen

Viele Menschen kennen es leider viel zu gut, bevor sie in ein Flugzeug steigen: ein flaues Gefühl in der Magengegend, schweißnasse Hände, Herzflattern. Wenn auch noch Übelkeit und Durchfall, Atemnot und Körperzittern, Panik und Schwindelgefühl hinzu kommen, wird es schon kritisch. »Das Angstgefühl beim Menschen kann man nicht abschaffen, es ist uns seit Urzeiten als eine Art Schutzmechanismus gege...

Martin Max Matte

Gesund reisen

Wer sich im Internet zum Thema Reisen und Gesundheit informieren möchte, wird unter www.travelmed.de kompetent beraten. Auf den ansprechend gestalteten Seiten gibt es unzählige Hilfen, um den nächsten Urlaub wohlauf genießen zu können. Neben aktuellen Nachrichten finden sich Daten zu mehr als 200 Ländern und Regionen weltweit. Man erfährt nicht nur, welche Impfungen sinnvoll oder gar erforderlich ...

ndPlusDr. Ernst Reuß

Schizophrenie: Zwischen Verfolgungswahn und einem »stinknormalen« Leben

Unter einem Schizophrenen stellt man sich entweder einen Irren oder einen gefährlich dreinblickenden Psychopathen vor. Thomas ist schizophren, sieht aber weder irre noch gefährlich aus. Ein etwas wirrer Haarschopf hängt ihm ins Gesicht. Wir treffen uns in einem Café. Thomas schaut interessiert umher, auf der Stirn Schweißtropfen vom Fahrradfahren. Er bestellt Milchkaffee. Von Schizophrenie, deren ...

Hilfe bei Herznotfall im Ausland

Für Patienten, die im Ausland Herzprobleme bekommen, hat die Deutsche Herzstiftung (DHS) einen Sprachführer mit den wichtigsten medizinischen Fachausdrücken herausgegeben. Wenn jede Minute zählt, z.B. bei Verdacht auf Herzinfarkt, können sich Betroffene oder ihre Begleiter schnell verständlich machen. Rund 40 Fragen und Hinweise, darunter »Holen Sie bitte sofort den Rettungsdienst. Hier ist ein No...

Nasenbluten leicht gestoppt

Leichter, feiner Staub schwebt in der Luft und lässt die Nase kribbeln. Einmal geniest und plötzlich tropft Blut aus der Nase. Erkältung, trockene Nasenschleimhaut oder geringer Luftdruck können das auslösen. Selbst Naseputzen reicht mitunter. Oft steckt nur ein geplatztes Äderchen dahinter. Mit einfachen Mitteln ist dann das Nasenbluten meist zu stoppen. Die Betroffenen sollten sich aufrecht hins...

Kribbeln in den Beinen

Kribbeln, Stechen und schmerzhaftes Ziehen in den Beinen sind typische Erstsymptome des Restless Legs Syndroms (RLS). Knapp zehn Prozent der deutschen Bevölkerung leiden Untersuchungen zu Folge in unterschiedlichem Ausmaß daran. Damit zählt das Syndrom zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen in der Bundesrepublik. Für ausreichend erforscht hält sie Prof. Dr. Horst Przuntek, Ärztlicher Direkt...

ndPlusDr. Marion Sonnenmoser

Kaum ein Patient nimmt Arzneimittel richtig ein

Ein Kranker wird alles dafür tun, um wieder gesund werden. Er wird zum Arzt gehen und sich untersuchen, beraten und Medikamente verschreiben lassen. Dann wird er sein Rezept einlösen, die Medikamente vorschriftsmäßig einnehmen und alle Empfehlungen seines Arztes hundertprozentig befolgen. Das könnte man annehmen, es ist aber falsch. Tatsächlich gibt es kaum einen Patienten, der eine Arzneimittelth...

Neuer Studiengang an der Universität: Gesundheitskommunikation

Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld startet zum Wintersemester 2002/2003 den neuen Studiengang »Gesundheitskommunikation«. Darin werden die Gesundheitswissenschaften mit den Kommunikationswissenschaften verknüpft. Unter »Gesundheitskommunikation« wird alles gefasst, was mit der Vermittlung und dem Austausch von Wissen, Meinungen und Gefühlen über gesundheits- und k...

