Ausgabe vom 26.03.2008

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Unten links

Für Wolfgang Schäuble, den obersten aller deutschen Datensammler, brechen wahrhaft paradiesische Zeiten an. Denn bald muss er sich nicht mehr mit läppischen Informationen über das Telefon-, Internet-, Finanz- und Reiseverhalten aller 82 Millionen verdächtigen Landesinsassen begnügen. Jenaer Wissenschaftler wollen nämlich Textilien entwickeln, die Körperfunktionen wie Herzfrequenz, Atmung und Trans...

Roland Etzel

Bushs junge Demokratien

Ziel des Irak-Einsatzes, so ließ der US-Präsident zu Ostern wissen, sei weiterhin, dass »Amerika sicherer wird, dass diese jungen Demokratien überleben und dass der Frieden eine Chance« habe. Er sagte das angesichts des 4000. gefallenen US-Soldaten. Diese Radikalität bei der Wirklichkeitsverdrängung ist selbst für einen Ex-Alkoholiker bemerkenswert. Gerade wird wieder heftiger in Iraks südlicher M...

Erbitterte Gefechte in Basra

Heftige Kämpfe zwischen irakischen Regierungstruppen und Milizionären der schiitischen Mahdi-Armee haben am Dienstag den südlichen Erdölhafen Basra nahezu lahmgelegt.

Kein Lohn bei Verspätung am Arbeitsplatz

Die derzeitigen Streiks werden nicht die letzten sein – die Probleme bleiben uns lange erhalten. Wenn Busse und Bahnen wegen eines Streiks in ihren Depots bleiben, sollte man sich als Arbeitnehmer rechtzeitig darauf einstellen und nach alternativen Transportmitteln suchen. Denn für Fehlzeiten besteht in der Regel kein Anspruch auf Lohn. Ein Überblick über rechtliche Fragen: LOHN: Der Arbeitg...

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Apotheke: Rabattverbot greift nicht bei Gutscheinen als »Trostpflaster«

Eine Apothekerin, die ihr Angebot auch über das Internet vertreibt, beschrieb auf der Website ihr »Kundenbindungssystem SAARTALER«. Das waren Gutscheine, die sie den Kunden zu bestimmten Anlässen als Prämie versprach. Ein Konkurrent beanstandete das Prämiensystem als rechtswidrig: Damit umgehe die Apothekerin das Verbot, den Kunden auf verschreibungspflichtige, preisgebundene Arzneimittel Barrabat...

ndPlusRalf Streck, Madrid

Die Immobilienblase platzt

In der EU leidet Spanien am stärksten unter einer Immobilienkrise. Die Probleme sind nicht aus den USA importiert, sondern hausgemacht.

Häusliche Pflege von Angehörigen zahlt sich für die Rente aus

Die Pflege von Angehörigen ist nicht nur menschlich gesehen besonders wertvoll, seit einiger Zeit gibt es dafür auch einen »Zuschlag« auf die eigene Altersvorsorge. Die Pflegeversicherung zahlt Beiträge zur Rentenversicherung für denjenigen, der ein pflegebedürftiges Familienmitglied zu Hause betreut. Vorausgesetzt, er arbeitet neben der Pflege nicht mehr als 30 Stunden in der Woche. Pflegepersone...

Gewogen und für zu schwer befunden: Bei starkem Übergewicht gibt's keine Kur von der Rentenversicherung

Allein von einem Übergewicht herrührende Beschwerden begründen keine von der Rentenversicherung zu bezahlende Kur. Das hat jetzt das Sozialgericht Dresden (Az. S 33 R 2012/05) im Fall einer 158 Kilogramm schweren Frau entschieden, die zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren auf Kosten der Rentenkasse zur Kur fahren wollte. Das Übergewicht der 27-Jährigen beruht zum Teil auf einer Lymphstauung in...

Ralf Klingsieck, Paris

Das »schreckliche« Atom-U-Boot

Frankreich werde seine Atomwaffenstrategie ändern, das Arsenal reduzieren und neue Abrüstungsinitiativen ergreifen – so Staatspräsident Nicolas Sarkozy, als am Freitag in Cherbourg das neue Atom-U-Boot »Le Terrible« (Der Schreckliche) getauft wurde.

