Ausgabe vom 06.01.2009

Seite 1

Unten links

Mit der Debatte um das zweiteKonjunkturpaket ist endlich wieder Leben in die zum Jahreswechsel fast schon entschlafene politische Szene gekommen. Und dabei werden endlich Fakten geschaffen. Ohne Absprache mit dem Koalitionspartner hat die Union am Wochenende einen Wintereinbruch nicht nur vorgeschlagen, sondern auch gleich organisiert. Der kostet nichts, bringt aber Wirtschaftszweige wie Straßenun...

Gabriele Oertel

Symbolpolitik

Dass ausgerechnet aus den eigenen Reihen der Vorwurf kommt, muss die Kanzlerin besonders treffen. Gerade hat sie ihren Frieden mit CSU-Chef Seehofer gemacht und befindet sich wegen der dabei obsiegenden Steuersenkungen im Clinch mit der SPD, da kommt der oberste Haushälter der Unionsfraktion daher und nennt Konjunkturprogramme Symbolpolitik und Handlungsillusion. Und Sachsen-Anhalts CDU-Ministerpr...

Koalition schnürt ihr Wahlpaket

Mit zum Teil gegensätzlichen Konzepten haben Spitzenvertreter von Union und SPD am Montag in Berlin ihre Beratungen über ein neues Konjunkturpaket aufgenommen. Einig sind sich beide Seiten, dass noch einmal 40 oder 50 Milliarden Euro bereitgestellt werden sollen. Auch äußerten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) zuversichtlich, bald eine Einigung erreichen zu können.

Seite 2
»Noch ist gar nichts geschnürt«

»Noch ist gar nichts geschnürt«

ND: Als die LINKE im Mai letzten Jahres ein Konjunkturprogramm forderte, tat man dies als billigen Populismus ab. Nun schnürt die Große Koalition bereits das zweite Konjunkturpaket. Bartsch: Noch ist gar nichts geschnürt. Ich will abwarten, was an kommunalen Investitionen oder Entlastungen für Arbeitnehmer übrig bleibt. Neben Investitionen in Kitas, Schulen, Universitäten haben öffentliche Kranken...

ndPlusKurt Stenger

Das Problem mit der kalten Progression

Die kalte Jahreszeit war noch in weiter Ferne, da wollte die CSU im Landtagswahlkampf anno 2008 einen eisigen Feind bekämpfen: die »kalte Progression«. Dieses Detailproblem im Steuerwesen war jedoch zu kompliziert, um als Wahlkampftrumpf wirken zu können.

ndPlusGabriele Oertel

Sieg für Seehofer – zumindest vorläufig

Nachdem die Union den Streit zwischen CDU und CSU um Steuersenkungen im Sinne Horst Seehofers beigelegt hat, geht nun das Gerangel um die Ausgestaltung des zweiten Konjunkturpaketes in der Großen Koalition weiter. Konkrete Entscheidungen sollen bis Mitte Januar fallen.

Bündnis Berlusconi-Merkel gegen Naziopfer
Ulrich Sander

Bündnis Berlusconi-Merkel gegen Naziopfer

Zu den Jubiläen des Jahres 2009 gehört der 70. Jahrestag des Stahlpaktes, wie die Achse Berlin-Rom vom 22. Mai 1939 an genannt wurde. Hitler-Deutschland und Mussolini-Italien vereinbarten damals die Vertiefung ihrer mörderischen Zusammenarbeit. Rechtzeitig zum Jahrestag wird vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag eine Klage verhandelt, bei der sich die heutigen Regierungen Deutschlands un...

Seite 3
René Heilig

Frankreichs Justiz verhandelt im Auftrag

Fast sieben Jahre nach dem Anschlag auf eine Synagoge im tunesischen Djerba hat gestern in Paris ein Prozess gegen drei mutmaßliche Hintermänner begonnen. Einer der drei ist Deutscher: Christian Ganczarski, Islamist, Bote und Insulin-Lieferer von Al-Qaida-Chef Osama bin Laden. Er soll dem islamistischen Attentäter unmittelbar vor dessen Wahnsinnstat, die 21 Menschen ums Leben brachte, seinen »Segen« gegeben haben.