Mutter-Kind-Kuren werden von den Kassen finanziert

Der Stress daheim und bei der Arbeit setzt Ihnen ganz schön zu. Und jetzt ist auch noch ein Kind krank... Das ist für viele Frauen bitterer Alltag und manchmal einfach zuviel. Herz-Kreislauf- oder Magen-Darm-Störungen, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit oder Rückenschmerzen sind die Folge. Mutter-Kind-Kuren in einer vom Müttergenesungswerk anerkannten Klinik helfen sie zu beseitigen. Durch die Bericht...

Kinder essen zu viele Würstchen

Kinder ab drei Jahren essen der DONALD-Studie des Forschungsinstituts für Kinderernährung Dortmund zufolge zu viel Fleisch. Lediglich Kinder im Alter von einem Jahr essen zu wenig Fleisch. Jungen essen mehr Fleisch und Wurst als Mädchen. Besonders beliebt ist fettreiche Wurst. Fleisch und Fleischwaren liefern vor allem Eiweiß, Zink und das Vitamin Niacin. Besonders wichtig ist Fleisch für die Vers...

ndPlusDaniela Hähre, Ökotrophologin

Soja:Vielfalt aus der Bohne

Getrocknet, geröstet, gemahlen, zu Öl gepresst oder gekeimt - die Produkte aus der Sojabohne sind vielfältig. In vielen asiatischen Ländern ist sie Grundnahrungsmittel, seit den 80er Jahren wird auch in Europa das Angebot größer. Kultiviert wurde die Sojabohne bereits 3000 vor Christus in China. Heute ist sie die wirtschaftlich bedeutendste Ölpflanze der Welt. Jährlich werden fast 180 Millionen To...

Dr. Marion Sonnenmoser

Soziale Phobie macht einsam

Angst hat jeder hin und wieder. Spinnen, Schlangen, Gewitter, Abgründe, weite Plätze, enge Räume, Flugreisen, Kampfhunde oder Zahnärzte sind für viele Menschen wahre »Schreckgespenster«. Doch mit den meisten Angstmachern lässt sich leben, wenn sie gemieden werden. Niemand wird schließlich dazu gezwungen, auf Türme zu steigen oder zu fliegen. Doch mit einer Angst lässt sich nur sehr schwer leben: m...

ndPlusGert Claußnitzer

Das Volk im Zustand des Kniens

Ewald Schönberg, der am 7. August vor 120 Jahren geboren wurde (er starb 1949), ist der exemplarische Fall eines Künstlers aus dem Volke. Er sah sich als Künstler auch immer in der Rolle eines Vermittlers, wollte ihm gleich gesinnte Menschen zur gesellschaftlichen Aktivität anregen. Kein Geringerer als Theodor Plievier hat das nach dem Krieg einmal emphatisch zu würdigen gewusst: »In dem Dresdner ...

Volker Trauth

Ertrinken im Medienmüll

In einem mit rotem Samt ausgeschlagenen schlauchartigen Raum, der in seinen Umrissen jenen nun verschwundenen winzigen Berliner Hinterhofkinos gleicht, sitzt hinter einer ebenfalls mit rotem Samt verkleideten Brüstung der Schauspieler Rainald Grebe. Der Raum zwischen Brüstung und weißgekalkter Decke wird in der Vorstellung des Zuschauers zum Fernsehbildschirm. Auf dem agiert der Darsteller, der im...

ndPlusKarl Seidel

Ein ständiges Auf und Ab

Nicht nur eine Fundgrube für Historiker, sondern für eine breite interessierte Leserschaft ist dieses spannende neue Buch von Detlef Nakath (vormals Humboldt-Universität zu Berlin). Er liefert ein profundes wissenschaftliches Werk zur Geschichte der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der DDR und der BRD in den Jahren 1969 bis 1982. Eingebettet in die internationale Lage, wird da...

