Ausgabe vom 19.11.2008

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Unten links

Weil eine Österreicherin einen Frosch im Spinat fand, hat sie sich bitterlich beklagt. Ihr habe sich der Magen umgedreht. Das Handelsunternehmen schob als Entschädigung drei Päckchen Kaffee rüber. Vielleicht hatte die Frau aber ein Schnäppchen gemacht. Denn für Froschschenkel an Rahmspinat würden Feinschmecker schon einen größeren Schein hinlegen. Wahrscheinlich war nur die Verpackung falsch. Soll...

ndPlusJürgen Amendt

Standpunkt

Besser geht nimmer! Oder doch? »Euphorie statt PISA-Schock« titelte gestern eine Nachrichtenagentur die Meldung zur Veröffentlichung der Ergebnisse des innerdeutschen PISA-Vergleichs. Die Überschrift passte zur Selbstbeweihräucherung der Kultusminister am gestrigen Tag. Alle Länder sind besser geworden, die ostdeutschen sind Spitze und selbst ganz unten gibt es Fortschritte. Gut, die Chancengerech...

Zinssätze vergleichen und Konditionen prüfen

Kaum eine Geldanlage ist so beliebt wie das Tagesgeld: Auch wenn die Zinsen nun wieder sinken, macht die schnelle Verfügbarkeit diese Anlageform attraktiv. Bei der Auswahl des richtigen Kontos sind aber einige Dinge zu beachten. Was ist ein Tagesgeldkonto genau? Im Gegensatz zu Sparbuch oder Festgeld ist Tagesgeld jeden Tag verfügbar. Dafür kann die Bank ihre Zinsen theoretisch aber auch täglich ä...

ndPlusJürgen Amendt

PISA-Euphorie auf Sparflamme

Sachsen ist der Sieger beim innerdeutschen PISA-Vergleich (PISA E), dessen Ergebnisse gestern in Berlin vorgestellt wurden. Das Land schnitt vor allem bei den Naturwissenschaften sehr gut ab. Insgesamt erreichten die Schüler in den meisten Bundesländern Ergebnisse, die über dem internationalen Durchschnitt liegen. Sorge bereitet nach wie vor die fehlende Chancengleichheit.

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Zuzahlung

Kassen- und Privatpatienten werden im Krankenhaus grundsätzlich gleich behandelt. Grund dafür sind die so genannten diagnoseorientierten Fallpauschalen (Diagnosis Related Groups – DRG) sowie die festgelegten Zu- und Abschläge, nach denen die Kliniken entlohnt werden und die für gesetzlich wie privat Versicherte gleichermaßen gelten. Mit den DRG wurden die Therapien gewissermaßen normiert und...

H.-G. Öfinger

Eine nicht ganz neue Übung

Anders als der Bundestag kann sich der hessische Landtag mit absoluter Mehrheit selbst auflösen. Dies geht aus Artikel 80 und 81 der Landesverfassung hervor. Die Neuwahl ist binnen 60 Tagen fällig.

ndPlusHans-Gerd Öfinger

LINKE – Zünglein an der Waage

Dass mit dem Einzug der LINKEN in den Landtag außerparlamentarische Protestbewegungen eine Stimme im Landtag bekamen, war Koch und den Seinen von Anfang an ein Dorn im Auge. Der Ministerpräsident und seine Mitstreiter, die in der nationalkonservativen Tradition der früheren CDU-Landeschefs Dregger und Kanther stehen, haben sich nie damit abgefunden, dass hier die LINKE – anders als in Hambur...

Patientin falsch informiert

Eine Patientin ließ bei einem Schönheitschirurgen zwei kosmetische Operationen durchführen. Vorher hatte die Frau den Arzt über ihre Krankheiten informiert – danach hätte er ihr von dem Eingriff eigentlich abraten müssen. Denn angesichts ihrer Vorerkrankungen stellten die Operationen ein großes Risiko dar. Weil er um das dicke Honorar bangte, sagte der Mediziner lieber nicht die Wahrheit. Pr...

Harry Nick

Gewissensnöte?

Wenn in der politischen Debatte Argumentationsnöte auftreten, ist immer wieder von Gewissen die Rede, dem allein man zu gehorchen habe. Und das soll heißen: Rede hier niemand demjenigen herein, der sich auf sein Gewissen beruft, sondern respektiere die Gewissensentscheidung und widerspreche nicht. Eine höhere Weihe könne eine persönliche Entscheidung gar nicht erlangen als das Urteil des eigenen G...