Kurt Stenger

Rettungsversuche ohne Effekt

Seit über einem halben Jahr steckt die Finanzbranche in einer tiefen Krise. Die Lösungsversuche haben bislang aber nur wenig bewirkt.

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Aufteilung auf die Mieter

In einem Wohnhaus mit sechs Mietern wird die gesamte Grundsteuer wohnungsbezogen auf alle Mieter verteilt. Müßte nicht nicht vor der Umlage der Anteil für nicht vermietete Parkplätze und für privat vergebene Gartenflächen aus der Gesamtsumme abgezogen werden, für die der Vermieter verantwortlich ist? Helmut E. Zepernick Ja, das müßte es. Die Mieter sollten sich vom Eigentümer die Berechnungsgrundl...

Gesetzlich zulässige Begründung beachten

Von mir wird eine Mieterhöhung verlangt, die damit begründet wurde, dass ein örtlicher Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Landkreis, die geforderte Miethöhe für gerechtfertigt hält. Der entsprechende Passus lautet: „Die ermittelten Werte des Gutachterausschusses liegen unter Berücksichtigung variabler Wohnungsgröße und Baujahr zwischen 3,30 und 8,30 Euro je Quadratmeter Wohnfläche un...

Unterschiedliche Urteile

Unser Hauseingang und die Fassade wurden fast bis in drei Meter Höhe mit Graffitis und Tags »verschönert«. Das freut vielleicht die Sprayer, aber nicht uns Mieter. Das Haus wirkt dadurch richtig verwahrlost. Können wir vom Vermieter verlangen, dass er die Schmierereien beseitigen lässt? Hans-Joachim S., Berlin Vermieter wollen die Beseitigungskosten gern auf die Mieter umlegen, denn diese verlange...

Wenn der Wasserhahn tropft

Wer für Kleinreparaturen in der Mietwohnung aufkommt, hängt vom Mietvertrag ab. Der Rollladengurt klemmt, der Wasserhahn tropft, der Lichtschalter ist defekt – solche Bagatellschäden tauchen in jeder Mietwohnung schon mal auf. Die Frage ist nur, wer für die Reparatur zahlt. Generell gilt: Der Vermieter ist sowohl für große wie für kleine Reparaturen verantwortlich, denn er muss die Wohnung i...

Mit schwimmender Garage über die Ostsee

Mit schwimmender Garage über die Ostsee

Peer Schmidt-WaltherDanilo Dela Cruz steht an der Seekarte und rechnet. Der Filipino schiebt Geodreiecke hin und her, trägt die Ergebnisse in die Seekarte ein. Seine Wache als Zweiter Offizier hat eben begonnen. Draußen zieht die Skyline von Warnemünde vorbei, und der alte Leuchtturm blinkt seinen weißen Gruß herüber. Kapitän Moritz sieht angestrengt in die Dunkelheit. Heute ist seine erste Ausfah...

Wenn die Polen kommen
ndPlusVelten Schäfer

Wenn die Polen kommen

Unterwegs auf der B 104 von Pasewalk nach Szczecin, erinnert in Bismark, dem letzten Dorf auf deutscher Seite, kaum noch etwas an die nahe Grenze. Eine Bäckerei wirbt mit einem zweisprachigen Schild, die Straßenränder wirken ausgestorben. Nur 3000 Meter weiter glaubt man, auf einem anderen Stern zu sein: Hier haben sich die Szczeciner Vororte Doluje und Mierzyn in ein riesiges Flachbau-Gewerbegebi...

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ndPlusUwe Kalbe

Die Metzger-Nummer

Oskar Lafontaine hat es getan und Otto Schily. Gustav Heinemann, der frühere CDU-Bundesinnenminister trat 1952 in die SPD über und wurde noch Bundespräsident. Jetzt also wechselt Oswald Metzger die Partei. Der einstige Grüne wird Mitglied der CDU. Sogar Bundespräsident könnte er nun noch werden, wenigstens aber in den Bundestag zurückkehren, wo ihn die Grünen zuletzt nicht mehr haben wollten. Wich...

