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Ausgabe vom 15.07.2005

Ulrike Gramann

Unruhe, Erinnerung, Unruhe

Ihre schönsten Jahre, hieß es in der Familie, erlebten die Eltern vor dem Krieg, in der ersten Zeit der jungen Liebe, der zu frühen Ehe, des ersten Kindes, unserer ältesten Schwester. Ruhige Erinnerung an die Zeit, in der alle satt wurden, weil der Vater im Arbeitsdienst an einer untergeordneten, aber der Lebensmittelbeschaffung günstigen Stelle tätig war. In der Ruhe der nachmaligen Erinnerung br...

ndPlusMerith Niehuss

Vom Verrat zum anerkannten Widerstand

Claus Graf Schenk von Stauffenberg war nicht der einzige hochrangige Offizier, der sein Leben aufs Spiel setzte, um Hitler mit Gewalt zu beseitigen. Schon etliche vor ihm hatten versucht, ihn durch ein Sprengstoffattentat zu töten, unter Einsatz ihres Lebens mit Mänteln voller Sprengstoff, durch Sprengstoffladungen im Flugzeug, das den Führer transportieren sollte. Immer - und im Nachhinein betrac...

Bewegungsmelder

Qualalternative: Was sagt die Linke? (ND). Seit den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen ist die politische Debatte um ein Thema reicher - die Linkspartei. Während sich das linkssozialdemokratische Spektrum um die mittleren Gewerkschaftsfunktionäre, keynesianistische Wirtschaftsexperten, PDS und WASG darüber streiten, wie die »historische Chance« am besten wahrzunehmen ist, zeigt sich die radikal...

Geldstrafe für »menschliche Motivation«

Hamburg (ND-Gärtner). In Hamburg sind zwei Aktivisten der Karawane für die Rechte von Flüchtlingen und Migranten zu Geldstrafen verurteilt worden. Beide hatten im Oktober 2003 an einer Protestkundgebung vor dem Hamburger Rathaus teilgenommen. Damals waren rund 70 Kritiker der Abschiebe-Politik von Polizisten abgedrängt worden, weil die Aktion gegen das Bannmeilengesetz verstoßen haben soll. Die Be...

Auf dem Weg nach Erfurt (IX)

Na endlich: Knapp eine Woche vor dem Start des ersten Sozialforums in Deutschland kommt doch noch ein bisschen Bewegung in die Bewegung. Einem Heidelberger Aktivisten platzte Mitte der Woche via E-Mail »der Kragen«. Die Szene werde sich selbst »untreu«, Sozialforen dürften doch keine Mitglieder haben, die ganze Sache mit der Linkspartei und überhaupt - »es reicht, Leute«. Auf dem Weg nach Erfurt ...

Markus Bernhardt

Rosenmontag im Sommer

Während die Saison der Paraden zum Christopher-Street-Day bereits zu Ende geht, zeigt sich die Lesben- und Schwulenbewegung unter der Oberfläche farbenfroher Umzüge und vielfältiger Partys recht zerstritten.

ndPlusPeter Nowak

Autonome Jugendzentren in der Klemme

Kiel, Norderstedt, Lübeck und Dorfen haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam. Eine Ähnlichkeit besteht aber doch: In den Kommunen gibt es Initiativen für den Erhalt selbstverwalteter Kultur- und Jugendzentren, die in ihrer Existenz bedroht sind.

Wissen, was läuft

Berlin 15. Juli: Entpolitisierung der Politik - zur Theorie des Sachzwangs, ab 20 Uhr im FAU-Lokal, Straßburger Straße 38 Berlin 16. Juli: »WiderstandsBewegungen - Antirassismus zwischen Alltag und Aktion«. Book-Release-Party ab 18 Uhr mit Lesung, begehbarem Buch und Party, Café Morgenrot, Kastanienallee 85 Berlin 16. Juli: 1. Ostnetz Treffen zur Vernetzung ostdeutscher Hochschulen und zur Koordin...

Kirschen pflücken

Verunglückt ein Versicherter unter ungeklärten Umständen an seinem Arbeitsplatz, entfällt der Versicherungsschutz nur dann, wenn bewiesen wird, dass er die versicherte Tätigkeit im Unfallzeitpunkt für eine eigenwirtschaftliche Verrichtung unterbrochen hatte. Ein Montagearbeiter war beim Warten auf einen Kollegen vom Dach gefallen. Die Berufsgenossenschaft lehnte die Anerkennung als Arbeitsunfall ...