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Koch und seine Freunde wittern Morgenluft

Zu seiner vermutlich letzten Sitzung in einer kurzen und spannungsgeladenen Legislaturperiode tritt der 17. hessische Landtag am heutigen Mittwoch in Wiesbaden zusammen. Danach beginnt ein harter Winterwahlkampf. Am 18. Januar, knapp ein Jahr nach der letzten Wahl, werden die Bürger im Sechs-Millionen-Land wieder an die Wahlurne gerufen.

Geld von der Firma nur auf Antrag

Arbeitnehmer erhalten ab Januar 2009 von ihrer Firma wieder einen höheren Zuschuss zur privaten Krankenversicherung. Er steigt von monatlich maximal 250,20 Euro in diesem Jahr auf 257,25 Euro. Das ergibt sich aus der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze von 3600 auf 3675 Euro monatlich und den Regelungen des Sozialgesetzbuches V.

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Betriebskostenposition 15

Nachdem ich in die neu gemietete Wohnung einzog, bemerkte ich eine Anschlussdose für den Fernsehempfang über Kabel. Jetzt hörte ich, dass ich dafür Betriebskosten zahlen muss, gehört das nicht zur Grundmiete? Hans-Joachim F., Berlin Zu der im Mietvertrag vereinbarten Grundmiete gehört in der Regel immer auch der Verweis auf die Übernahme von Betriebskosten (Nebenkosten) durch den Mieter. Ein Besta...

Unwirksamkeit wegen einiger Mängel

Eine Heizkostenabrechnung ist unwirksam, wenn sie nicht an alle Mieter gerichtet ist, die den Mietvertrag einer Wohnung unterschrieben haben. Urteil des Landgerichts Berlin vom 07. Juli 2006, Az. 63 S 342/05.

Ablesung zweimal im Jahr

Ich bin im April 2007 in eine neue Wohnung gezogen. Die Funkheizkostenverteiler (FHKV) wurden nicht abgelesen, weil diese jeden Halbmonat die Werte automatisch abspeichern. In meiner Betriebskostenabrechnung für 2007 war dann der Verbrauchswert eines Funkheizkostenverteilers mit 2800 viel zu hoch. Ein anderer, fast gleich genutzter Heizkörper hatte deutlich weniger Einheiten. Was ist zu tun? Heinz...

Eine wichtige Verpflichtung für jeden

Was ist eigentlich die so genannte Anzeigepflicht für Mieter? Davon habe ich bisher nichts gehört. Bitte erläutern Sie das. Sabine S., Erfurt Mit Anzeigepflicht ist gemeint, dass Mieter verpflichtet sind, dem Vermieter in drei Fällen unverzügliche Mitteilung zu machen: 1. Wenn im Verlauf der Mietzeit ein Mangel an der Mietsache auftritt, 2. wenn zum Schutz der Mietsache unbedingt etwas unternommen...

Haider-Kult und Ortsschilder-Streit in Kärnten
Samuel Stuhlpfarrer, Klagenfurt/Celovec

Haider-Kult und Ortsschilder-Streit in Kärnten

Knapp einen Monat nach dem spektakulären Unfalltod Jörg Haiders herrscht in Kärnten, Österreichs südlichstem Bundesland, dem der Rechtspopulist bis zuletzt als Landeshauptmann (Ministerpräsident) vorgestanden hat, nach wie vor ein Zustand offiziell verordneter Trauer. Ein Klima, unter dem nicht nur die politische Opposition leidet. Auch die slowenische Minderheit in Kärnten, der seit Jahrzehnten fundamentale Rechte verweigert werden, fühlt sich noch mehr an den Rand gedrängt.

»Wir leben wie in einem Gefängnis«

»Wir leben wie in einem Gefängnis«

Dr. Victor Batarseh (Jahrgang 1935) ist seit 2005 Bürgermeister von Bethlehem, der – nach biblischer Überlieferung – Geburtsstadt Christi im palästinensischen Westjordanland. Laut Gesetz muss der Bürgermeister der Stadt deshalb Christ sein. Das Gesetz der palästinensischen Autonomiebehörde wurde unter der Präsidentschaft von Yasser Arafat erlassen. Dr. Batarseh ist römisch-katholisch, praktizierte jahrzehntelang als Arzt und gehörte der Volksfront zur Befreiung Palästinas an. Mit ihm sprach Rolf-Henning Hintze.

