Ausgabe vom 21.07.2008

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Unten links

Betrug ist eine schlimme Sache; wenn er aber zu Ehrlichkeit führt, sieht es schon anders aus. Gänzlich möchte man den Betrügern vergeben, wenn sie eine Behörde nötigen, die Wahrheit laut und deutlich zu sagen. So geschehen wegen einer fingierten Werbemail, die zum Aufsuchen dubioser Internetseiten auffordert und in der suggeriert wird, die Bundesagentur für Arbeit verteile Geldgeschenke. Dazu stel...

ndPlusJürgen Reents

Standpunkt

Der geplante Auftritt von Barack Obama in Berlin erhitzt weiter die politischen Gemüter in Deutschland. Nachdem die Bundeskanzlerin sich erfolgreich zur Brandenburger Torhüterin aufgeschwungen hat, wollen CDU und FDP dem US-Präsidentschaftskandidaten nun auch den »Großen Stern« versperren: Die dortige Siegessäule böte eine »unglückliche Symbolik«. Sie ist von Hitler auf diesen Platz umgestellt wor...

Gelöbnis hinter Absperrgittern

Gelöbnis hinter Absperrgittern

Erstmals auf dem Platz vor dem Reichstag legten gestern 500 Rekruten am Jahrestag des am 20. Juli 1944 gescheiterten Attentates auf Hitler ihr Gelöbnis ab. Aus gleichem Anlass ehrte die Bundesregierung zuvor mit einer Gedenkfeier im Berliner Bendlerblock die Wehrmachts-Offiziere um Stauffenberg.

USA: Iran muss sich entscheiden

Die USA drohen Iran im Atomstreit mit verstärktem Druck des Westens. Israels Generalstabschef reiste vor diesem Hintergrund nach Washington.

Seite 2
Ralf Klingsieck, Paris

Sarkozy muss bis zuletzt bangen

Wenn am Montagnachmittag die 908 Senatoren und Abgeordneten der französischen Nationalversammlung zur gemeinsamen Sitzung in Versailles zusammenkommen, um über eine von Sarkozy gewünschte Verfassungsänderung abzustimmen, ist das Ergebnis ungewiss.

»Das Fleisch gequälter Tiere ist niemals koscher«

»Das Fleisch gequälter Tiere ist niemals koscher«

Der in Judentum und Islam praktizierte, religiös begründete Brauch des Schächtens darf in Deutschland praktiziert werden, wenn eine Ausnahmegenehmigung vorliegt. Die Bundestierärztekammer forderte jetzt ein definitives Verbot des betäubungslosen Schlachtens – wegen »Tierquälerei«. Der Zentralrat der Juden in Deutschland erklärte daraufhin, die Veterinärorganisation würde religiöse Vorurteile schüren. Die jüdische Publizistin Hanna Rheinz sieht das anders und schrieb einen Offenen Brief an die Präsidentin des Zentralrates, Charlotte Knobloch.

Seite 3
Folke Havekost, Hamburg

»Jeder wollte noch etwas Gutes tun«

Je länger es dauert, desto größer fällt die Kuba-Begeisterung am Millerntor aus. Ein Tor nach dem anderen kassieren die ausgelaugten Karibik-Kicker, und ab dem 0:4 feuern auch St. Pauli-Fans den unterlegenen Gegner an.

Seite 4
Michael Müller

Mit Missachtung?

Immer wenn es bei der Tour de France so richtig spritzig zugeht, werden Rufe laut, das verdopte Unternehmen endgültig mit Missachtung zu strafen. Da nicht mehr die Uhr über Platzierungen befindet, sondern das Dopinglabor – was habe das noch mit Sport zu tun? Leider sehr viel. Für den Hochleistungs-Profi(t)sport insgesamt mag die Tour de France zwar nicht repräsentativ sein, exemplarisch ist ...