Velten Schäfer

Labournet braucht Hilfe

Die stellvertretende PDS-Vorsitzende Katja Kipping forderte die Justiz auf, die bei dem linken Projekt beschlagnahmte Technik zurückzugeben.

ndPlusBernd Parusel, Stockholm

Am laufenden Band

Nach einem außergewöhnlich harten Arbeitskampf wird in den finnischen Papier- und Zellstoff-Fabriken wieder gearbeitet - künftig auch an bisher arbeitsfreien Feiertagen. Karenztage dagegen konnten abgewehrt werden.

Zwischen Interesse und Kritik

Moshe Zuckermann lehrt Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften an der Universität von Tel Aviv. Der Autor von »Kunst und Publikum« wird am Sonntag in beisein von ver.di-Chef Frank Bsirske einen Vortrag über »Gewerkschaften zwischen Kunstautonomie und Kulturindustrie« halten. Susann Witt-Stahl sprach mit ihm über den Widerspruch zwischen theoretischer Kritik an der Kulturindustrie und gewerkschaftlicher Vertretung deren Mitarbeiter.

Noch 59 Prozent übertariflich

Etwa 75 Prozent aller Betriebe in Deutschland nutzen inzwischen tarifliche Öffnungsklauseln, um ihre Wettbewerbsbedingungen zu verbessern. Für die Beschäftigten sind sie oft mit Einkommensverlusten verbunden. Noch aber zahlen bundesweit 59 Prozent der Betriebe übertarifliche Leistungen - wenn auch im Osten weit seltener als im Westen. In den vergangenen zwei Jahren haben aber 28 Prozent der Betri...

Manfred Sohn

VW-System und Toyota-Welt

Die mit großem Halali erfolgte Demontage der Betriebsräte in Europas größtem Autokonzern hat nur vordergründig etwas zu tun mit »plötzlich« entdeckten Zwielichtigkeiten. Man kann getrost davon ausgehen, dass es eher die Regel als die Ausnahme ist, dass die Betriebsrats-Spitzen großer Konzerne bestochen und durch Einweben in das Netzwerk der Konzernspitze erpressbar gemacht werden. Es ist daher wen...

Bildungsnetze

Computer und Internet spielen auch in der Bildung zunehmend eine wichtige Rolle. Um den Einsatz der neuen Medien voranzutreiben, rief das Bundesbildungsministerium 1999 ein spezielles Förderprogramm ins Leben. Unter dem Titel »Neue Medien in der Bildung«wurden in den zurückliegenden Jahren ca. 200 Millionen Euro vom Ministerium zur Verfügung gestellt. Gefördert wurden und werden damit Projekte, di...

Martin Koch

»Sprechen Sie Deutsch?«

Wer sich sachkundig über die Naturwissenschaften informieren möchte, erklärte der britische Biologe Thomas Henry Huxley bereits 1869, sei in jedem Fach gezwungen, »ein halbes Dutzend Mal mehr Bücher in Deutsch als in Englisch oder Französisch zu lesen«. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war Deutsch gleichsam die Weltsprache der Wissenschaften, spielten deutschsprachige Fachzeitschriften bei der Verb...

ndPlusJens Thomas

Der Olli Kahn der Mathematik

Peter Scholze aus Berlin ist derzeit die Nummer eins unter allen Mathematik-Schülern bundesweit. Jetzt trat er in Mexiko zur Internationalen Matheolympiade an und hofft auf Gold. Ein Porträt über einen Jungen, mit dem man rechnen muss

Jürgen Amendt

Äpfel mit Birnen verglichen

Vergesst PISA! - zumindest die Studie, für die die OECD Verantwortung trägt. Alles ist gut, das wissen wir seit gestern: Die Bayern, Badener und Schwaben können prima rechnen, sind sogar nah dran an der Weltspitze; die Ossis aus dem Sachsenland haben zumindest in Mathematik die doofen Wessis (und den Rest des Ostens sowieso) hinter sich gelassen. Deutschland braucht keine internationalen Schulleis...

ndPlusAlexandra Frank, Tallinn

Selbstbewusstsein der Esten ist gewachsen

Estland streitet derzeit mit Russland um einen Grenzvertrag. Von den EU-Partnern sieht sich das offizielle Estland in Fragen der Russland-Politik nicht immer genügend beachtet. Doch sonst scheint man in Tallinn sehr zufrieden zu sein.