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Anspruch auf Abfindung im öffentlichen Dienst?

Mitarbeiter im öffentlichen Dienst der neuen Bundesländer haben bei Kündigungen wegen Personalabbaus Anspruch auf eine Abfindung. Sie beträgt ein Viertel des letzten Monatsgehaltes für jedes volle Arbeitsjahr, legte das Bundesarbeitsgericht in Erfurt kürzlich in einem Urteil fest. (Az: 6 AZR 738/07) Das Gericht gab damit einer medizinisch-technischen Assistentin recht, die bei einer Forschungsgeme...

Wegfall des Arbeitsplatzes allein ist kein Kündigungsgrund

Der Wegfall des bisherigen Arbeitsplatzes rechtfertigt nicht ohne weiteres die Kündigung eines Mitarbeiters. Vielmehr müsse der Arbeitgeber prüfen, ob sich für den Mitarbeiter eine andere Beschäftigungsmöglichkeit im selben oder einem anderen Betrieb des Unternehmens findet. Das entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz in einem kürzlich bekannt gewordenen Urteil. Ohne dies...

Bundesarbeitsgericht: Sozialauswahl nach Alter keine Diskriminierung

Die Einteilung der Mitarbeiter in Altersgruppen bei einer Sozialauswahl ist laut Bundesarbeitsgericht weiterhin zulässig. Das stehe nicht im Widerspruch zum seit 2006 gültigen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, das unter anderem die Altersdiskriminierung verbietet. Das Gericht wies damit kürzlich die Klage eines Karosseriefacharbeiters aus Niedersachsen ab, dem im Alter von 51 Jahren gekündigt w...

René Heilig

Augenklappe-Wirtschaft

Nun ist passiert, worauf alle Experten angstvoll gewartet haben. Piraten haben einen ausgewachsenen Tanker mit zwei Millionen Barrel Rohöl im Bauch gekapert. Wer immer jetzt versucht, das 330 Meter lange Problem, das gegenwärtig vor dem Hafen von Harardere liegt, zu lösen, er muss sehr klug agieren, damit niemand ein Leck in den Rumpf schießt, aus dem sich ein Super-GAU über die Region ergießen wü...

Jürgen Elsässer

Von Koch lernen

Bevor Sozis, Grüne und LINKE weiter jammern, dass Roland Koch nur durch den Verrat von vier SPD-Abgeordneten hessischer Ministerpräsident bleiben konnte, sollten sie die politischen Qualitäten dieses Mannes studieren. Bekanntlich kann man auch vom Gegner lernen. Zu diesen Qualitäten gehört die Bereitschaft, dem Volk »aufs Maul zu schauen« und entsprechend zu handeln, auch wenn es einem ideologisch...

ndPlusOlaf Standke

Hintertüren in Bagdad

Es waren besonders zähe Verhandlungen, fast ein Jahr dauerten sie. Und auch nachdem das irakische Kabinett das Abkommen über die US-amerikanischen Militärstützpunkte im Zweistromland endlich unterzeichnet hat, ist es noch nicht in trockenen Tüchern. So versicherte etwa das Bagdader Außenministerium gestern Teheran nachdrücklich, kein Vertragsartikel lasse zu, dass Irak Ausgangspunkt für Aggression...

Silvia Ottow

Daytrader

Der laut Forbes fünftreichste Mensch in der Bundesrepublik Deutschland hat sich verspekuliert. Man könnte die Schadenfreude darüber siegen lassen, dass ein so erfahrener Manager und Herrscher über Kopfschmerztabletten, Skilifte, Zementtransporter, Windkraftgeneratoren und Schafe den Hals mit einem geschätzten Privatvermögen von 9,2 Milliarden Dollar immer noch nicht voll genug hat. Wenn da nicht d...

Späte Hilfe für NS-Verfolgte?

Späte Hilfe für NS-Verfolgte?

ND: Für erlittenes Unrecht während der Nazi-Diktatur bekommen ehemalige Verfolgte Zahlungen nach dem Bundesentschädigungsgesetz. Einige Opfergruppen wie Homosexuelle oder Sinti und Roma blieben in der Bundesrepublik über Jahrzehnte davon ausgeschlossen. Auch Zwangsarbeiter wurden erst ab 2001 entschädigt, nachdem die Industrie, die von ihrer Arbeit profitiert hatte, mehr als vier Milliarden Euro i...