Frische Kisten vom Guidohof
ndPlusHendrik Lasch, Uhlsdorf

Frische Kisten vom Guidohof

Bioprodukte sind begehrt: Die Branche verzeichnet hohe Zuwachsraten. Gesundes Gemüse, Eier und Fleisch zu erzeugen, ist aber harte Arbeit. In Ländern wie Sachsen hält sich der Rückhalt der Politik in Grenzen.

Seite 4
Fabian Lambeck

LINKE startet ins Superwahljahr

2009 wird ein Jahr der politischen Richtungsentscheidungen für die Bundesrepublik. Fünf Landtagswahlen sowie die Bundestags- und Europawahlen könnten das politische Gefüge durcheinanderwirbeln. Dietmar Bartsch sieht seine Partei für die kommenden Wahlkämpfe gut gerüstet und gab gestern auch gleich das bundespolitische Wahlziel aus: 10 plus X.

ndPlusHans-Gerd Öfinger

»Stehaufmännchen« Roland Koch

Knapp zwei Wochen vor der hessischen Landtagswahl sagen Umfragen einer Koalition aus CDU und FDP einen Wahlsieg voraus. Die SPD kommt indes aus der Defensive nicht heraus. Die Linkspartei wiederum hat Meldungen dementiert, wonach ihr in Hessen die Mitglieder davonlaufen.

Seite 5

Fall Mannichl: LKA sammelte Kippen auf

Der Passauer Polizeichef Alois Mannichl will am Mittwoch, dreieinhalb Wochen nach dem Mordanschlag auf ihn, in den Dienst zurückkehren. Der Polizeidirektor war am 13. Dezember 2008 vor seinem Haus niedergestochen worden.

Althaus kann sich nicht erinnern

Wien/Erfurt (dpa/ND). Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) hat keine Erinnerung an seinen schweren Skiunfall in Österreich. Der Politiker könne deshalb noch nicht vernommen werden, sagte Klinikleiter Reinhard Lenzhofer am Montag in Schwar-zach im Pongau. Bei der Staatsanwaltschaft Leoben meldete sich ein Zeuge, der den frontalen Zusammenstoß von Althaus mit einer Skifahrerin beobachte...

Seite 6

Anschlag auf Polizisten in Athen

Die Gewalt in der griechischen Hauptstadt Athen ist erneut eskaliert. Unbekannte griffen am Montag mit einer Kalaschnikow, einer Pistole und einer Handgranate einen Polizeiposten an.

Obama verliert Richardson als Minister

Die Bemühungen Barack Obamas um eine möglichst reibungslose Machtübergabe in Washington haben am Sonntag einen Rückschlag erlitten. Der von Obama zum künftigen Handelsminister nominierte Bill Richardson kündigte an, dass er das Amt nicht antreten werde.

Seite 7
Der Krieg ist auch für Israel eine Gefahr

Der Krieg ist auch für Israel eine Gefahr

ND: Gemeinsam mit anderen Organisationen nimmt »Jewish Voice for Peace« am Protest gegen den israelischen Angriff auf den Gaza-Streifen teil. Wie stark ist der Widerstand jüdischer Organisationen gegen diese Offensive in den USA? Bacon: Stärker als je zuvor. Aber nicht so stark, wie wir ihn gerne hätten. Initiativen wie unsere werden auch in den USA immer stärker wahrgenommen. Persönlichkeiten wie...

ndPlusOliver Eberhardt, Jerusalem

UNIFIL in Libanon Vorbild für Gaza?

