Ausgabe vom 21.02.2008

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Unten links

Nach den Peanuts, die Klaus Zumwinkel nach Liechtenstein geschmuggelt hat, kommen die dicken Fische: die SED-Millionen. Wahrscheinlich sind es ja Milliarden, Billionen oder sogar Trillionen. Gewesen, muss man sagen, denn inzwischen ist alles weg. Ein paar Billionen gingen schon mal für den Einkauf eines SPD-Superstars drauf. Eigentlich wollten Gysi und Bisky lieber Schröder, aber da war Gazprom sc...

ndPlusDetlef D. Pries

Anerkannt

»Danke Deutschland!« steht auf einer Mauer im kosovarischen Gnjilane. Dafür, dass sich der Bundespräsident auf Geheiß der Bundesregierung »beehrt« hat, die einseitige – tatsächlich sorgsam »koordinierte« – Unabhängigkeits-erklärung der Albaner in der serbischen Provinz anzuerkennen. Man könnte es für einen Witz halten: Die großen Mächte des Westens bestätigen einem Gebilde die Unabhäng...

Hans-Gerd Öfinger, Wiesbaden

Aktenzeichen Links-Y ungelöst

Dreieinhalb Wochen nach der hessischen Landtagswahl kommt Bewegung in die bislang starren Fronten. Seit Mittwoch verdichten sich Anzeichen auf einen Kurswechsel der SPD im Verhältnis zur LINKEN. Freilich eifrigst dementiert.

Seite 2
Leo Burghardt, Havanna

Die Maschine läuft nicht mehr auf Hochtouren

Am kommenden Sonntag tritt das neugewählte kubanische Parlament zusammen. Eine Entscheidung ist schon gefallen: Fidel Castro steht für das Amt des Staatspräsidenten nicht mehr zur Verfügung.

ndPlusWolfgang Kötter

Satellitenabschuss eskaliert Wettrüsten im Weltraum

Das Kriegsschiff wurde gestern im Pazifik schon in Position gebracht. Wenn die Raumfähre »Atlantis« mit dem deutschen Astronauten Hans Schlegel an Bord heute Nachmittag sicher auf der Erde gelandet ist, soll ein neues Kapitel in der »Star-Wars«-Saga der Supermacht aufgeschlagen werden: Die US-Marine will einen defekten Spionagesatelliten abschießen.

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Wolfgang Hübner

»Die erste Vollkolonie der EU«

Dass die diplomatische Anerkennung Kosovos durch die Bundesrepublik eine schwierige Entscheidung sei, darin waren sich gestern alle Redner in der kurzfristig anberaumten Bundestagsdebatte einig. Der Unterschied: Die einen – Union, SPD, FDP, Grüne – begrüßen sie, die anderen – die LINKE – kritisieren sie prinzipiell.

Unter dem Schutz des Königs
ndPlusAlfred Hackensberger, Tanger

Unter dem Schutz des Königs

Im jüdischen Kasino von Tanger scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Gut gekleidete Damen und Herren sitzen an mit grünem Filz belegten Tischen und spielen Karten. Eine lange Fensterglaswand zur Straße und mehrere Kronleuchter geben dem großen Saal im ersten Stock des Gebäudes eine exklusive Atmosphäre. Wem nicht nach Kartenspiel zu Mute ist, der sitzt an der Bar und lässt sich einen Aperitif...

Seite 4
»Leute lassen sich nicht kirre machen«
Susann Witt-Stahl

»Leute lassen sich nicht kirre machen«

Vor der Wahl zur Hamburger Bürgerschaft am Wochenende sucht die LINKE das Gespräch mit den Bürgern auf der Straße. Neben vereinzelter Kritik erlebt die Partei dort überwiegend Zuspruch und Anerkennung – nicht nur bei Hartz-IV-Empfängern und Rentnern.

ndPlusHaidy Damm

Arbeiterwohlfahrt darf weiter Lohn sparen

Das Bundesarbeitsgericht wies die Revision eines Erwerbslosen zurück. Er wollte erreichen, dass sein Ein-Euro-Job als Kraftfahrer bei der AWO als reguläre Arbeit eingestuft wird.

