Ausgabe vom 11.01.2008

Der Vertrag von Lissabon - alter Wein in neuen Schläuchen?

Es debattieren: Tobias Pflüger, Jahrgang 1965, aktiv im wissenschaftlichen Beirat von Attac, Redakteur der Zeitschrift Wissenschaft und Frieden, Abgeordneter der Europäischen Linken seit 2004 und Jo Leinen, Jahrgang 1948, seit 1999 Mitglied des Europäischen Parlaments und seit 2004 Vorsitzender des Ausschusses für konstitutionelle Fragen....

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Unten links

Wieder ein abscheulicher Fall von Ausländerkriminalität: In Indonesien haben Elefanten Felder verwüstet und geplündert und zu diesem Zwecke einen Elektrozaun demoliert. Zum wiederholten Male. Da hilft keine Kuschelpädagogik. Roland Koch fordert: Abschiebung, und zwar nach Hessen. Dorthin gehören auch die beiden Eisbärinnen aus Nürnberg – die eine fraß ihre beiden Jungen auf (Schlachten in de...

Martin Ling

Hoffnung ohne Substanz

Als letztes stirbt die Hoffnung. Mit dieser abgegriffenen Formel lässt sich der erste Besuch von USA-Präsident George W. Bush im Heiligen Land am trefflichsten beschreiben. Der Visionär Bush sieht den Frieden am Horizont aufziehen, einen Wandel zum Positiven auf allen Seiten. Israels Regierung bekenne sich zur Zwei-Staaten-Lösung, die Palästinenser um Abbas hätten dem Terror abgeschworen und die a...

Migranten fordern Abwahl Kochs

Die vom hessischen CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch angestoßene Debatte um die Verschärfung des Jugendstrafrechts und gewalttätige Nichtdeutsche hat heftige Kritik bei Migrantenverbänden hervorgerufen.

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Verbrauchertipp

Ein Wechsel der Krankenkasse kann sich vor dem Inkrafttreten des Gesundheitsfonds im Jahr 2009 noch lohnen. Versicherte sollten sich damit beeilen, rät der Gesundheitsexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Stefan Etgeton. Wechselt ein Versicherter jetzt die Kasse, ist er an diese 18 Monate lang gebunden. Wenn die Bindung Mitte 2009 ablaufe, werde vermutlich klarer zu erkennen sein, ...

Gesundheitsfonds

Ab dem 1. Januar 2009 zahlen alle Beitragszahler den gleichen Beitragssatz. Damit gelten auch in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) einheitliche Beitragssätze. Der Bund zahlt zur pauschalen Abgeltung von versicherungsfremden Leistungen für das Jahr 2009 vier Milliarden Euro an den Gesundheitsfonds. Ab 2010 erhöhen sich die Leistungen des Bundes um jährlich 1,5 Milliarden Euro bis zu einer ...

Beerdigung als Freudenfest
Silvia Ottow

Beerdigung als Freudenfest

Ein Jahr vor der Einführung des umstrittenen Gesundheitsfonds ist eine heftige Debatte um das »Kernstück« der Reform von 2006 im Gange. Politiker fordern die »Beerdigung« dieser Organisationsstruktur. Die Ablehnung zieht sich durch alle Lager.

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ndPlusElke Kuhne

»Eine rote Schleife um mein Haus«

Pinki Tiro und ihre Tochter sind die Hauptpersonen in dem Film »Eine rote Schleife um mein Haus« (Foto: Cover) aus der Reihe »Steps for the Future«. Er dokumentiert ihren unterschiedlichen Umgang mit der Immunschwächekrankheit Aids und daraus resultierende Konflikte.

Anna Maldini, Rom

Italiens Linke unterm Regenbogen

Zwischen 15 und 20 Prozent der Stimmen italienischer Wähler könnte das »Rote Ding«, die neue Formation der Linken Italiens bekommen, meinen Experten. Das wäre weit mehr als die einfache Summe der Stimmen für jene vier Parteien, die sich im vergangenen Dezember in Rom zur »Linken – Regenbogen« zusammengeschlossen haben.

