Ausgabe vom 20.01.2009

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Unten links

Immer mehr Bankenvertreter verlangen von der Regierung die Gründung einer speziellen Bank, die den ganzen Schrott des Gewerbes, also faule Kredite, aufkauft und damit aus dem Verkehr zieht. Unabhängig davon, dass man die anrüchigen Wertpapiere einfach dem nächsten Reißwolf überlassen sollte, hat die Idee branchenübergreifenden Charme: Das Kanzleramt macht einen großen Recyclinghof für Ausschuss al...

Obama lässt Amerika träumen

Einen Tag vor seiner Amtseinführung hat der zukünftige US-Präsident Barack Obama in der Tradition von Martin Luther King zur Einigkeit unter den Bürgern aufgerufen.

Hans-Dieter Schütt

Wer war Bush?

Diese Ära war eine Zeit der Dummheit. Das ist der jetzt gültige Ton, wenn von George W. Bush gesprochen wird. Noch vor drei Jahren rügte die »Zeit« Gegner dieses Präsidenten, denn sie könnten sich leider nicht den Blödsinn abgewöhnen, »ihn zu unterschätzen«. Ob ihrer einsamen Bush-Kritik ergoss sich über Künstler wie Michael Moore, Oliver Stone, Sean Penn die Häme des westlichen Leitjournalismus. ...

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Hermannus Pfeiffer

Schwindender Spielraum

Die US-Wirtschaft liegt am Boden. Barack Obama bleiben daher nur geringer wirtschaftspolitischer Spielraum – und die Notenpresse.

Auch künftig gibt es unterschiedliche Interessen

Karsten D. Voigt gehört zu den führenden deutschen Experten in Fragen der Sicherheitspolitik und war von 1983 bis 1998 außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Seit 1999 ist der 67-Jährige Koordinator für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt. Mit ihm sprach für ND Olaf Standke.

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Reiner Oschmann

Der schlechteste Präsident aller Zeiten

Der scheidende Präsident George W. Bush (62), 43. Präsident der USA, besaß lange Zeit das Talent, der Öffentlichkeit seine Politik zu verkaufen. Auch diese Gabe kam ihm zum Ende seiner Amtszeit abhanden. Bushs erster und sein letzter Fototermin im besetzten Irak stehen dafür: Sein Geheimbesuch im Spätherbst 2003, um als strahlender Oberkommandierender mit Soldaten den Truthahn des Erntedankfests z...

ndPlusMax Böhnel, New York

Hoffnungsträger in der Krise

Am Tag vor der historischen Vereidigung des ersten schwarzen Präsidenten des Landes gedachten die US-Amerikaner gestern Martin Luther Kings.

Seite 4

Größere Chance für zweite Köhler-Runde

Berlin (ND). Mit dem hessischen Wahlergebnis verschieben sich nicht nur die Gewichtungen im Bundesrat, auch die Bundesversammlung ist betroffen. So wird die Wiederwahl von Bundespräsident Horst Köhler wahrscheinlicher. CDU und FDP können ihre absolute Mehrheit in der Bundesversammlung ausbauen, die den Präsidenten wählt. Die in den ersten beiden Wahlgängen erforderliche absolute Mehrheit in dem 12...

Kein böses Omen für Bundestagswahl

Berlin (AFP/ND). SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sieht in der Wahlniederlage seiner Partei in Hessen kein schlechtes Vorzeichen für die Bundestagswahl, denn die »wird nicht in Wiesbaden entschieden«, sagte Heil am Montag im Deutschlandradio Kultur. Die Ursachen für die Stimmenverluste bei der Landtagswahl vom Sonntag lägen in Hessen selbst und das schlechte Abschneiden dort sei von vornherein ab...

Wolfgang Hübner

Keine Partei der kleinen Leute

Eigentlich entspricht das Ergebnis der Hessen-Wahl im Großen und Ganzen den Erwartungen. Die Tücke steckt wie so oft im Detail.