Seite 5
ndPlusHendrik Lasch

Das Weihnachtsgeld wurde zum Zankapfel

Aus dem Vorstand der Leipziger LINKEN sind fünf Mitglieder zurückgetreten. Auslöser sind nicht nur persönliche Animositäten, sondern grundlegender Streit um den Kurs der Partei.

ndPlusJürgen Amendt

Unis fehlt noch die »Bologna-Philosophie«

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ist besorgt über die teilweise hohen Abbrecherquoten bei den Bachelor- und Masterstudiengängen. HRK-Präsidentin Margret Wintermantel sprach sich gestern in Berlin für eine geänderte Lernkultur an den Hochschulen aus, forderte aber auch von den Ländern mehr Geld zur Verbesserung der Lehre.

Ein glasklares Sowohl-als-auch
Velten Schäfer, Schwerin

Ein glasklares Sowohl-als-auch

Im Nordosten werden Unterschriften gesammelt: Sowohl für ein Steinkohlekraftwerk in Lubmin als auch dagegen. Die regierende SPD ist zerstritten und begrüßt sicherheitshalber beide Positionen.

Seite 6

Schwerer Schlag für Clinton

Mit zwei überragenden Siegen bei den US-Vorwahlen hat der schwarze Präsidentschaftsbewerber Barack Obama seine Rivalin Hillary Clinton in Bedrängnis gebracht.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Präsidentenwechsel in Armenien

Es war knapp, aber es reicht, um eine Stichwahl zu vermeiden: Laut vorläufigem Endergebnis siegte in der ersten Runde der armenischen Präsidentenwahlen der bisherige Premier Sersh Sarkissjan. Für ihn stimmten 52,86 Prozent der Wähler.

Seite 7

Berlin will Uran-Kreislauf überwachen

Wien (AFP/ND). Deutschland hat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) einen Vorschlag für eine multilaterale Überwachung der Uran-Anreicherung vorgelegt. Der vom deutschen IAEA-Botschafter Peter Gottwald am Dienstag in Wien unterbreitete Plan soll das Risiko des Missbrauchs der Atomtechnologie für den Bau von Waffen mindern. Der Vorschlag sieht vor, dass Staaten, die an Atomtechnologie inte...

Hilmar König, Delhi

Pakistans Provinzen stehen vor politischem Wandel

Angesichts des Sieges der beiden großen Oppositionsparteien bei den Wahlen zum Nationalparlament Pakistans geriet das Ergebnis des gleichzeitig durchgeführten Votums zu den vier Provinzversammlungen in den Hintergrund. Bemerkenswert dabei aber war, dass die islamischen Parteien dort eine deftige Niederlage hinnehmen mussten.

ndPlusIngolf Bossenz

Der Heilige Stuhl zwischen den Stühlen

Während in der »internationalen Staatengemeinschaft« ein wahres Wettrennen um die offizielle Anerkennung Kosovos als unabhängiger Staat im Gange ist, legt der Vatikan eine erstaunliche Zurückhaltung an den Tag.

Seite 8
Ingolf Bossenz

Päpstliche Petitessen

Zufall oder Kalkül? Am Montag forderte der Vatikan mehr Strenge und Sachlichkeit bei Selig- und Heiligsprechungen. Einen Tag später unterbrach der Vatikan den Prozess der Seligsprechung des 1980 in El Salvador ermordeten Erzbischofs Oscar Romero. Nun mag man als Nichtkatholik Selige und Heilige skeptisch sehen, aber im Fall Romero würde die Romkirche mit einem positiven Ausgang des Verfahrens ein ...

Uwe Kalbe

Waffengleichheit

Am Mittwoch konnte das Parlamentarische Kontrollgremium wieder einmal seinen Nutzen unter Beweis stellen. Der BND legte ihm dar, wie das nun wirklich war mit den Liechtensteiner Steuerprellerdaten. Oder auch nicht. Wir werden es nicht erfahren, wenn nicht schon wieder jemand einen Gesetzesbruch begeht. Denn das Gremium ist zum Stillschweigen verdonnert. Die Mitgliedschaft ist eine Art Erhebung in ...

ndPlusKurt Stenger

Kanonendonner

Dem liechtensteinischen Regierungschef Otmar Hasler wurden bei seinem gestrigen Staatsbesuch in Berlin nicht nur politische Ehren zuteil. Wegen der aktuellen Steuerhinterziehungsaffäre war auch laustarker politischer Kanonendonner zu vernehmen. Gewiss sind die Finanzgeschäfte der Banken des Alpen-Fürstentums mehr als dubios. Doch die aktuelle Aufregung bis hinauf zur Bundeskanzlerin verwundert, de...

