Ausgabe vom 14.02.2008

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Unten links

Morgens Aronal, abends AWACS. Es ist Valentinstag. Welcher Art sind die Liebesgrüße, die heute wieder rund um den Globus gesandt werden? Wir wissen jedenfalls, dass die Politiker der Welt sich innig zugeneigt sind, es knistert und funkt zwischen ihnen. Wie schon Bush beim Grill-Date mit Merkel einst in Trinwillershagen ins Schwärmen geriet, so erlag nun Olmert dem offensiven Charme der Kanzlerin, ...

ndPlusKurt Stenger

Sozialisierte Bankverluste

Noch vor einem dreiviertel Jahr konnten nur Kenner der Finanzbranche mit dem Kürzel IKB etwas anfangen. Mittlerweile entspinnt sich an der Düsseldorfer Mittelstandsbank eine politische Debatte: Soll der Steuerzahler für Fehlspekulationen von Bankern bluten? Ein klares »Nein« liegt auf der Hand. Dumm nur, dass die öffentlichen Haushalte auch dann belastet werden, wenn der Bund die IKB eingehen läss...

René Heilig

Auch Päckchen werden bespitzelt

Die USA sind in Sammelwut. Angeblich um ausländischen Terrorismus von ihren Grenzen fernzuhalten, verlangen sie persönliche Daten aller Art. Nun auch im Postverkehr. DHL, Fedex, UPS, TNT und andere liefern sie.

ndPlusHolger Elias, Brüssel

Europa macht die Schotten dicht

Nur wenige Wochen nach der Schengen-Erweiterung hat EU-Justizkommissar Franco Frattini am Mittwoch neue Technologien für den Schutz der EU-Außengrenzen angekündigt und sein »Grenzschutz-Paket« vorgestellt. Flüchtlingsrat und LINKE kritisierten die geplante Verschärfung der Abschottungspolitik.

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Christian Klemm

Türkische Verbände in Deutschland

Türkische Vereine und Organisationen gibt es in der Bundesrepublik viele. Ihr politischer Hintergrund variiert stark. Ebenso sind die Reaktionen auf den Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Deutschland und seine Rede in Köln verschieden.

ndPlusOlaf Standke

Türkei und EU

Hätte der demoskopische Bundesbürger das Sagen, gäbe es keine EU-Mitgliedschaft der Türkei. Laut einer aktuellen Emnid-Erhebung haben sich zwei Drittel der Befragten gegen einen Beitritt ausgesprochen. Vor allem Politiker der CDU und CSU nutzten den Auftritt von Ministerpräsident Erdogan, um die 2005 eröffneten Beitrittsgespräche mit Ankara infrage zu stellen. Bundeskanzlerin Merkel hatte schon al...

»Das sind doch olle Kamellen«
ndPlusHaidy Damm

»Das sind doch olle Kamellen«

Berlin, Oranienburger Straße, zehn Uhr morgens. Die Straße erwacht erst langsam, wenige sind unterwegs, die ersten Läden öffnen, Angestellte bereiten sich auf den Tag vor. Auch die Sonne ist noch nicht ganz durchgekommen. Lärm verbreiten hier nur die Straßenarbeiter mit ihren Baggern und Presslufthämmern. Leise und unaufgeregt sind dagegen die meisten Stellungnahmen zum Besuch des türkischen Ministerpräsidenten in Köln. Recep Tayyip Erdogan hatte in einer Rede gesagt, Assimilierung sei »ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit« und damit die Kritik zahlreicher überwiegend konservativer Politiker auf sich gezogen. Außerdem hatte er mehr türkische Schulen gefordert und damit die Diskussion über Bildungschancen von Menschen mit türkischem Hintergrund angeheizt.

Kopftuch und jungfräuliche Empfängnis
Henson Stehling

Kopftuch und jungfräuliche Empfängnis

Voraussetzung für Integration ist der Dialog – das dachten sich Lehrer einer katholischen Schule und eines überwiegend von Muslimen besuchten Gymnasiums in Berlin. Beide Schulen liegen im Stadtteil Neukölln und sind dennoch Lichtjahre voneinander entfernt. Dank der Religion wird sich das jetzt ändern.

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Was nicht verboten ist ...
Tom Mustroph

Was nicht verboten ist ...