Bundesarbeitsgericht: Blitzaustritt aus Arbeitgeberverband nicht zu beanstanden

Unternehmer können aus dem Arbeitgeberverband sofort austreten, um Tarifabschlüssen zu entgehen., so das Bundesarbeitsgericht. Allerdings ist ein kurzfristiger Austritt dann unwirksam, wenn damit Tarifverhandlungen gestört und die Funktionsfähigkeit der Tarifautonomie erheblich beeinträchtigt werden (Az.: 4 AZR 64/07). Im konkreten Fall war das Uniklinikum Hamburg-Eppendorf 2005 mit sofortiger Wir...

ndPlusSilvia Ottow

Bonbon für Bandscheibe

Eigentlich ist es ein Widerspruch: Auf der einen Seite rufen sich die niedergelassenen Ärzte untereinander auf, ihre Praxen vorübergehend zu schließen. Auf der anderen Seite machen Niederlassungen ganz ohne Aufruf und für immer dicht. Das geschieht besonders auf dem Land, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, die Menschen kränker und ärmer sind und folglich auch der Rubel nicht so rollt, wie es...

Olaf Standke

Leere Versprechen

Mehr als 100 Millionen Dollar kostet Washingtons Krieg am Hindukusch Tag für Tag. Da nehmen sich die umgerechnet täglich sieben Millionen Dollar Hilfsgelder für Afghanistan überaus bescheiden aus. Wenn sie denn überhaupt die Menschen dort erreichen. Denn der Westen hat einem jetzt vorgelegten Report internationaler Hilfsorganisationen zufolge seine vollmundigen finanziellen Zusagen seit Jahren nic...

Bedarfsgemeinschaft: Wenn Partner noch nicht einmal ein Jahr zusammenleben

Im Frühjahr 2006 lernte eine Frau einen Mann kennen. Nachdem sie sich einige Male getroffen hatten, beschlossen die jungen Leute zusammenzuziehen. Sie mieteten im Herbst in Hamburg eine kleine Wohnung, wo die Frau am 1. Dezember 2006 eine zweijährige Umschulung begann. Vergeblich beantragte sie Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (Grundsicherung nach SGB II). Die ARGE (Arbeitsgemeinschaft für Bes...

Olympischer Waffenstillstand
Jirka Grahl, ND-Sportredakteur seit 2003

Olympischer Waffenstillstand

Um Olympia wird gestritten. War es »schändlich«, dass im antiken Hain von Olympia drei Mitglieder von »Reporter ohne Grenzen« gegen die chinesische Tibet-Politik protestierten, wie es die Regierung in Peking tags darauf bezeichnete? Nein, es war eine Äußerung des Protestes, wie er heutzutage an jedem Ort Europas passieren kann, ob es nun ein öffentliches Gelöbnis oder ein Wirtschaftsgipfel ist, de...

Bundesarbeitsgericht zur Verlängerung von befristeten Arbeitsverträgen

Befristete Arbeitsverträge können nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts nur verlängert werden, wenn mit Ausnahme der Laufzeit keine anderen Vertragsbedingungen geändert werden. Das gelte auch für das Kündigungsrecht, entschied kürzlich der Siebte Senat des Bundesarbeitsgerichts in Erfurt (7 AZR 786/06). Eine Verlängerung liegt nicht vor, wenn die Parteien in einem Folgevertrag auf die ...

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Videoüberwachung

Um ihr Eigentum zu schützen, hielten es einige Wohnungseigentümer für notwendig, den Eingang der Wohnanlage mit einer Türsprechanlage mit Videokamera zu überwachen. Diese wurde nur in Gang gesetzt, wenn jemand die Klingel betätigte. Eine Hausbewohnerin fühlte sich dennoch gestört und forderte, die Anlage zu entfernen. Zu Recht, wie das Oberlandesgericht Köln entschied. Zumindest in einer Wohnung k...