Ralf Klingsieck

Die Kämpferin

Die Ehrenpräsidentin der französischen Holocaust-Stiftung kritisiert Sarkozy.

Seite 9
Die Schuld
ndPlusHans-Dieter Schütt

Die Schuld

Eines seiner Gedichte heißt: »Nach dem Massaker der Illusionen.« Darin ein Zitat aus »Dantons Tod« von Georg Büchner – die Aufforderung: »Geht einmal Euren Phrasen nach bis zu dem Punkt, wo sie verkörpert werden.« Das Totenlied der verdorbenen Utopien. Der Mensch ist in die Zumutung hineingeworfen, die er mit Idealismus zu übersteigen versucht – am Ende bleibt wenig. Aber das Bewusstse...

Roberto Becker

Totgesagte leben länger

Manch eine Oper aus dem 19. Jahrhundert hat einfach keine reelle Chance mehr. Was keinen Stammplatz im Repertoire vorweisen kann, verschwindet einfach auf Dauer in der Versenkung. Und oft stimmt ja das Urteil der Rezeptionsgeschichte auch. Doch bei Robert Schumanns einziger, 1850 in Leipzig uraufgeführter Oper »Genoveva« bekam das Publikum jedenfalls über mehr als anderthalb Jahrhunderte keine ern...

Martin Hatzius

Lebenslügen und Wortwelten

Wer glaubt, hinter dem Anglizismus »Biopic« verberge sich ein Schwein vom Ökobauernhof, der irrt. Denn Schwein (pig) schreibt sich ja mit »g«. Vielmehr verstehen Cineasten unter dem Wort »Biopic« Spielfilme (pictures), die sich der Biografie eines prominenten Zeitgenossen nähern. Auch Todd Haynes’ Film »I’m Not There« wird unter dem Genre des »Biopic« geführt, denn offenkundig wurde er...

Seite 10

Zurück zu S. Fischer

Das Werk von Alfred Döblin (1878-1957) kehrt in diesem Jahr zu S. Fischer zurück. Der in Paris lebende Sohn des Autors, Stephan Döblin, und das Verlagshaus unterzeichneten eine entsprechende Vereinbarung über die Weltrechte an dem umfangreichen Oevre, das bisher im Patmos Verlag (Düsseldorf) erschien. In bestehende Lizenzverträge tritt S. Fischer als Lizenzgeber ein, wie der Verlag am Mittwoch in ...

ndPlusLutz Kirchenwitz

Kulturrevolution und Utopien

Ein Bob-Dylan-Song aus dem Jahr 1963 heißt »The Times They Are A-Changin'« (Die Zeiten, sie ändern sich). Heute wird er gern als Synonym für die politischen und kulturellen Aufbrüche der 60er Jahre verwendet. »The Times They Are A-Changin'« heißen auch eine Ausstellung über den »Sound der 60er Jahre« und ein Podiumsgespräch über »Musikszenen um 1968«, die im Rahmen des »Festival Musik und Politik«...

ndPlusKlaus Hammer

Nur in Glut und Farbe

Emil Nolde ist der Maler des Nordens. Aufgewachsen in der norddeutschen Küstenlandschaft zwischen Nord- und Ostsee, ist er zwar oft genug aufgebrochen in ferne Gegenden, aber immer zog es ihn zurück in seine heimatliche Landschaft, in der er zu seinem unverwechselbaren Stil finden sollte. Das weite, flache, einsame Land zwischen den Meeren, der hohe Himmel und die ewig bewegte See, Symbol unbezähm...

