Ausgabe vom 24.12.2008

Frohe Festtage

Frohe Festtage

Liebe Leserinnen und Leser, das Weihnachtsgeschäft, so meldet der Handel, sei sehr unterschiedlich, aber trotz begonnener Krise überwiegend gut gelaufen. Einige Branchen, unsere Zeichnerin Christiane Pfohlmann hat es festgehalten, blicken auf großen Verkaufserfolg zurück. Über die betreffenden Waren meinte Mark Twain übrigens: »Ein Bankier ist ein Mensch, der seinen Schirm verleiht, wenn die Sonne...

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Marx meinte

Der Trieb der Schatzbildung ist von Natur maßlos. Qualitativ oder seiner Form nach ist das Geld schrankenlos, d. h. allgemeiner Repräsentant des stofflichen Reichtums, weil in jede Ware unmittelbar umsetzbar. Aber zugleich ist jede wirkliche Geldsumme quantitativ beschränkt, daher auch nur Kaufmittel von beschränkter Wirkung. Dieser Widerspruch zwischen der quantitativen Schranke und der qualitati...

Bund und Länder packen Päckchen

Die Bundesländer sollen sich bis Anfang Januar für zentrale Investitionsprojekte im Rahmen des zweiten Konjunkturpakets entscheiden. Maßstab für die Maßnahmen seien dabei die schnelle Wirksamkeit und die Zielgenauigkeit, erklärte die Bundesregierung im Anschluss an ein Treffen von Bund- und Ländervertretern am Dienstag im Bundeskanzleramt.

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Der Querdenker
ndPlusKurt Stenger

Der Querdenker

»Konjunkturprognosen – nie waren sie so wertvoll wie heute.« Gustav Horn, der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der DGB-nahen Hans-Böckler-Stiftung, schwimmt häufig gegen Strom. Während einige Wirtschaftsforscher ob der düsteren Aussichten am liebsten die Prognosetätigkeit einstellen würden, meint Horn: Wer in der Phase der Unsicherhe...

Dieter Janke

Optimismus hatte System

In Wissenschaft und Politik wird derzeit eine leidenschaftliche Debatte über den Sinn von Wirtschaftsprognosen geführt. Zu oft hätten sie daneben gelegen, argumentiert das Lager der Skeptiker. Und eine Minorität ist von der Sorge befallen, Negativszenarien könnten zu Selbstläufern werden. Ein Rückblick zum Jahreswechsel verdeutlicht die Misere.

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Vorbereitungen auf das Jahr des Büffels
ndPlusIlona Schleicher

Vorbereitungen auf das Jahr des Büffels

Während in Deutschland Mitte Dezember der weihnachtliche Kaufrausch seinen Höhepunkt erreicht, beginnen die Vietnamesen erste Vorbereitungen für das Tet-Fest, das Neujahrsfest nach dem chinesischen Mondkalender.

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René Heilig

Raketen-Ränkespiele

Vor zwei Tagen meldeten Nachrichtenagenturen: Die Lieferung von russischen S-300-Raketen an Iran hat begonnen. Gestern nun versicherte Israel, dass Russland zugesichert habe, dass Teheran keine S-300-Raketen erhält. Eigentlich, so möchte man meinen, ist jede Rakete, die nicht exportiert wird, ein Zugewinn für Sicherheit. Dabei ist es egal, wer sie produziert. Das jedoch scheint im Falle der offens...

Gabriele Oertel

Wunschzettel

Vorfristig weihnachtlich muss gestern den Ländervertretern im Berliner Kanzleramt gewesen sein. Sie dürfen ihre Wunschzettel auch nach dem 24. Dezember verfassen – um beim Bund Anfang des Jahres unter Dach und Fach zu bekommen, wofür zu ganz normalen Zeiten im großen Sack der Großen Koalition nie Geld da war. Da eine neue Umgehungsstraße, dort ein Lärmschutzprojekt, hier ein Windpark –...

ndPlusMartin Ling

Mission impossible

Immerhin: Der UNO-Sicherheitsrat hat das Mandat für die Blauhelmmission in der Demokratischen Republik Kongo (MONUC) bis Ende 2009 verlängert. Damit wird die DR Kongo und vor allem die geplagte Zivilbevölkerung im Osten Kongos sich nicht gänzlich selbst überlassen. Wenigstens ein Zeichen, dass einem das Leid nicht gleichgültig ist.. Bisher ist die MONUC-Mission jedoch nur von äußerst begrenztem Er...