Das Baumhaus im Grenzbereich

Die Nachbarn A und B waren schon lange Zeit zerstritten. Nun trafen sie sich erneut vor Gericht. Dieses Mal ging es um ein Baumhaus, das A für seine Kinder gebaut hatte. Zwischen den Gartenflächen der zwei Grundstücke stand kein Zaun, der Grenzverlauf war nicht ohne weiteres zu erkennen. Klar war jedoch: Die zwei Fichten, an denen das Baumhaus befestigt war, standen im Grenzbereich. B maß genau na...

Fabian Lambeck

Arbeitsloser hungert

»Die Agenda 2010 schadet ihrer Gesundheit«, warnte die PDS vor ein paar Jahren. Für den 27-jährigen Arbeitslosen Michael S. aus Mönchengladbach wird der Slogan zur traurigen Realität.Denn der gelernte Werkzeugmacher wartet seit Dezember 2007 vergeblich auf eine Überweisung des zuständigen Sozialhilfeträgers, der ARGE Mönchengladbach. So musste er bereits seine Wohnung räumen und auch das Geld zum ...

Baubegleitende Qualitätskontrolle – vor dem Schaden klüger sein

Der Bauherren-Schutzbund stellte auf seiner Jahrespressekonferenz eine Studie zur baubegleitenden Qualitätskontrolle vor, die gemeinsam mit dem Institut für Bauforschung (IfB) Hannover erarbeitet wurde. Sie zeigt, dass sich die Schadenshäufigkeit von der Planung bis zur Bauausführung durch alle Gewerke zieht.

Diskussion um Pendlerpauschale

CSU-Chef Erwin Huber erhält für seine Forderung nach einer Rückkehr zur alten Pendlerpauschale Unterstützung auch aus CDU und SPD. Die Bundesregierung will jedoch an der umstrittenen Regelung vorerst festhalten.

ndPlusAnke Engelmann, Erfurt

Nazis fliegen raus

Schulhof-CDs und Schülerzeitungen: Vor allem Jugendliche stehen im Fokus rechter Propaganda. In Thüringen lasse die Landesregierung die Schulen mit diesem Problem weitgehend allein, kritisiert die Thüringer Linksfraktion.

Bauvertrag und Bauträgervertrag enthalten manchen Fallstrick

Wer sich für ein Eigenheim entschieden hat, hat die Wahl zwischen dem Bau eines Hauses auf eigenem Grund und Boden und dem Erwerb eines Grundstücks mit einem fertigen Haus. Ersterer ist ein Bauherr, der andere ein Erwerber von Grundstück mit Haus von einem Bauträger. Entsprechend unterscheiden sich auch die Vertragstypen: im ersten Fall ist es ein Bauvertrag, im zweiten ein Bauträgervertrag.

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Im Kaufhaus über ein Kleinkind gestürzt

Im Kaufhaus war nicht viel los. Der Vater schlenderte zwischen Warenregalen, sein dreieinhalb Jahre alter Sohn lief hinter ihm her. Plötzlich hörte der Mann einen Schrei. Als er sich umsah, lag eine alte Dame auf dem Boden – neben ihr das heulende Kind. Die 79-Jährige brach sich eine Kniescheibe, musste lange ins Krankenhaus und war danach auf eine Gehhilfe angewiesen. Wie es genau zu dem St...

Besitzer eines Computers muss nicht die ganze Familie überwachen

Der Besitzer eines Computers muss nicht seine ganze Familie lückenlos überwachen, um den Missbrauch seines Internet-Anschlusses durch die Angehörigen auszuschließen und so allen Haftungsansprüchen zu entgehen. Es sei denn, es habe in seinem familiären Umfeld ganz konkrete Anhaltspunkte für eine zu erwartende Rechtsverletzung gegeben. Diese Auffassung hat jetzt das Oberlandesgericht Frankfurt am Ma...