Uwe Kalbe

Frappierend ähnlich

Möglicherweise ist die Zeit nun zu Ende, da die veröffentlichte Meinung in Günther Beckstein und Erwin Huber nur ein müdes Abbild Stoibers erkennt, was schon in peinliche verspätete Heldengesänge auf den einstigen Lieblingspolitiker der deutschen Kabarettszene ausartete. Sechs Minuten Beifall für Beckstein haben die Chronisten des Personenkults nun säuberlich vermerkt, sechs Minuten, die die bayer...

ndPlusIngolf Bossenz

Maßstäbe der Macht

Papst Benedikt XVI. versteht es, sich zu steigern. Bei seiner USA-Reise im April hatte das Kirchenoberhaupt seine »Scham« über die Hunderte von Fällen sexuellen Missbrauchs durch römisch-katholische Priester ausgedrückt. Eine öffentliche Entschuldigung blieb damals aus. Das holte der Pontifex jetzt beim Besuch in Australien nach, indem er neben dem Bekenntnis der »Scham« das von den Opfern Durchli...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Gleichnisse

Auf obigem Foto steht Schärfe gegen Unschärfe, Vorder- gegen Hintergrund. Nein, nicht: gegen. Ursula Ehlers-Dorst ist seit Jahrzehnten die Frau hinter dem Dramatiker Tankred Dorst: Sie ist die Mitarbeiterin an all seinen Stücken – mit dem diesjährigen »Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken« erfährt diese Gemeinsamkeit ihre Würdigung. Über dreißig Stücke verfasste Dorst; die Maßgebl...

ndPlusHanno Harnisch

Kurz bei »Bild.de« verweilen

Ein ganz normaler Sonntagmorgen in Deutschland. Die Morgensonne scheint. Für den Tag sind heftige Schauer avisiert. Ich werde auch heute keine »Bild am Sonntag« an der Tankstelle kaufen. Vor mir liegt die »Münchener Erklärung« von namhaften Deutschen Zeitungsverlegern. Sie haben ARD und ZDF den Kampf angesagt. Wegen ihres Online-Auftrittes. Die »Freiheit der Meinung« sei in Gefahr, also die Freihe...

Seite 5

Schäuble verteidigt Frontex-Einsätze

Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat verstärkte Anstrengungen im Kampf gegen Schleuserbanden gefordert und Kritik von Menschenrechtsorganisationen zurückgewiesen.

ndPlusRalf Isermann

CSU-Tandem hat nun Kapitän

Lange wurde in der CSU gerätselt, ob ein Tandem mit zwei Männern am Steuer nicht irgendwann vor die Wand fahren muss. Seit dem Wochenende ist diese Frage beantwortet.

Seite 6

Mit »Buntem Buffet« gegen Neonazis

Gera/Güstrow (epdND). Rund 1000 Menschen haben am Sonnabend in Gera mit einem Bürgerfest gegen ein zeitgleich verlaufendes Konzert von Neonazi-Gruppen protestiert. Den Auftakt des Bürgerfestes bildete ein ökumenisches Friedensgebet. Daran schloss sich unter dem Motto »Gera bunt, tolerant und weltoffen – Kein Platz für Nazis!« ein Demonstrationszug durch das Zentrum der ostthüringischen Stadt...

ndPlusHendrik Lasch, Freiberg

Klausel gegen Rechts trifft roten Radler

Per Gesetzesklausel wollte Sachsen rechte Straftäter aus dem Landtag fernhalten. Der Erste, dem das Geld gestrichen wird, ist indes Mitarbeiter einer linken Abgeordneten. Nun verhandelt das Verfassungsgericht.

Velten Schäfer, Rossow

Clowns besiegen Feldjäger

Seit dem G-8-Gipfel schalten sich verstärkt linke Gruppen aus den Städten in den lokalen Widerstand gegen den »Luft-Boden-Schießplatz« in der Ruppiner Heide ein. Deren militanter Stil erschreckt manche Einheimische – doch im Notfall wird man sich zusammenraufen, glauben die Besetzer.

Seite 7

Orden für Margot Honecker

Managua (dpa/AFP/ND). Margot Honecker, die in Chile lebende Witwe des früheren DDR-Staatsratsvorsitzenden und SED-Generalsekretärs Erich Honecker (1912-1994), ist in Nicaragua mit dem Orden »Ruben Darío« ausgezeichnet worden.Bei einer Feier zur Erinnerung an die Machtübernahme der linken Sandinisten vor 29 Jahren ehrte Präsident Daniel Ortega auch Aleyda March, die Witwe der argentinisch-kubanisch...

ndPlusBenjamin Beutler

Präsidententreffen im Dschungel

Am Freitag schlossen Boliviens Präsident Evo Morales, Venezuelas Staatschef Hugo Chávez und Brasiliens Oberhaupt Luiz Inácio Lula da Silva ein für die Integration Südamerikas bedeutendes Abkommen.