Israels Regierung lehnt weiter einen Waffenstillstand ab, und das obwohl viele Regierungen dazu drängen. Deshalb sucht die internationale Gemeinschaft, allen voran die EU, nach diplomatischen Lösungen. Der Favorit derzeit: internationale Beobachter nach dem Vorbild der UNIFIL in Libanon.

ndPlusLuz Kerkeling, San Cristóbal de las Casas

Festival der »würdigen Wut«

Die Tage um den Jahreswechsel standen in Chiapas und Mexiko-Stadt im Zeichen des »Ersten weltweiten Festivals der würdigen Wut«. Die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) hatte zu einer Reihe von Feierlichkeiten eingeladen, um mit mehreren Tausend Menschen aus über 20 Ländern eine Debatte über soziale Kämpfe in Mexiko und auf globalem Niveau sowie über künftige Strategien »für eine andere Welt« zu führen.

Seite 8
Hans-Dieter Schütt

Leben ist Schmutz!

Das kanadische Vancouver bereitet sich auf die Olympischen Spiele 2010 vor. Aus der Innenstadt sollen bis dahin die Obdachlosen, überhaupt die Ärmsten der Bevölkerung, verbannt werden. Der Vorgang ist ein Gleichnis, das den gesamten, auch den deutschen Westen erzählt – der nicht auf sein Bild verzichten will, golden zu sein. Erst die saubere Stadt sei eine soziale Stadt? Weil nur sie verläss...

Olaf Standke

EU-Misstöne

Mirek Topolanek hat einen Plan. Zumindest angekündigt. Der tschechische Ministerpräsident will die Kämpfe im Gazastreifen beenden. Bisher bekleckerte sich die neue EU-Ratspräsidentschaft allerdings nicht gerade mit Vermittlungsruhm. Wie in der Union sonst nur noch Bundeskanzlerin Merkel machte sich Prags Außenminister derart unverhohlen zum Sprachrohr Israels, dass die Kritik nicht allein im arabi...

ndPlusRené Heilig

Raus aus der Falle

Das pakistanische Außenministerium hat gestern von Indien »Informationen in Zusammenhang mit dem Terroranschlag in Mumbai« erhalten. Die Empfänger sagten Prüfung zu, auch wenn Islamabad bisher jede Verwicklung in den Terroranschlag zurückgewiesen hat. Eine Falle, die nach dem Willen ihrer Erfinder Schreckliches in sich trug, scheint bis auf Weiteres entschärft. Der Anschlag im November 2008 bot in...

Velten Schäfer

Kalt erwischt

Halb zog es ihn, halb sank er hin – Ulrich Adam, seit der Wende schon direkt gewählter Greifswalder CDU-Abgeordneter im Bundestag, wird nicht erneut kandidieren. Schon seit dem Frühjahr allgemein gefordert und erwartet, war der Schritt zuletzt fast eine Überraschung: Nachdem die Steuer-Ermittlungen gegen den 58-Jährigen – allerdings gegen eine Nachzahlung von 13 000 Euro – im Her...

Eimerweise Konsenssoße
ndPlusBrigitte Zimmermann

Eimerweise Konsenssoße

Manchmal stelle ich mir vor, Ahnungslosen die Lage in Deutschland erklären zu müssen. Fängt man mit der Exportweltmeisterschaft an und der angeblich größten Partymeile der Welt, die wir am Brandenburger Tor unterhalten? Oder mit der wachsenden Zahl armer Kinder, den vielen Rettungspaketen und der Prophezeiung der Kanzlerin, dass 2009 ein Jahr der schlechten Nachrichten werden wird? Allerdings trug...

Seite 9
Ohne Mathilde?
Erhard Hexelschneider

Ohne Mathilde?