Bundesurlaubsgesetz: Der Jahresurlaub gilt nur für das laufende Kalenderjahr

Erholung muss sein und ein Mindestmaß an Urlaubstagen ist gesetzlich festgeschrieben. Wie viel Tage Ihnen zustehen, bis wann Sie den Urlaub nehmen müssen oder er Ihnen gewährt werden muss, und was passiert, wenn Sie während des Urlaubs krank werden, ist im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) geregelt. Urlaubsanspruch: Danach stehen jedem Arbeitnehmer pro Kalenderjahr mindestens 24 Werktage (Montag bis Sam...

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Trafo – Blitzgefahr fürs Haus?

Neben unserem Grundstück mit einem Einfamilienhaus steht ein Trafohäuschen. Ich mache mir Sorgen, dass bei den oft heftigen Gewittern im Sommer das eine Gefahr für unser Haus bedeuten könnte. Müssen wir Blitzeinschlag fürchten? Klaus M., Cottbus Auch wenn das heute noch so manche Menschen glauben – Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, dass der Blitz wegen des Trafohäuschens in ihr Haus ...

Verjährungsfrist für Baumängel

Ein Bauunternehmer rüstete 1999 ein Bürogebäude mit einem Wärmedämmverbundsystem aus. Die Arbeit wurde vom Auftraggeber abgenommen. Doch Jahre später (2002, 2003 und 2004) reklamierte er schriftlich Mängel. Lange Zeit reagierte der Bauunternehmer überhaupt nicht. Schließlich schrieb er im November 2004 dem Bauherrn, dass er jeden Schadenersatz verweigere. Der Auftraggeber verklagte den Bauunterneh...

Rolf Gössner nicht mehr ausspioniert

Rolf Gössner nicht mehr ausspioniert

Berlin (ND-Händler). Kurz vor dem morgigen ersten mündlichen Verhandlungstermin am Verwaltungsgericht Köln haben das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und das Bundesinnenministerium dem Gericht offenbar überraschend mitgeteilt, dass die 38-jährige Dauerüberwachung von Rolf Gössner (ND-Foto: Burkhard Lange) »nach aktuell erfolgter Prüfung eingestellt worden ist«. Dies erfuhr ND gestern von Göss...

Jürgen Amendt

Gut, besser, Klassenprimus Sachsen?

Der Spitzenplatz bei der gestern vorgestellten PISA-Studie ist von Sachsens Regierungspolitikern mit Jubel aufgenommen worden. Die CDU wertete das Abschneiden als Bestätigung für ihre Bildungspolitik. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten.

Wer muss für ordnungsgemäße Zufahrt sorgen?

Drei Familien wohnen auf drei hintereinanderliegenden Grundstücken. Zwei Familien müssen das Wegerecht in Anspruch nehmen. Wie und wer muss für eine ordnungsgemäße Zufahrt garantieren und haften und wer übernimmt die Schnee- und Eisbeseitigung? Wer ist verantwortlich für Pflege der vorderen Straßenfront? Horst G., 13051 Berlin 1. Ein Wegerecht ist in der Regel eine Grunddienstbarkeit, durch die si...

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Schulbesuch gesichert

Ein Förderschüler aus dem Eichsfeld darf weiterhin eine Schule in Niedersachsen besuchen. Das hat das Thüringer Oberverwaltungsgericht entschieden und damit dem Schulamt in Worbis widersprochen. Das Amt hatte einer Versetzung aus gesundheitlichen Gründen zugestimmt. Als der Achtjährige jedoch den Förderschwerpunkt in der Schule änderte, sollte er nach Worbis zurückkehren. Hintergrund sind die Kost...

AStA-Mitglieder sind Arbeitnehmer

Jeden Monat erhielten die Vorsitzenden und Referenten des Allgemeinen Studentenausschusses (= AStA) einer Universität eine Aufwandsentschädigung. Dafür müsse die Studentenschaft, die das kleine Entgelt zahlte, Lohnsteuer einbehalten, verlangte das Finanzamt. Die Studentenschaft widersprach: Wie bei selbstständiger Arbeit müssten die Studentenvertreter ihre Steuern selbst abführen. Der Bundesfinanz...