Der eigentliche Gewinner
Uwe Kalbe

Der eigentliche Gewinner

In guten wie in schlechten Tagen habe man zusammengehalten, lobt Roland Koch die Beziehungen zwischen CDU und FDP in Hessen. Dieses Ehegelübde gilt allerdings weniger der FDP als ihrem Vorsitzenden, Kochs langjährigem Kumpel Jörg-Uwe Hahn. Mit einigen Sticheleien dürfte Koch nun rechnen müssen beim gemeinsamen Skifahren oder ähnlichen Freizeittreffen. Am Wochenende hat Hahns FDP dafür gesorgt, das...

ndPlusRené Heilig

LINKE ist auf »gutem Trip«

Die LINKE lud zur Pressekonferenz – erleichtert, daher wieder selbstbewusst, angriffslustig. 5,4 Prozent, so strahlte Partei-Chef Lothar Bisky, sind ein optimistischer Auftakt für das Wahljahr 2009. Er sieht seine Partei »auf einem guten Trip« und so verspricht denn auch Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch den Journalisten, dass sie von den nun anstehenden Landtags-, Europa- und Bundestags...

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Hendrik Lasch, Dresden

Wettbewerb nur noch beim Kostendrücken

Die Versicherten in Sachsen werden nach Ansicht der Staatsregierung von der Gesundheitsreform überdurchschnittlich belastet. Die FDP verlangt deren Rückabwicklung – nicht zuletzt, um »Einheitskassen« zu verhindern.

ndPlusAnke Engelmann, Erfurt

Es funkt gewaltig an Thüringens 380 kV-Starkstrom-Trasse

Entlang einer von der Vattenfall-Tochter Vattenfall Europe Transmission (VET) geplanten Starkstromtrasse, die auf insgesamt 210 Kilometern von Halle bis Schweinfurt durch den Thüringer Wald führen soll, gibt es heftigen Widerstand.

Germania – nationalistisch, rassistisch, antisemitisch?
ndPlusVolker Stahl

Germania – nationalistisch, rassistisch, antisemitisch?

Seit Jahren steht die Hamburger Burschenschaft Germania unter Verdacht, rechtsradikal zu sein. Weil die schlagende Verbindung zu ihrem »Reichgründungskommers« am vergangenen Sonnabend erneut einen der NPD nahestehenden Referenten geladen hatte, riefen DIE LINKE und das Bündnis gegen Rechts zum Protest auf.

Seite 6

Vorbereitung neuer Guantanamo-Prozesse

Trotz der vom künftigen US-Präsidenten Barack Obama geplanten Schließung des Gefangenenlagers in Guantanamo gehen die Vorbereitungen für die nächsten Terrorismus-Prozesse vor umstrittenen Sondergerichten anscheinend weiter.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Ringen bis zuletzt um Gas-Einigung

Die ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko reiste am Montag nach Moskau, wo die staatlichen Energiekonzerne Russlands und der Ukraine ein Abkommen zur Beendigung des Gasstreits signierten. Sobald die Unterschriften von Gazprom und Naftogaz vorliegen, werde das russische Gas nach Europa über die Leitungen in der Ukraine wieder fließen, hatte Timoschenko versprochen.

Michael Krämer

Linker Sieg mit Schönheitsfehler

El Salvadors größte Oppositionspartei, die ehemalige Guerillabewegung FMLN, ging aus den Parlamentswahlen am Sonntag als Sieger hervor.

Seite 7
ndPlusDago Langhans

Kriegsgegner demolieren Waffenfirma

In den frühen Morgenstunden des Sonnabends drangen Aktivisten der Smash-EDO-Kampagne in die Produktionsräume der Waffenfirma EDO MBM im britischen Brighton ein und zerstörten Büromobiliar, Computer und einen Teil der Produktionsanlagen. Die Polizei stellte einen »beträchtlichen Schaden« fest und verhaftete im Nachhinein neun Aktivisten, von denen zwei inzwischen wieder frei gelassen wurden.

Andreas Knobloch

Gasstreit auch in Südamerika

Nicht nur in Europa, auch in Südamerika wird um Gas gestritten. Aber nicht Lieferanten oder Transitländer, sondern der Importeur drehte am Ventil.

Daniel Kestenholz, Bangkok

Bootsflüchtlinge klagen Thailand an

Menschenrechtsgruppen werfen thailändischen Marinesoldaten vor, Hunderte von Bootsflüchtlingen aus Myanmar (Burma) und Bangladesch im Indischen Ozean abgefangen und auf hoher See wieder ausgesetzt zu haben. Etliche davon bleiben vermisst.