Man weiß es eigentlich, zumindest ahnt man einiges – aber es ist doch etwas anderes, wenn man aus dem Munde eines profunden Kenners der Materie erfährt, wie zunehmend Privatarmeen als Global Player auftreten und ihr Unwesen treiben dürfen.

»Wir wollen beides«

Klaus Wiesehügel ist seit 1995 Bundesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. Die Forderung nach einem erleichterten Zugang zur Erwerbsunfähigkeitsrente gehört in diesem Jahr zu den Themen, die ganz oben auf der politischen Agenda der Gewerkschaft stehen. Denn Altersarmut darf nicht das Schicksal der Bauarbeiter sein, sagt der am 1. Mai 1953 in Mühlheim Geborene. In Sachen Mindestlohn spielt die IG BAU eine Vorreiterrolle. Über das Arbeitnehmerentsendegesetz hat sie in mehreren Branchen Lohnuntergrenzen tarifvertraglich vereinbart. Dort, wo das nicht möglich ist, befürwortet der Gewerkschaftschef eine allgemeine Auffanglinie nach unten. Mit ihm sprach Ina Beyer.

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Hendrik Lasch, Dessau

DVU-Landeschef will kein Neonazi sein

Sachsen-Anhalts DGB-Vorsitzender hat den DVU-Landeschef als »Neonazi« bezeichnet. Das darf er, entschied die Staatsanwaltschaft. Trotzdem geht der Rechtsstreit in die nächste Runde.

ndPlusMarkus Drescher

Was tun, wenn Nazis mitspielen?

Rechtsextremismus im Breitensport, vor allem beim Fußball unterhalb der vier obersten Spielklassen, wird zunehmend zum Problem. Die Fachtagung »Ist der Linksaußen ein Rechtsaußen?« in Jena nahm sich dem Problem an.

ndPlusSusann Witt-Stahl

Eine Elefantenrunde mit Zuckerbrot und Peitsche

Das erste öffentliche Aufeinandertreffen der Spitzenkandidaten von CDU, SPD, GAL, der LINKEN und FDP für die Hamburg-Wahlen war als »absolutes Highlight« und finaler Schlagabtausch angekündigt worden. Aber der große Show-down blieb nicht zuletzt deshalb aus, weil der regierende Bürgermeister Ole von Beust viel lieber kuscheln als kämpfen wollte.

Seite 5

Aus ARGEN werden »kooperative Jobcenter«

Berlin (ND-Wallrodt). Bei der Neuregelung der Hartz IV-Verwaltung will Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) die geforderte Gesetzesänderung umgehen. Die Organisationsreform solle auf freiwilliger Basis umgesetzt werden. »Wir wollen keinen zwingen mitzumachen«, sagte er am Mittwoch in Berlin. Das Bundesverfassungsgericht hatte kurz vor Weihnachten die gemeinsamen Arbeitsgemeinschaften (ARGEN) vo...

ndPlusMatthias Gärtner

Luther hilft bei der OB-Auswahl

Wittenberg lebt nicht von Martin Luther allein. Die Stadt hat auch einen eigenen Oberbürgermeister. Und dessen Amt steht mal wieder zur Wahl.

Hendrik Lasch, Magdeburg

Thor Steinar muss in Magdeburg ausziehen

Ein Laden, der im Magdeburger Hundertwasserhaus die rechte Szenemarke »Thor Steinar« vertreibt, muss geräumt werden. Nachbarn bekommen Mietminderung zugebilligt. Derweil bleibt ein altes Markenlogo erlaubt.

Seite 6
Hisbollah-Führer in Damaskus ermordet
ndPlusKarin Leukefeld, Damaskus

Hisbollah-Führer in Damaskus ermordet

Eine mächtige Explosion erschütterte am späten Dienstagabend die syrische Hauptstadt Damaskus. Ein Fahrzeug sei explodiert, das Gas statt Benzin getankt habe, berichteten Passanten am nächsten Morgen.

»Verdächtiger« Tod in London
Irina Wolkowa, Moskau

»Verdächtiger« Tod in London

Der 52-jährige georgische Oligarch und Oppositionspolitiker Badri Patarkazischwili ist in der Nacht zu Mittwoch in London verstorben.