Gehörlose Schülerin möchte ins Internat

Die 20-jährige gehörlose Frau aus Siegen besucht in Essen eine Gehörlosenschule, um das Abitur abzulegen. Sie beantragte bei der zuständigen Sozialbehörde, ihr das Wohnen in einem Internat für Hörbehinderte zu finanzieren. Das lehnte der Sozialhilfeträger ab: Für die erwachsene Frau sei es zumutbar, ihren Wohnsitz nach Essen zu verlegen und eine Wohnung zu suchen. Sie auf Kosten der Sozialhilfe in...

»Erbunwürdig«: Witwe legt dem Nachlassgericht unechtes Testament vor

Ein Ehepaar verfasste 1997 ein gemeinschaftliches Testament und setzte sich gegenseitig als Erben ein. Die Ehefrau schrieb den Text, dann unterzeichnete sie mit ihrem Namen und dem ihres Ehemannes. Er selbst unterschrieb das Testament nicht. Allerdings zeigte der Mann ein paar Wochen später Bekannten das Papier und sagte dazu, »das haben wir gemacht«. Auf die Frage eines der Besucher, ob er das Te...

Steuererklärung: Letzter Termin ist der 31. Dezember – sonst wird es teuer

Es gibt tatsächlich noch Steuerpflichtige, die ihre Steuererklärung für 2007 noch nicht abgeben haben. Für alle Erklärungspflichtige war der Abgabetermin der 2. Juni in diesem Jahr. Bei verspäteter oder Nichtabgabe können die Finanzämter säumige Steuerpflichtige mit Zwangsgeldern und Zuschlägen »bestrafen«. Angesprochene sollten daher schnellstmöglich reagieren, rät der Neue Verband der Lohnsteuer...

René Heilig

Parteifriede in Gefahr?

Der Arbeitskreis Internationale Politik der Bundestag-Linksfraktion hat ein Papier vorgelegt. Zur Diskussion. Doch es gibt einige, die sehen mit dem »Blick nach Münster« die Friedenspflicht unterminiert.

»Der Druck würde wachsen«

»Der Druck würde wachsen«

Der Sekretär der IG BAU, Veit Wilhelmy (Foto: privat), hat eine Petition im Bundestag eingereicht (ND vom 17. 10.), die das politische Streikrecht in Deutschland fordert. Heike Demmel sprach mit ihm für ND über die ersten Reaktionen.

ndPlusHendrik Lasch, Magdeburg

Haseloff muss weiter warten

Die CDU in Sachsen-Anhalt schiebt eine Nachfolgeregelung für Ministerpräsident Wolfgang Böhmer weiter vor sich her. Zunächst will sich die Union für mehr Gerechtigkeit ins Zeug legen.

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Gipfel zum »Anti-Terror-Kampf«

Während Paris und Madrid einen Gipfel zum Kampf gegen den Terror planen, wurde die Mitwirkung des US-Geheimdienstes NSA bei der Festnahme eines ETA-Führers bekannt.

Hannes Hofbauer

Knirschende Koalitionsverhandlungen

Die österreichischen Nationalratswahlen vom 28. September hat die liberal-konservative ÖVP verloren. Bei den Koalitionsverhandlungen seither mimt ihr designierter Parteichef Josef Pröll die führende Kraft. Die SPÖ indes tut so, als ob sie das nicht bemerken würde.

Versandfristen für Pakete zur Weihnachtszeit

In wenigen Wochen ist Heiligabend – aber nicht jeder kann bei den Seinen sein. Damit die Geschenke dennoch pünktlich unterm Christbaum liegen, müssen Weihnachtspakete spätestens zu bestimmten Stichtagen bei der Post sein. Viele Paketdienste garantieren bei bestimmten Abgabeterminen eine rechtzeitige Zustellung zu Weihnachten – natürlich ist das nicht ganz billig. Versandfristen: Bis sp...

Finanztipps: Das sollte in diesem Jahr noch beachtet und erledigt werden

Noch fünf Wochen bis zum neuen Jahr. Abgeltungsteuer, Gesundheitsfonds oder Wechsel der Kfz-Versicherung sind nur drei Punkte für den jährlichen Finanzcheck. Im Folgenden ein Überblick, woran man bis Jahresende noch denken sollte. Letzte Vorbereitungen auf die Abgeltungsteuer treffen: Von Januar 2009 an werden Kapitaleinkünfte pauschal mit 25 Prozent (plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) v...