Seite 8
Dieter Janke

Autosuggestion

Inzwischen gilt es als sicher, die Bundesrepublik muss beim Wirtschaftswachstum 2009 ein Negativergebnis hinnehmen. Als sicher gilt auch die historische Einmaligkeit des Einbruchs. Insofern hat die jüngste Prognose der EU-Kommission, die für Deutschland ein Minus von 2,3 Prozent veranschlagt, keinen großen Nachrichtenwert. Den bekommt sie, wenn die Werte mit denen für den EU-Durchschnitt vergliche...

Roland Etzel

Barack und Barak

Die Kenner wussten es schon vor zehn Tagen: Endet der israelische Krieg gegen Gaza in diesem Monat, dann wohl am 18. Januar. Warum? Der israelische Friedensaktivist Uri Avnery sagte es so: »Die Schrecken von Gaza müssen vor der Amtseinführung beendet sein« – denn »der israelische Barak versteht, dass eine Verärgerung des amerikanischen Barack eine Katastrophe bedeuten würde«. Genauso kam es....

ndPlusUwe Kalbe

Lagerdenken

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Den Prognosen folgen die Analysen, und es ist noch kein Fall bekannt geworden, dass irgendein Prognosenabgeber sich in seiner eigenen Analyse nicht bestätigt gefunden hätte. Erstaunlich, wie sich bei allen Bemühungen um originelle Standpunkte eine These immer wieder findet: die These vom Fünfparteiensystem. Danach ist es angeblich so, dass das alte Lagerdenken sich ...

Christian Heinig

Prinzenkicker

Vier Monate ist es jetzt her, da gab der Weißwurstfachmann des FC Bayern München, auch bekannt als Manager Uli Hoeneß, zum Besten: »Es gibt schwierigere Schicksale auf der Welt, als beim FC Bayern zu spielen.« Adressiert war die warmherzige Weisheit an Lukas Podolski, dem Prinzenkicker der deutschen Fußballnation. Die Sache hatte nur einen Haken: »Spielen« durfte Podolski für die Münchner zuletzt ...

Der Günter weist wieder den Weg
ndPlusErnst Röhl

Der Günter weist wieder den Weg

2009, ein Megasuperjahr: Bundestagswahl, 60 Jahre BRD, pardon, Bundesrepublik, und 20 Jahre Mauerfall mit nationalem Eichbaumrütteln. Für Brasilianer wäre so was ein Riesenhighlight mit Jubel, Trubel, Heiterkeit und Karneval in Permanenz. Die Deutschen aber kucken sich bloß gegenseitig an, als wollten sie sagen: Is was? Speziell von dir, Ostler, und das sage ich mit aller Deutlichkeit, erwarten wi...

Seite 9
Hans-Dieter Schütt

Alt oder neu?

Im Kontext mit der Bankenkrise läuft im US-Fernsehen eine stark beachtete Debatte über Karl Marx, der als Analytiker »ein Realist, als kommunistischer Prophet nur ein Dichter« gewesen sei. Denn, so der Soziologe Richard Sennett, der Mensch sei »in allen sozialen Epochen« der »Unveränderbare«.Dass der Mensch sein Verhalten mit den Verhältnissen ändert, liegt zwar auf der Hand: Ins Wasser geworfen, ...

Ekkehart Krippendorff

Shakespeare – eine Theaterlektion

Eine in Berlin lebende englische Schauspielerin, die seit Jahren zu Shakespeare-Aufführungen nach London und insbesondere zum Globe Theatre pilgert, meinte nach der Premiere von »Alles ist wahr – König Heinrich VIII.« im Berliner Admiralspalast, dies sei einer der besten deutschen Shakespeares, den sie hierzulande je gesehen habe. Zumindest wird den vom Regie-Theater gebeutelten Inszenierung...

ndPlusIrene Constantin

»Zu viele Tränke«

Langanhaltender Jubel für alle, darin hat die Berliner Deutsche Oper lange nicht mehr gebadet. Schöne Menschen in Dagmar Niefinds schönen Kostümen auf der Bühne, schöne Stimmen, schwelgend in schönen Melodien, das Orchester (Musikalische Leitung: Andrew Litton, Regie und Bühne: Marco Arturo Marelli) bestens aufgelegt, Herz was willst du mehr! »Die ägyptische Helena« ist das fünfte von sechs gemein...