Seite 11

Fernanda Montenegro

Die Grande Dame des brasilianischen Films (*16.10.1929 Rio de Janeiro, Foto: dpa) ist jetzt als Mutter von Florentino in der Márquez-Verfilmung »Die Liebe in den Zeiten der Cholera« zu sehen. In mehr als 50 Rollen stand sie vor der Kamera und hatte 1998 ihren größten internationalen Erfolg – als Dora in »Central do Brasil«, eine einsame ehemalige Lehrerin, die mit einem Jungen auf eine weite...

zoomer.de

Fast könnte man meinen, die Masseninitiative »Senioren ans Netz« hat ein neues Aushängeschild gefunden. Ulrich Wickert, soeben ins Rentenalter (65) eingestiegen, ist das neue Vorzeigegesicht der jüngst gestarteteten Internetseite zoomer.de. Aber weit gefehlt. Die Holtzbrinck-Gruppe will im Web-2.0 dieses neue Nachrichtenportal als »Home Base« für jüngere Kunden installieren. Zwölf Millionen Intern...

Hanno Harnisch

LINKE links

Schaut man in den »Breitbandatlas der Bundesregierung«, liest man von ca. 900 000 Haushalten, die keine Möglichkeit haben, einen bezahlbaren Breitband-Internetanschluss zu bekommen. In gut 800 Dörfern ist nur eine sehr teure Breitbandverbindung über Satellit möglich. Auf Anfrage der Fraktion DIE LINKE hat die Bundesregierung jetzt erklärt, dass die betroffenen Gemeinden »sich in erster Linie selbs...

ndPlusPeter Nowak

Was ist Metapedia?

Metapedia, so ist der Name eines neuen Online-Nachschlagewerkes. Es kommt mit dem Anspruch einher, zur »Erhaltung der europäischen Kultur« beizutragen und macht doch bisher den Eindruck eines veralteten digitalen Nachrichtendienstes. Als eine »alternative Enzyklopädie für Kultur, Philosophie, Wissenschaft und Politik« will sich das Online-Nachschlagewerk Metapedia verstanden wissen. Auf den ersten...

ndPlusCaroline M. Buck

Der teuflische Barbier

Das Muscial von Stephen Sondheim war ein Broadway-Triumph, der Film zum Musical, um ein paar Songs gekürzt, viel dunkler noch und auch schon preisgekrönt, ist eine Vorlage für Albträume: wunderbar dicht inszenierte, künstlerisch garantiert wertvolle Albträume, in denen viel dickflüssiges und sehr, sehr rotes Filmblut durch eine graubraune Welt ohne Hoffnung fließt, eine Welt voller niederer Bewegg...

Seite 12
ndPlusChristel Berger

Späte Suche

Sieh dich um – Aufforderung und Verpflichtung für die 75-Jährige, um Versäumtes nachzuholen: Die Suche nach dem kleinen Bruder, der wahrscheinlich noch nach dem Krieg Opfer desselben geworden ist. Die letzte, nie offiziell bestätigte Spur verliert sich auf der Liste eines polnischen Kriegsgefangenenlagers. Wie aber nach 50 Jahren nach ihm suchen? Was bleibt, wenn die meisten Altersgefährten,...

Alfons Huckebrink

Odyssee – weiblich

Niemand wird kommen. Und kein tag. Ich werde nichtsein«, klagt Penelope im Schnee. Bedrängt von den Freiern und einem Sohn, der herrschen will. – Von Zeit zu Zeit versuchen Dichter, ins Heutige schier ausweglos verstrickt, den alten Stoffen, sehr alten Erzählungen, die zu Mythen geworden sind, etwas abzugewinnen. Heiner Müller wäre in diesem Zusammenhang zu nennen oder Christa Wolf. Barbara ...

Irmtraud Gutschke

Stillleben mit Katzen

Einer Unbekannten hätte wohl kein Verlag dieses Buch abgenommen. Was soll's, hätte der Lektor wahrscheinlich gedacht, so er das unverlangt eingesandte Manuskript überhaupt gelesen hätte: Dass jemand bei Matschwetter Gummi-stiefel anzieht, ist doch klar, ebenso wie es nicht überrascht, dass es im Herbst/Winter an der Eider stürmt. Dass sie sich an Proust erfreut, ist der Frau zu gönnen. Und was sol...