Ralf Streck

Libyen als Abfangjäger der EU

Die EU hat den Startschuss für ihre umstrittene Zusammenarbeit mit Libyen in der Flüchtlingspolitik gegeben und eine »konkrete Kooperation« in Einwanderungsfragen mit dem nordafrikanischen Land vereinbart.

Leitlinien und konkrete Ziele

Brüssel (epd/ND). Die EU-Kommission hat ihre Vorschläge für die entwicklungspolitische Strategie der Europäischen Union für die nächsten fünf Jahre vorgelegt. In dem Entwurf seien erstmals nicht nur Grundprinzipien, sondern auch konkrete Ziele und Leitlinien für ihre Umsetzung enthalten, sagte Entwicklungskommissar Louis Michel am Mittwoch in Brüssel. Als wichtigstes Ziel halte der Vorschlag die R...

Francis Wurtz

Positive Zwischenbilanz

Das erste Jahr der Legislaturperiode des Europäischen Parlaments war geprägt von heftigen Auseinandersetzungen zu Grundzügen der Architektur Europas. Gemäß ihrem Charakter und ihren Prinzipien hat sich unsere Fraktion aktiv engagiert und sich im Parlament, bei Gewerkschaften, Vereinen und Verbänden endgültig Anerkennung erworben. Die kommenden Monate unter britischer Ratspräsidentschaft werden von...

TV- und Radio-Tipps

3SAT, 22.30Uhr, Drama Die Sonne, die uns täuscht. In die Sommeridylle des Jahres 1936, die der hochdekorierte sowjetische Offizier Kotow (Nikita Michailkow) im Kreise seiner Familie auf der Datsche genießt, platzt Freund »Mitja« (Oleg Menschikow) - der inzwischen zum Spitzel von Stalins Geheimpolizei avanciert ist. Die Verfolgungsmaschinerie ist in Gang gesetzt, der »Große Terror« beginnt. Die rus...

ndPlusKarlen Vesper

Es lebe die Skandalkultur!

Völlig inakzeptabel und nicht hinnehmbar«, »Stiegler hat sich total disqualifiziert«, »Müntefering muss für eine sofortige Entschuldigung sorgen«, tönte es diese Woche aus den Reihen der Unions-Politiker. Der SPD-Bundestagsfraktionsvize und bayerische Landeschef der Sozialdemokraten müsse zurücktreten, sei »nicht mehr tragbar als führender Repräsentant einer demokratischen Partei«. Echte oder gesp...

Irmtraud Gutschke

Per Zauberstab ans große Geld

Donnerstag, 11 Uhr: Ob wohl noch eine News über Harry Potter kommt? Aber was soll es denn jetzt noch für Neuigkeiten geben? Für die Präsentation von »Harry Potter and the Half-Blood Prince« ist seit Tagen schon der Ablauf bekannt: Am Freitag um Mitternacht wird das schottische Edinburgh Castle mit einer Projektion des Buchumschlags beleuchtet sein. In Pferdekutschen werden 70 so genannte »Jungrepo...

Daimler will keinen Kommentar

Berlin (ND). DaimlerChrysler hat die unzensierte Kommentierung seines Umweltberichts durch die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) verweigert. Der Stuttgarter Autobauer hatte dem Verband über fast zehn Jahre die Möglichkeit eingeräumt, besondere Leistungen des Konzerns im Bereich des vorsorgenden Umweltschutzes zu bewerten, Erfolge zu loben und gleichzeitig Schwachstellen anzusprechen. Auch in diesem...

Christine Barth

Rente her, sonst Stimme weg

Die Wahlprogramme der Parteien sind der Volkssolidarität in Punkto Lebensqualität älterer Menschen zu allgemein gehalten. Auch der ostdeutsche Wohlfahrtsverband hat nun »Wahlprüfsteine« vorgelegt.

ndPlusAndreas Knudsen, Kopenhagen

Lego ohne Legoland

Die Legoland-Parks werden an einen amerikanischen Investor verkauft. Dadurch hofft der Bauklötzchen-Konzern sein Überleben zu sichern. Die Spitze des Spielzeugkonzerns Lego hatte schon lange mit dem Gedanken des Verkaufs seiner vier Legoland-Parks gespielt. Und die dänischen Medien übten sich in Spekulationen, wer wohl der nächste Besitzer sein wird. Einst als Schaufenster für die beliebten Plast...