ndPlusVolkmar Draeger

Farbe und Perspektive

In idealem Raum, langgestreckt, hoch und bestens ausgeleuchtet, hängen sie nun, jene 13 Großformate von Norbert Tadeusz, die ein generöser Anonymus aus Monte Carlo den Staatlichen Kunstsammlungen Chemnitz vermachte. Tadeusz, geboren 1940 in Dortmund, studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Gerhard Hoehme, Joseph Fassbender und Joseph Beuys, dessen Meisterschüler er 1965 wurde. Da hatte er si...

Seite 10
Benjamin Jakob

Der Dämon des Schaffenden

Der Mann ist promovierter Mathematiker, Guillermo Martínez, geboren 1962 an der argentinischen Atlantikküste. Sein Debüt als Romancier verriet noch die frühe Profession: In »Die Pythagoras-Morde« berichtete er von seltsam logischen Verbrechen im Oxforder Mathematikermilieu. Das Buch war 2003 wochenlang der Bestseller in Argentinien, es erhielt den hoch dotierten spanischen Premio Planeta. Seit 198...

Die Wahrheit sagen
ndPlusKlaus Bellin

Die Wahrheit sagen

Am 23. April 1807 steht sie zum ersten Mal vor Goethes Tür. Sie hat Wieland, dem gutmütigen Alten, ein Schreiben abgeluchst, das ihr den Weg ins Heiligtum leicht machen wird. Die Empfehlung weist sie als Bettine Brentano aus, Enkelin der berühmten Sophie von La Roche und Tochter der Maximiliane Brentano, einer Jugendliebe des Dichters, von ihm einst als »Erscheinung vom Himmel« gepriesen. Goethe, ...

Seite 11

Rezession in Europa

Brüssel (dpa/ND). Die EU-Kommission erwartet für Deutschland den schärfsten Einbruch der Wirtschaftsleistung seit dem Zweiten Weltkrieg. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2009 im Vorjahresvergleich um 2,3 Prozent schrumpfen, teilte die Kommission am Montag in Brüssel in ihrem neuen Konjunkturgutachten mit. Deutschland ist als riesiger Exporteur besonders von der weltweiten Wirtschaftskrise betr...

Axel Reiserer, London

Versicherung für toxische Kredite

Die britische Regierung will dem Finanzsektor Staatsgarantien für uneinbringliche Kredite einräumen. Im Gegenzug müssen die Banken ihre wahre Situation offenlegen.

ndPlusOliver Händler

Kurze Entspannungsphase

Nach einem günstigen Jahr 2008 rechnen Experten damit, dass im Zuge der Finanzkrise die Zahl der Verbraucherinsolvenzen und überschuldeten Menschen in Deutschland wieder steigen wird. Schuldnerberatungsstellen sind rar. Nun soll das Internet helfen.

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Atomkraft wieder »in«?

Essen/Berlin (Agenturen/ND). Angesichts des russisch-ukrainischen Gasstreits drängt der Chef des Essener Energiekonzerns RWE, Jürgen Großmann, erneut auf Investitionen in die Atomkraft in Deutschland. »Wenn wir unsere Importabhängigkeit nicht noch weiter erhöhen wollen, brauchen wir Kernkraftwerke«, sagte er dem »Handelsblatt«. Erneuerbare Energien könnten das Problem der Abhängigkeit nicht lösen....

ndPlusAndreas Knudsen, Kopenhagen

Skandinaviens Gaszeitalter neigt sich dem Ende zu

In den skandinavischen Ländern deutet sich an, was auch global bevorsteht: Die Reserven und Fördermengen für Erdöl und -gas nehmen ab, in einer Generation könnte Norwegens Gaszeitalter vorbei sein.