Seite 7
Jochen Stiklorus

Erfolg für die Gasprinzessin

Mit ihrer Einigung in dreistündigen Verhandlungen am Dienstagabend vermieden die Präsidenten Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Viktor Juschtschenko, vorerst eine neuerliche Verschärfung des Konflikts um russische Gaslieferungen an die Ukraine.Noch am Montag hatte das russische Erdgasunternehmen Gazprom damit gedroht, die Lieferungen in die Ukraine ab Dienstag 10.00 Uhr einzustellen, so...

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

»Werbegeschenk« für Sarkozys Freunde?

Die Sender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und Fernsehens brachten am Mittwoch nur ein Notprogramm, weil die große Mehrheit der Beschäftigten im Streik stand. Es war die größte derartige Aktion seit Mai 1968, sie wurde von allen Gewerkschaften gemeinsam getragen.

Seite 8
Martin Hatzius

Brockhaus bröckelt

Mit der Ankündigung, sein enzyklopädisches Wissen ab Mitte April kostenfrei im Internet zugänglich zu machen, reagiert der Brockhaus-Verlag auf den Druck des Marktes. Die Zahl der Kunden, die bereit sind, eine immense Summe für ein voluminöses Nachschlagewerk auszugeben, das schon nach kurzer Zeit nicht mehr auf dem neuesten Stand ist, sinkt rapide. Längst bezieht ein Großteil der Wissbegierigen s...

Olaf Standke

Weckruf in Genf

Eine Dekade lang lag die Abrüstungskonferenz der Vereinten Nationen in Genf in einer Art Dornröschenschlaf. Nun gab es einen Weckruf: Russland und China haben ein neues Abkommen zum Verbot von Weltraumwaffen vorgeschlagen. Einen Vertrag gegen die Rüstung im All gibt es zwar schon seit 41 Jahren, doch ist er vor allem gegen Massenvernichtungsmittel gerichtet und erfasst z.B. nicht den Beschuss von ...

ndPlusSilvia Ottow

Vogel Strauß lässt grüßen

Die Kampagnenwut des Bundesgesundheitsministeriums offeriert alle paar Wochen ein neues Produkt. Manchmal nur deswegen, weil das alte nicht genügend durchdacht war. Dieses Mal werden Plakate 100 000 Menschen ohne Krankenversicherung auffordern, schleunigst in eine Kasse zurückzukehren oder einzutreten. Seit April 2007 ist jeder Bürger dazu gesetzlich verdonnert – ein Ergebnis der letzten Ges...

Ralf Klingsieck

»Sarko-Boy«

Neuilly-sur-Seine, die reiche Pariser Vorstadt westlich der Hauptstadt, sollte für David Martinon das Sprungbrett zur ganz großen politischen Karriere werden. Doch der Traum ist zu Ende, bevor er richtig begonnen hat. Vor drei Monaten kürte Präsident Nicolas Sarkozy den Sprecher des Elysée zum Spitzenkandidaten der Regierungspartei UMP in Neuilly bei den für März anstehenden Kommunalwahlen. Hier h...

Sind Bischöfe Befehlsempfänger?

ND: Die katholische Deutsche Bischofskonferenz hat den Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Ist er eine gute Wahl? Mynarek: Er ist vor allem eine Kompromisswahl. Die erste Wahl des Papstes ist er nicht. Joseph Ratzinger hätte lieber den Münchner Erzbischof Reinhard Marx an der Spitze des deutschen Episkopats gesehen. Immerhin erscheint Zollitsch um eine Nuanc...

Seite 9

BERLINALEblicke

Die Stones undmein MantelVon Egon GüntherEs gibt Sachen, die gibt's gar nicht. Ich, kein Freund der Rolling Stones, drängele mich durch die Menge der Gucker zum Eingang des Lichtspiel-Theaters am Potsdamer Platz. Wegen meines teuren englischen Trenchcoats als Bevorzugter ausgemacht, werde ich von drei jungen Männern freundlich gestoppt. In einer halben Stunde wird im Kino »SHINE A LIGHT«, der Roll...

Geschichte hinter den Bildern

ND: Die Bilder der Gefolterten im amerikanischen Militärgefängnis von Abu Gohreib sind 2004 um die Welt gegangen. Warum fanden Sie, man müsse die Sache trotzdem noch einmal aufrollen? Morris: Die Fotos von Abu Gohreib werden die Bilder sein, in denen wir uns an den Irak-Krieg erinnern. Aber die Geschichte hinter diesen Bildern war nie richtig erzählt worden. Wenn Sie mich fragen, verdankt George W...