Hilmar König, Delhi

Neues Zweckbündnis in Nepal formiert

Nepal hat seit dem Wochenende zwar einen Vizepräsidenten, aber noch keinen Präsidenten. An diesem Montag wird die Wahl des Staatsoberhaupts mit einer zweiten Abstimmungsrunde fortgesetzt, da im ersten Durchgang kein Kandidat die erforderliche Stimmenzahl erhielt.

Seite 8
ndPlusJulian Bartosz, Wroclaw

Fragwürdige Gerechtigkeit

Die Nachkommen von etwa 250 000 früheren Eigentümern von Schlössern, Herrenhöfen, Residenzen, Häusern und Grundstücken, die im Zuge der Reformen nach dem zweiten Weltkrieg und der ost-westlichen Gebietsverschiebungen dem polnischen Staat oder den Gemeinden zugefallen waren, fordern unnachgiebig die Rückgabe ihres Erbes.

Hilmar König, Delhi

Fällt Indiens Regierung über den Atompakt mit den USA?

Nachdem Indiens Linke der Regierung von Premier Manmohan Singh Anfang Juli wegen des Atomdeals mit den USA die Unterstützung gekündigt hatte, wurde ein Misstrauensvotum in der Lok Sabha, dem Unterhaus des indischen Parlaments, unabwendbar. Die Regierung der Vereinten Progressiven Allianz (VPA) verfügt nicht mehr über eine Mehrheit. Übersteht sie die Abstimmung am Dienstag nicht, wird es wohl Neuwahlen in Indien geben.

Die neuen Leiden des Gordon Brown
Ian King, London

Die neuen Leiden des Gordon Brown

Es sieht nicht gut aus für den britischen Premierminister Gordon Brown. Streiks, steigende Preise und Arbeitslosigkeit sowie eine schwierige Nachwahl in Glasgow könnten dem Regierungschef den vorzeitigen politischen Abschied bringen.

Seite 9

ICE-Züge wieder voll im Einsatz

Berlin (AFP/ND). Die Überprüfung der ICE-3-Züge nach dem Unfall am Kölner Hauptbahnhof hat nach Angaben der Deutschen Bahn keine Auffälligkeiten ergeben. Die Untersuchung der 61 Züge sei am Wochenende abgeschlossen worden, erklärte ein Sprecher am Sonntag. Die Fahrzeuge stünden nun wieder für den normalen Betrieb zur Verfügung.Bei der Suche nach der Unfallursache schließen Experten laut »Spiegel« ...

Kohle-Lobby macht mobil

Köln/Hannover (ND/dpa). Die Bundesregierung und die Stromkonzerne planen offenbar längere Laufzeiten für alte Kohlekraftwerke. Dies berichtet das Wirtschaftsmagazin »Capital« unter Berufung auf das Protokoll eines geheimen Krisentreffens im Bundeswirtschaftsministerium. In dem der Zeitschrift vorliegenden Protokoll über das Gespräch vom 24. April heiße es: »Eine Stromlücke im Sinne einer drohenden...

Ulrike Henning

Höhere Kosten für Versicherte

Je näher die Einführung des Gesundheitsfonds in Deutschland zum 1. Januar 2009 rückt, desto lauter werden die kritischen Stimmen. Was bringt die Neuerung den Versicherten und Patienten? Darüber diskutierten Vertreter von Krankenkassen vergangene Woche auf einer privatwirtschaftlich organisierten Konferenz in Berlin.

ndPlusAnnegret Mathari, Genf

Neuer Anlauf für Welthandelsrunde

Die heute beginnenden Gespräche über mehr Freihandel mit Agrar- und Industriegütern gelten als letzte Chance für einen raschen Abschluss der Doha-Runde der Welthandelsorganisation (WTO).

Seite 10
ndPlusTom Kirschey

Sommerliche Chimäre

Erneut beschäftigte vergangene Woche der Kormoran das Europaparlament. Mitglieder des Fischereiausschusses wollen ein EU- weites »Management« durchsetzen – ein Instrument, um die rechtlich geschützten Vögel dezimieren zu können. Als Begründung muss der Hunger des Kormorans zum Hauptfaktor des Niedergangs der Binnen- und Küstenfischerei stilisiert werden. Faktoren wie Überfischung, Vergiftung...