Dr. Liesel Markowski

Türkische Premiere

In seiner nunmehr dritten Folge erfreut sich der Europäische Musiksommer am Berliner Gendarmenmarkt mit seiner angenehmen Atmosphäre wiederum starken Zuspruchs. Bereits am Eröffnungsabend im Großen Saal des Konzerthauses war zu spüren: Man ist aufgeschlossen, Anderes und Ungewohntes kennen zu lernen - so eben die Festivalintention. Den Auftakt gaben junge Musiker aus der Türkei, das Symphonieorche...

ndPlusF.-B. Habel

Prometheus im Einzelhandel

Nicht schlecht staunten einige Zuschauer in Berlin, als sie zu dem neuen französischen Film »8 Frauen« einen alten deutschen Vorfilm aus der Reihe »Das Stacheltier« zu sehen bekamen. Aber die Streifen mit dem kleinen Igel als Logo haben wieder Konjunktur. Bei den Meisten ist diese satirische Kurzfilmreihe der DEFA vergessen, aber wer vor vierzig, fünfzig Jahren ins Kino ging, erwartete das »Stache...

Hans-Dieter Schütt

Das Ende der Erde

Hinten im Park eine große angeleuchtete Uhr: fünf vor zwölf. Zu Satchmos »Wonderful World« tanzen weiße Figuren einen Weltbeginn durch die Wiese, kommen auf uns Zuschauer zu. Entwerfen Sprünge, als wollten sie den nun aufsteigenden Luftballonen nachfliegen. Irgendwo wiehert ein Pferd. Es wird ein braunes von den »Märkischen Höfen« nebenan sein, aber man stellt sich in diesem Moment gern vor, es se...

ndPlusSusanne Götze

Zerstörung - nicht egal

Wie jedes Jahr organisiert der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) auch diesen Sommer wieder Seminarfahrten für Jugendliche aufs Land. Schülern soll in naturnaher Atmosphäre ein solides Grundwissen über Ökologie vermittelt werden.

Bettina Markmeyer

Klatsch in der Wohnküche

Wohngemeinschaft statt Pflegeheim: Im Rablinghauser Stiftungsdorf in Bremen managen alte Leute gemeinsam ihren Alltag.

ndPlusCyrus Salimi-Asl, Rom

Zum Trinken eine trübe Brühe

In diesen Sommerwochen leiden mehrere Regionen Italiens - nicht nur im Süden - unter akutem Wassermangel und Trockenheit.

An wirtschaftliche Traditionen anknüpfen

Lausitzring und CargoLifter - steht die Förderung von Prestigeobjekten für die Landesregierung an erster Stelle? Ich kann den Sinn dieser Projekte nicht erkennen. Inzwischen sehen viele, dass diese so genannten Leuchttürme kaum wirtschaftliche Impulse für die Region gebracht haben. Deshalb müssen viel konsequenter die klein- und mittelständischen Unternehmen gefördert werden, weil da wirklich Arb...

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Ferien werden »entkolonialisiert«

Die »Colonies de vacances«, die Ferienlager, werden in Frankreich immer rarer, so dass die Zeitung »Libération« schon spöttisch von einer »Entkolonialisierung der Ferien« spricht.

Gerhard Dilger, Porto Alegre

Gesperrte Konten und Plünderungen

Die Krise in Uruguay kann eine ähnliche Dynamik bekommen wie die Ereignisse vergangenen Dezember in Argentinien. Die Regierung will die Konten sperren, in den Armenvierteln der Hauptstadt kam es zu zahlreichen Plünderungen.

ndPlusTom Strohschneider

Keinen Cent weniger

Mehr als 100 Beschäftigte des Thüringer Einzelhandels haben sich am Montag zu Beginn der zweiten Schlussverkaufs-Woche an Warnstreiks beteiligt. Bei den Aktionen machten Mitarbeiter in Erfurt und Weimar für die weitere Angleichung der Ost- an die Westlöhne Druck.

Martin Ling

Kein Grab im Schnee

Heute feiert Jamaika den 40. Jahrestag seiner Unabhängigkeit. Neben den 2,5 Millionen Bewohnern der Karibikinsel wird auch in der Diaspora gefeiert - in New York, London und in Berlin. Dem karibischen Selbstverständnis entsprechend nationen- und ethnienübergreifend.

ndPlusRolf Schröder, Lima

Blumenregen und viele Blockaden

Zu Beginn seines zweiten Amtsjahres wurde Alejandro Toledo gefeiert. Am Unabhängigkeitstag seines Landes ließen Kinder Blüten in den rot-weißen Nationalfarben auf das Präsidentenauto regnen.