Gunnar Decker

Ein Diogenes

Nanni Moretti (»Liebes Tagebuch«, 1994) ist Italiens Woody Allen. Ein Melancholiker, der sich, so lange die Kraft dazu reicht, mit Sarkasmen gegen die Zumutungen seiner Außenwelt wehrt – und doch immer wieder auch in Depression versinkt. In seinem Film »Das Zimmer meines Sohnes« spielte er einen Vater, der um seinen verunglückten Sohn trauert. Darüber zerbricht seine bürgerliche Existenz.Nun...

Seite 10
ndPlusMichael Saager

Schwelgen, grinsen

Jens Lekman (Foto: Kristin Lidell) ist ein Mann, der Geschichten zu singen weiß. Traurige Geschichten. Gemeine Geschichten. Witzige Geschichten. Mitunter sind sie alles zugleich. Es ist ein im Pop seltener Humor, der das leicht Absurde ausgerechnet in solchen Situationen stark macht, in denen wenigstens eine Person dabei ist, ihr Herz zu verlieren. »I'm Leaving You Because I'Don't Love You« heißt ...

Tom Mustroph

Keilerei mit John Wayne

Budd Schulberg ist eine Filmlegende. Sein Vater, B.P. Schulberg, war Chef der Paramount Studios und damit eine Zeit lang einer der wichtigsten Männer Hollywoods. Sohn Budd spielte in den Kulissen von »Ben Hur«, alltägliche Begleiter waren ihm Cary Grant und Clark Gable; er wurde Zeuge, wie auf einer Party Charles Chaplin Maurice Chevalier zu übertrumpfen versuchte. Schulberg junior schlug indes ni...

ndPlusWerner Wolf

Blutorgie ganz in Schwarz

Trotz großer Wertschätzung nimmt Othmar Schoecks grandioser Einakter »Penthesilea« nach Heinrich von Kleists gleichnamiger Tragödie im Opernrepertoire noch immer nur eine Außenseiterstellung ein. Auch an der Sächsischen Staatsoper Dresden, die sich 1927 das Verdienst der Uraufführung erwarb, dauerte es gute 80 Jahre bis zu einer Neuinszenierung. Dabei gestaltete Schoeck mit diesem Stoff aus der gr...

Seite 11
STARporträt

STARporträt

Mit seiner Rolle als fanatischer evangelikaler Prediger, Widersacher von Daniel Day-Lewis im Berlinale-Wettbewerbsfilm »There Will Be Blood«, ist der junge amerikanische Darsteller endgültig im Erwachsenen-Fach angekommen. Dass er fürs Charakterfach prädestiniert ist, zeigte er bereits in Teenager-Rollen – für den herumstreunenden 15-Jährigen, der an einen Pädophilen gerät (2001 in Michael C...

wortschatz.uni-leipzig.de

Das Institut für Informatik der Universität Leipzig hat im Rahmen eines Forschungsprojekts ein sehr umfangreiches Lexikon des deutschen Wortschatzes erstellt. Es umfasst fast sechs Millionen Wörter. Die Sammlung ist damit die größte ihrer Art für die deutsche Sprache. Diese Webseite ist auch als Synonymwörterbuch nutzbar. Ähnliche Suchfunktionen findet man auch auf den Portalen www.woerterbuch.inf...

Marion Pietrzok

Sie wollen nur spielen

Eins, zwei, drei, du bist frei.« Immer wieder schlägt die siebenjährige Laura beim Versteckspiel an den Baum im Garten der großen Villa neben der großen, etwas bedrohlichen Vogelscheuche im sonnendurchfluteten Grün, bis schließlich die anderen Kinder – ebenso wie sie in die Kittel des Waisenhauses gekleidet – auftauchen und wieder auseinanderstieben, um sich zu verstecken und die Laura...

»Porno im Fernsehen, das geht!«
Tobias Müller, Amsterdam

»Porno im Fernsehen, das geht!«

Den Angestellten im Mediapark Hilversum dürfte sich am kommenden Freitag wieder ein denkwürdiges Bild bieten: Nach einem Aufruf der Abtreibungsgegner »Schrei nach Leben« wollen sich engagierte Christen vor den Produktionsstudios einfinden, um zu beten – und zwar gegen die Ausstrahlung des Pornoklassikers »Deep Throat« im öffentlich-rechtlichen niederländischen Fernsehen. Ende des Monats will...