Politische Konsequenz und autonome Haltung trotz weitestgehenden Minderheitsposition, häufiger materieller Notlagen und langjähriger Inhaftierungen – das macht Rosa Luxemburg in den Augen vieler Menschen so glaubwürdig. Ihre große Strahlkraft erwächst zudem aus ihrem theoretisch-politischen Konzept einer stark basisdemokratischen Orientierung und ihren Ideen eines menschlichen, freiheitliche...

ndPlusHans-Dieter Schütt

»Schweiß und Tränen«

Wer dieser Tage vom ausgiebigen Lesen der Journale kommt, ist starken Ratgebern begegnet. Die globale Marktwirtschaft werde zu Unrecht »dämonisiert«, sie habe »seit dem Ende des Kommunismus Hunderten von Millionen Menschen aus Hunger und Elend verholfen«, so die »Süddeutsche Zeitung«. Ja, der Aufwärtstrend: Das Elend stieg vom Magen in den Kopf, es ist dort kein Platz mehr für die Welt, kein Platz...

Seite 10

Beim Konzert in der Nase bohren ...

E s ist so tröstlich wie verdienstvoll, dass die durch die von ihnen selbst verschuldete und nun auch von der Finanzkrise gebeutelten Banken sich weiterhin, wenn wohl auch deutlich weniger, als Förderer von Kunst und Kultur verstehen. Die Deutsche Bank etwa, die derzeit in großformatigen Anzeigen auf ein von ihr ermöglichtes, »einmaliges neues Projekt der Berliner Philharmoniker« aufmerksam macht:...

ndPlusBenjamin Jakob

Jeanne d'Arc der Karawankenbauern

Außerhalb Kärntens kennt man sie wenig. Doch tief im Süden Österreichs, bei den zehn- oder fünfzehntausend Kärntner Slowenen, wird die Frau wie eine Ikone verehrt. Die Hauswirtschaftslehrerin Milka Hartman (1902 bis 1997) war panslawische Patriotin und eine volkstümliche, »naive« Dichterin. Zu Lebzeiten erschienen mehrere Lyrikbände, allerdings nur auf Slowenisch. Eine Auswahl aus dem Drava-Verlag...

Diese Ähnlichkeit
Ralf Klingsieck, Paris

Diese Ähnlichkeit

Eine spektakuläre Ausstellung im Pariser Grand Palais zieht gegenwärtig und noch bis Anfang Februar täglich viele tausend Menschen an: »Picasso und die Meister«. Hier werden prägnante Werke des großen Malers des 20. Jahrhunderts zusammen mit Bildern berühmter Vorbilder aus fünf Jahrhunderten gezeigt, an denen sich Picasso orientiert hat oder von denen er sich inspirieren ließ. So sind künstlerisch...

Seite 11
ndPlusPatrick Kunkel

Störfall mit Charme

Schönau im Schwarzwald, 2476 Menschen leben hier. Ein Postkartenidyll, umrahmt von Bergen, die CDU hat hier noch fast jede Wahl gewonnen. Und doch ist der Ort bundesweit als Stadt der Stromrebellen bekannt geworden. Jetzt hat der Freiburger Journalist Bernward Janzing die außergewöhnliche Geschichte der »Schönauer Stromrebellen« aufgeschrieben.

Reimar Paul

Neuer Betreiber, alte Probleme

Pleiten und Pannen prägten die Debatte um das Atommülllager Asse in den vergangenen Monaten. Um die verschreckte Bevölkerung zu beruhigen, eröffnete das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) am Montag eine Informationsstelle.

Ralf Streck, Madrid

Klima-Ablasshandel mit dem Osten

Anstatt eigene Klimaschutzprojekte voranzutreiben, verlässt sich Spanien darauf, dass es seine überschüssigen Emissionen anderen Ländern verkaufen kann. Am besten eignet sich dafür der ehemalige Ostblock.

Seite 12
ndPlusAnna van Ommen, London

Eisenbahn contra Flugzeug

Seit Monaten ist die Erweiterung des Londoner Flughafens Heathrow im Gespräch. Jetzt erörtern britische Minister eine landesweite Hochgeschwindigkeitsstrecke. Die Wiederbelebung des maroden Bahnsystems käme einer Revolution in der britischen Verkehrspolitik gleich.