Ekkehard Jänicke

Lügendetektor im Kongress

Die Terrorangst in den USA führt zu erschreckenden Verfallserscheinungen demokratischer Regeln. Immer mehr Bürger fühlen sich bereits an die Hatz der McCarthy-Ära in den 50er Jahren erinnert.

ndPlusDirk Krüger

Geheime Gefangene mit Gesicht

Zumindest einen Teilsieg konnte jetzt ein breites Bündnis in den USA im Kampf gegen die »geheimen« Inhaftierungen nach den Anschlägen vom 11.September erzielen: Die US-Bezirksrichterin Gladys Kessler verlangt von der Regierung, die Namen der Gefangenen bis Mitte August preiszugeben.

ndPlusTom Strohschneider

Von der Wirklichkeit eingeholt

Sparstrategie, Konzentration, Personalabbau - die Wirklichkeit, über die Journalisten in den vergangenen Jahren recherchierten und berichteten, hat inzwischen auch die Zeitungsbranche eingeholt. Nicht, das es zuvor keine »Flauten« im Geschäft mit den gedruckten Nachrichten gegeben hätte. Doch der heuer verzeichnete Einbruch beim Anzeigengeschäft - ausgelöst vor allem durch die Pleitewelle der New ...

Hanno Harnisch

Adlershof auf Sendung

Die Kandidaten werden in diesem Wahlkampf ganze vier Mal aufeinander treffen. Zweimal für Zeitungen, zweimal fürs Fernsehen. Am 4. Juli war Premiere. »Bild« und »Bild am Sonntag«, vertreten durch die Chefredakteure, den Kohl-Biografen Kai Dieckmann und Claus Strunz, noch vor kurzem stellvertretender Chef der Tageszeitung »Die Welt«. »Im O-Ton« wurde dieses doppelte Doppelinterview geführt, das hei...

ndPlusPeter Hoff

Gysi: Salto rückwärts

Der »Kulturreport« am späten Sonntagabend widmete ihm noch einen ironischen Nachruf. Da Sommerzeit Badezeit ist und weil Franzi, Ruppi und ihre Mitplanscher bei den aktuellen Schwimmeuropameisterschaften Deutschland viel Ehr erkrault und erhopst haben, fiel der Vergleich auch wassersportlich aus. Einen »Salto rückwärts« habe Gregor Gysi mit seinem Rücktritt von allen seinen politischen Ämtern voll...

Jochen Reinert und Stefan Mentschel

Das neue »Große Spiel« um Zentralasien

Der Kampf Großbritanniens und Russlands um Zentralasien im 19. Jahrhundert ging als »The Great Game« (Das Große Spiel) in die Geschichte ein. Heute sind die USA, Russland und China die »Big Players« in einem neuen Wettstreit um die Kontrolle Mittelasiens. Der pakistanische Autor Ahmed Rashid gab unlängst in der Serie »Welterfahrungen« der Stiftung Schloss Neuhardenberg spannende Einblicke in die Region.

EM: Zum Ausklang zwei Rekorde

Mit fünf Titeln war Franziska van Almsick die erfolgreichste Athletin der 26. Schwimm-EM in Berlin. Den goldenen Schlusspunkt setzte am Sonntag die deutsche Frauen-Lagenstaffel, die mit 4:01,54 min Europarekord schwamm. Zuvor hatte die Polin Otylia Jedrzejczak mit 2:05,78 min über 200 m Schmetterling den fünften Weltrekord in Berlin aufgestellt und der EM-Dritten Annika Mehlhorn (Baunatal) den Eur...

Martin Krauß

Skandierten sie »Wir wollen die BRD sehn«?