H.-D. Schütt

Der Agile

Nichts gegen die Westentasche. Sie ist ein Stück durchaus höherer Kultur. Wenn die Weste glänzt, so hat auch die Tasche teil am Glanz. Dies vorweggesagt, wenn jetzt der Satz kommt: Jürgen Flimm macht mitunter den Eindruck, ein Claus Peymann im Westentaschenformat zu sein. Er liebt das Leben als Bühne, er augenzwinkert mit dem Komödiantentum, er mag den Platz vorn an der Rampe, aber wie bei Peymann...

Japan – ein Land des Friedens?

Japan – ein Land des Friedens?

ND: Ist Japan ein pazifistischer Staat? Ei-Ichi Kido: Nach Artikel 9 der Friedensverfassung ist dem Staat das Recht auf Kriegsführung aberkannt, Militär und militärische Einrichtungen sind verboten. Trotzdem gibt es eine Armee und 85 US-Militärstützpunkte. 33 davon befinden sich auf der Insel Okinawa, unter anderem die größte Luftwaffenbasis des Fernen Ostens in Kadena. Insgesamt umfassen die Base...

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Weckesser will in seinen Ausschuss

Weckesser will in seinen Ausschuss

Dresden (ND-Lasch). Der sächsische Landtagsabgeordnete Ronald Weckesser klagt vor dem Verfassungsgericht gegen die Linksfraktion. Der Dresdner Politiker, der morgen 60 wird, strebt damit die Rückkehr in den Finanzausschuss des Landtags an, dem er seit 1999 angehörte und den er auch leitete, bis ihn die Fraktion im September abberief. Die Genossen hatten damals ein Ausschlussverfahren gegen Weckess...

Velten Schäfer, Schwerin

Die Nerven des Peter »Jacob« Marx

Lange war Peter Marx ein Star der NPD. Jetzt gerät er intern in Bedrängnis – und verliert auch nach außen die Nerven.

ndPlusReimar Paul

Uran jetzt auch nach Frankreich

Statt wie bislang nach Russland, ist abgereichertes Uran aus der Urananreicherungsanlage in Gronau kürzlich nach Frankreich transportiert worden.

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Privat-Uni vorerst gerettet

Darmstadt (dpa/ND). Deutschlands älteste Privatuniversität Witten-Herdecke ist der Insolvenz vorerst knapp entronnen. Sie muss aber mit grundlegenden Veränderungen rechnen. Die künftige Struktur wird Anfang Januar bei einer Konferenz mit den Investoren festgelegt. Noch am Dienstag sollte ein wissenschaftlicher und erstmals ein kaufmännischer Geschäftsführer der Hochschule bestellt werden.Die Hochs...

Putschversuch in Guinea

Im westafrikanischen Guinea haben Militärs nach dem Tod von Präsident Lansana Conté einen Putschversuch unternommen.

Stephan Stracke

Gebirgsjäger ohne Wanderführer

Die Bundeswehr muss für ihre »militärhistorischen Wanderungen« ab sofort auf den 69-jährigen Oberst a. D. Klaus Hammel verzichten. Das teilte in der vergangenen Woche das Bundesverteidigungsministerium auf eine Kleine Anfrage von Ulla Jelpke (DIE LINKE) mit.

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Unterhaltsam

Niemand soll behaupten, dass ein Weihnachtsgottesdienst keinen Unterhaltungswert besitzen kann. Unvergessen ein Kirchenausflug vor einigen Jahren in einem (sehr) kleinen Dorf in Norddeutschland: Das Gotteshaus bis auf den letzten Platz zum Bersten gefüllt mit 300 U-Boot-Christen, die nur einmal im Jahr dort auftauchen. Als der Pastor in seiner Predigt dann bis ins kleinste Detail auf seine weihnac...

ndPlusHarald Neuber

»Unzureichender« Fortschritt auf Zypern

Zyperns Präsident Dimitris Christofias und der türkisch-zyprische Volksgruppenführer Mehmet Ali Talat trafen sich am Montag zur 13. Runde ihrer Verhandlungen über die Lösung des Zypern-Problems. Zum Abschluss stellten sie zwar »einigen Fortschritt« fest, der jedoch »unzureichend« sei.