Martina Rathke, Stralsund

Weißes Gold aus Rügen

Auf Rügen wird immer mehr Kreide wirtschaftlich genutzt. Tourismus- und Umweltverbände sehen dies mit großer Skepsis.

Neues Verständnis im Umgang mit Geld

Während viele Großbanken in der Krise stecken, verzeichnen ethisch orientierte Geldinstitute einen wahren Ansturm an neuen Kunden. Mit rund 60 000 Kunden, 210 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von einer Milliarde Euro ist die 1974 gegründete GLS-Bank (Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken) das größte alternative Geldhaus in Deutschland. Mit ihrem Vorstandssprecher, dem Diplom-Ökonomen Thomas Jorberg (geb. 1957), sprach Rudolf Stumberger über Finanzblasen, Regulierung und ein nachhaltiges Banking.

Seite 13

Nord-Süd - Tipps

HEUTE IN BERLIN – Öffentliche Ringvorlesung »Friede und Entwicklung in Afrika«, Referent: Matthias Mülmenstädt, Beauftragter für Afrikapolitik, Auswärtiges Amt, 18 -20 Uhr, im Hörsaal A des Otto-Suhr-Instituts der Freien Universität Berlin, Ihnestraße 21, 14195 Berlin-Dahlem.FINANZKRISE – »Chronik einer angekündigten Krise« (Doku, F 2008, 52 Min., R.: CAPA TV). Wie konnte es so weit ko...

Feizal Samath, Colombo

Sri Lankas Devisenquelle trocknet aus

Sri Lanka, einem der großen Entsenderstaaten von Arbeitsmigranten in die Region Nahost, stehen schwere Zeiten ins Haus, sollten die internationale Finanzkrise und sinkende Ölpreise die Konjunktur im Nahen Osten nachhaltig bremsen.Die mehr als eine Million srilankischer Arbeitsmigranten überweisen jährlich über drei Milliarden US-Dollar in ihr Heimatland. Durch die Überweisungen sichern sie direkt ...

Peanuts gegen den Welthunger
Martin Ling

Peanuts gegen den Welthunger

Relativ sind es nur Peanuts: Zusätzliche 5,2 Milliarden Dollar benötigt das Welternährungsprogramm (WFP), um 2009 seine Arbeit tun zu können – Nahrungsmittel an die Hungernden dieser Welt zu verteilen, die inzwischen fast eine Milliarde ausmachen. Nur noch bis April ist die Arbeit des WFP gesichert.Doch die reichen Staaten, die mehr als eine Billion Dollar zur Dämpfung der Weltwirtschaftskri...

Schleichendes Aus für Manilas Landreform
ndPlusGisela Dürselen

Schleichendes Aus für Manilas Landreform

Eine grundlegende Landreform zugunsten der Landlosen und Kleinbauern wird auf den Philippinen auf die lange Bank geschoben, die bestehende Landreform CARP jedoch um sechs Monate verlängert. Manche Beobachter befürchten nun soziale Unruhen.

»Eine Abwahl von ARENA wäre gut für die Menschenrechte in El Salvador«

»Eine Abwahl von ARENA wäre gut für die Menschenrechte in El Salvador«

In El Salvador stehen 2009 wichtige Wahlen an: am 18. Januar Parlaments- und Kommunalwahlen, im März Präsidentschaftswahlen. Die ehemalige Guerilla Front für die Nationale Befreiung Farabundo Martí (FMLN) hat Chancen, die rechtsextreme ARENA an der Macht abzulösen. Über die kommenden Wahlen und die schwierige Menschenrechtslage sprach mit David Morales von der Menschenrechtsorganisation FESPAD für ND Michael Krämer.