Hendrik Lasch, Dresden

Krankenhaus-Begehren vorbeugend erfolgreich

Ein Bürgerbegehren gegen die Privatisierung der beiden Dresdner Krankenhäuser zeitigt Erfolg. Noch bevor die Kampagne beendet ist, schwenken einstige Verkaufsbefürworter um.

ndPlusUwe Kalbe

Metzger landet in der CDU

Oswald Metzger, der den Grünen im letzten Jahr den Rücken gekehrt hatte, tritt in die CDU ein. Das teilte der 53-Jährige am Dienstag in seinem Heimatort Bad Biberach mit.

Bundesfinanzhof: Steuergeheimnis gilt für Beamte nur eingeschränkt

Wenn Beamte Steuern hinterziehen, darf das Finanzamt ihren Vorgesetzten darüber informieren. Zwar gelte das Steuergeheimnis, es seien aber Einschränkungen möglich, urteilte der Bundesfinanzhof (BFH) in einem kürzlich veröffentlichten Beschluss. Der Dienstherr des Beamten könne auch dann über die begangene Steuerhinterziehung in Kenntnis gesetzt werden, wenn das strafrechtliche Verfahren bereits ei...

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Straßenverkehr: Allein Auto fahren mit 17?

Jugendliche dürfen ausschließlich in besonderen Härtefällen bereits mit 17 Jahren den Führerschein machen und ohne Begleitung fahren. Das hat das Verwaltungsgericht Braunschweig entschieden. Demnach genügt es nicht, dass ein Minderjähriger mit dem Auto bequemer zum Ausbildungsort kommt. Ebenso wenig eine im Rahmen des Modellprojekts »Begleitetes Fahren mit 17« gesammelte Fahrpraxis. Geklagt hatte ...

Bundesverwaltungsgericht: Laufschuhe sind kein Elektroschrott

Ein Turnschuh mit Magnetsensor ist ein Bekleidungsstück und muss deshalb nicht wie Elektroschrott entsorgt werden. Das hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden. »Ein Schuh ist ein Bekleidungsstück, daran ändert auch der Einbau eines elektronischen Teils nichts«, so der Richter. Damit blieb eine Klage der für Elektroschrott zuständigen Stiftung Elektro-Altgeräte (EAR) in letzter Instanz erfolgl...

Pressereise nach Tibet angekündigt

Nach internationaler Kritik an der Abriegelung Tibets lässt China rund ein Dutzend ausgewählte Journalisten an einer organisierten Reise in die Unruheregion teilnehmen.

Hilmar König, Delhi

Bhutans verordnete Demokratie

Die königstreue Harmoniepartei Bhutans (DPT) hat die historische Wahl zur Nationalversammlung in dem Himalaja-Königreich mit deutlichem Abstand gewonnen. Die DPT wird 44 der 47 Abgeordneten im neuen Unterhaus des Parlaments stellen.

Seniorenliga: Keine Geschäfte an Haustür, Telefon oder auf der Kaffeefahrt

Ob günstige Telefontarife, Zeitschriftenabonnements oder angebliche Gewinne – immer mehr Firmen greifen zum Telefon, um ahnungslosen Menschen neue Produkte oder Dienstleistungen verkaufen. Die freundliche Stimme am anderen Ende der Leitung gehört in den meisten Fällen dem Mitarbeiter eines Call-Centers. Oft genug verbirgt sich hinter den aufdringlichen Werbeanrufen Geschäftemacherei auf Kost...

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Linke Alternative für Indien
Hilmar König, Delhi

Linke Alternative für Indien

Im südindischen Hyderabad berät seit Sonntag der 20. Nationalkongress der KP Indiens. Zu Beginn der fünftägigen Veranstaltung zeichnete Generalsekretär Bardhan ein Bild der politischen Lage in Indien und beleuchtete die Rolle der Kommunisten.

Seite 9
ndPlusHanno Harnisch

»Das schöne am Altern ...«

Es ist schön, wenn Menschen der »ersten Stunde« nicht nur für Geschichtsbetrachtungen gut sind, sondern selber ihre Geschichten aufschreiben. Und noch besser ist es, wenn sie immer noch ordentlich Betrieb machen. So ein Glücksfall ist Herbert Köfer. 1921 geboren, las er – da war er dreißig – die ersten Nachrichten im gerade erst gegründeten Fernsehen der DDR vor. Seitdem ist er vom Bil...