Es war nicht leicht zu verstehen, was die auf der Aktiventribüne versammelten deutschen Schwimmer vor dem Abschlusswettbewerb riefen. Es stand bei den Schwimm-EM nur noch die Lagenstaffel der Männer an, und eine nicht so recht nachvollziehbare Tradition besagt es, dass dort die deutschen Staffeln lustig kostümiert erscheinen. Was sich anhörte wie »BRD«, lautete in Wirklichkeit: »Wir wollen die Bär...

ndPlusMatthias Koch

Verdächtigt

Am Freitag startet die Fußball-Bundesliga. Doch das Sommerloch nach der WM könnte sich für einige noch als tiefe Grube erweisen. Bei Bayer Leverkusen soll Schwarzgeld geflossen sein. Verdächtigt werden Libero Jens Nowotny und Ex-Trainer Christoph Daum. Nowotny soll 1996 bei seinem Wechsel aus Karlsruhe 10 Millionen Mark kassiert haben. Daum wirft man den Bezug diverser Summen über Auslandskonten v...

Jürgen Holz

DLV-Team mit kleinerem Maßstab

Die 18. Europameisterschaften der Leichtathleten, die heute in München eröffnet werden, sind die ersten bedeutenden Titelkämpfe in der olympischen Sportart Nr. 1 im neuen Jahrtausend. Sie finden genau 30 Jahre nach den Olympischen Sommerspielen von München 1972 unter dem Zeltdach des Olympiastadions statt, das für die EM für 3,8 Millionen Euro renoviert wurde. Schon vor dem ersten Startschuss gibt...

Larissa Schulz-Trieglaff

Heißer Lappen

Führerschein mit 17 - klingt verlockend. Und trotzdem sprach sich die große Mehrheit der Jugendlichen in einer Umfrage dagegen aus, ein Jahr vor der Volljährigkeit schon den heißen Lappen in der Hand zu halten. Vielleicht folgt diese Einsicht aus den hohen Unfallzahlen: Die Mehrheit der Toten auf den Straßen ist zwischen 18 und 25 Jahre alt. Warum also nicht den Führerschein erst ab 25 Jahren verg...

ndPlusWolfgang Rex

Wer verliert?

Wahlumfragen erzeugen in der Regel ein Ergebnis: die tatsächliche Abstimmungszahlen sehen fast immer anders aus. Der Wähler erweist sich als unberechenbarer Umfragegast. Da braucht man nur auf die Ergebnisse der Landtagswahlen in diesem Frühjahr in Sachsen-Anhalt zu schauen. Aktuell liegt eine Umfrage für die Landtagswahl am 22. September in Mecklenburg-Vorpommern vor. Danach hätte die Regierungs...

Martin Ling

Pakt der Feinde

Die Indígenas Boliviens bleiben in der Opposition. Es konnte nicht sein, was nicht sein darf. Ein Kokabauernführer wie Evo Morales als Präsident. Niemals. Doch man sollte nie niemals sagen. Niemals werde er seinen Intimfeind Gonzalo Sánchez de Lozada zum Präsidenten wählen, bekundete Jaime Paz Zamora vor den Wahlen. Er tat es doch und keiner war überrascht. Nicht zum ersten Mal schloss er gegen gr...

ndPlusOlaf Standke

Macht Frieden

Als der Direktor des US-amerikanischen Aspen Institute in Berlin jetzt der Bundesregierung in Sachen Irak unangebrachte Bedenkenträgerei vorwarf, da verwies er auf London und Paris. Dort seien die Würfel für einen Krieg längst gefallen. Doch das Bild - hier das feste Anti-Saddam-Bündnis unter Washingtons Führung, dort die wankelmütigen Deutschen auf ihrem inakzeptablen Sonderweg ins politische Dis...

Wolfgang Hübner

Kurze Halbwertzeit

Je näher die Bundestagswahl rückt, desto merkwürdigere Dinge hört man vom Bundeskanzler. Hatte sich Gerhard Schröder nach den Terroranschlägen vom 11. September des vergangenen Jahres in die Idee von der uneingeschränkten Solidarität mit den USA regelrecht verbissen, so fand er nun vergleichsweise deutliche Widerworte zu einem Angriff gegen den Irak. Hatte er in der Frühphase der zu Ende gehenden ...

ndPlusHans Voß

Für Bush zählt Völkerrecht wenig

Wenn in Washington in diesen Tagen immer neue Szenarien über einen geplanten Angriffskrieg gegen den Irak in Umlauf gebracht werden, bleiben die rechtlichen Grundlagen für ein solches Vorgehen weitgehend ausgeblendet.