Seite 12
Klaus Hammer

Lebensgeheimnis

Traumgesichte, Bildbeschreibungen, Alltagssituationen, historische Reminiszenzen, Jahreszeiten, Städte und Landschaften, Reiseeindrücke, Liebe, Freundschaft, Kunstdinge, alte Fotos und Filme, literarische und Künstler-Gestalten sind immer noch Themen moderner Lyrik. So auch in Stephan Woltings (Jahrgang 1960) Gedichtband, in dem es vor allem ums Reisen geht. Wolting, Literaturwissenschaftler, Prof...

ndPlusRoland Müller

Lebenshilfe

Gustav Jander ist ein friedliebender Mensch und als Bürgermeister des Städtchens Treuzen geradezu ein Ausbund von Moral und Ordnungssinn. Immerhin hat er ein Kriegerdenkmal gestiftet, um dessen Aufstellung er in seiner Gemeinde ein halbes Leben gekämpft hat, und das sich nun – in den letzten Tagen des verlorengegangenen Hitlerkriegs – wie in sein Gegenteil verkehrt. Als ruhender, verze...

Irmtraud Gutschke

Das Abenteuer, frei zu denken

»Ich glaube, der Mensch ist am Ende ein so freies Wesen, dass ihm das Recht zu sein, was er glaubt zu sein, nicht steitig gemacht werden kann.« Georg Friedrich Lichtenberg Während ich noch beim Lesen war – dieses Buch will in Ruhe genossen und nicht auf die Schnelle durchgeschmökert sein – hat Elke Heidenreich den Band schon in die Fernsehkamera gehalten und ihm das Prädikat »Unverzich...

Seite 13
Ulrich Ramm

Der Kapellmeister

Das Wissen über Afrikaner in Deutschland ist gering. Zwar liegen nunmehr einige »schwarze Biografien« vor, doch erfahren sie noch nicht die wünschenswerte Aufmerksamkeit. Gorch Pieken und Cornelia Kruse haben sich der Geschichte der Familie Sabac el Chers angenommen, deren »Urahn« 1843 im zarten Alter von sieben Jahren als Geschenk des ägyptischen Vizekönig an den preußischen Prinzen Albrecht nach...

ndPlusUlrich van der Heyden

Die begehrte Insel

Der ehemalige bundesdeutsche Diplomat Heinz Schneppen, der unter anderem auch in Ostafrika Dienst tat, hat sich schon des Öfteren und bereits während seiner aktiven Zeit als Botschafter in Tansania mit historischen Publikationen zu Wort gemeldet. Nunmehr hat er eine, vermutlich die umfangreichste Geschichte der ostafrikanischen Insel Sansibar (Foto: dpa) vorgelegt. Dabei erhebt er nicht den Anspru...

Heinz-Dieter Winter

Unter heißer Sonne

In einer schlaflosen Tropennacht am 7. September 1987 in Lagos lässt den 1. Sekretär der DDR-Botschaft in Conakry sein Leben Revue passieren, erinnert sich an seine diplomatischen Lehrjahre in Moskau und Algier. Ein chiffriertes Fernschreiben beordert ihn »dringend« nach Berlin, ohne Angabe von Gründe. Erwartungen mischen sich mit Unbehagen. Wird er abberufen, hat er einen Fehler gemacht, warten n...

Der ganzheitliche Ansatz
ndPlusArne C. Seifert

Der ganzheitliche Ansatz

Es beginnt mit jener Zeit, in dem die nahöstlichen Staaten ihre gerade erst errungene Unabhängigkeit zu festigen versuchten und dabei ins »Kreuzfeuer« der Systemauseinandersetzung zwischen Ost und West gerieten. Interessantes historisches Faktenmaterial wird in diesem Band vor dem Vergessen bewahrt; erfreulich zudem, dass hier Wissenschaftler und Diplomaten aus beiden deutschen Staaten so manche A...

Seite 14

Pläne zur Privatisierung der Bahn fix und fertig?