Liesel Markowski

Orient und Okzident

Anregungen, auch Belehrungen aus Vergangenem zu gewinnen, ist sicher eines der Ziele des Festivals »Zeitfenster« im Berliner Konzerthaus. Ein Zeichen dafür setzte das Abschlusskonzert dieser IV. Biennale Alter Musik mit einer »Pilgerreise« in europäische Frühzeiten: Der namhafte spanische Gambist Jordi Savall und sein Ensemble Hespèrion XXI boten Musiken aus verschiedenen Kulturen. Als musikalisch...

Die andere Seite
Gunnar Decker

Die andere Seite

Dies ist ein Spiel mit Räumen. Mit realen und imaginären, mit natürlichen und künstlichen, mit inneren und äußeren. Was hervortritt, wird verschluckt, was sich verbergen will, wird herausgeschleudert.Der Zuschauer betritt den Raum durch einen abgedunkelten Irrgarten. Da zeigt sich das Theater dem Klaustrophobiker als Folterstätte. Im Bauch des Leviathan öffnen sich nur immer weitere Labyrinthe ...

Seite 10
Sebastian Maslow, Tokio

Japans Notenbank mit Interimsführung

Die Geldpolitik der Industrieländer spielt eine zentrale Rolle beim Versuch der Eindämmung der internationalen Finanzkrise. Da kommt es zur Unzeit, dass Japans Notenbank momentan ohne Führung dasteht.

ndPlusDieter Hanisch, Kiel

Mogelpackung abgelehnt

Der seit Monaten schwelende Konflikt um das in Lübeck und Kiel ansässige Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) tritt heute in eine neue Phase. Seit sechs Uhr befindet sich ein großer Teil der 6500 nichtwissenschaftlich Beschäftigten im unbefristeten Streik. Ein Notdienst steht parat.

Vom Stiefkind zum Juwel
ndPlusErich Preuß

Vom Stiefkind zum Juwel

Der Betrieb des Fährhafens Sassnitz-Mukran auf der Ostseeinsel Rügen scheint neuen Aufwind zu bekommen. Die Deutsche Bahn, die sich eigentlich vom »Riesenbahnhof« mit der Breitspurfähre trennen wollte, findet plötzlich viel Positives an dieser Anlage.

Seite 11
Klaus Joachim Herrmann

Bürgerwille

... über etwas Demokratie-Dialektik.

Ballack blickt der EM sorgenvoll entgegen

Michael Ballack hat das 800. Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zum Knackpunkt auf dem nur noch kurzen Weg zur Europameisterschaft erklärt. »Wir brauchen eine topfitte und eingespielte Mannschaft. Das ist im Moment nicht der Fall. Ich hoffe, dass sich das bis zur EM noch dreht«, erklärte er am Dienstag in Basel. Umso wichtiger sei darum ein schwungvoller und erfolgreicher Auftrit...

ndPlusMichael Müller, Zürich

Gelassenheit und Geschichte

Ganz gelassen, fast achselzuckend blickt die Fußball-Schweiz, so man den Medien glauben möchte, auf das heutige Länderspiel gegen Deutschland. »Das Resultat ist unwichtig«, titelte die »Neue Zürcher Zeitung« gestern ihren Bericht von der Teampräsentation. Die »Berner Zeitung« zitierte Kapitän Alex Frei: »Wir haben uns vorgenommen, das Ganze nicht so verbissen zu sehen.« Nur die »Baseler Zeitung« w...

ndPlusBernd Kammer

BVG-Streik in der Warteschleife

Busse und Bahnen der BVG werden auch in den nächsten Tagen rollen. Die Große Tarifkommission der Gewerkschaft ver.di hat gestern beschlossen, den Streik weiter auszusetzen. Ver.di und der Arbeitgeberverband KAV wollen sich heute zu einem neuerlichen Sondierungsgespräch treffen, kündigte die ver.di-Landesvorsitzende Susanne Stumpenhusen an.Den Arbeitgebern solle noch eine Chance für ein neues Tarif...