In der Not hilft »HundeDoc«
ndPlusDagmar Pohland

In der Not hilft »HundeDoc«

»Wenn es HundeDoc nicht mehr gibt, ist das der totale Zusammenbruch«, meint Sebastian, ein 28-jähriger Obdachloser. Auf dem Wismarplatz in Friedrichshain, neben Karuna e.V., einer Beratungsstelle für Straßenkinder, steht er abseits eines Dutzends Punks und deren umhertollender Hundeschar. Er ist kein Punk und auch nicht alkohol- oder drogenabhängig. Nur mit einem schwarzen Kapuzenpulli in der nass...

Seite 8

Achte Staffel der Talentshow 50+

(ND). Bevor die vom Berliner »Showman der Senioren« Siegfried Trzoß vor acht Jahren initiierte Talentshow 50+ durch sechs Bundesländer auf Reisen geht, beginnt am 1. März 2009, 14 Uhr der Landesvorentscheid im Freizeitforum Marzahn unter der Schirmherrschaft von Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (LINKE). Für den Vorentscheid dieser nicht kommerziellen Show können sich ab sofort und bis spätesten...

ndPlusAndreas Heinz

Das dicke Ding hilft schnell weiter

Als Spiegelbild der Wirtschaft für Berlin und Umgebung versteht sich die soeben erschienene 289. Ausgabe von »gewusst wo«. Auf rund 1700 Seiten können Anschriften und Leistungsangebote zum Beispiel von Firmen, Gewerbebetrieben, Behörden, Verbänden und Vereinen, Freiberuflern und öffentlichen Einrichtungen nachgeschlagen werden. Seit 1704 gibt der Verlag Schmidt-Römhild das immer wieder erweiterte ...

Kollaps der Modernisierung
ndPlusHarry Nick

Kollaps der Modernisierung

Der regelmäßige, an Wirtschaftsproblemen interessierte Leser des ND weiß es: Die Kolumnen von Robert Kurz bereiten intellektuellen wie emotionalen Genuss. Seine scharf geschliffenen Formulierungen kommen von der Schärfe des Denkens. Die leicht ironisierende Sprache hebt Klarheit und Bedeutsamkeit des Gedankens.Robert Kurz ist auch ein fleißiger, viel gelesener und gelobter Buchautor. Seine Weltsic...

Akrobatik beim Punktgewinn
ndPlusStefan Otto

Akrobatik beim Punktgewinn

Kurz vor den Ferien, in der Halle der Rudower Hannah-Arendt-Oberschule findet ein Sportnachmittag statt. Während sonst die Turnhalle von Gruppen und Teams belegt ist, kann der Platz an diesem Tag zum freien Spiel genutzt werden. »Wir bieten regelmäßig eine offene Halle an«, erzählt Katrin Gömann. Das sei zum Reinschnuppern und Ausprobieren gedacht, was im strukturierten Schulalltag sonst nicht mög...

Marita Wiggerthale

Ungelöste Ernährungskrise

Die Nahrungsmittelkrise in vielen Entwicklungsländern ist zwar aus den Schlagzeilen verdrängt worden, aber alles andere als gelöst.

Seite 9

Alba Berlin mit Sieg in Weihnachtspause

Mit einem Sieg hat sich der Basketball-Bundesligist Alba Berlin in die elftägige Weihnachtspause verabschiedet. Im letzten Spiel des Jahres gewann der deutsche Männermeister mit 84:67 (48:37) gegen den Tabellen-15. Tigers Tübingen. Durch den zehnten Sieg im 13. Saisonspiel verbesserten sich die Berliner auf den zweiten Platz. Beste Berliner Werfer waren Immanuel McElroy mit 19 und Aleksandar Nadjf...

Winterasse ohne Feiertage

Stress im Schnee statt Weihnachtsbraten und Silvesterbowle: Die deutschen Wintersportasse kämpfen auch zwischen den Feiertagen vor allem auf Schnee um Preisgelder und Weltcuppunkte. Beim Biathlon-Spektakel in der Schalker Arena will sich Michael Greis in die Herzen der 50 000 Fans schießen, bei der altehrwürdigen Vierschanzentournee Altmeister Martin Schmitt die Favoriten ärgern. Handballer, Tisch...

Mit dem Rennrad über Stock und Stein
ndPlusPatrick Kunkel

Mit dem Rennrad über Stock und Stein

Querfeldeinräder nannte man die Gefährte früher, in den 80er Jahren, als die Sportart auch hierzulande noch populär war. Heute leitet sich ihr Name vom englischen Wort für Querfeldeinrennen ab: Cyclocross. Diese Cyclocrosser sind leicht wie moderne Rennräder und ebenso wendig. Anders als Mountainbikes haben sie keine Federung – und sind dennoch perfekt fürs Gelände.