Seite 8
ndPlusDetlef D. Pries

Hoffnung und Zweifel in Russland

Russlands Reaktion auf die geplante Stationierung des US-amerikanischen »Raketenschirms« in Polen und Tschechien war Gegenstand einer

Finanzen

Steueroptimierte Geldmarktfonds waren bislang ein Verkaufsschlager der Investmentbranche. Weil ein Teil der Fondsrendite aus Kursgewinnen stammt, ist bei mindestens zwölf Monaten Haltedauer der Ertrag teilweise steuerfrei. Doch nach einer aktuellen Gesetzesvorlage des Bundesrates sollen alle Anlegergelder, die nach dem 19. September 2008 in solche Fonds geflossen sind, mit dem Jahreswechsel den St...

Julian Bartosz, Wroclaw

Tusk will Burgfrieden in Polen

Zum ersten Jahrestag seiner Regierungsübernahme schlug Polens Premier Donald Tusk dem Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski und dessen Bruder Lech, dem Staatspräsidenten, einen »Waffenstillstand« vor.

Verbraucherzentrale: Überstürzte Auflösung von Sparanlagen kann unnötig Verluste bringen

Der von der Weltvereinigung der Sparkassen 1924 ausgerufene »Weltspartag« löste in diesem Jahr nicht die üblichen Werbeaktionen von Geldinstituten aus, sondern stand eher im Zeichen der Unsicherheit der Verbraucher. Eine vom Bund geförderte Hotline der Verbraucherzentralen zur Finanzkrise verzeichnete bereits am ersten Tag fünfstellige Anruferzahlen – die Kapazität der sieben Berater, die di...

Gericht: Immobilienfonds sind keine sichere Altersvorsorge

Ein Anlageberater darf einen geschlossenen Immobilienfonds nicht ohne weiteres als sichere Altersvorsorge empfehlen. Das berichtet die Fachzeitschrift OLG-Report unter Berufung auf ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt. Denn nach Meinung der Richter hängt der Erfolg des Fonds regelmäßig davon ab, ob die Immobilien an zahlungsfähige Bewohner vermietet sind. Zumindest über dieses Ausfall...

Michael Lenz, Bangkok

Machtkampf trotz Volkstrauer

Auch die sechstägigen Begräbnisfeierlichkeiten für die verstorbene Prinzessin Galyani konnten die politischen Kämpfe in Thailand nicht beruhigen.

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Weihnachten in Frieden

Weihnachten in Frieden

Eine Reise in Vertrautes, aber auch bislang Ungehörtes wird die Konzerttour »Weihnachten in Frieden« 2008. Den Tönen des Abends gibt eine Frau ihren Atem, die man hierzulande wie kaum jemand anderen mit dem Bild »Weihnacht« verbindet: Aurora Lacasa (Foto: Jürgen Schmidt).Die Tochter spanischer Eltern, die große Teile ihres Lebens als Emigranten im Ausland verbrachten, wurde in Paris geboren, wuchs...

ndPlusPeter Maiwald

Landschaft mit Wüsten

Man glaubt es nicht, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen und gehört hat: Die Karawanen bellen und die Hunde ziehen weiter. Und aus der Oase, aus der wir alle trinken, wird eine Wüste und aus den Wüsten wird eine Oase des wüsten Kapitalismus.Da helfen keine Tränen mehr (zu wenig Trinkwasser!), nicht einmal die des Zorns (zu salzig!). Da kann man sich in die Hosen machen (aus Angst!) oder an...

Im Lande des Spottes
Stefanie Stadel

Im Lande des Spottes

Ein komischer Kerl. Wie er da sitzt, hoch oben auf dem Schornstein. Mit baumelnden Beinen und einer kleinen Flöte zwischen den Lippen bringt James Ensor sich in Pose. Allein über den Dächern von Ostende – so wollte der Maler gesehen werden. Das schräge Foto von 1885 gibt im Wuppertaler Von-der-Heydt-Museum jetzt einen schönen Vorgeschmack auf Ensors großen Auftritt im Kreise von Weggefährten...