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Olaf Standke

Marsch ins Desaster

Die USA-Generäle wollen 3000 zusätzliche Soldaten an den Hindukusch schicken, und Pentagon-Chef Gates wird wohl zustimmen. Wenn diese Entscheidung das wichtigste Ergebnis der von Präsident Bush vor vier Wochen angeordneten Überprüfung der Afghanistan-Mission ist, dann hat Washington nach dem blutigsten Jahr seit dem Sturz der Taliban wirklich nichts dazugelernt. 6000 Tote forderte der Krieg 2007, ...

René Heilig

Es müffelt weiter

Die Bundesanwaltschaft hat zu Jahresbeginn verkündet, dass das Urteil über Marinus van der Lubbe aufgehoben ist. Sie tat das per Pressemitteilung – nüchtern, emotionslos, eigentlich unbeteiligt. Neugierige könnten ja unter dem Aktenzeichen 2 AR 187/07 die Begründung nachlesen: Das Urteil, so heißt es da knapp zusammengefasst, unterliegt der Aufhebung, weil die Verhängung der Todesstrafe auf ...

ndPlusKurt Stenger

Zwergenaufstand

Als »Volkswagen« wird das neue indische Billigauto des Tata-Konzerns in der hiesigen Presse gerne bezeichnet. Doch der neue Kleinwagen hat mit dem Käfer der 50er Jahre wenig gemein. Der kostete nämlich seinerzeit nach heutigen Preisen gut 11 000 Euro und damit sechs Mal so viel wie der Nano (Zwerg). In Indien spart man sich jeglichen Vergleich mit der nördlichen Autowelt – sein Arbeitstitel ...

ndPlusInes Wallrodt

Nachfolger

Ute Vogt fehlte der Rückhalt in den eigenen Reihen, sie musste den Vorsitz der SPD-Fraktion im baden-württembergischen Landtag nach monatelangen Querelen vorzeitig abgeben. Auch hinter dem neuen Oppositionsführer Claus Schmiedel stehen die Parteigenossen nicht annähernd geschlossen. Der 56-jährige Abgeordnete aus Ludwigsburg wurde am Donnerstag auf der Fraktionsklausur in Mannheim mit knapper Mehr...

Aufschwung ohne Schwung
Rudolf Hickel

Aufschwung ohne Schwung

Die für das Jahr 2007 erzeugte Zuversicht über den Aufschwung, eine steigende Beschäftigung und sinkende Arbeitslosigkeit will die Mehrheit der Konjunkturforschungsinstitute unbedingt für 2008 retten. So setzte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung bei der Vorstellung der neuen Prognose kürzlich auf Optimismus: Die Wirtschaft werde erneut, allerdings etwas reduziert, um 2,...

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Mindestlohn wird ignoriert

Die privaten Postdienstleister bezahlen ihre Mitarbeiter weiterhin nicht nach dem Mindestlohn. Unterdessen zeigte sich die Arbeitnehmergruppe in der Unionsbundestagsfraktion offen für Mindestlöhne in weiteren Branchen.

Bartsch kritisiert Wahlrecht

Berlin (ND). Der Geschäftsführer der Linkspartei, Dietmar Bartsch, hat die »undemokratischen Besonderheiten des bayerischen Wahlrechts« kritisiert. Anfang März werden in den Gemeinden, Städten und Landkreisen kommunale Mandatsträger gewählt. Gesetzlich ist festgelegt, wie viele Unterschriften von noch nicht vertretenen Parteien zu erbringen sind, um bei den Wahlen antreten zu dürfen.Bartschs Kriti...

Ein offener Brief

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrter Herr Ministerpräsident Koch, es kommt einem vor wie ein Dejä-vu: Es ist Wahlkampf und ein migrantenbezogenes Thema wird einmal mehr gewählt, um Wähler zu mobilisieren. Gerade an Themen wie die der Migration und Integration sowie der Jugendkriminalität und Jugendgewalt muss besonnen, sensibel und fachgerecht herangegangen werden. Was wir jedoch derze...