Ingolf Bossenz

Römische Elegien

Benedikt XVI. mag Harry Potter nicht. Angeblich wegen dessen »subtiler Verführungen, die unmerklich und gerade dadurch tief wirken, und das Christentum in der Seele zersetzen«. Wir wissen, dass die Wahrheit profaner ist. Schließlich wurde Joseph Ratzinger zum Papst gewählt, weil ihm keiner der beim Konklave versammelten Kardinäle in der Zahl der Buchveröffentlichungen das Wasser reichen konnte. Da...

ndPlusMartin Ling

Mangelnde Kohärenz

Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. »Die Zeit ist reif dafür, dass die Kommission Initiativen entwickelt, um eine Entwicklungspolitik vorzuschlagen, die wirklich eine gemeinsame Politik ist.« Was der EU-Kommissar für Entwicklung, Louis Michel, bei der Präsentation der neuen EU-Entwicklungsstrategie kritisierte, ist in der Tat ein Problem der EU-Entwicklungspolitik. Es fehlt an Kohärenz zwisc...

Wolfgang Rex

Erstaunlich relativ

Helfen politische Verbote? Die Meinungen dazu sind unter Fachleuten geteilt. In der Geschichte der Bundesrepublik gab es mehrfach Versuche, einen politischen Gegner per Verbot zu erledigen. Jetzt ist in Brandenburg wieder einmal eine dieser so genannten Kameradschaften verboten worden. Was während der Hausdurchsuchungen bei ANSDAPO-Mitgliedern ans Tageslicht befördert wurde, das ist mehr als unap...

Erste, zweite, dritte Welt?

Warum reden wir Europäer immer von der »Dritten Welt«, und wer gehört zur ersten und zweiten Welt? Marlis Stengert, 12435 Berlin Der Begriff »Dritte Welt« stammt von dem französischen Demographen Alfred Sauvy, der ihn nach dem Vorbild »dritter Stand« (Franz. tiers-état) bildete und in seinem Artikel »Trois mondes, une planète« (Drei Welten, ein Planet) am 14.August 1952 im »LObservator« zum ers...

Uns eint die Akribie

Ihre letzte Chance, Armstrong zu schlagen, scheint die internationale Radsportelite nicht zu beflügeln. Unangefochten führt der Texaner das Gesamtklassement an. Wenig Unruhe auch bei Johan Bruyneel, der Armstrong als sportlicher Leiter bei allen Tour-Siegen begleitete.

Saudi-Arabien: Hort der Terror-Finanziers

Religiöse Stiftungen und Privatleute in Saudi-Arabien zählen nach Einschätzung der USA-Regierung immer noch zu den wichtigsten Finanziers des internationalen Terrorismus.

ndPlusOliver Eberhardt, Jerusalem

Gaza-Pingpong im Nahen Osten

Bundesaußenminister Joschka Fischer hat der israelischen Regierung Unterstützung für die Räumung der Siedlungen im Gaza-Streifen zugesagt. Dort spitzt sich die Lage zu: Seit dem Mittwochmorgen sind die jüdischen Ortschaften Sperrgebiet.

Kompressor

Er gilt als Vater des vor zehn Jahren eingeführten MP3-Dateiformats.

ndPlusRené Heilig

»Early Cut-Off«: Shuttle und NASA am Boden

Eileen Collins, Chefin der STS114-Mission, hatte bereits zu Wochenbeginn gesagt, man wolle beim ersten Shuttle-Flug nach fast zweieinhalb Jahren Zwangspause keine »dummen Risiken« eingehen. Daher steht die Raumfähre »Discovery« noch immer dort, wo sie am Donnerstagabend hätte abheben sollen.

FDP-Konzept für ein »Wild-Ost«

Ein »Zehn-Punkte-Plan der FDP für den Aufbau Ost« wurde gestern in Berlin präsentiert. Durch Außerkraftsetzung von Bundesgesetzen und Sonderregelungen soll ein profitträchtiges »Wild-Ost« geschaffen werden. Zu Beginn des von Ex-Generalsekretärin Cornelia Pieper, der einzigen Ostdeutschen in der FDP-Spitze, vorgestellten Papiers steht die Feststellung, »gerade die neuen Bundesländer haben in den l...

ndPlusRené Heilig

Nun lasst mal Lehmann ran

Nach den - mutmaßlich - raschen Fahndungserfolgen von Scotland Yard zeigt sich die Fachwelt höchst befriedigt über den Wert diverser Überwachungsmaßnahmen, die zum »Erfolg« beigetragen hätten. Doch auch von inkompetenter Seite gibt es Tipps. Man kann wirklich nicht behaupten, dass der Kontakt der katholischen Kirche zu den hier zu Lande lebenden muslimischen Vereinigungen besonders eng wäre. Umso...