Nazi-Führer »führerlos?«
ndPlusManfred Weißbecker

Nazi-Führer »führerlos?«

Mitunter wird der Flügelschlag eines Schmetterlings in den Weiten des Stillen Ozeans bemüht, um globale Klimaveränderungen zu erklären. Doch gilt, was in der Natur tatsächlich Großes zu bewirken vermag, auch für die Gesellschaft? Lässt sich auch da ein Ereignis oder ein einzelner Mensch als Faktor bestimmen, der nicht allein zu realer Geschichte gerinnt, sondern sowohl deren Richtung als auch ihre...

Seite 10
Ulrike Henning

Jeder Zweite wird pflegebedürftig

Jeder zweite Bundesbürger wird mit großer Wahrscheinlichkeit im Laufe seines Lebens pflegebedürftig. Das ist ein Ergebnis des neuen Reports der Gmünder ErsatzKasse (GEK), der am Montag in Berlin vorgestellt wurde.

Seite 11

Tun wir, tun wir was dazu...

»Ob wir rote, gelbe Kragen, Helme oder Hüte tragen, Stiefel tragen oder Schuh...«, weiß das Bürgerlied, »Das tut, das tut nichts dazu.« Ob aber jemand was von »Thor Steinar« trägt, das tut schon was dazu. Denn diese Modemarke ist bei Neonazis so beliebt, dass sie sich bei allen anderen folgerichtig als Un-Mode von selbst verbieten müsste. Wo das nicht geschieht, muss der Chef ran. Wie jener der Be...

Bernd Kammer

Berliner sind arm, aber zufrieden

Die Lage ist mies, aber die Stimmung prima – so lässt sich das Ergebnis einer Studie zusammenfassen, die gestern die Hertie-Stiftung präsentierte. Zumindest ist die Stimmung in Berlin besser, als es die Forscher bei der Befragung von 2000 Bewohnern einer Stadt, in der 20 Prozent der Menschen von Hartz IV leben und nur 42 Prozent erwerbstätig sind, erwartet hätten. »Wir dachten, wir kriegen e...

ndPlusDagobert Kohlmeyer, Dresden

Deutsche sensationell remis gegen Russland

»Ich finde einfach keine Worte«, rang Uwe Bönsch am Montagabend nach Ende der 5. Runde in Dresden geradezu um Fassung. Der Bundestrainer konnte sich nämlich bei der Schacholympiade mit seinen Spielern über ein 2:2 gegen Russland freuen. »Ein Remis gegen das beste Team der Welt ist für uns wahrlich eine kleine Sensation«, sagte der 50-jährige Großmeister. An Brett 1 war die Partie zwischen Arkadij ...

Alexander Sarter

Krise in Rostock verschärft sich

Nach dem sportlichen Offenbarungseid hat für den FC Hansa Rostock der Abstiegskampf begonnen. Der Bundesliga-Absteiger befindet sich nach dem 0:6 (0:2)-Debakel am 13. Spieltag der 2. Liga bei Aufstiegsaspirant 1. FC Kaiserslautern im freien Fall Richtung 3. Liga. Nach der höchsten Pleite seit vier Jahren, dem fünften Spiel in Folge ohne Sieg und dem Absturz auf den 14. Platz haben die Verantwortli...

Andreas Heinz

Lesen macht Kopfzerbrechen

Voller berufsbedingter Zuversicht blickte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) gestern auf das Berliner Ergebnis der PISA-Studie. »Es besteht kein Grund zum Jubeln, aber wir haben auch nicht schlecht abgeschnitten.« Im Vergleich der 16 Bundesländer landete Berlin bei den Naturwissenschaften auf Platz 11, in der Mathematik auf dem 12. und beim Lesen auf dem 9. Rang. So räumte Zöllner auch ein: »Das...

ndPlusMark Stralau

Jones und Rolfes statt Ballack und Frings

Jermaine Jones und Simon Rolfes bilden in Abwesenheit von Kapitän Michael Ballack und Torsten Frings beim diesjährigen letzten offiziellen Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen England heute in Berlin die zentrale Mittelfeldachse. Flankiert werden sie voraussichtlich von Piotr Trochowski und Bastian Schweinsteiger. Eine Alternative auf der Außenbahn könnte aber auch Marko Mari...

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ndPlusFlorian Osuch

»Ein freiwilliger Pflichttermin«

Unter dem Titel »Aus Trauer wird Wut« findet am Samstag eine Demonstration in Gedenken an den 1992 getöteten Hausbesetzer Silvio Meier statt. Wie in vergangenen Jahren führt der Protestmarsch von Friedrichshain in den Lichtenberger Weitlingkiez, einer seit langem als rechte Hochburg bezeichneten Gegend. Andrea Weber ist an der Vorbereitung der Demo beteiligt. »Es ist bemerkenswert, dass sich eine ...