Seite 12
Der Erfinder der roten Socke zum Anstecken
Andreas Fritsche

Der Erfinder der roten Socke zum Anstecken

»Ackern, ackern, ackern!« Das ist das Motto von Walter Grenzebach. Eine Karikatur zeigt ihn hinter einem Pflug, das »Neue Deutschland« in der Hosentasche. Der Erfinder der roten Socke zum Anstecken wird heute 65 Jahre alt.Seit 1967 arbeitete Grenzebach beim ND, kümmerte sich um Anzeigen, machte Werbung. Er hat sich schon eher in die Rente verabschiedet, aber zuletzt sah man ihn wieder fast täglich...

»Parkzonen bringen gar nichts«
ndPlusJörg Meyer

»Parkzonen bringen gar nichts«

Die »Initiative gegen die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung in Berlin Mitte« gibt sich optimistisch. Über 10 000 Unterschriften habe man bisher gesammelt, teilte Sprecher Matthias Schulze gestern mit. Die Mitglieder der im November 2007 gegründeten Bürgerinitiative (BI) gehen fest davon aus, dass die erforderlichen drei Prozent der Wahlberechtigten unterschreiben. Dann könnte der Bürgerentsch...

Seite 13
ndPlusHanno Harnisch

Das »Tintenherz« schlägt auf der Bühne

Eltern (meist Väter) mit ihren jugendlichen Kindern (meist Töchter) sitzen gebannt im Theater am Kastanienwäldchen in der historischen Mitte Berlins, um sich verzaubern zu lassen. Meine sechzehnjährige Tochter hat, seit vor fünf Jahren »Tintenherz« von Cornelia Funke in die Welt gesetzt wurde, dieses Buch und seine zwei Nachfolger genauso verschlungen, wie zuvor – und parallel – die za...

Tom Mustroph

Wandlung statt Schrumpfung

Was passiert in den Städten des weiter entfernten Ostens? Dieser Frage geht die Ausstellung »Schöne neue Welt« des Instituts für Auslandsbeziehungen in der Ifa-Galerie in Mitte nach. An ausgewählten Stadtbeispielen – Riga, Skopje, Ust-Ilimsk und Vilnius – wird gezeigt, wie sich Architektur und Benutzung von Architektur ändern. In diesen größeren Ost-Kontext werden Erfahrungen aus Frank...

Seite 14
ndPlusAndreas Fritsche

So schön ist Bernau

So schön soll Bernau sein? Zugegeben, der Stadtkern hat sich sogar einen ordentlichen Rest mittelalterlichen Flairs bewahrt. Das spürt man als Besucher, nicht nur bei den alljährlichen Hussitenfestspielen. Aber so schön? Na, wahrscheinlich doch. Tolle Fotos zeigt der Bildband »Bernau bei Berlin«, darunter einige historische Aufnahmen, doch vor allem wunderbare aktuelle Schnappschüsse – etwa ...

Sybille Gurack

Wenn Lärm Bestandsschutz hat

Die Autobahn 12 führt unmittelbar vorbei an Rauen. Bis vor wenigen Monaten konnten die Brummifahrer keinen Blick auf das hinter Bäumen verborgene Dorf bei Fürstenwalde werfen. Und umgekehrt war es genauso: Die Rauener sahen die Autobahn nicht, hörten sie nur. Allgegenwärtig war ein stetes Rauschen, das im Winter stärker war als im Sommer, weil da den Bäumen die schallschluckenden Blätter fehlten.»...

ndPlusWilfried Neiße

Stadtschloss soll zum Landtag werden

Die zielgerichtete Freigiebigkeit hat ihren Zweck erreicht: Weil eine finanzielle Großspende zugunsten des neuen Landtags an die Wiederherstellung der alten Schlossfassade geknüpft ist, werden die Pläne wieder umgeworfen. Gestern wurde der Entwurf einer Raumneuaufteilung vorgestellt, die man hinter der historischen Knobelsdorff-Fassade realisieren könnte. Dass dies mittels eines »modifizierten Rau...