Hendrik Lasch, Dresden

Nun Krieg mit Papieren

Ein ominöses Vergleichsangebot im Streit um eine Landesbank-Tochter bringt Sachsens Finanzminister Horst Metz (CDU) in Not. Mit Briefen und Schriftstücken setzen sich die Kontrahenten jetzt weiter unter Druck. Eine dünne rosa Mappe lag gestern im Landtag vor Sachsens Finanzminister Horst Metz. Daraus zog er am Ende einer hitzigen Debatte über die Affäre um die Landesbank-Immobilientochter MDL ein...

ndPlusJürgen Seidel, Schwerin

Von den Wüsten zu den Oasen in Nordost

Im Wahlkampf spielen die Themen Wirtschaft und Beschäftigung eine große Rolle - nicht zuletzt mit Blick auf die neuen Bundesländer. Der Osten gilt als eher unattraktiver Standort. Wie sich das in Mecklenburg-Vorpommern ändern könnte, darüber dachten in Schwerin Experten aus der Region nach. Natürlich haben Prof. Dr. Gerald Braun vom Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik der Universität Rostock und ...

Uwe Kraus, Magdeburg

»Unsinnig und moralisch verwerflich«

Eine verheerende Bilanz nach reichlich einem halben Jahr Hartz IV zog gestern der DGB Sachsen-Anhalt bei der Vorstellung des Buchs »Die Hartz-Reformen«, das die »Folgen von Hartz I bis IV für die ArbeitnehmerInnen« aufzeigen will. Ein Bestseller werde das Buch nicht werden, sagte Mitautor Klaus-Dieter Zimmermann, Arbeitsmarktexperte des DGB in Magdeburg. Aber jeder der Bundestagsabgeordneten, die...

ndPlusIrina Wolkowa, Chisinau

Doamna Ana und ihre Kinder

Das kleine Moldova ist bei einem Pro-Kopf-Durchschnittseinkommen von etwa 400 Euro jährlich das mit Abstand ärmste Land Europas. Zu den Leidtragenden der Armut gehören auch und vor allem die Kinder.

Verkauf entlastet den Haushalt

ND: Warum soll die Dresdner Wohnungsgesellschaft Woba verkauft werden? Ostrowski: Dresden hat ein strukturelles Haushaltsdefizit von Hunderten Millionen Euro. Das Dilemma heißt: entweder kommt das kulturelle, soziale und sportliche Leben zum Erliegen, oder wir suchen nach Geldquellen. Eine tote Stadt halte ich für die wirkliche Katastrophe, die Veräußerung von Woba-Anteilen für eine nur befürchtet...

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Heuschrecken vor der Wohnungstür

Dresden verkauft seine Wohnungsgesellschaft. Das ist kein Einzelfall: 600000 öffentliche Wohnungen wurden schon an US-Investoren veräußert. Mietervertreter sind entsetzt.

Jürgen Amendt

Expertenskepsis trotz PISA-Plus

Bei der gestern in Berlin vorgestellten neuen nationalen PISA-Studie haben sich die deutschen Schüler im Durchschnitt in allen getesteten Bereichen verbessert. Bildungsforscher warnten allerdings vor voreiligen Schlüssen.

Brandenburg-Wochenende

POTSDAM Pfingstbergspiel Auf den Pfingstberg lädt der gleichnamige Förderverein zum Wochenende ein. Am Sonnabend singt ab 15 Uhr die Sopranistin Ute Beckert herzzerreißende Moritaten. Am Sonntag erzählt ebenfalls um 15 Uhr Marie Gloede Märchen für Kinder und Erwachsene. An beiden Tagen berichtet zwischen 15 und 18 Uhr Dörte Behrendt im Pomonatempel über »Pomona - römische Göttin der Baumfrüchte«. ...