Seite 13

Soziale Kapitalisten

Gute Unternehmer – gibt es die wirklich? Ja, diese Spezies existiert, aber sie befindet sich in der Minderheit. In der öffentlichen Debatte kommt sie nur selten vor. In diesem Buch geht es um Firmen, die zumindest einen Teil ihres Geldes auf verantwortliche Weise erwirtschaften. Die Mehrheit der großen Unternehmen unterstützt zwar der Wohltätigkeit halber Kindergärten, Museen oder städtische...

ndPlusJörg Roesler

Die dreifache Verführung

Von einer dreifachen Verführung, der sich alle ausgesetzt sahen bzw. sehen, die die »notwendige radikale Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus« betreiben, schreibt Michael Brie. Da sei einmal die Verführung zum Moralismus, zum Zweiten die Verführung zum Hochmut bei denen, die sich auf der Seite der Wahrheit und Gerechtigkeit wussten und meinten, zu den Auserwählten, zur Avantgarde zu zählen; im ...

ndPlusHelmut Matthes

Ein böses Krebsgeschwür

Kein Geringerer als der Direktor des Instituts für Gesundheitsökonomie und Epidemiologie der Kölner Universität, der Bundestagsabgeordnete der SPD und führende Sozialexperte Karl Lauterbach hat in einem Bestseller den bundesdeutschen Sozialstaat als Zweiklassenstaat, den Privilegierte ruinieren, erkannt und Reformschritte als Gegenmaßnahmen vorgeschlagen. Da ist es kein Wunder, dass der Rezensent ...

Seite 14

5,2 Prozent mehr für Nordwest-Stahlkocher

Ratingen/Frankfurt (dpa/ND). Die 85 000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie erhalten vom 1. März an 5,2 Prozent mehr Lohn. Darauf haben sich am frühen Mittwochmorgen nach knapp zehnstündigen Verhandlungen die Tarifparteien im rheinischen Ratingen geeinigt. Die Laufzeit beträgt 13 Monate. Für den Februar soll es eine Einmalzahlung von 200 Euro geben. Lehrlinge erhalten 70 Euro mehr i...

Michaela von der Heydt

Süßigkeiten geht es an den Kragen

Die Deutsche Süßwarenindustrie sieht sich in der Defensive: Vorwürfe des Kartellamtes, ein schlechtes Image angesichts zunehmender Fettleibigkeit der Bundesbürger und die nahende Kennzeichnungspflicht für Nährwerte machen der Branche Sorge.

ndPlusRichard Färber

Märchen im Post-Konzern

»Führungskräfte sind Vorbilder«, heißt es in der jüngsten Post-Mitarbeiterzeitung, die Ex-Konzernchef Klaus Zumwinkel ausgiebig zur Firmenphilosophie zitiert – zur Verwunderung tausender Beschäftigter.

Seite 15

»Angst kann man nicht so einfach wegpusten«

Der FC Schalke 04 gewann das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen FC Porto mit 1:0 (1:0) durch ein Tor von Nationalstürmer Kevin Kuranyi (4.) und kann sich Hoffnungen auf den erstmaligen Einzug ins Viertelfinale der »Königsklasse« machen. Gegen den Champions-League-Sieger von 2004 konnte der letzte deutsche Vertreter im Wettbewerb vor 53 951 Zuschauern in der ausverkauften Schalker Arena aber nur in der ersten Halbzeit überzeugen. Das Rückspiel findet am 5. März in Porto statt. sid sprach mit dem Schalker Trainer Mirko Slomka.

Schritt zum Triple

Der FC Bayern München will die Weichen im Kampf um das Triple stellen. Das Weiterkommen im UEFA-Pokal heute gegen den FC Aberdeen (Hinspiel 2:2) ist der Startschuss für einen Zwischensprint im Titel-Dreier. In nur sechs Tagen stehen für den deutschen Rekordmeister drei Partien in allen drei Wettbewerben an. »Die topmotivierten Gegner wollen nur eins: den großen FC Bayern aus dem Wettbewerb raussch...