Die Pläne für die Teilprivatisierung der Deutschen Bahn scheinen wesentlich weitergediehen, als die Bundesregierung erkennen lässt. Noch 2008 sollen Investoren bei einer neuen Holding einsteigen, die den Personen- und Güterverkehr umfasst, berichtet die »Süddeutsche Zeitung« unter Berufung auf Regierungkreise.

ndPlusIna Beyer

Arbeitnehmer zweiter Klasse

Der aktuelle Streit um die Aufnahme der Zeitarbeitsbranche in das Arbeitnehmerentsendegesetz erinnert an die Auseinandersetzung um den Postmindestlohn im vergangen Jahr.

Manfred Wieczorek

Süßer Senf stößt bitter auf

Erstmals in der 150-jährigen Geschichte des Senfherstellers Händlmaier wurde 2007 ein Betriebsrat gegründet. Doch Firmenschef Wunderlich dressierte ihn und die Gewerkschaft zog gegen die Firma vor Gericht.

Dieter Hanisch, Hamburg

Maritime Dreckschleudern

Angesichts erschreckend hoher Emissionswerte beim Seeverkehr fordern Meeresschützer strengere Umweltstandards für Schiffe.

Seite 15

Eisbären brauchten Verlängerung

Auch im ersten Spiel nach 14-tägiger Länderspielpause trumpfte der DEL-Spitzenreiter Nürnberg souverän auf. Die Ice Tigers bezwangen Aufsteiger EHC Wolfsburg mit 5:3 und führen die Tabelle mit 103 Punkten vor den Eisbären Berlin (98) an. Die Eisbären schlugen vier Wochen vor Beginn der Play-off-Runde (9. März) die Kölner Haie mit 4:3 (0:0, 2:2, 1:1) nach Verlängerung. Vor 12 100 Zuschauern in der ...

ndPlusJürgen Holz

André Lange mit altem und neuen Bob

Die Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaften auf der eigens für diese Titelkämpfe umgebauten und modernisierten Kunsteisbahn im Altenberger Kohlgrund begannen mit Wettertücken. Denn noch bevor gestern Abend auf dem Platz des Bergmanns der offizielle WM-Startschuss bei der Eröffnungsfeier gegeben wurde, war das für Dienstag geplante erste Training wegen starken Nebels abgesagt und auf Mittwoch verlegt...

Seite 16

»Et hätt noch emmer jot jejange«

Auch bei Turbulenzen hält er Kurs. EDDY SCHARF (54) ist Pilot bei einer großen Fluggesellschaft und einer der stärksten Pokerspieler Deutschlands. Mit dem nervenstarken Kölner spricht ND-Autor RENÉ GRALLA.

Seite 17
Feuer vor der BVG-Zentrale
ndPlusNissrine Messaoudi

Feuer vor der BVG-Zentrale

Fahnen von ver.di wehen, Warnstreik-Plakate werden hochgehalten. An Feuern wärmen sich Kolleginnen und Kollegen. Seit den kühlen Morgenstunden steht auch Axel Glischinski, technischer Hauptsachbearbeiter, vor der BVG- Hauptverwaltung in der Potsdamer Straße in Schöneberg. »Ich bleibe auch bis 15 Uhr«, sagt er. Gefordert wird eine 12-prozentige Entgelterhöhung für die 11 500 BVG-Beschäftigten.Busse...

ndPlusWerner Müller

LINKE soll hart bleiben

Der Chef der LINKEN im Bundestag, Oskar Lafontaine, hat seinen Berliner Genossinnen und Genossen im Streit um das neue Personalvertretungsgesetz den Rücken gestärkt. Er verlangte, sie sollten in den strittigen Punkten nicht nachgeben und hart bleiben.Bei einem Treffen mit der Bundestagsfraktion der LINKEN am Dienstag im Reichstag erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im A...

Ran an die gewalttätigen Jungs
Martin Kröger

Ran an die gewalttätigen Jungs

Sie hängen in Einkaufszentren oder auf der Straße rum – abgesehen haben es die jugendlichen Gangmitglieder auf teure, stylische Klamotten, Turnschuhe, Handys und MP3-Player. Probleme mit gewalttätigen Jugendbanden gibt es in der Hauptstadt seit Jahrzehnten. Als besonders kriminell und berüchtigt wurde noch unlängst die Gang »Lippe 44« angesehen. Der Name bezieht sich auf die Lipschitzallee i...