Hanna Ndlovu, Pretoria

UNITA-Rebellen lösten Militärflügel auf

Die angolanische Rebellenorganisation UNITA hat ihren Militärflügel endgültig aufgelöst und am Wochenende in Luanda ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet.

ndPlusPeter Richter

Meilen-Bonus und »Bild«-Malus

Die »Bonusmeilen«-Kampagne der Bildzeitung hat ihr die Solidarität von elf Chefredakteuren und zugleich eine Rüge des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) eingebracht.

Hendrik Lasch, Dresden

Verfassungsschutz will V-Leute in der Deckung halten

Im Strafverfahren gegen die rechtsextremistische Gruppierung SSS soll nicht über V-Leute des Verfassungsschutzes geredet werden dürfen. Die Verteidigung will deshalb den Prozess platzen lassen.

ndPlusWolfgang Hübner

»Ich bin zuständig für Optimismus«

Der Schock scheint überwunden zu sein - nach dem überraschenden Gysi-Rücktritt in der vergangenen Woche gibt sich die PDS-Spitze wieder locker. Die Stimmung in der Partei sei »inzwischen wieder gut«, sagte gestern PDS-Pressesprecher Hendrik Thalheim und fügte hinzu, an der Basis mache sich eine »Jetzt erst recht«-Stimmung breit. PDS-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch jedenfalls hat sich diese S...

»Ich komme zur Wirtschaft nicht von außen«

Wirtschaftssenator - war das Ihr Traumjob? Ich habe den Job als Fraktionsvorsitzender sehr gern gemacht und hätte ihn auch weiter gern gemacht. Aber es ist eine außergewöhnliche Situation. Nach intensiven Diskussionen und noch mal gründlichem Nachdenken habe ich mich entschieden, es zu machen. Das ist eine reizvolle Aufgabe und ein ganz wichtiges Ressort gerade in dem Zuschnitt Wirtschaft, Arbeit...

Berlin-TIPPS

Politik Sprechstunde mit Petra Pau heute, 15 bis 17.30 Uhr, im ehemaligen Rathaus Marzahn, Helene-Weigel-Platz 8. »PDS - das sind wir alle. Die PDS in der Krise« - Diskussion mit Dr. Bärbel Grygier aus Anlass des Rücktritts von Gregor Gysi heute, 19 Uhr, im Friedrichshainer »Der rote Laden«, Weidenweg 17. Um die Frage »Zeitbombe Arbeitsmarkt - Gibt es einen Weg aus der Krise«geht es am 7.8., 18.30...

Gerlinde Schneider

Start in die heiße Wahlkampf-Phase

Sieben Wochen vor der Bundestagswahl gab sich die Brandenburgische PDS gestern optimistisch, dass die Partei den Wiedereinzug ins höchste deutsche Parlament schafft. Landeschef Ralf Christoffers und Wahlkampfleiter Heinz Vietze betonten vor Journalisten, dass der Landesverband für die Hauptwahlkampfphase »gut vorbereitet« und »hoch motiviert« sei. Es gebe keinen Grund, das ehrgeizige Ziel aufzugeb...

ndPlusCornelia Höhling

Ein »verhinderter« König und Kunstmäzen

Neben Tucholsky soll neuerdings auch Prinz Heinrich von Preußen (1726-1802) Besucher nach Rheinsberg locken. Anlässlich seines 200. Todestages am 3. August wurde am Wochenende eine Ausstellung über Leben und Wirken des jüngeren Bruders Friedrich des Großen eröffnet. Über 24 Millionen Euro flossen in die Wiederherstellung des von ihm in mehr als 50 Jahren geprägten Ensembles aus Schloss, Theater un...