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Uwe Kraus, Vahldorf

Bester Räucher-Käse kommt aus der Börde

»Golden Smokey« heißt der Weltmeister der Räucherkäse. 90 Experten aus aller Welt und 50 irische Preisrichter kürten beim World Cheese Award in Dublin die Spezialität aus dem sachsen-anhaltischen Vahldorf. Durch 2400 Käse testeten sie sich. Hinter dem geräucherten Gouda »Golden Smokey« verbirgt sich der traditionelle »Bördespeck«. Jedes Stück wird in einem Netz verpackt zwei Tage auf Buchenspänen ...

Die Revolution zum Tanzen bringen

Die Revolution zum Tanzen bringen

Der Sieg der kubanischen Revolutionäre unter Fidel Castro und Ernesto Che Guevara jährt sich am 1. Januar zum 50. Mal. Zum Jubiläum bringt der Hamburger Produzent WALTER WIGAND (46), der bereits eine Single mit dem Fidel-Zitat »Patria o muerte« veröffentlicht hat (ND berichtete), nun ein Album heraus. »Havana Woman« wird auf der Silvesterparty im Berliner Tempodrom vorgestellt. ND-Autor RENÉ GRALLA hat Näheres erfahren.

Seite 11
Schlussstein im Spielzeugland
ndPlusHendrik Lasch

Schlussstein im Spielzeugland

Bei Christian Ebert hat der kleine Bauherr die Wahl. Er kann ein bescheidenes Häuschen bauen, mit schlichten Ornamenten über der Tür und zwei winzigen Fenstern am Giebel. Ebert liefert für derlei grundsolide Vorhaben das nötige Baumaterial in einer Kiste. Er stattet aber auch die Baustelle für eine repräsentative Villa mit Erkern und Pilastern aus. Wem selbst das nicht genügt, der kann ein Miniatu...

Seite 12
ndPlusWolfgang Schmidbauer

Versöhnung im Nebel

Vor einigen Jahren reiste ich einige Male in den Jemen. Das Land ist unglaublich reich an Schönheiten, aber auch an politischen Konflikten. Es ringt bis heute mit den Widersprüchen, welche die mehr oder weniger erzwungene Vereinigung des einst sozialistischen Teilstaates im Süden mit dem autokratischen Regime im Norden bedingt. Die Jemeniten sind ein stolzes Volk. Fast alle Männer sind bewaffnet, ...

Heinrich Fink

Weil sie sich leicht nehmen ...

Alle Jahre wieder sind die Wochen vor Weihnachten Engelzeit. Das Sortiment der Weihnachtskarten bietet Engel aus vielen Jahrhunderten christlicher Kunst ebenso wie zeitgenössisch verschmitzte Weihnachtsmänner in neckischer Engelbegleitung.Alle Weihnachtsgrüße kann man in diesem Jahr mit aktuellen Briefmarken frankieren, auf denen ein Engel daran erinnert, dass vor 450 Jahren der Augsburger Religio...

Seite 13
Soziale Stillleben
ndPlusLothar Eberhardt

Soziale Stillleben

Der Kreuzberger Bezirksbürgermeister Franz Schulz führte den Fotografen Wolfgang Krolow bei der Vernissage von dessen Ausstellung »Kreuzberg und darüber hinaus« als »Chronisten von Umbruchsituationen« ein, dessen Bilder erst in »zweiter und dritter Schicht« ihre Geheimnisse lüfteten. Buchautor, Filmemacher und Krolow-Weggefährte Rolf Hohlfeld ließ anschließend in seiner Laudatio den Werdegang des ...

Swing statt »klingeling«
Antje Rößler

Swing statt »klingeling«

Bei aller Vorfreude – das Adventsgebimmel von »Jingle Bells« bis »Stille Nacht, heilige Nacht« hat man oft schon über, bevor Heiligabend angebrochen ist. Wer zwischen Weihnachten und Neujahr garantiert glöckchen- und lamettafrei ausgehen will, um Musik zu hören, dem sei das Christmas Special im Jazzklub A-Trane ans Herz gelegt. Zehn Jahre existiert es nun, dieses kleine Jahresend-Festival, m...

ndPlusTom Mustroph

Die Präsentkörbe kamen von der Mafia

Jahrelang mussten Firmen in Südsizilien die Weihnachtsgeschenke für ihre Mitarbeiten bei Unternehmen kaufen, die von der Mafia »empfohlen« wurden. Nun wehrte sich eine Agrarkooperative gegen die Erpressung durch die kriminelle Organisation – mit Erfolg.