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Sorglos mobil telefonieren

Berlin (ND-Wallrodt). Staatliche Stellen riefen im Jahr 2006 über drei Millionen Mal Kundendaten der Telekommunikationsanbieter ab. Kontrollbehörden wie Polizei, Geheimdienste und Finanzdienstleistungsaufsicht haben sogar einen Online-Zugriff auf Name, Anschrift und Geburtsdatum der Rufnummerninhaber; über 1000 Behörden sind abfrageberechtigt. Mit Einführung der Vorratsdatenspeicherung kann jederz...

ndPlusIna Beyer

Von der Leyen und die Homohasser

Hin und wieder machen Meldungen von christlichen Fundamentalisten die Runde, die Attentate auf Abtreibungsärzte veranstalten oder ihre eigenen Kinder – zumindest wenn diese nicht auf den christlichen Pfaden der Heteroliebe wandeln – in Umerziehungsheime stecken, wo sie wieder »normal« gemacht werden sollen. Wer macht sowas? Natürlich die ultrareligiöse Rechte in den USA. Oder? Zumindes...

Gabriele Oertel

Bewährte Hilfe für die SPD

Heute eröffnet in Berlin die SPD-Bundestagsfraktion das parlamentarische Jahr 2008. Klimaschutz, Mindestlohn, Menschenrechte und die Finanzmärkte sollen die Themen sein. Aber natürlich beschäftigt die sozialdemokratischen Bundestagsabgeordneten vor allem eines: Die Aussichten ihrer Partei bei den drei anstehenden Landtagswahlen Dafür bekommen sie vermutlich altbewährte prominente Unterstützung.

ndPlusKarin Kirschstein

Heimspiel in der Fremde

Man kennt das: Oskar kommt, spricht und siegt. Aber wer den Partei- und Fraktionsvorsitzenden der Linken schon live erlebt hat, durfte sich beim Neujahrsempfang des Bundestagsabgeordneten Alexander Ulrich in Reichenbach-Steegen wundern: Oskar Lafontaine, sonst durchaus ein Freund lauter Worte, gab sich leise.

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ndPlusGregor Putensen

Misstöne im Storting

Kurz vor Ende vorigen Jahres zog der Parlamentspräsident des norwegischen Stortings, Thorbjörn Jagland, eine politische Jahresbilanz. Dabei war die Verbitterung über die »Unbelehrbarkeit« seiner Landsleute gegenüber einer EU-Mitgliedschaft Norwegens unüberhörbar.

Heiko Langner

Revisionismus nach alter Methode

Der Verband von europäischen Vertriebenenorganisationen ist erst einen Monat alt. Die Mitglieder aber pflegen altbekannte Positionen.

ndPlusRebecca Harms

»Friends of Mercedes Benz«

Ob es in der Schlussvorstellung der UNO-Klimakonferenz von Bali Argumente oder Tränen waren, die nicht nur auf dem Panel, sondern auch im großen Plenarsaal reichlich flossen, die doch noch zum gemeinsamen Beschluss geführt haben, ist schwer zu beurteilen. Die Europäer wurden von allen Seiten gelobt. Dass die US-Delegation nicht in totaler Isolation abreisen wollte, ist auch ein Ergebnis der konstr...

Axel Reiserer, Liverpool

Liverpool setzt auf Fußball, die Beatles – und die Kunst

Die Stadt der Beatles, einst Zentrum des Welthandels, hat einen langen Abstieg hinter sich. Auch mit Hilfe der Kultur hat sie sich wieder aufgerappelt. Als Kulturhauptstadt 2008 will sie in den Kreis der großen Städte Europas zurückkehren.

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Ex-Agent Agee in Havanna verstorben

Ex-Agent Agee in Havanna verstorben

Havanna (AFP/ND). Der frühere CIA-Agent und Kritiker des US-Geheimdiensts Philip Agee ist kubanischen Medienberichten zufolge in Havanna gestorben. Wie »Granma«, die Zeitung der KP Kubas, am Mittwoch berichtete, starb Agee am Montag im Alter von 72 Jahren. Das Parteiorgan würdigte ihn als »verlässlichen Freund Kubas und glühenden Verteidiger des Kampfes der Völker für eine bessere Welt«. Agee hatt...