Thomas Frahm, Sofia

Bulgarien wurde kalt erwischt

Seit vierzehn Tagen leidet Bulgarien nun unter dem russisch-ukrainischen Gasstreit. Das Schwarzmeerland ist zu 95 Prozent abhängig von russischem Erdgas, das ausschließlich durch ukrainische Pipelines ins Land gelangt. Doch das Balkanland zeigt ein erstaunlich gutes Krisenmanagement.

ndPlusGábor Kerenyi, Budapest

Ungarn und der Tod im Winter

In Ungarn werden gerade jenen Menschen, für die das die schlimmsten Folgen hat, Gashahn und Stromzufuhr abgedreht. Seit Anfang Januar hat nicht der Gasstreit, sondern die alltägliche Routine der großen Energieversorger, im Tandem mit einem entwürdigenden Sozialsystem, mehr als 40 Menschen den Kältetod gebracht.

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Nord-Süd - Tipps

HEUTE IN BERLIN – »Afrikas Entwicklung: Schritt halten oder einfach laufen?«, Dr. Elisio Macamo, Universität Bayreuth, Entwicklungssoziologie, 18 - 20 Uhr, Hörsaal A des Otto-Suhr-Instituts der Freien Universität Berlin, Ihnestraße 21, 14195 Berlin-Dahlem. CHILE – »Geschichte eines Putsches«, mit: Mauricio Antonio Valenzuela Gomez, 22. Januar, 19 Uhr, Cafe Panta Rhei, Dachritzstraße 2,...

Victoriasee überfischt

Von Wambi Michael Jinja, UgandaDie in der EU wachsende Nachfrage nach Fisch aus dem Victoriasee hat für Millionen Menschen, die in den Uferregionen des größten afrikanischen Binnensees leben, schwerwiegende sozioökonomische Folgen. Wegen des lukrativen Exports des in Europa als preiswert geschätzten Nil- oder Viktoriabarschs sind auf dem ca. 70 000 Quadratkilometer großen See immer mehr modern aus...

Köhlers schöne, neue Welt
ndPlusMartin Ling

Köhlers schöne, neue Welt

»Die Chance der Krise ist die Schaffung einer neuen, kooperativen Weltordnung.« Mit dieser Botschaft schwor Bundespräsident Horst Köhler letzte Woche das Diplomatische Korps und Vertreter internationaler Organisationen auf das Jahr 2009 ein. Neben dem seit der Weltwirtschaftskrise allseits geforderten Ordnungsrahmen für die internationalen Finanzmärkte gehört für Köhler auch die Bekämpfung der wel...

Russlands Samen wollen eigenes Parlament
ndPlusAndreas Knudsen

Russlands Samen wollen eigenes Parlament

Die Samen in Norwegen, Schweden und Finnland haben es vorgemacht: Sie haben sich ein eigenes Parlament zur Interessenvertretung erkämpft. Nun wollen die Samen in Russland nachziehen.

»Ecuador leistet mit seinem Moratorium wichtige Pionierarbeit«

»Ecuador leistet mit seinem Moratorium wichtige Pionierarbeit«

Jürgen Kaiser ist politischer Koordinator der Organisation »Erlassjahr«, die sich für Schuldenerleichterungen zugunsten der Entwicklungsländer einsetzt. Er war Mitglied der staatlichen Untersuchungskommission zu den Schulden Ecuadors. Ecuadors linker Präsident Rafael Correa hat einen Teil des Schuldendienstes gestoppt, obwohl das Land zahlungsfähig ist. Über diesen Präzedenzfall sprach mit Kaiser ND-Mitarbeiter Harald Neuber.

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Antibiotika nicht bei Sinusitits

Pochende Schmerzen sind typisch für eine Sinusitis. Meist sind Viren die Auslöser, in jedem fünften Fall Bakterien. Antibiotika sind bei Nasennebenhöhlenentzündung nur sinnvoll, wenn eine bakterielle Infektion sicher ist. Um das Nasensekret ablaufen zu lassen, empfehlen Mediziner der Barmer Krankenkasse, mehr zu trinken als sonst, Dampf zu inhallieren oder die Nase mit Kochsalzlösung und Meerwasse...

Silvia Ottow

Die Rezension - Lob der Erdäpfel

Unbestritten ist die Kartoffel ein ausgesprochen beliebtes Nahrungsmittel, geadelt mit dem Titel »Grundnahrungsmittel«, womit ihre Unverzichtbarkeit für den Speiseplan der Menschen nachdrücklich unterstrichen wird. Der Grund: Sie enthält vor allem Kohlenhydrate und Wasser; wenig, aber dafür hochwertiges Eiweiß; kaum Fett sowie die Vitamine B1, B2 und C. Ingrid Haslinger trug in ihrem Buch mit dem ...

