Ausgabe vom 27.03.2008

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Unten links

Wir ahnten es seit dem politischen Überlebenskampf von Rudolf Scharping, aber jetzt ist erwiesen: Stress fördert Haarausfall. Lieber Glatzenbildung als gar keine Bildung, könnte man im Zeitalter der PISA-Studien sagen, aber schön ist die Sache für die Betroffenen natürlich nicht. Deshalb muss weiter geforscht werden, und zwar am besten am lebenden Objekt. Gerhard Schröder hat seinen prächtigen Sch...

ndPlusGabriele Oertel

K wie Kurt

Beck bei Beckmann war eine Pleite. Jede neue Umfrage ist es für die SPD und deren derzeitigen Chef auch. Und in der Kanzlerkandidaten-Frage läuft wenig auf einen Kandidaten Kurt hinaus. Der gelobt zwar immer wieder Standhaftigkeit, aber angesichts der Fluktuation von SPD-Vorsitzenden – seit 1991 ist der Rheinland-Pfälzer immerhin der siebente Versuch – erinnert derlei Beharrungsvermöge...

Protokolle auch vom Toilettengang

Ein Bericht über die Bespitzelung von Mitarbeitern beim Lebensmitteldiscounter Lidl hat bei Gewerkschaft und Parteien Empörung ausgelöst.

Beck und Genossen tief im Keller
ndPlusWolfgang Hübner

Beck und Genossen tief im Keller

Die SPD rutscht immer weiter in die Krise hinein: Einer neuen Forsa-Umfrage zufolge wären die Sozialdemokraten in keinem einzigen Bundesland mehr stärkste Partei, wenn jetzt Bundestagswahlen stattfinden würden.

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ndPlusKarin Leukefeld

Schlag Bagdads gegen die Sadr-Bewegung

In der südirakischen Stadt Basra wird heftig gekämpft. Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat den Kämpfern der Mahdi-Armee des Predigers Moktada al-Sadr ein Ultimatum gestellt. Wer innerhalb von 72 Stunden die Waffen abgebe, werde nicht verfolgt.

ndPlusHendrik Lasch, Dessau

Afrikaner glauben weiter an Mord

Vor einem Jahr begann der Prozess um den Tod von Oury Jalloh, der 2005 in einer Polizeizelle in Dessau verbrannte. Ein Urteil ist nicht absehbar. Viele Freunde des Opfers bezweifeln, dass die Wahrheit jemals ans Licht kommt.

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ndPlusPeter Kirschey

WM-Planer rassistischer Art

Beleidigung oder harmloses Stück Papier, das als WM-Planer vor zwei Jahren in Umlauf gebracht wurde? Wenn die NPD ein Material veröffentlicht, dann ist davon auszugehen, dass nichts harmlos ist und nichts zufällig.

Anna Guhl, Peking

Die Zweifel der Tänzer

Es ist noch früh an diesem Samstagmorgen, doch auf dem Sportplatz in unmittelbarer Nähe meines Wohngebietes herrscht bereits emsiges Treiben. Von den Unruhen im fernen Tibet ist hier nichts zu spüren. Das Leben in Peking geht weiter. Die Vorbereitungen auf Olympia laufen auf Hochtouren: Auf allen Baustellen in der Stadt scheint das Tempo noch einmal angezogen zu haben.

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Protest gegen »Asylum Airlines«

Berlin (epd/ND). Die Berliner Diakoniedirektorin Susanne Kahl-Passoth hat das Bundesinnenministerium zu einem »klaren Nein« zu einer von Geschäftsleuten geplanten Abschiebe-Airline aufgefordert. »Sollte dem nicht so sein, werden wir uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln aktiv für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen«, erklärte sie am Mittwoch. Die »Frankfurter Rundschau« hatte ü...

Gabriele Oertel

Die K-Frage treibt die SPD um

Obwohl die Frage der künftigen Kanzlerkandidatur in der SPD frühestens im Herbst auf der Tagesordnung steht, wird schon jetzt unter den Sozialdemokraten heftigst diskutiert. Galt Kurt Beck noch bis zu seinem Zick-Zack-Kurs vor und nach der Hessen-Wahl fast automatisch als gesetzt, hat ihm seine widersprüchliche Sicht auf die LINKE mächtig Gegenwind eingebracht. Immer öfter wird ein Mitgliederentscheid ins Spiel gebracht.