Jack Rodriguez

Kater schnurrt international

Ihre Bestsellerliste sortiert Hildegard Pohl nicht nach Titeln, sondern nach Sprachen. »Am besten verkaufe ich französische Bücher, dann spanische und arabische. Erst danach kommt das Englische«, sagt die 35-jährige Inhaberin der Buchhandlung »Le Matou« - französisch: der Kater. Ihre Kunden sind zumeist Eltern mit zweisprachigem Nachwuchs. Denn »Le Matou« ist eine internationale Kinderbuchhandlung...

ndPlusAlmut Schröter

Brasilianische Kunst zeigt viel Brisanz

Erstaunlich, wie unmittelbar die Bilder in der Galerie der Brasilianischen Botschaft wirken. Ist es schwül und heiß, sind sie erfrischend. Ist es kühl, wärmen die Farben. Die großen wie hohen Räume halten die Kunst an der langen Leine. Sie vermittelt sich schnell oder nicht. Zwei Ausstellungen zeigt die Botschaft räumlich getrennt. Zuerst findet man sich umgeben von zeitgenössischer Kunst. Sie sta...

Meta Werner

Kleinstadtidylle als Platten-Gesicht

Das soll ein Plattenbau sein? Von weitem wirkt die Fassade des Sechsgeschossers am Blumberger Damm wie eine Kleinstadt: Als wenn mehrere Häuschen, unterschiedlich groß, neben und hintereinander stehen. Auf manchem Satteldach sitzt eine Katze, auf anderen ein Uhu. Es ist eine gelungene Illusion - entstanden aus glattem und rauem Putz, versehen mit verschiedenen Stuckelementen und Leisten, die Däche...

ndPlusJutta Blume

Von Einrad fahren bis Hula-Hoop-Rekord

Mit 40 Sportarten zum Ausprobieren, Freizeitangeboten aus dem künstlerischen Bereich und vielen anderen Spiel- und Spaßaktionen sollen Kinder und Jugendliche ab dem heutigen Dienstag bis Sonntag zum 9. Berliner Kinderfestival auf das Gelände des Sportforums Hohenschönhausen gelockt werden. Das Angebot richtet sich vor allem an 5- bis 15-Jährige und deren Familien. Der Veranstalter, der Verein zum...

Peter Kirschey

Um 20 Uhr werden die Bürgersteige hochgeklappt

Der Himmel trieft, und das ist gut so - zumindest für die einen. Denn der Regen kommt nicht nur als lebensspendender Saft für das Straßengrün von oben. Er bremst auch den menschlichen Urdrang des Großstädters, sich auf dem abendlichen Straßenpflaster auf einem Klappstuhl auszustrecken und sein Hefeweizen, Märkischen Landmann oder ein schlichtes Pils in sich hineinzuschütten. Dieser Grundform der E...

ndPlusRainer Funke

Ein Stimmzettel, zwei Kreuze bei der Bundestagswahl

Über 15 Landeslisten der Parteien und 98 Direktkandidaten in zwölf Wahlkreisen wird in Berlin bei den Wahlen zum Bundestag am 22. September abgestimmt. Wie Landeswahlleiter Andreas Schmidt von Puskás gestern vor der Presse informierte, stehe dies nun fest, nachdem Landes- und Bundeswahlausschuss diverse Beschwerden über abgelehnte Zulassungen zurückgewiesen haben. Nicht frist- und formgerecht hatt...

Peter Kirschey

Behörden-Stuhlgang

Der Konflikt zwischen offener Becherei und dem Bürgerrecht auf gesunden Schlaf ist ein uralter, und er scheint unlösbar. Wer zur Sommerszeit in der Kneipe nebenan sein abendliches Bier genießen möchte, der will nicht um 20 Uhr eingesperrt werden. Wer seine Ruhe unter weichen Daunen sucht, der möchte bei 30 Grad und mehr nicht seine Fenster verbarrikadieren. Wie also einen Interessenausgleich zwisc...

Was kann Wolf als Wirtschaftssenator?

(ND/Agenturen). Die Absicht, PDS-Fraktionschef Harald Wolf zum neuen Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen zu machen, hat eine Reihe unterschiedlicher Reaktionen hervorgerufen. Die Personaldecke der PDS sei »dünner als die Ozonschicht über dem Südpol«, kommentierte FDP-Fraktionschef Martin Lindner. Die grüne Opposition bemängelte, dass keine Frau aus dem Osten nominiert werde. »Mit dieser Ent...