Hendrik Lasch, Dresden

Sachsen radeln hinterher

Durch Sachsen führt mit dem Elberadweg die beliebteste Fahrradroute Deutschlands. Abseits der Vorzeigestrecke werden Radler aber eher stiefmütterlich behandelt. Das liegt nicht nur am gebirgigen Terrain.

ndPlusWalter Schmidt

Nicht nur aus Pappe

Getränkekartons gelten offiziell als ähnlich umweltschonend wie Mehrwegflaschen – vor allem wegen der Fortschritte in Produktion und Recycling. Doch Umweltschützer bleiben skeptisch. Allerdings gilt ihr eigentlicher Kampf längst der PET-Flasche.

Seite 11
ndPlusManfred Loimeier

Ivan Vladislavic zeigt Grenzen der Metropole

Die Republik Südafrika war lange Zeit ein Land der Grenzen und der Mauern – und ist es in gewisser Weise immer noch. Zwar sind die Rassenschranken der Apartheid-Politik offiziell gefallen, aber als mentale Komponenten einer Gesellschaft lassen sich Abgrenzung, Eingrenzung und Ausgrenzung so schnell nicht beseitigen. Die aus Zimbabwe stammende und leider schon verstorbene Schriftstellerin Yvo...

ndPlusPeter Maiwald

Der Geduldige

W enn der Geduldige erwacht, denkt er: Abwarten und Tee trinken. Dann wartet er ab und trinkt Tee. Mal sehen, was der Tag so bringt, denkt der Geduldige und sieht in die Morgenzeitung. Der Geduldige ist ein großer Zeitungsleser. Er nimmt Unmengen von bedrucktem Papier zu sich. Er liebt Papier, weil es so ist wie er: geduldig. Ungeduldige lesen keine Zeitungen. Sie halten die Nachrichten nicht aus....

Martina Jammers

»Wichtiger als Kandinsky«

Unentschlossen pendelt der 1858 im ostpreußischen Tapiau geborene Maler um die Jahrhundertwende zwischen München, wo er seit 1880 das Studium an der Kunstakademie aufgenommen hatte, und Berlin, das gerade der bayerischen Hauptstadt den Status als führende deutsche Kunstmetropole abspenstig machte. Lovis Corinth und der elf Jahre ältere Max Liebermann malen sich emsig gegenseitig: ein friedlicher W...

Seite 12

Preise an Nachwuchs

Mit der feierlichen Preisverleihung und einem Konzert der Preisträger in der Thomaskirche ist am Sonnabend der 16. Leipziger Bach-Wettbewerb ausgeklungen. Insgesamt hatten sich 95 Musiker aus 23 Ländern in den Fachrichtungen Orgel, Gesang und Violoncello um den begehrten Titel »Bachpreisträger« sowie um Preisgelder in Höhe von insgesamt rund 70 000 Euro beworben, teilte das Bach-Archiv in der Mess...

ndPlusUli Gellermann

Patentfreiheit auf dem Mond

Einen Dialog zwischen Geistes- und Naturwissenschaften will die »edition unseld« des Suhrkamp-Verlages herstellen. Die Philosophen könnten mit den Physikern reden, über das Tempo der Endlichkeit der Welt vielleicht. Die Migrationsforscher mit den Ernährungswissenschaftlern darüber, wie man einer wachsenden Zahl Flüchtender ihre Heimat durch ausreichende Mengen Essen retten könnte. Vielleicht sogar...

Martin Hatzius

Kerzenschein im Sonnenlicht

Als im Dezember 1978 mit »Back to Earth« das letzte Studio-Album von Cat Stevens erschien, existierte Cat Stevens streng genommen überhaupt nicht mehr. Ein Jahr zuvor war der Star zum Islam konvertiert. Am 4. Juli 1978 hatte er seinen Namen in Yusuf Islam ändern lassen. Die letzte Cat-Stevens-Platte ist nur zustande gekommen, weil die Plattenfirma Island Records auf die Einhaltung bestehender Vert...

Seite 13

Handverlesen für Peking

Die schlaflosen Nächte sind für Heiner Brand und Armin Emrich vorerst vorbei. Mit der Nominierung und Meldung ihres jeweils 15-köpfigen Kaders an den Deutschen Olympischen Sportbund haben die beiden Handball-Bundestrainer die kniffligsten Entscheidungen vor den Olympischen Spielen hinter sich gebracht. »Es tut einem auch selbst weh, wenn man Spielern sagen muss, dass sie nicht dabei sind«, gestand...

ndPlusTom Mustroph, Prato Nevoso

Schleck schlüpft ins gelbe Trikot

Gemächlich und trist hatte die 15. Etappe der Tour de France begonnen. Doch sie entwickelte zu einem famosen Spektakel, das der Australier Simon Gerrans mit einem Etappensieg und Frank Schleck mit der Übernahme des gelben Trikots krönten. Unter Regenschauern und bei bitterer Kälte (9 Grad Celsius) sowie schwer gezeichnet von den Dopingereignissen hatte die Tour ihr Heimatland verlassen. Auf der it...