Nach Pokal auch Meistertitel

Die Eisbären Berlin haben den Frankfurt Lions den möglicherweise letztmals vergebenen deutschen Eishockey-Pokal weggeschnappt. Die Berliner gewannen im heimischen Wellblechpalast, der mit 4695 Zuschauern ausverkauft war, das Finale mit 3:2 (1:0, 0:1, 2:1) und holten sich erstmals die Trophäe. Für den einstigen DDR-Serienmeister war es nach der Wende der dritte Titel nach den Meisterschaften 2005 u...

ndPlusJürgen Holz

Heimvorteil für deutsche »Bauchglitscher«

»Solche Bauchglitscher kann ich auch«, hat Diana Sartor aus dem Altenberger Ortsteil Bärenfels gesagt, als sie die Skeleton-Piloten auf der Rennschlitten- und Bobbahn im Altenberger Kohlgrund hatte talwärts rasen sehen. Das war 1994, und die damals 24-Jährige vom SSV Altenberg entschloss sich spontan, fortan bäuchlings durch den Eiskanal zu fahren. Sie machte diesen Sport hierzulande nicht nur pop...

Seite 16
ndPlusRené Gralla

Schach statt Mathe

Der Mann am Mikro ist nicht mehr zu bremsen, er schießt die Silben wie ein Rapper ab, fehlen bloß noch fette Beats vom DJ-Pult. »Die Bauern stürmen, Rochade wird zur Lochade, ein Turm droht auf der f-Linie!« Bewegung im Publikum, Mädchen und Jungen springen auf Bänke, die Stimme aus den Lautsprecherboxen überschägt sich fast. »Ole drückt auf das Tempo, er will es wissen, ich halt das nicht mehr au...

Seite 17
ndPlusBernd Kammerwundert sich über Thilo Sarrazin

Meine Sicht

Niemand zweifelt daran, dass der Finanzsenator in dieser Stadt auch ganz gut ohne Bus und Bahn zurecht kommt. An der Straßenecke wartet schließlich der Dienstwagen. Bei Berlinern und Touristen, die nicht unbedingt über einen Wagen verfügen, geschweige denn einen dienstlichen, sieht das schon anders aus. Deshalb ist es mehr als verwunderlich, mit welcher zynischen Gelassenheit Thilo Sarrazin ihnen ...

Mehr Vermittlungen im Pool

(dpa). Der Personalbestand im Stellenpool der Berliner Verwaltung ist im vergangenen Jahr erstmals seit seiner Gründung 2004 um gut 10 Prozent oder 736 Dienstkräfte gesunken. 2007 wurden 1354 Mitarbeiter aus dem Personalüberhang in den Stellenpool versetzt, 2090 konnten dauerhaft vermittelt werden oder haben den öffentlichen Dienst verlassen. Das teilte Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) am Mittwo...

Kinder zu Hause, Ämter dicht
ndPlusJörg Meyer

Kinder zu Hause, Ämter dicht

In vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes wollen die Beschäftigten mit ganztägigen Warnstreiks Druck auf den rot-roten Senat und insbesondere ihren Dienstherrn Innensenator Ehrhart Körting (SPD) machen. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kündigte für heute ganztägige Warnstreiks in Bezirksämtern, kommunalen Kitas, Schulhorten, der Feuerwehr und den Bäderbetrieben an. In allen Bereichen sin...

Milan Tillich

»Aus dem Weg, die Mülle kommt«

Zwei Falschparker versperren um acht Uhr morgens die Zufahrt zu einem Müllplatz in der »Thermometer-Siedlung« in Lichterfelde. Die Müllmänner der Berliner Stadtreinigung (BSR), die mit dem orangefarbenen Laster ihre Tour fahren, ärgern sich über den längeren Weg. »Laut Liste sind's zehn Meter, praktisch sind's jetzt aber über 30«, sagt Müllmann Manfred Höfner. Wenig erfreut heben er und sein Kolle...