Washington erhöht Druck auf Teheran

Die USA haben ihre Finanzsanktionen gegen Iran und Syrien ausgeweitet. Zuvor hat Israels Premier Olmert US-Präsident Bush Geheimdienstmaterialen überreicht, die das angebliche weitere Streben Teherans nach Atomwaffen beweisen sollen.

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ndPlusVolker Trauth

Lebenslänglich

Uraufführung von »Sieben Schritte bis zur Selbstauflösung« von Marccel Luxinger in Dresden: »Letzte Welten« steht als programmatische Überschrift über dem Spielplan des Projekts »Neubau« der experimentellen Spielplanlinie des Staatsschauspiels Dresden. Stücke sind darin versammelt, die unsere Gegenwart »radikal zuspitzen« und »in die Zukunft fortschreiben«. Als Ergebnis von Albtraumphantasien ents...

Hermann Gerathewohl

Erleichterung und Trauer

Der erzwungene Auszug deutscher Jüdinnen und Juden nach 1933 ist das Thema einer umfangreichen Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig, Grimmaische Straße. Die von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und dem Berliner Jüdischen Museum gemeinsam erarbeitete Präsentation, die mit großen Erfolg bereits gezeigt wurde in der deutschen Hauptstadt und in Bonn, bietet e...

Kein »Holzweg«?
ndPlusChristel Berger

Kein »Holzweg«?

Bitterfelder Weg« – eine »Erfindung von Umweltschützern, die besonders schadstoffbelastete Straßen« bezeichnet oder der »Name einer Straße in einem großen Freizeitpark in Sachsen-Anhalt« oder »eine kulturpolitische Kampagne aus frühen DDR-Zeiten«? Ich bin mir nicht sicher, wie viele der Ratenden bei Günter Jauch über diese (unwahrscheinliche) Frage stolpern würden, aber ein paar Eingeweihte ...

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Quergelesen

Der Schüleraustausch boomt. Zum Halbjahreswechsel wird der eine oder andere Stuhl im Klassenzimmer verwaist bleiben. Etwa 17 000 Jugendliche haben sich im Schuljahr 2007/08 zu einem Aufenthalt an einer Schule im Ausland entschieden. Beliebtestes Gastland sind nach wie vor die USA, es folgen Kanada, Australien und Neuseeland. Die Nachfrage nach Austauschprogrammen steigt. Ausgebremst werden viele m...

Bildungssplitter

Freiburg (ND). Keine Studiengebühren dank eines hohen Intelligenzquotienten (IQ). Dies war bis Anfang der Woche Realität an der Universität Freiburg. Studierende, die einen IQ-Wert über 130 nachweisen konnten, mussten bislang keine 500 Euro pro Semester an die Hochschule überweisen. Doch nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts Freiburg ist damit nun Schluss. Eine Befreiung aufgrund eines bestimmen...

Schulpolitik à la Koch
Peter Nowak

Schulpolitik à la Koch

Bevor der hessische Ministerpräsident Roland Koch seine Law-and-Order-Kampagne gegen Jugendkriminalität begonnen hatte, war seine CDU in die Defensive geraten. Der massive Vertrauensverlust hat seine Ursache vor allem in einer bildungspolitischen Maßnahme, die unter dem Kürzel G 8 für zunehmenden Widerstand bei Landeselternbeiräten, Jugendgruppen und der Gewerkschaft Erziehung und Gewerkschaft (GE...

Der Zimmermannssohn

Der Zimmermannssohn

Am 5. Januar verstarb der langjährige Präsident der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der DDR, Professor Gerhart Neuner, im Alter von 78 Jahren. Sein Kollege Helmut Stolz blickt in seinem Nachruf auf den Lebensweg des Verstorbenen zurück, dem die Karriere eines Wissenschaftlers und Pädagogen nicht unbedingt in die Wiege gelegt war.

ndPlusNiels Seibert

Lehrknechte für unangenehme Aufgaben

»Der Lecturer ist ein akademischer Hilfarbeiter: ein Hansel, der den Bildungsnotstand an der Universität ausbaden soll«, sagt Marcus Hawel, Lehrbeauftragter am Institut für politische Wissenschaft der Universität Hannover. Was ist an dieser Kritik dran?