Von Weiß zu Gelb?

Von Weiß zu Gelb?

Das weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers der Tour de France hat Christian Vandevelde schon einmal getragen. 1999 war das, in dem Jahr, in dem ein gewisser Lance Armstrong den ersten von sieben Anschlägen auf die Tour de France gelandet hatte. Vandevelde war damals im Aufgebot von Armstrongs US Postal-Team. Auch 2001 steuerte der Mann aus Illinois zum Triumph des Texaners seinen Anteil bei. Arm...

Bodmer düpiert Skisprungasse

Ein Junior hat bei den deutschen Meisterschaften der nordischen Skisportler in Klingenthal allen Favoriten die Show gestohlen. Der erst 17-jährige Pascal Bodmer sicherte sich am Samstagabend beim Skispringen von der Großschanze erstmals den nationalen Titel. Der blonde Schwabe aus Meßstetten sprang zweimal 129,5 Meter und ließ die routinierten Georg Späth aus Oberstdorf (129,5 + 125,5) und Michael...

Seite 14

Olympiateam steht

Im Volleyball sind die letzten Entscheidungen über die Besetzungen der deutschen Teams für die Olympischen Spiele in Peking gefallen. Laut Werner von Moltke, Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) sei dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) der Zwölfer-Kader zur Nominierung vorgeschlagen wurde. »Libero ist Thomas Kröger. Das ist die einzige Veränderung gegenüber dem Aufgebot, das di...

»Riesenchancen werden verpasst«

Die deutsche Schachbundesliga ist nach der russischen Mannschaftsmeisterschaft die am besten besetzte nationale Liga der Welt. Doch Qualität macht nicht alles. Bevor die neue Saison beginnt, haben bereits zwei Spitzenvereine, der Godesberger SK und der TSV Bindlach, ihren Rückzug erklärt. ND-Autor RENÉ GRALLA befragt dazu BERND FÖRTSCH (45), Herausgeber des Börsenmagazins Der Aktionär, das zugleich Hauptsponsor von Bindlach ist.

Seite 15

Verweigerung

Es gibt Branchen, da gehört das Klagen zum Handwerk. Händler zum Beispiel können nicht genug jammern. Ob vor oder nach Weihnachten, zwischen Ostern und Pfingsten, mitten im schönsten oder verregneten Sommer. Das Mitleid ihrer Kunden hält sich in Grenzen. Ihnen bleibt rätselhaft, wie plötzlich Rabatte auf ein Textil, ein Möbel oder ein Gartengerät bis zu 75 Prozent möglich sind. Zumal der Handel zu...

Gute Nacht für Fußball im Free-TV?

Die Sorge um Millionenverluste bei der TV-Vermarktung treibt die Deutsche Fußball Liga (DFL) und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) zum Schulterschluss gegen das Bundeskartellamt. Beide übten scharfe Kritik an den Wettbewerbshütern, die weiterhin eine Zusammenfassung der Bundesliga-Spiele am Samstag vor 20 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen (Free TV) fordern. Der Sechsjahresvertrag der DFL mit der K...

Günter Berg

Fünf Siege auf dem Beetzsee

Der deutsche Ruder-Nachwuchs kann sich wieder sehen lassen. Bei der U23-Weltmeisterschaft auf dem Brandenburger Beetzsee zog die deutsche Rollsitz-Garde immerhin zwölf Medaillen an Land. Besonders erfreulich das Abschneiden der deutschen Boote in den 14 olympischen Bootsklassen. Mit fünfmal Gold, zweimal Silber und zweimal Bronze kann sich die Bilanz sehen lassen. Mit dem überlegenen Sieg im Viere...

ndPlusRainer Funke

Detektive beobachten die Baustellen

Vor den Razzien auf Baustellen in Berlin und der Region tun sich oftmals Detektive um – nicht selten tagelang, undercover, rund um die Uhr sich einander abwechselnd. Sie suchen nach Lieferwagen ohne Firmenlogos, schauen nach, ob Leute ohne Sicherheitsbekleidung arbeiten. Diese und andere Merkmale deuten auf Schwarzarbeit hin. »In vielen Fällen haben wir es mit profihaft-kriminell vorbereitet...

ndPlusSteffi Bey

Märchenhafte bunte Mischung

Wenn Architektur tatsächlich Lebensfreude bedeutet, dann kann dieser Satz wohl nur hier geprägt worden sein: Am südöstlichen Stadtrand Berlins, wo von der pulsierenden Hauptstadt nur wenig zu spüren ist.In Falkenberg, zwischen den Straßen Akazienhof und Gartenstadtweg, ist es auffällig bunt. Die Fassaden der fast 100-jährigen Gebäude wirken wie große Farbtupfer in einem kleinen Siedlungsgebiet. In...