Seite 14
Die Rezension - Offiziersmesser
ndPlusEric Breitinger

Die Rezension - Offiziersmesser

Dieses Büchlein ist das Schweizer Offiziersmesser unter der Ratgeberliteratur. Es hat einen strapazierfähigem Umschlag und ist wie geschaffen, um es stets in der Hosentasche zu haben. Auf 176 Seiten versammelt es Antworten auf 50 Fragen, die sich jeder irgendwann stellt: Wie treffe ich die richtige Entscheidung? Wie motiviere ich mich und mein Team? Wie arbeite ich effizienter? Warum kaufe ich imm...

Elfi Schramm

Solarien sind gefährlich

Eine von der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) in Auftrag gegebene Studie zur Nutzung von Solarien ergab, dass die Menschen zwar die Risiken von UV-Strahlen kennen, diese aber bewusst ignorieren.

Nachrichten

Moderater Weinkonsum schützt das Herz Ein moderater Weinkonsum schützt bekanntermaßen Herz und Kreislauf. Eine europäische Studie fand heraus: Das Getränk erhöht die Konzentration von Omega-3-Fettsäuren im Blut. Diese ungesättigten Fettsäuren, die hauptsächlich in Fisch vorkommen, senken das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Untersuchung der Teilnehmer ergab, dass ein moderater Alkoholk...

ndPlusWalter Willems

Zungenblick und Nadelkur

Die chinesische Medizin basiert auf einer jahrtausendealten Tradition. Sie verschafft Linderung bei chronischen Schmerzen, Allergien, Verdauungsproblemen oder stressbedingten Leiden. Um sie erfolgreich anwenden zu können, gibt es jedoch noch einigen Forschungsbedarf.

Seite 15

Droht die nächste Pleite?

Zwei Tage nach der 2:5-Heimniederlage gegen den Tabellenführer Hannover werden die Eisbären Berlin erneut gefordert. Mit den Krefeld Pinguinen wartet auf den Titelverteidiger heute die nächste schwere Aufgabe. Dabei fehlt gegen den Tabellenvierten Stürmer Nathan Robinson, der am Sonntag im Spitzenspiel gegen Hannover eine Schulterprellung erlitt. Möglicherweise ist Robinson am Freitag im Heimspiel...

Christian Heinig

Gegen das spanische Juwel

Extra motivieren? Nein, das muss Luka Pavicevic seine Spieler nicht. »Jeder Basketballer weiß, worum es in solch einer Partie geht«, sagt der Trainer von Alba Berlin vor dem Euroleaguespiel am Mittwoch bei Joventut Badalona. Die Berliner müssen in Spanien gewinnen, um die Chance auf den Einzug in die Runde der 16 besten Teams zu wahren. »Do or die«, sagt man im US-Sport in solchen Situationen gern...

Lars Becker

Ewiger Zweiter greift nach Tourneesieg

Zumindest Sven Hannawald ist sich sicher, wer im Dreikampf um den Gesamtsieg bei der 57. Vierschanzentournee am Ende ganz oben steht: Wolfgang Loitzl. »Er hat eine stabile Form und einen unglaublichen Aufwind. Der gewinnt«, sagt Hannawald vor dem heutigen Finale in Bischofshofen und fügt hinzu: »Und ich behalte meinen Rekord.« Hannawald hatte 2001/2002 als bislang einziger Flieger in der 56-jährig...

Seite 17
Ein wenig versteckt
Hans-Rüdiger Merten

Ein wenig versteckt

An der Kreuzung von Marchlewski- und Torellstraße in Friedrichshain schaut der Wanderer auf den Comeniusplatz. Jahrelang war ich in dem von Frau Wilma geführten Comenius-Eck liebevoll behandelter Gast, ohne mir über diesen Namen Gedanken zu machen. Johann Amos Comenius – geboren 1592 in Südmähren, verstorben 1670 in Amsterdam – war ein Theologe, Philosoph, Pädagoge und Bischof der böhm...