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Thomas Nitz

Furcht vor regionaler Krise

Die blutigen Unruhen nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Mwai Kibaki haben Kenias Wirtschaft empfindlich getroffen.

ndPlusRosi Blaschke

Markt bestimmt Bodenpreis

Die Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) hat auch im Jahr 2007 beim Verkauf ostdeutscher land- und forstwirtschaftlicher Flächen ihren Plan mit 36 Millionen Euro übererfüllt. Sie führte 291 Millionen Euro an die Bundeskasse ab.

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Mehr Kindergeld für Gutverdiener

Eltern, die so viel verdienen, dass sie über das Kindergeld hinaus den steuerlichen Kinderfreibetrag nutzen können, bekommen mehr Geld vom Staat. Denn der Fiskus erkennt neben dem sozialrechtlichen Existenzminimum von Kindern einen »Betreuungs- und Erziehungsbedarf« an – was Besserverdienern eine Steuerersparnis von bis zu 972 Euro im Jahr bringt. Eltern, die nur Kindergeld beziehen und Grun...

ndPlusChristian Klemm

Position überdenken

Diese Forderung kommt sonst nur von Rechtsaußen: Mehr Sicherheitspersonal und Polizei auf U- und S-Bahnhöfen ist unerlässlich! Diesmal ist der Absender aber nicht ein konservativer Sicherheitsfanatiker der Marke Günther Beckstein, sondern die Aussage wurde Anfang der Woche von Konrad Freiberg, dem Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft (GdP) gemacht. Eine U-Bahnfahrt sei besonders in den Abendstunde...

Peter Nowak

Aus Hoffnung wurde Wut

»Es geht nicht nur um unsere Haut« ist der Titel einer neuen Dokumentation, die der Belegschaft des Berliner Haushaltgerätewerks bei ihrem 26-tägigen Arbeitskampf folgt. Filmemacher Holger Wegemann war mit seiner Kamera mittendrin im Geschehen.

ndPlusHaidy Damm

Von der Status- zur Personengruppe

Das Recht auf gewerkschaftliche Organisierung steht in Deutschland auch ArbeitnehmerInnen ohne Papiere zu. Viele wissen das jedoch nicht – dabei wäre gerade auch für sie eine Interessensvertretung von Vorteil, denn mancher Arbeitgeber nutzt ihren unsicheren Status aus.

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Stille Besetzung beendet

(ND). Eine stille Besetzung im Dresdner Stadtteil Pieschen wurde Anfang Januar unspektakulär beendet, gaben die Besetzer auf Indymedia bekannt. Demnach hätten die Besetzer, die seit Mitte Dezember in dem Gebäude sind, dessen Besitzverhältnisse ungeklärt sind, einer Aufforderung durch die Polizei Folge geleistet. Die Gruppe wollte das Projekt vorerst unauffällig durchführen, nach und nach den Kreis...

Peter Nowak

Räume bieten oder selbst Akteure sein?

In diesem Jahr fällt das Weltsozialforum aus. Stattdessen wird es einen globalen Aktionstag geben. Das macht auch die Krise der Sozialforumsbewegung deutlich.

Respekt für die Demonstrierenden
ndPlusNiels Seibert

Respekt für die Demonstrierenden

Grundrechtseinschränkungen, Desinformationspolitik, unmenschliche Inhaftierungen, Polizeibrutalität – zwei Bücher dokumentieren staatliche Ein- und Übergriffe anlässlich der G8-Proteste im vergangenen Jahr.

Bewegungsmelder

Kohle für die »Horch und Guck« (ND-Engelmann). Die Stiftung Aufarbeitung der SED-Vergangenheit hat für 2008 Mittel für die Zeitschrift »Horch und Guck« bewilligt, die sich mit der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit beschäftigt. Das bestätigte auf Anfrage Redakteur Johannes Beleites. Demnach gebe die Stiftung für 2008 50 000 Euro. Inhaltliche Auflagen gebe es nicht, so Beleites. Die nächste, im Mär...