Seite 16
Wolfgang Weiß

Schlangenrutschbahn zum Amazonas

Wo sich heute eine von Unkraut überwucherte und mit wildem Strauchwerk bewachsene Brache befindet, soll in wenigen Jahren ein neuer Anziehungspunkt für Kinder aus ganz Berlin und Besucher der Stadt entstehen. Auf dem Gelände des abgebrannten Restaurants Plänterwald im Treptower Park erfolgte am Sonnabend der erste Spatenstich für ein ehrgeiziges, kinderfreundliches Projekt – den Weltkindersp...

Seite 17
ndPlusLucía Tirado

Eine Sommanachtstaraum

Auch Elfen brauchen eine Arbeitsbeschafferin. Deshalb ist Heidemarie Schinkel, Leiterin des Weddinger Arbeitsamtes, in der Theater-Sitcom »Gutes Wedding, schlechtes Wedding« (GWSW) goldrichtig als sächselnde Titania im Walde bei der Inszenierung »Eine Sommanachtstaraum«. Mit der frei nach Shakespeare von Constanze Behrends Tautorat geschaffenen Fassung des wilden Sommernachtstraumes, in der die we...

Tom Mustroph

Leere als Chance

Das mechanische Auge der Kamera gleitet über weite, menschenleere Landschaften. Es tastet die Mauern von Wohnhäusern, Industrieanlagen und Bahnhöfen ab, die längst verlassen sind. Fenster und Türen dieser Gebäude sind verbarrikadiert oder zerstört. Vergleicht man diese Fassaden mit einem Gesicht, so wirken sie verwüstet, blind und entstellt.Die Kamera des Films »Neuland« von Daniel Kunle und Holge...

ndPlusAnouk Meyer

An der Ecke direkt an der Grenze

»Baiz« heißt im Badischen und im Basler Dialekt soviel wie Eckkneipe, und dementsprechend liegt die Kultur- und Schankwirtschaft Baiz an der Ecke Tor-/Christinenstraße und somit direkt an der Grenze zwischen Prenzlauer Berg und Mitte. Eine angenehme, entspannte Alternative für alle, die gerne auf Schickeria und Trends verzichten und politisch eher links liegen, denn aus dieser Richtung kommen sowo...

Seite 18
Andreas Fritsche

Konservativer Konservator

Als Ferdinand von Quast (1807- 1877) im Jahre 1843 zum ersten preußischen Konservator der Kunstdenkmäler avancierte, geschah dies auch als ein Ergebnis der Stein-Hardenbergschen Reformen. Politisch gesehen war der Architekt allerdings ein Konservativer. Trotzdem könnte sich die linke Szene in aktuellen Debatten, so etwa um den geplanten Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche, getrost auf diesen...

ndPlusWilfried Neiße

Die Frösche im Teich und im Büro

Der gebotene weitere Personalabbau in der Landesverwaltung stößt aus Sicht der Regierung an seine Grenzen. Sie rechnet nicht mit einer Abnahme, sondern mit einer Zunahme der Aufgaben durch Vorgaben der EU und des Bundes. Schon in der Vergangenheit sei die Zahl der effektiv gestrichenen Aufgaben »sehr gering« gewesen. In einem Bericht legt das Kabinett dar, dass diese Umstände dazu zwingen, »weiter...

Rosi Blaschke

Havelland-Maler im Kossätenhaus

Die Gemeinde Schwielowsee wird um eine Attraktion reicher. Am 26. Juli um elf Uhr öffnet im Ortsteil Ferch das Museum der Havelländischen Malerkolonie im rekonstruierten Kossätenhaus. Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) ist stolz auf die neuerliche Errungenschaft, für die auch Fördermittel flossen. Das Museum wird Werke havelländischer Maler präsentieren, die vor allem Landschaften und Stillleben ...