Reimar Paul

Marode AKW verzögern Atomausstieg

In dieser Wahlperiode müssten eigentlich vier Atomkraftwerke stillgelegt werden, das jedenfalls legt der Atomkonsens nahe, der voreilig als Atomausstieg gefeiert wurde. Doch nichts dergleichen geschieht.

Seite 5
ndPlusHans-Gerd Öfinger, Wiesbaden

Hessens SPD beginnt Opposition der Nadelstiche

Die SPD hat sich auf ihre Oppositionsrolle im hessischen Landtag eingestellt und beginnt mit der angekündigten Politik der Nadelstiche gegenüber der geschäftsführenden Landesregierung von Roland Koch (CDU). Gemeinsam mit den Grünen stellte sie die erste gemeinsame Parlamentsinitiative vor, für die es eine strukturelle Mehrheit auf der Linken gibt – ohne Rücksprache bei den LINKEN.

Uwe Kalbe

»Stasi-Ausstellung ohne Namen sinnlos«

Streit um eine Ausstellung über das Wirken des MfS im sächsischen Reichenbach – bisher auf regionale Akteure begrenzt, hat er nun auch Berlin erreicht. Dank der Warnungen von Hubertus Knabe, der bereits die »Aufklärung über das SED-Regime« gefährdet sieht.

Seite 6

Sarkozy will Bruderschaft mit London

London (AFP/ND). Beim ersten Staatsbesuch in Großbritannien haben der französische Präsident Nicolas Sarkozy und seine Frau Carla Bruni-Sarkozy um die Gunst der Briten geworben. Sarkozy forderte das Vereinigte Königreich am Mittwoch auf, eine neue »französisch-britische Bruderschaft« zu gründen und künftig eine stärkere Rolle in der EU zu spielen.

ndPlusAnton Holberg

Komoreninsel sucht ihren Präsidenten

Einen Tag nach der Militärintervention auf den Komoren im Indischen Ozean steht die zuvor abtrünnige Insel Nzwani (Anjouan) wieder unter Kontrolle der Zentralregierung.

Seite 7
Gerold Schmidt, Mexiko-Stadt

Mexikos Demokraten zerfleischen einander

Die schlimmsten Erwartungen erfüllten sich nicht. Sie wurden übertroffen. Zwei Wochen nach der Urabstimmung über den Parteivorsitz feilschen die beiden Hauptströmungen der gemäßigt linken mexikanischen Partei der Demokratischen Revolution (PRD) hinter den Kulissen um den Sieg.

Seite 8
ndPlusIna Beyer

... Kontrolle ist besser

Ein neuer Lidl-Skandal macht Schlagzeilen. Der Lebensmitteldiscounter bestreitet nicht einmal, das Verhalten von Mitarbeitern gefilmt und protokolliert zu haben. Allein dies ist eigentlich schon unglaublich. Lidl nennt das jedoch nicht Überwachung, sondern Aufspüren von »Fehlverhalten« seiner Beschäftigten – nach dem Motto »Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser«. Anders als in der Vergange...

ndPlusKurt Stenger

Plumpe Vorschläge

Guido Westerwelle hat einen Vorschlag: Damit Energie für die breite Masse bezahlbar bleibt, soll für sie der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent gelten, fordert der FDP-Chef. Angesichts der hohen Preise klingt das sozial. Westerwelle übt sich derzeit ja in Gedankenspielen über mögliche Bündnisse mit der SPD – die sollen jetzt offenbar auch inhaltlich unterfüttert werden. Allerdin...

Uwe Sattler

(Un)Freundliche Akte

Freundlich war es nicht, dass britische Zeitungen zum Staatsbesuch der Sarkozys alte Aktfotos Carla Brunis veröffentlichten. Die Präsidentengattin gab sich denn auch im wahrsten Sinne des Wortes zugeknöpft. Für Londons Regierungschef Gordon Brown und Nicolas Sarkozy dagegen kommt der erste Besuch eines französischen Staatsoberhaupts seit zwölf Jahren an der Themse nicht ungelegen: Der blasse Premi...

ndPlusOliver Händler

Provokateur

Er war schon fast in Vergessenheit geraten und mit ihm die Diskussion um Sterbehilfe in den USA. Beides wird Jack Kevorkian, besser bekannt als »Dr. Death«, gewurmt haben. Der mittlerweile 79-Jährige half jahrelang todkranken oder stark leidenden Menschen beim Sterben und musste dafür für zehn bis 25 Jahre hinter Gitter. Nach acht Jahren wurde er im Juni 2007 auf Bewährung freigelassen. Er selbst ...