Jörg Meyer

Verschiedene Sprachen, ein Anliegen

Am 9. Februar beginnt in München die Sicherheitskonferenz der NATO. Ein Bündnis aus über 60 Organisationen ruft zu Protesten auf. Längst nicht alle sind politisch einer Meinung, aber alle haben ein gemeinsames Ziel. Das hält den Laden zusammen.

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Europa wird sozialer und demokratischer
ndPlusJo Leinen

Europa wird sozialer und demokratischer

Mit dem Vertrag von Lissabon kommt die Europäische Einigung einen großen Schritt voran. Die Richtung stimmt. Die Europäische Union wird sozialer und demokratischer. Gewinner sind die 500 Millionen Bürgerinnen und Bürger in der EU, weil etliche der großen Probleme unserer Zeit schneller gelöst werden können. Die Bürgerrechte und die Bürgerbeteiligung werden durch den neuen Reformvertrag erheblich g...

Ein militaristisches Europa wird möglich
Tobias Pflüger

Ein militaristisches Europa wird möglich

Der am 13.12.2007 von den Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union unterzeichnete EU-Reformvertrag wird die Politik in der EU wesentlich ändern. Die offiziellen Stellen der EU und die Mehrheit der Mitglieder des Europäischen Parlamentes werden nicht müde, die Vorteile dieses »Vertrages von Lissabon« anzupreisen. Die LINKE lehnt diesen Reformvertrag wie zuvor den fast identischen EU-Verfa...

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Karin Nölte

Freiwillig in gemischte Klassen

Ein fünfeinhalbjähriges, zurückgebliebenes Kind auf einer Schulbank mit einem achtjährigen, aufgeweckten – als Schreckensvision wollte Sascha Steuer, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, dieses Bild interpretieren. Er unterstrich damit gestern vor Medien seine Forderung nach freiwilliger Einführung der flexiblen Schulanfangsphase.Dabei werden die 1. und 2. Klass...

Fußball im Schwimmbecken
Bernd Kammer

Fußball im Schwimmbecken

27 Grad Wassertemperatur im Sprung- und Schwimmbecken zeigt die Tafel an. Doch Wasser gibt es in diesem Becken längst nicht mehr, die Tafel ist ein Relikt aus alten Zeiten, als im SEZ an der Landsberger Allee noch nach Herzenslust geplanscht werden konnte. Mittlerweile haben Handwerker das Becken mit einem ballsporttauglichen Belag ausgekleidet, an den Enden stehen Tore. Im einstigen Wellenbad wir...

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DFB-Elf droht Kunstrasen

Der deutschen Fußball-Nationalmannschaft droht im möglicherweise entscheidenden Qualifikationsspiel für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika gegen Russland in Moskau am 10. Oktober 2009 eine ungewollte Kunstrasen-Premiere. »Unsere Spieler sind es nicht gewohnt, auf Kunstrasen zu spielen. Wir überlegen, ob wir nicht einen Tag früher als geplant nach Moskau reisen, um uns darauf einstellen zu kön...

ndPlusGünter Berg

Kniefall der Eisbären

Die Berliner Eisbären gingen gestern in die Knie. Eine große Kindergartengruppe hatte das Training der Eishockeytruppe besucht. Um sich mit den Steppkes auf Augenhöhe zu unterhalten und fotografieren zu lassen, glichen die Cracks den Höhenunterschied durch einen Kniefall aus. Die Spieler verhielten sich nach ihrem alten Mannschaftsmotto »Die Eisbären beißen nicht, sie wollen nur spielen.« »Als gut...