Walter Willems

Checkliste senkt Zahl der Todesfälle

Bei größeren Operationen kann eine einfache Checkliste die Zahl der Komplikationen und Todesfälle drastisch senken. In einer internationalen Studie fiel damit bei Eingriffen das Risiko für schwere Probleme um über ein Drittel, die Zahl der Todesfälle sogar um fast die Hälfte.

ndPlusMartin Koch

Keule gegen Bakterien

Winterzeit ist Erkältungszeit. Zeit für Schnupfen, Husten und Halsschmerzen. Vielen Menschen fehlt jedoch die Geduld, diese Symptome auf traditionelle Weise auszukurieren. Sie hoffen deshalb auf die rasche Wirkung von Antibiotika, deren Einsatz aber oft problematisch sei, wie Mediziner warnen.

Seite 15

Goldmann klagt gegen den DLV

Der frühere Kugelstoß-Bundestrainer Werner Goldmann, der wegen seiner Dopingvergangenheit in der DDR vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) zum Ende des Jahres 2008 entlassen worden ist, zieht gegen den DLV vor Gericht. »Er klagt auf Weiterbeschäftigung. Es ist ein laufendes arbeitsrechtliches Verfahren«, sagte DLV-Generalsekretär Frank Hensel. Bereits im Februar werde man sich voraussichtlich...

»Stillstand ist Rückschritt«

Die deutschen Biathlon-Männer laufen in den Weltcup-Einzelrennen der Spitze noch hinterher. Dafür stimmt der Formaufbau der Frauen für die WM im Februar in Südkorea. Beim Weltcup in Ruhpolding gewann die deutsche Frauenstaffel. Gleichzeitig lösten Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) und Magdalena Neuner (Wallgau) die bis dato überlegenen Russinnen im Sprint und Verfolgungsrennen an der Spitze ab. Für ND sprach KARL-WILHELM GÖTTE mit dem Frauen-Cheftrainer UWE MÜSSIGGANG und dem Oberhofer Frauentrainer GERALD HÖNIG über das optimale Timing im Saisonaufbau ihrer Athletinnen.

ndPlusBritta Körber

Die Geburtstagsparty fällt aus

Kein Schampus, keine Party: An ihrem 25. Geburtstag gab sich Aljona Sawtschenko voll konzentriert auf das Unternehmen Titel-Hattrick zusammen mit ihrem Partner Robin Szolkowy bei den Eiskunstlauf-EM in Helsinki. »Nein, erstmal habe ich wichtigere Sachen im Kopf, danach wird vielleicht ein bisschen gefeiert«, sagte die Weltmeisterin am Rande des Trainings in der Hartwall-Arena. »Wir feiern ja grund...

Martin Kloth

Deutsches Handballteam auf der Suche nach der Bestform

Die deutschen Handballer sind weiter auf der Suche nach ihrer Bestform, können aber nach einem erneuten Kraftakt auf den Einzug in die Hauptrunde der WM in Kroatien hoffen. Mit Rückkehrer Michael Kraus feierte der Titelverteidiger in Varazdin einen 26:24 (12:12)-Arbeitssieg gegen Tunesien. Einen Tag nach dem 26:26 gegen Russland hat die neu formierte Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) in ...

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Protest gegen Ausschreibung

(ND). Rund 300 Beschäftigte mehrerer Bahnen demonstrierten gestern Mittag vor dem Roten Rathaus. Anlass für die Aktion war die jüngste Ausschreibung von Leistungen im Schienenpersonen-Nahverkehr (SPNV) in der Region Berlin-Brandenburg. Bei der Ausschreibung werden insgesamt 23 Millionen Zugkilometer vergeben. Sie werden allerdings in so genannte Lose aufgeteilt. Ein Bieter kann dabei nicht die bei...