Väterchen Frost

In Osteuropa bescheren die magischen Sagenfiguren »Väterchen Frost« und seine Enkelin Snegurotschka, das »Schneeflöckchen«, pünktlich zum Jolkafest am 31. Dezember die Familien. Das Zepter, das Väterchen Frost nach den Erzählungen bei seiner Mission schwingt, lässt alles, was es berührt, sofort gefrieren. In diesem Jahr muss der von der russisch-orthodoxen Kirche als kommunistische Kreation geschm...

Schlitten werden Mangelware
Bernd Kammer

Schlitten werden Mangelware

Berlin hat sich über Nacht in eine Winterlandschaft verwandelt. Am Montagmorgen war die Stadt mit einer Schneedecke überzogen, die in den Außenbezirken stellenweise eine Stärke von bis zu 20 Zentimetern erreichte. Schwerstarbeit für die Männer von den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR). »Seit dem Wochenende ist unsere Winterdienstflotte mit 2000 Mitarbeitern und 450 Räum- und Streufahrzeugen ...

Seite 18
Die Schützerinnen von A und O
ndPlusSteffi Bey

Die Schützerinnen von A und O

Überall Buchstaben: Ein grünes, großes »A« steht hinter einem kleinen »p«. Ein »Ö« lehnt an einer Wand und daneben liegen ganze Schriftzüge. »Autoradio Blaupunkt« ist zu lesen, ein geschwungenes, knallgelbes »Loretta« oder »Ebbinghaus«. Für die großformatigen Buchstaben ist es ziemlich eng in den Räumen an der Leipziger Straße. Vorbei sind die Zeiten, als sie auf Dächern thronten oder Fassaden sch...

Wolfgang Weiß

Achim Kühns »Bücher aus dem Feuer«

Eine schwere, unebene, dunkle Stahlplatte liegt auf rotem Wüstensand. Sie ist durchzogen von tiefen Furchen, die das Ganze dreizuteilen drohen, ohne es wirklich zu tun. Symbole für Islam, Judentum und Christentum deuten auf die drei Religionen der Jahrtausende alten Stadt hin, der dieses Kunstwerk gewidmet ist. Es trägt den Titel »Buch für Jerusalem« und gehört zu einer Ausstellung des Kunstschmie...

Seite 19
Lucía Tirado

Gemordete Seelen

Die Inszenierung ist wegen einer durchsichtigen Leinwand wie in leichten Nebel gehüllt. Zeitweise dient die Gaze auch der Filmprojektion. Dunkle Wolken ziehen da im Bühnenbild von Johannes Zacher auf, eine Frau geht einsam ohne erkennbares Ziel übers Land, einmal sieht man in ein schlafendes Frauengesicht. Doch in erster Linie ist die Leinwand Abschirmung. Was hinter verschlossenen Türen passiert,...

Kunstwerk und Kapitalanlage
ndPlusManuela Lintl

Kunstwerk und Kapitalanlage

Der Begriff »ConcentArt« verbindet durch einen Buchstabentausch die englischen Wörter Konzentrat und Kunst. Nachdem sich bereits die Eröffnungsausstellung des neuen Kunstvereins ConcentArt e. V. dem rege diskutierten Thema »Sicherheit« gewidmet hat, lautet der Gegenstand der zweiten von Georgi Begun organisierten Ausstellung »Wa(h)re Kunst«. Mit dem erneut kontrovers gewählten Thema möchte der aus...

Seite 20
ndPlusWilfried Neiße

Unmut über den Straßenstrich

Im Zusammenhang mit dem Straßenstrich an der Bundesstraße 2 zwischen Potsdam und Michendorf liegen derzeit keine Straftatbestände vor. Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) weist darauf hin, dass Prostitution »nicht mehr schlechthin sittenwidrig« sei, allerdings auch »kein Beruf wie jeder andere«.Der CDU-Landtagsabgeordnete Sven Petke hatte moniert, dass insbesondere durch Schulbusse und den parallel...