»Man fragt sich natürlich, warum ich?«
Ina Beyer

»Man fragt sich natürlich, warum ich?«

Nur ein paar kleine Nussknacker hat Barbara E., genannt Emmely, in ihrer neuen Wohnung in Berlin-Hohenschönhausen aufgebaut. Fensterschmuck, wie er in vielen anderen Fenstern der Hochhaussiedlung hängt, gibt es bei ihr nicht und auch keinen Baum. »Weihnachten wird dieses Jahr ganz schön knapp ausfallen«, sagt die 51-Jährige. Auf ihrem Konto hat sie jetzt gerade mal 40 Euro, davon muss sie noch Wei...

Seite 14
SPD fordert Große Koalition für Freie Heide

SPD fordert Große Koalition für Freie Heide

Neuruppin (dpa). Ein Nein der Bundes-CDU zum geplanten Luft-Boden-Schießplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide hat die SPD-Landtagsfraktion gefordert. Die CDU sollte dem Beispiel der SPD folgen, die sich auf ihrem Hamburger Bundesparteitag klar gegen das Bombodrom ausgesprochen hatte, sagte SPD-Fraktionschef Günter Baaske am Montagabend bei einer Veranstaltung in Neuruppin. »Dann hätten wir eine große...

Bernd Baumann

Die Betriebskosten werden sinken

Ab 2010 können die Mieter auf Rückzahlungen bei den Betriebskosten für ihre Wohnungen hoffen. »Der Grund dafür sind die seit dem Sommer deutlich gesunkenen Preise für Erdöl auf dem Weltmarkt«, sagt der Geschäftsführer des brandenburgischen Mieterbundes, Rainer Radloff. »Damit ist auch ein Absinken der Heizkosten möglich.«Allerdings müssten sich dazu die Energiepreise auch weiterhin auf einem niedr...

Wilfried Neiße

Kein Geld für eine zweite Synagoge

Brandenburg wird wie geplant den Bau einer Synagoge in Potsdam unterstützen. Nicht vorgesehen ist hingegen, eine zweite Synagoge für die Gesetzestreue Jüdische Gemeinde in Potsdam zu errichten, betont Kulturministerin Johanna Wanka (CDU).Damit reagiert sie auf die Forderung der Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde nach einem eigenen Gemeindezentrum. Für die strenggläubigen Gesetzestreuen kommt ...

»Wir wollen nicht schwach sein«
ndPlusKarin Leukefeld

»Wir wollen nicht schwach sein«

Die Zahl der in einer weltweiten Diaspora verstreuten Palästinenser wird auf über neun Millionen geschätzt. 4,6 Millionen sind vom UN-Hilfswerk UNRWA als Flüchtlinge anerkannt. Hilfe erhalten sie auch von den drei Frauen Ayse, Intisar und Leila.

Eine friedliche Insel im umkämpften Afghanistan
Hilmar König, Delhi

Eine friedliche Insel im umkämpften Afghanistan

Seit fast 20 Jahren leitet die aus Dortmund stammende einstige leitende Operationsschwester Karla Schefter in der afghanischen Provinz Wardak, knapp 70 Kilometer südwestlich von Kabul entfernt, einen Krankenhauskomplex, der unter schwierigsten Bedingungen besonders den Ärmsten der Armen zu Diensten ist.

Seite 15
Es zählt, was fehlt
Hans-Dieter Schütt

Es zählt, was fehlt

Die Weihnachtsgeschichte erzählt davon, wie ein Mensch zur Welt kommt. Ein einmaliger Vorgang? Mitnichten. Zur Welt kommen, das ist ein lebenslanger Vorgang. Wir wollen fortkommen, wollen ankommen, wollen zu etwas kommen, am liebsten zu Einkommen, müssen damit hinkommen, wollen irgendwo hineinkommen, um groß rauszukommen, müssen zur Erkenntnis kommen, dass wir von manchen Menschen nicht wegkommen,...

Seite 16

Jesus für Touristen

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem»Wenn wir nicht bis Mitte Mai fertig werden, trinke ich sogar das verseuchte Jordanwasser: Die Wette gilt«, sagt Leutnant Ofer in grüner Militäruniform. Hinter ihm, in etwa zehn Meter Entfernung, stehen jordanische Soldaten in schwarzbrauner Tarnuniform und beobachten amüsiert die Pressekonferenz auf der israelischen Seite der Taufstätte Jesu. Dazwischen liegt der berü...