Nehmen Sie die Drohung ernst?

ND: Der KSK-Hauptmann Daniel K. hat Sie letztes Jahr wegen Ihrer kritischen Haltung zur Bundeswehr in einer E-Mail als »Feind im Inneren« bezeichnet und Ihnen »Zerschlagung« angedroht. Nehmen Sie die Drohung ernst? Rose: Das ist schwierig einzuschätzen. Es ist natürlich möglich, dass er nicht ganz Herr seiner Sinne war, weil er z.B. dem Alkohol exzessiv zugesprochen hatte, dann muss ich mir wahrsc...

Seite 9
ndPlusF.-B. Habel

Kleingeistiger Alltag

Kurzfilme haben mehrere Vorteile. Sie sind relativ unaufwendig zu produzieren. Mit ihnen kann kompakt und zugespitzt eine Geschichte erzählt werden. Filmemacher können ihre Mittel und Techniken ausprobieren. Zuschauer, die sich auf einen kurzen Film einlassen, können nur schwer enttäuscht werden. Ehe man merkt, dass der Film nichts für den eigenen Geschmack ist, ist er auch schon vorbei. Umso beda...

Günter Agde

Weibsbilder – Frauenbilder – Menschenbilder

Sie wollten »Miss Leipzig« werden, nicht »Miss World«. Tausende junger Frauen meldeten sich, als eine Leipziger Tageszeitung im Frühjahr 1989 zur ersten Miss-Wahl der DDR aufrief. Die adretten, munteren Frauen wollten Gleichförmigkeit und Erstarrung ihres Lebens durch einen außergewöhnlichen Ausscheid aufbrechen, eine so noch nie in der DDR veranstaltete Schönheitskonkurrenz in der ansonsten mit W...

Seite 10
Heilige, Ketzerin und Königsmacherin
Volkmar Draeger

Heilige, Ketzerin und Königsmacherin

Sie ist eine der faszinierendsten europäischen Frauengestalten: Jeanne d'Arc, Bauernmädchen aus der Champagne, das mit göttlichem Sendungsbewusstsein dem französischen Dauphin in einem mutigen Feldzug Siege gegen die englischen Besatzer und so 1429 in der Kathedrale von Reims die Krönung als Charles VII. erfocht. Im Jahr darauf fiel sie burgundischen Kriegern in die Hände, wurde gegen hohes Salär ...

Zum Wohle der Partei
ndPlusGunnar Decker

Zum Wohle der Partei

Wir wohnen dem Drama der Gläubigkeit bei, der Komödie des Unglaubens – oder umgekehrt? Wenn man das wüsste.Frank Castorfs Thema ist immer wieder die Revolution, die sich mit ihrem Furor der Zerstörung schließlich gegen sich selbst wendet und damit auch nicht aufhört, wenn längst die Restauration herrscht. »Mir fällt zum Lehrstück nichts mehr ein«, hatte Heiner Müller gesagt – und dann ...

Seite 11
STARporträt

STARporträt

Die französische Schauspielerin und seit kurzem auch Sängerin (*22.6.1966 Paris, Foto: Verleih) begann bereits mit 14 eine Karriere als Model und bekam 1985 von Jean-Luc Godard ihre erste kleine Filmrolle in »Détective«. Bekannt wurde sie mit Roman Polanskis »Frantic« (1988) – als Michelle, eine geheimnisvolle Französin, die Harrison Ford auf der Suche nach seiner verschollenen Frau behilfli...

MEDIENlink

Historie fürs Ohr – kein Druckfehler also in der Überschrift, sondern ein Wortspiel. Unter dieser Seite finden der und die kulturell interessierte Reisende neben Informationen und Tipps zu aktuellen Ausstellungen und Events vor allem eines: Stadtführungen. Audio-Stadtführungen, um genau zu sein. Dem Audioguide in einem Museum recht ähnlich, führen zwei »persönliche« Reiseführer durch die Seh...

Volkmar Draeger

Wozu man noch da ist

Ein Raum wie ein anatomisches Kabinett, in dem sich die vier Tänzer zwischen Schauvitrinen, hautlosem Menschenmodell, künstlichem Skelett behutsam bewegen, die Arme führen, improvisieren, über Holzboden robben, der so alt sein könnte wie sie selbst. Studenten suchen auf ihren Blättern nach dem idealen zeichnerischen Ausdruck dieser Körper, die ausgießen, was sie in einem langen Berufsleben eingeso...