Seite 18
Aus für den Garten in der Kinzigstraße?
Jörg Meyer

Aus für den Garten in der Kinzigstraße?

Die Aktiven der Garteninitiative »Rosa Rose« sind wütend und traurig. Nachdem gestern ein Gespräch mit Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne) und dem neuen Eigentümer des Grundstücks Kinzigstraße 11 gescheitert war, standen sie mit Schildern vor dem Friedrichshainer Rathaus. »Ein Garten von allen für alle - Rosa Rose bleibt!« stand darauf. Im September letzten Jahres hat der Brandenburger Steff...

Lehrer sollen anders verteilt werden

(dpa). Berliner Lehrer sollen künftig anders und gerechter auf die Grundschulen verteilt werden. Dies kündigte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) an. Während sich die Lehrerausstattung bislang nur nach der Anzahl der Schüler gerichtet habe, solle vom neuen Schuljahr an eine Gruppe von 24 Schülern Grundlage der Bemessung sein. Für jeden zusätzlichen Schüler pro Klasse werde ein Zuschlag von einer...

ndPlusHans-Jürgen Neßnau

Eierteiler made in Lichtenberg

Seit über 150 Jahren schreibt Lichtenberg Industriegeschichte. Kluge Köpfe wie Carl Bolle, Georg Knorr, die Gebrüder Siemens oder Paul Mendelssohn Bartholdy hatten in Lichtenberg ihre Fabriken, Markennamen wie Agfa oder Perlon hier ihren Ursprung. Das Büro für Wirtschaftsförderung im Bezirksamt legte jetzt eine Info-Broschüre vor. Sie ist ein Streifzug durch das innovative Lichtenberg bis in die G...

Seite 23

»Wunderforschung«

(ND). Bis 30. 4. zeigt das Museum für Naturkunde in der Invalidenstraße 43, Mitte, die Sonderausstellung »Wunderforschung«. Sie entstand in außergewöhnlicher Zusammenarbeit von Künstlern, Wissenschaftlern und Kindern. Über Monate untersuchten Kinder aus Neukölln Tag für Tag mit Mitarbeitern des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte und der Künstlerin Claudia Terstappen Wunder. Im Comeni...

ndPlusHansdieter Grünfeld

Pop, Jazz und Latin

Auf der diesjährigen Musikmesse MIDEM in Frankreich erregte die Sängerin und Komponistin Jamie Wong Li durch ihren Auftritt am Eröffnungsabend internationale Aufmerksamkeit. Auf ihrer Deutschlandtournee tritt die Künstlerin am Samstag in Berlin auf. Die ersten sechs Jahre ihres Lebens verbrachte Wong Li in Hongkong. Danach zog sie mit ihrer Mutter, die einen Schweizer heiratete in die Schweiz. Sei...

Anouk Meyer

Über allem bleierne Atmosphäre

Knacksend zerbrechen die Rigips-Platten unter den Füßen der jungen Frau, die unsicher zuerst, dann stürmisch und voller Lust an der Zerstörung über die Bühne springt. Atemlos bleibt sie schließlich stehen, inmitten des zerlöcherten Bodens, und erzählt: von einer Zugfahrt, an deRen Ende sie der Vater ihres Kindes erwarten wird. Hofft sie jedenfalls. Mit dieser Szene beginnt das Stück »Reisen« im Th...

Seite 24
Bernd Baumann

Mit ELSTER gewinnen

Möglichst viele Brandenburger sollen in diesem Jahr wieder ihre Steuererklärung elektronisch vom heimischen Computer aus einreichen. Finanzminister Rainer Speer (SPD) startete dazu gestern in Potsdam die ELSTER-Infokampagne 2008.»Die Online-Steuererklärung ist bequem zu erstellen, spart viel Zeit und wird von den Finanzbeamten schneller bearbeitet«, erklärte der Minister. Vor zwei Jahren wurden er...

ndPlusWilfried Neiße

Ausländerbeauftragte gesucht

An Brandenburgs Hochschulen und Universitäten ist die Interessenvertretung ausländischer Studierender nach Ansicht von Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) ausreichend gewährleistet. Im Kontrast dazu steht ihr Eingeständnis, dass die Position des Ausländerbeauftragten an der Universität Potsdam seit Jahren nicht besetzt werden konnte. Noch der vor zwei Jahren ausgeschiedenen Rektor Wolfgang...