Berlin-TIPPS

Frauen »Kein Ort nirgends - kein Geld nirgends« - Ein Haus für die Kultur von Frauen für einen Tag. Fraueninitiativen und Künstlerinnen präsentieren ihre Arbeiten am 16.7., von 11 bis 23 Uhr, Magnus-Haus, Am Kupfergraben 7 (Mitte). Kinder »Ich bin nicht wer, wie, was Du denkst« - Verkleiden nach Lust und Laune. Veranstaltung im Rahmen der Mittmach-Ausstellung »Volles Recht auf Spunk und Spiel«, 16...

ndPlusWilfried Neiße

Nach PISA-Schock der PISA-Schreck

Im Vergleich zu Altersgefährten in anderen Bundesländern oder gar im Ausland weisen Brandenburgs Schüler nach wie vor schlechte Durchschnitts-Lernergebnisse auf. Über dieses Ergebnis der neusten PISA-Studie kann auch die Tatsache nicht hinwegtrösten, dass es in nahezu allen Bereichen leichte Verbesserungen gegenüber dem katastrophalen Stand von vor drei Jahren gab. Gestern wurde der europaweite PI...

Maik Forberger

Gleichheit - Quatsch?

Am 14. Juli vor 216 Jahren wurde unter dem Motto »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit« die Bastille gestürmt. Am 8. Mai 1945 wurde der Nationalsozialismus in Deutschland bezwungen. Beide Daten haben nur auf den zweiten Blick etwas gemein, doch bei beiden Ereignissen geht es um Freiheit. Das war für die Mitarbeiter des Bodoni-Museums in der Friedrichstraße 79 Anlass genug, den Jahrestag mit einem ...

ndPlusMatthias Busse

Verkaufsschlager wie Verschrobenes

Siebzehn Künstler, viele Köpfe. Der Ausstellungstitel »Tête-à-tête« bezieht sich keineswegs auf die ausgewählten Motive, sondern ist eine Aufforderung an den Besucher zum Zwiegespräch mit den Werken. Denn zu sehen sind in der kommunalen Galerie Parterre meist Einzelporträts. Horst Antes Stahlskulptur ist eine Hommage an das Sehen, das ja die Quelle des ästhetischen Wissens ist. Die Hände als urei...

Karin Nölte

»Besser als der überregionale Durchschnitt«

Die Hochschulverträge für die Jahre 2006 bis 2009 wurden gestern von den Leitungen aller Berliner Hochschulen und Wissenschaftssenator Thomas Flierl (PDS) unterschrieben. Nachdem die Kürzung der Mittelzuweisung um 75 Millionen Euro in diesem Zeitraum als politische Vorgabe feststand und es darüber »schwerwiegende Auseinandersetzungen« gab, wie FU-Präsident Prof. Dieter Lenzen sagte, sei es gelunge...

ndPlusRainer Funke

Video-Mania

Wenn Politiker nicht wissen, was zu tun ist, so sich Kriminalität mehrt oder Terroranschläge bekannt werden, rufen sie nach mehr Videoüberwachung. Wiewohl in London das Attentat nicht verhindert wurde, obgleich der Mensch - von zehntausenden Kameras beobachtet - alle halbe Minute gefilmt wird und so sein Weg durch die Stadt ziemlich genau zu verfolgen ist. Selbst bei der Fahndung nach den Tätern k...

Klaus Joachim Herrmann

Bei PISA zwar hinten, doch da voran

Immerhin schaffte Berlin die Quote und damit für 2003 seine erste offizielle PISA-Wertung. »Eine Premiere«, freute sich da Bildungssenator Klaus Böger (SPD) bei der gestrigen Vorstellung der Ergebnisse im Roten Rathaus. April/Mai 2003 seien 33 Gymnasien, 25 Haupt-, 25 Real-, 29 Gesamt- und drei Berufsbildende Schulen sowie insgesamt fünf Schulen in freier Trägerschaft in die Wertung eingegangen. E...

ndPlusAndreas Heinz

Wie eine Bahnhofsmauer zur Grenze wurde

Virtualität und Realität liegen manchmal nahe beieinander. Ein Blick auf die neuen Internetseiten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung - da ist neben dem Foto eines ehemaligen Grenzwachturms in Treptow zu lesen: Führungsstelle Schlesischer Busch - Vom Wachturm zum Kunstturm. Ein Blick aus der gegenüberliegenden Kunstfabrik am Flutgraben - da steht der rund zehn Meter hohe Beobachtungsbau. Se...

Rainer Funke

Linke Gruppen besuchen Linksbündnis

Einen Offenen Brief werden linke Gruppen am Sonntag dem PDS-Parteitag übergeben. Darin werden PDS und WASG aufgefordert, den bevorstehenden Wahlkampf ohne rassistische und nationalistische Untertöne zu führen. Es gehe darum, »deutlich für eine Stärkung der Rechte von Flüchtlingen und Migranten sowie illegal in Deutschland lebenden Menschen einzutreten«. Das Papier ist seit Tagen im Internet unter ...