Senat: Spandauer Vorstadt fertig saniert

(ND). Die Spandauer Vorstadt gilt als Erfolgsmodell in Sachen Stadtsanierung. Im September 1993 wurde das Gebiet zwischen Oranienburger- und Linienstraße vom Senat zum Sanierungsgebiet erklärt, jetzt wird es aus diesem Status entlassen.In den knapp 15 Jahren investierte Berlin 203 Millionen Euro in das Viertel am Hackeschen Markt, was weitere private Investitionen auslöste. »Die Altbauten wurden i...

ndPlusPeter Stracke

Dopingexperten zweifeln

Im Kampf gegen Blutdoping will der Biathlon-Weltverband (IBU) künftig auf individuelle Blutprofile setzen und die bisher üblichen Grenzwerte für den Hämoglobingehalt im Blut abschaffen. Der Heidelberger Doping-Experte Werner Franke kritisiert den Plan als »Freifahrtsschein für alle Betrüger« und »Unfug.« Zweifel meldete auch Sprecherin Ulrike Spitz von der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA an: »...

ndPlusJutta Blume

AStA der TU weiterhin lahmgelegt

Kein Ende in Sicht. Der Streit um den abgewählten Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Technischen Universität Berlin könnte sich bis zu den regulären nächsten Wahlen im Juni hinziehen. Das Verwaltungsgericht Berlin hat Ende Dezember entschieden, dass das im vergangenen Sommer gewählte 28. Studierendenparlament (StuPa) nicht zusammentreten darf. Zunächst muss im Hauptverfahren geklärt werd...

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Neues Zille-Denkmal im Nikolaiviertel

Neues Zille-Denkmal im Nikolaiviertel

(ND). Zum 150. Geburtstag von Heinrich Zille wurde gestern ein neues Denkmal im Nikolaiviertel enthüllt. Die von Thorsten Stegmann (l., rechts Zille-Enkel Hein-Jörg Preetz-Zille) geschaffene Sandsteinskulptur wurde auch von ihm gestiftet. Das bisher berühmteste Zille-Denkmal für den 1929 gestorbenen Zille steht am Köllnischen Park am Märkischen Museum in Mitte. Erst 1970 war er in die Liste der Eh...

ndPlusVolkmar Draeger

Bei Synfunia umarmt der Zirkus die Oper

Schmetterlinge und Schimmelattrappen fliegen über den Zuschauerköpfen durch die Manege, wenn ab März 2008 einen Monat lang die Schweizer Zirkusshow Salto Natale in Berlin gastiert und damit ihre erste Deutschland-Tournee eröffnet. Damit feiert man gleichsam den fünften Geburtstag eines neuen, stetig wachsenden Unternehmens mit langer Familientradition. Jüngster Spross der sieben Generationen umfas...

ndPlusAlmut Schröter

Jede Entführung braucht ihr Happy End

Champagner werde es auf der Bühne weiter geben. Ohne die von leichter Hand inszenierte Opulenz sei Revue nicht zu machen. Das meinte gestern Berndt Schmidt, seit Ende vergangenen Jahres alleiniger Geschäftsführer des Friedrichstadtpalastes. Beim finanziellen Jahresabschluss für 2007 rechne er mit drei Millionen Euro Defizit. Also müsse dringend gespart werden. Wasser und Brot hinter der Bühne. Die...

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ndPlusWilfried Neiße

Busse können Züge nicht ersetzen

Das Abschaffen von Bahnverbindungen führt in der Regel dazu, dass Menschen sich überhaupt vom öffentlichen Personenverkehr verabschieden. Sie wechseln dann nicht auf die ersatzweise fahrenden Busse. Verkehrsminister Reinhold Dellmann (SPD) räumte ein, dass eine Politik der Stilllegung von Schienen den Verlust in Kauf nimmt. Es gebe einen »Schienenbonus« bei den Leuten.Beim Umstellen von Schienen- ...

Andreas Fritsche

Geschlossenes Heim für acht Berliner

20 Jahre ist es her, dass das letzte geschlossene Heim in Berlin dicht gemacht wurde. Jetzt plant der evangelische EJF-Lazarus ein Haus in der Uckermark. Dort sollen acht Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren untergebracht werden. Es soll die Möglichkeit bestehen, diese auch zumindest zeitweise einzuschließen.Die Praxis habe gezeigt, dass nicht alle kriminellen und schwer verhaltens...