Besser doppelt

Ihre Option auf Rot-Rot im Brandenburger Wahlherbst möchte sich die dortige SPD nicht einfach so ausreden lassen. Eine Absage ließ sich Generalsekretär Ness nicht abpressen. Nicht nach Hessen und schon gar nicht von der CDU. Denn folgten die Sozialdemokraten deren Forderung, würden sich die Potsdamer Genossen wie einst die Berliner auf allzu lange Dauer an ihren derzeitigen Partner binden. Heuer w...

Tempelhof: Viele Bewerber fliegen auf die Hangars
Andreas Heinz

Tempelhof: Viele Bewerber fliegen auf die Hangars

Wie soll die künftige Nutzung der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude des still gelegten Flughafens Tempelhof aussehen? Das wollte der Senat wissen und schrieb den internationalen Wettbewerb »Call for Ideas« aus. Dem Ruf nach Ideen folgten 120 Bewerber aus dem In- und Ausland, berichtete gestern Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Ein Gremium zog insgesamt 61 Projekte in die engere Wahl.»Der Auf...

Kleine Schulden, große Krisen
ndPlusJana Findeisen

Kleine Schulden, große Krisen

Seine neue, kostenlose und anonyme Onlineberatung zum Thema Schulden stellte gestern der Deutsche Sparkassen- und Giroverband vor. Die Kreuzberger Schuldnerberatung der Arbeiterwohlfahrt kümmert sich schon lange um BerlinerInnen.

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Klaus Teßmann

Ein Geldsegen für den Bezirk

»Wir freuen uns, dass in Zeiten knapper Kassen plötzlich ein Geldsegen über den Bezirk kommt«, sagte Bildungsstadtrat Stefan Komoß (SPD) bei der Pressekonferenz am Montag. Gemeint ist das Sonderprogramm von 50 Millionen Euro, das der Senat bereits im Dezember beschlossen hatte.Marzahn-Hellersdorf hat einen Sanierungsbedarf bei Schulgebäuden von über 90 Millionen Euro, so sind die 50 Millionen R...

Keine bösen Ost-Kommunisten
ndPlusJörg Meyer

Keine bösen Ost-Kommunisten

Die LINKE zieht es gen Westen. Und nicht nur nach Hessen. Nach Neukölln hat mit Charlottenburg-Wilmersdorf nun der zweite Bezirk im Westen der Stadt eine Linksfraktion in einer BVV. Grund genug für ND, einen Blick darauf zu werfen. Am vorigen Mittwoch nahm die neue Fraktion im Rathaus Wilmersdorf die Arbeit auf. Die drei Verordneten sitzen seit 2006 in der BVV – Nurda Tazegül und Hans-Ulrich...

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Zur Lage der zerrissenen Nation

(ND-Riegel). Schnoddrigkeit gehört mit zum Programm. »Wir schreiben nicht gemeinsam – wir klatschen unsere Beiträge einfach zusammen«, untertreibt Liedermacher Reinhold Andert, der mit dem Schauspieler und Autor Edgar Külow das Kabarettprogramm »Zur Lage der Nation« bestreitet. Ein Ossi (Andert) und ein Wessi (Külow) erklären darin die (angeblich rein geografische) Zerrissenheit des Landes. ...

Macht doch alle, was ihr wollt!
ndPlusLucía Tirado

Macht doch alle, was ihr wollt!

Macht's euch gemütlich in weichen Sesseln. Gleich brüllt man euch an. Wenn sich William Shakespeare und Katharina Thalbach treffen, mündet das erst einmal in einem Schrei. Turbulenz am Hofe wie im Wald, den Lieblingsorten des Dichters. Was einem zwischen herrschaftlichen Säulen oder Bäumen begegnet, ist längst nicht immer das, was man zu sehen glaubt. Übermütig ist »Wie es Euch gefällt« in der Übe...

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ndPlusWilfried Neiße

Es geht um die Wurst – auch mit Spargel

Zum 17. Mal ist die Ernährungswirtschaft Brandenburgs mit einer eigenen Halle auf der Internationalen Grünen Woche dabei. Gestern wurde auf der weltgrößten Agrar- und Verbrauchermesse von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) im neuen Hallenaufbau der traditionelle »Brandenburg-Tag« eröffnet. Er habe schon seit Freitag nichts gegessen, »um heute richtig zulangen zu können«, scherzte Platzeck, ...