Kartoffel statt Rute
Irina Domurath, Reykjavik

Kartoffel statt Rute

13 Weihnachtsmänner bringen in Island an dreizehn Tagen im Dezember jeweils ein Geschenk. Die Kinder müssen nur ihre Stiefel blitzblank putzen und sie in Erwartung besonders schöner Gaben ab dem 12. Dezember vor die Fenster stellen.Die Weihnachtsmänner in Island sind allesamt Söhne von Grila und Leppaludi, zwei hässlichen Trollen aus der alten Mythologie, die es auf kleine Kinder abgesehen hatten....

Freude auf doppelte Bescherung

Freude auf doppelte Bescherung

Über den deutschen Weihnachtsrummel und die analoge Kommerzialisierung islamischer Festtage sprach ND mit AIMAN MAZYEK, Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland (Foto: www.islam.de).

ndPlusJulian Bartosz, Wroclaw

Fehlt's an »Kolenda«, hilft »White christmas«

Wenn es heute zu dämmern beginnt, ist der Hauptverkehr bereits vorüber, die Straßen sind leer und Fußgänger selten. Alles ist seit den Mittagsstunden geschlossen: Wigilia – Heiliger Abend. Und morgen ist Weihnachten, das größte Familienfest in Polen. Die Menschen schauen zum Himmel, suchen den Abendstern. Sehen sie ihn, sammelt man sich zu Tisch. Ein Stuhl bleibt leer. Er ist für einen unbek...

Badelatschen und Leuchtraketen

Von Jürgen Vogt, Buenos AiresDezember 2008 am Rió de la Plata. Eine Hitzwelle von 35 Grad im Schatten brütet seit Tagen über Buenos Aires. Läuft da etwa einer mit knielangem roten Mantel, die Kapuze tief über den Kopf gezogen und weißem Rauschebart herum? Hätte Argentinien der Welt den Weihnachtsmann beschert, käme er in Badelatschen, Shorts, mit Sonnenbrille und einem Strohhut auf dem Kopf daher....

Seite 17
Die Gewalttätigkeit des Wirklichen
Klaus Hammer

Die Gewalttätigkeit des Wirklichen

Er gehört zu den bedeutendsten gegenständlichen Malern des 20. Jahrhunderts. Zu seinem 100. Geburtstag im kommenden Jahr widmet ihm Tate Britain in London, das weltweit größte Museum britischer Kunst, eine beeindruckende Retrospektive mit 65 aus der ganzen Welt zusammengetragenen Gemälden aller Schaffensperioden, darunter allein 13 großen Triptychen. Es ist die bisher größte Bacon-Schau in Großbri...

Seite 18
ndPlusWaltraut Engelberg

»Stille Nacht« mit anderem Text

Es war in der Zeit des Nazismus, als ich, eine Halbwüchsige, die Singenden auf meinem Akkordeon begleitete, nicht ganz ungefährlich. Deshalb pflegte mein Vater vor dem gemeinsamen Gesang auch auf die Straße zu gehen, um zu überprüfen, ob der Nazi aus dem Nebenhaus nicht in der Nähe war. Für jemanden, der schon im Konzentrationslager gesessen hatte, eine notwendige Vorsichtsmaßnahme. Und wenn dann ...

Klaus Bellin

Später Erfolg

Nach einem Triumph sah es nicht aus. Erst hüllte sich der Verleger in Schweigen, dann verlangte er, das Manuskript um die Hälfte zu kürzen, gab nach energischem Protest des Autors schließlich nach und druckte das Werk 1901 in zwei Bänden. Die Sache erschien ihm freilich nicht geheuer. Tausend Exemplare sollten deshalb genügen, und wie's aussah, lag er mit seiner Skepsis gar nicht mal falsch. Ein g...

ndPlusGunnar Decker

Musik des Untergangs

Es beginnt opulent, aber keinesfalls maßlos. Also sehr bürgerlich. Die Kamera schreitet durch Ballsäle, Kronleuchter leuchten hell, überall sagt man sich nur Höflichkeiten. Es ist wie ein hanseatischer Osterspaziergang: Der wahre Mensch ist ein redlicher Kaufmann. Er hat es zu Ansehen, Erfolg und Reichtum gebracht. Wir hören Musik – das heimliche Hauptthema bei Thomas Mann ist die Musik &nda...