Nirgends hat das Nichts mehr Substanz
Jan Freitag

Nirgends hat das Nichts mehr Substanz

Baut das ZDF-Zugpferd weiter ab? Langweilt Gottschalk (Foto: dpa) sich und andere? Wird tüchtig schleich-geworben? Das sind nur einige der Fragen, die zur erfolgreichsten Fernsehshow Europas und ihrem Star gestellt werden. Versuchen wir, einen Lagebericht zu geben.Eines kann man Thomas Gottschalk gewiss nicht vorwerfen: einen Mangel an Selbstironie. »Tiefschürfende Interviews wird's auch da nicht ...

Seite 12
ndPlusWerner Jung

Gummistiefelschwer

Der Kontrast ist gewollt: Einerseits siedelt Michael Roes die Handlung seines Romans tief im äußersten Westen an, in niederrheinischer Landschaft um Rhees, dort, wo der Boden gummistiefelschwer ist, andererseits erzählt er in pathetisch-erhabenem Tonfall eine Geschichte von bestürzender Banalität und zugleich ergreifender Existenzialität: Stefanos, genannt Stevie, im jugendlichen Alter noch, ist S...

Franz Hartmann

Eng in der Haut

Erstaunlich ist die in diesen 16 Erzählungen zum Ausdruck kommende Fantasie: Ein Mann besucht Bekannte in der nordkanadischen Wildnis – und reist, nach einem merkwürdigen Erlebnis, gleich wieder ab. Eine attraktive Frau verbringt den Urlaub mit ihrem ein wenig biederen Ehemann auf einer griechischen Insel – und entschließt sich spontan, ihren Mann zu verlassen und ein völlig neues Lebe...

Irmtraud Gutschke

Friedliche Leute

Vresen: irgendwo zwischen Bremen, Hamburg und Hannover, Kleinstadt mit Einfamilienhäusern, gepflegten Vorgärten, Gardinen und Blumentöpfen vor den Fenstern. Es gibt zwei Gaststätten, das italienische Restaurant »Alla Roba Rossa« von Giulio und die Kneipe von Karl, die diesem »Provinzroman« den Namen gibt. Im »Bossa Nova« treffen sich die Männer, plaudern über dies und jenes. Mit dem Ich-Erzähler s...

Seite 13
ndPlusPeter H. Feist

Held oder Hetzer

Die rührige kleine Thomas-Müntzer-Gesellschaft hält in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Gedenkstätten das Gedächtnis an den revolutionären Prediger und geistigen Führer im Bauernkrieg des frühen 16. Jahrhunderts wach. Voriges Jahr widmete sie den bildlichen Darstellungen Müntzers, von dessen Aussehen kein zeitgenössisches Porträt Zeugnis ablegt, eine Tagung in Mühlhausen. Vor den Toren der th...

Ralph Metzger

Das vergessene Erbe

In der Buchreihe »Klassiker der Religionskritik« des Aschaffenburger Verlages Alibri sind bereits ausgewählte Texte von Denis Diderot, Johann Most, Albert Dulk, Jakob Stern, Fritz Lamm, Friedrich Hecker, Peter Maslowski und Rosa Luxemburg erschienen – und nunmehr auch von August Bebel (1842-1913), Stammvater der deutschen Sozialdemokratie. Seine Schriften, u. a. »Die Frau und der Sozialismus...

Ein Paukenschlag am Ende
ndPlusHermann Klenner

Ein Paukenschlag am Ende

Eine Ausnahme ist zu vermelden: ein gelehrtes und dennoch lesbares Buch! Dessen Held, Thomas Morus (1478-1535), von Haus aus Jurist, gilt spätestens seit Weitling und Kautsky wegen seines erstmals 1516 publizierten Büchleins über den besten Staatszustand, wie er auf der Insel Utopia (d. h, Nirgendwo) verwirklicht sei, wenn schon nicht als ein Vorausdenker des Kommunismus, so doch zumindest als jem...

Seite 14

Protest gegen Privatisierung von Ölkonzern

Mexiko-Stadt (AFP/ND). In Mexiko-Stadt haben am Dienstag (Ortszeit) mehr als 10 000 Demonstranten gegen die Privatisierung der staatlichen Ölgesellschaft Pemex protestiert. »Wir wehren uns, weil die Privatisierung den ausländischen Konzernen die Pforten öffnet«, sagte Oppositionsführer Manuel López Obrador von der Partei der Demokratischen Revolution (PRD). Die Kapitalöffnung werde von Präsident F...