Jörg Meyer

Kultur oder Soziales

»Wir waren damals von einer längerfristigen Nutzung ausgegangen«, sagt Rolf Werner von der Arbeits- und Beschäftigungsgesellschaft mbH (ARBLI). Nachdem das Stadthaus Lichtenberg 2003 bis 2006 saniert wurde, schloss die ARBLI mit dem Bezirkssozialamt eine Kooperationsvereinbarung und begann das Haus mit einem Angebot aus kultureller Begegnungsstätte, Bücherstube und sozialen Beratungen zu nutzen.»I...

Wohnen mit Leuchter
ndPlusUlrike von Leszczynski

Wohnen mit Leuchter

In Berlin leben Obdachlose seit dieser Woche unter Stuck und Kronleuchtern. Ihr ungewöhnlich aufwendig renoviertes Wohnheim in Schöneweide ist ein Kunstprojekt, das aus Spendenmitteln finanziert wurde. Konzeptkünstlerin Miriam Kilali will entwurzelten Menschen auf diese Weise Respekt und Würde zurückgeben. Unter dem Dach des Diakonischen Werkes nennt sich das Haus das »schönste Obdachlosenheim der...

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Faszination Fortschritt

Faszination Fortschritt

(ND). Bilder, die Walter Gropius 1928 nach sieben Wochen des Studiums aus Amerika mitbrachte, zeigt das Bauhausarchiv Berlin in der Ausstellung »Amerika 1928«. Fast 400 eigene Aufnahmen, aber auch in Amerika erworbene fotografische Baudokumentationen, die jeden erdenklichen Fortschritt bei der Errichtung von Hochhäusern vom Ausheben des Fundaments bis zur Fertigstellung zeigen, hatte der damalige ...

Lucía Tirado

Märchen auf Bunker

Da zog einer los, der sich vor nichts fürchtet – und landet in der Märchenhütte auf dem Bunkerdach im Monbijoupark. Er kommt prompt ins Schlottern, denn die Komödianten des Hexenkessel-Hoftheaters sind im Spiel. Ab dem 21. November locken sie nachmittags Kinder und abends Erwachsene in die Grimmsche Märchenwelt. Jeweils zwei Stücke gibt es in einer Stunde zu sehen. Für Kinder kommen Froschkö...

Biedermann und die Untoten
ndPlusVolkmar Draeger

Biedermann und die Untoten

Schon vor Beginn der »Rocky Horror Show« gleicht der Admiralspalast dem Regeltreff eines Fanclubs. Papierhüte, Schnarren, Konfetti, Leuchtstäbe, bunte Spritzpistolen, weiße Klorollen hält bereit, wer mitspielen und das Stück ins Auditorium hinein fortsetzen möchte. Die fröhliche Stimmung erreicht einen ersten Höhepunkt schon im Vorspann. Den besorgen Ausschnitte von Horrorfilmen aus alter Hollywoo...

Seite 14
ndPlusAndreas Fritsche

Der angezündete Obdachlose von Beeskow

Die Stadt ist so schön, in der etwas derart Hässliches geschehen ist. Auch das zeigt der Film »Weltstadt«, der morgen im Berliner Kino Babylon zu sehen ist. Am 16. Juni 2004 misshandelten ein 19- und ein 21-Jähriger einen Obdachlosen, den sie schlafend auf einer Parkbank in Beeskow fanden. Am Ende zündeten sie ihn an. Das Opfer starb.Regisseur Christian Klandt und sein Kameramann René Gnorski stam...

Wilfried Neiße

Betrunken ist jeder Fahrer gefährlich

Obwohl es auch in Brandenburg inzwischen deutlich weniger Verkehrstote gibt, verharrt das Bundesland im Bundesmaßstab auf dem schlechtesten Platz. Die Linkspartei fordert Aufklärung vor allem darüber, warum die Landesregierung ihre vollmundigen Ziele auf diesem Gebiet nicht erreichte.Zwischen 2004 und 2010 sollte nach dem Verkehrssicherheitsprogramm der Regierung die Zahl der Toten um jährlich fün...