Seite 18
Berlin geht auf die Barrikaden
ndPlusNissrine Messaoudi

Berlin geht auf die Barrikaden

»Auf die Barrikaden!« heißt es bei der diesjährigen Historiale. Vom 17. bis 22. März findet das Geschichtsfestival zum Thema Märzrevolution 1848 statt. Das bunte Angebot beinhaltet Gesprächsrunden, Stadtrundgänge und Darstellungen. Höhepunkt der Historiale sind die nachgespielten Barrikadenkämpfe, die am Abend des 18. März in der Innenstadt zwischen »Revolutionären« und »preußischen Soldaten« stat...

Rosi Blaschke

Vom Feldhäuschen zum Bungalow

Das Buch »Kleine Gärten einer großen Stadt«, herausgegeben vom Landesverband Berlin der Gartenfreunde e. V., kommt gerade zur rechten Zeit. Denn in Berlin wird auf so manche Kleingartenanlage durch hohe Abrisskosten, wachsende Gebühren oder die Umwidmung zu Wochenendsiedlungen, die dem Fiskus höhere Pachtzahlung einbringt, Jagd gemacht. Der Boden ist als Bauland wertvoll und weckt so manche Begehr...

Seite 23

Theaterwochenende

(ND). In seinem fünften Jahr präsentiert sich von heute bis Sonntag »100° Berlin« als Plattform für Freies Theater in Berlin und mittlerweile weit darüber hinaus. Das Festival ist eine Veranstaltung von Hebbel am Ufer, Sophiensaelen und Theaterdiscounter. Es wird gefördert aus Mitteln des Fonds Darstellende Künste. Zwischen den drei Veranstaltungsorten verkehrt ein Limousinen-Service. Das Festival...

Almut Schröter

Ein Herz ist kein Stein

Tür und Tor, Bäume, Fußstapfen, Blumen sind auf dem Boden zu sehen. Mit Kreide malt sich die Künstlerin Silke Kruse einen Garten. Das Kreidebild dient ihr als Bühne für das Stück »Der gierige Riese« für Zuschauer ab fünf Jahren in der Regie von Gert Engel. Keine Spur von einem Riesen. Die Künstlerin malt hier noch Tiere, da noch Blumen. Sie wandert in eine eigene Welt, wie es Kinder aus den unters...

Ekkehart Krippendorff

Schule des Zorns: Lehrstück Wasser

Das ist wirklich David gegen Goliath. Da sitzen zwei Dutzend Menschen in einem kleinen Kreuzberger Hinterhof-Theater zusammen und lassen sich von den vier engagierten und spürbar motivierten Schauspielern der Berliner Compagnie mit der Inszenierung »Das blaue Wunder« einen lebenswichtigen Teil unserer tagtäglichen Lebenswelt erklären: Das Wasser und seinen Preis. Denn der ist in Berlin seit der Te...

Seite 24
Imke Hendrich

Potsdamer Forscher driftet in der Arktis

Minus 37 Grad, Eisbären schleichen um die Hütten und es ist stockdunkel: Jürgen Graeser hat derzeit einen ziemlich unwirtlichen Arbeitsplatz, der sich zudem täglich um knapp neun Kilometer verschiebt. Der Potsdamer Wissenschaftstechniker des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) driftet zusammen mit 20 Russen auf einer Eisscholle im arktischen Ozean und lässt täglich einen ...

ndPlusBernd Baumann

Netzwerke sollen Eltern auffangen

Nach dem gewaltsamen Tod von drei Babys in wenigen Wochen will Sozialministerin Dagmar Ziegler (SPD) die »Netzwerke Gesunde Kinder« möglichst schnell flächendeckend haben. »Die jüngsten Todesfälle von Neugeborenen lassen uns sprachlos und entsetzt zurück«, sagte die Ministerin gestern. »Wir wollen, dass möglichst alle Kinder in Brandenburg gesund heranwachsen können.«Dazu leisteten die Netzwerke s...

ndPlusWilfried Neiße

Zweifel an den Wachstumszahlen

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums erreichte die märkische Industrie im Jahr 2007 mit einem Umsatz von 19,8 Milliarden Euro einen Spitzenwert. Der Umsatz im verarbeitenden Gewerbe habe im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent zugelegt, hieß es. Die Zahl der Industriearbeitsplätze sei um fünf Prozent gestiegen. Die Industrie habe sich zum starken Wachstumsmotor der Brandenburger Wirtschaft ent...