Christian Klemm

Industriekonzerne regieren mit in Brüssel

Einer neuen Studie zu Folge ist die EU-Kommission ein Treffpunkt von Lobbyisten der transnationalen Konzerne. In jedem vierten der untersuchten Gremien, so das Studienergebnis, ist mehr als die Hälfte der Mitglieder von der Industrie bezahlt.

ndPlusBarbara Martin, Stuttgart

»Wir kaufen keinen Mercedes«

Wenn am 9. April in Berlin die Aktionäre der Daimler AG zur Hauptversammlung strömen, wird sich Vorstandschef Dieter Zetsche im betriebswirtschaftlichen Erfolg des Konzerns sonnen. Doch es wird auch Kritik geben.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Die SecuRente war nie sicher

Zehntausende Kleinsparer haben Geld für die Rente bei der Göttinger Gruppe angelegt. Das Unternehmen ging pleite, und die Renten sind verloren. Mitverantwortung trägt die Politik.

Seite 15
ndPlusLars Becker

Überflieger Ahonen verlässt die Schanzen

Der stille Finne fliegt nicht mehr: Tournee-Rekordsieger Janne Ahonen hat unter Tränen seinen Rücktritt vom Skispringen erklärt und will sich künftig vor allem um seine größer werdende Familie kümmern. »Ich habe nicht mehr die Motivation und möchte auf dem Höhepunkt gehen. Euer finnischer Mitbürger verabschiedet sich als Skispringer«, sagte der 30-Jährige in einer emotionalen Erklärung in Helsinki...

Der Sport soll Brücken bauen

Fast unberührt von der Boykottdebatte um die Olympischen Spiele in Peking zieht der dreifache Kanu-Olympiasieger Andreas Dittmer die letzte Woche seines Trainingslagers in Italien durch. »Ich habe mir kaum Gedanken darüber gemacht, dass die Spiele abgesagt werden. Die Boykotte 1980 und 1984 habe gezeigt, dass das nichts bringt», erklärte Dittmer am Mittwoch gegenüber dpa.Der 35-Jährige vom SC Neub...

ndPlusGerd Dolge, Schmalkalden

Mit Katrin Apel zum Nordic Walking

Der 36. GutsMuths-Rennsteiglauf am 17. Mai wird die Erfolgsgeschichte des Kultlaufes auf dem Höhenweg des Thüringer Waldes fortschreiben. Da war sich Gesamtleiter Jörg Brömel auf der Auftakt-Pressekonferenz in Schmalkalden 52 Tage vor dem Start sicher. Mit 10 987 gemeldeten Teilnehmern aus 19 Nationen und allen Bundesländern gebe es für den 36. Lauf mehr Anmeldungen als zum gleichen Zeitraum des V...

Oliver Händler

Puzzeln für Peking

Es war vermutlich die frustriererendste Vorbereitungswoche, die Armin Emrich in seiner Zeit als Bundestrainer der deutschen Handballnationalmannschaft der Frauen erlebt hat, doch wenigstens ist sie mit zwei Siegen zu Ende gegangen. Zuvor musste er mit einer Rumpfmannschaft trainieren, dann gab es auf einmal einen neuen Gegner und somit zusätzliche Nachtschichten im Videoschnittraum. Die Erfolge ge...

Seite 16

Chaos unter Kontrolle halten

Spannend wie ein Ausflug mit Indiana Jones können Schach und Mathe sein. Das ist das Credo von Professor CHRISTIAN HESSE (47), der an Stuttgarts Universität im Institut für Stochastik arbeitet. Außerdem wirbt derWissenschaftler als Botschafter für die Schacholympiade 2008 in Dresden. ND-Autor RENÉ GRALLA fragte nach.

Seite 17
ndPlusRainer Funke ... findet Sack-Verordnungen absurd

Laub von Hof und Laube

Der gemeine Laubsack hat sich ins Gespräch gebracht, justament, als kein Mensch an Laub und Sack gedacht hat. Bislang zählte die Fügung aus beidem zu den eher trefflichen Erfindungen in der Stadt: Man kaufte besagte Säcke, füllte sie Blatt für Blatt aus Hof und Garten, schaffte sie – immerhin 200 000 im vorigen Jahr – höchstselbst zum nächstgelegenen Recyclinghof, bekam bei Ablieferung...

Bernd Kammer

Es wird geredet und nicht gestreikt

Die Berliner bleiben voraussichtlich zumindest bis kommenden Donnerstag von Streikaktionen bei der BVG verschont. Dann wollen die Gewerkschaft ver.di und die Arbeitgeber ihre Sondierungsgespräche fortsetzen, die gestern nach fünf Stunden unterbrochen wurden. Endgültig entscheidet aber erst heute die Große Tarifkommission von ver.di, ob Busse und Bahnen weiter rollen.Über Ergebnisse des gestrigen T...

Jörg Meyer

Mehr Fahrräder, aber zu viel Lärm

Berlins Verkehr wird umweltfreundlicher, ist jedoch zu laut. Das sind zwei Ergebnisse der neuen Broschüre »Mobilität der Stadt« von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Der Abteilungsleiter »Verkehr«, Friedemann Kunst, stellte die zweijährlich erscheinende Studie zur Verkehrsentwicklung gestern vor. Danach steigen die Zahlen der Nutzer von Bus, Bahn und Fahrrad seit einigen Jahren an, nachde...

Seite 18
ndPlusMarina Mai

Besorgte Tibeter wollen Vermittler

Tibeter in Berlin sind eine sehr kleine Gruppe. Die Tibet-Initiative schätzt die Zahl zwischen 30 und 40. In Brandenburg sollen es weniger als 10 sein. Die Zahlen sind Schätzungen. Amtliche Statistiken fehlen, weil Tibeter von den Behörden als Chinesen geführt werden. Oder auch als Schweizer, denn das neutrale Gebirgsland ist seit Jahren Hauptzielland für Asylsuchende aus Tibet. Dort liegt auch da...

100 Jahre Stadtrecht für den Ort Lichtenberg

100 Jahre Stadtrecht für den Ort Lichtenberg

(ND). Am 1. April ist es 100 Jahre her, dass dem Ort Lichtenberg das Stadtrecht verliehen wurde. Rund 71 000 Menschen lebten damals dort, erläuterte das Bezirksamt. Nach der Bekanntmachung im Reichs- und Königlich Preußischen Staatsanzeiger Nr. 263 im November 1907 wurde mit dem Aufbau der neuen Verwaltung begonnen. Die Stadtverordnetenversammlung trat am 20. Januar 1908 im festlich geschmückten S...

Seite 23
Almut Schröter

Absahnen und Tee trinken

Ein vom Hartz-IV-Schicksal geplagtes Kind will Dampfer fahren, und dafür reicht die Haushaltskasse nicht? Kein Problem. Öffentliche Verkehrsmittel bringen die Familie per Sozialticket zur nächstgelegenen BVG-Fähre. Auch mit der kann man »in See stechen«. Das ist ein guter, wenn auch der einzige Tipp für Kinder in dem Buch »Berlin für Arme« aus dem Eichborn Verlag. Ansonsten haben die Autoren Bernd...

ndPlusTom Mustroph

Bevor das Kind in den Brunnen fällt

Bis Ende des Jahres erhält das letzte Ensembletheater der freien Szene Berlins mit eigener Spielstätte zwar noch Basisförderung. Danach ist aber Schluss, befürchtet Matthias Horn. Nach einem Gespräch in der Senatskulturverwaltung ging der Leiter des Orphtheaters mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit.»Wir wollen Alarm schlagen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist«, begründet er se...

Seite 24
ndPlusWilfried Neiße

Mehr Geld für Universitäten

Im Zuge der geplanten Novellierung des Hochschulgesetzes will die oppositionelle Linkspartei die Machtfülle von Professoren beschneiden. »Die Bedeutung des Bereichs für die Landeszukunft rechtfertigt außerdem das Ausgeben von deutlich mehr Geld«, sagte gestern der hochschulpolitische Sprecher Peer Jürgens. Er legte einen Entwicklungsplan vor, der eine personelle Ausweitung des Mittelbaus an den Ho...

Hanno Harnisch

Kleist Oper – gelungenes Wagnis

Das Brandenburger Theater schafft es immer wieder, mit Stoffen aufzuwarten, die keine andere Bühne sich auch nur im Entferntesten antun würde. Positiv betrachtet – und genau so soll es sein – heißt das: Mut und Innovation haben sich durchgesetzt im CulturCongressCentrum der Havelstadt. Es ist eigentlich kein schöner Saal, eher geeignet für Parteitage oder Estrade, aber er hat einen gro...