Ausgabe vom 24.02.2009

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Unten links

Die UNESCO plant erstmalig eine »Woche gegen den Lärm«. Von ihm gehe »eine der größten Zerstörungskräfte« aus. Ein gefährlicher Vorschlag. Denn wir brauchen den Lärm. Jeder Mensch will schließlich weiterhin sagen, was er für Denken hält. Meinungsfreiheit ist leider ein hoher Triumph der Weltverschmutzung durch Stimmkraft. Nur weil sie uns übertönen müssen, singen die Vögel so schön. Weil eigene Er...

Frauen in Deutschland unterbezahlt

Frankfurt am Main (AFP/ND). Die Ungleichheit bei der Bezahlung von Frauen und Männern ist in Deutschland nach Angaben der EU-Kommission europaweit mit am größten. In Deutschland liege der durchschnittliche Stundenlohn von Frauen um 23 Prozent unter dem der Männer, sagte EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla der Tageszeitung »Die Welt«. Damit gehöre Deutschland nach wie vor zu den Staaten mit der größ...

Silvia Ottow

Hochprozentig

Ein paar Tage vor dem 8. März bescheinigt eine Untersuchung der EU-Kommission, dass Frauen in Deutschland 23 Prozent weniger Geld als Männer bekommen. Mit dieser Hochprozentigkeit sind wir Spitze in Europa und stellen nebenbei auch noch aus, mit welcher Arroganz es Wirtschaft und Politik im letzten Jahrzehnt gelungen ist, über die Gleichstellung von Männern und Frauen nur zu schwätzen und dabei zu...

Tel Aviv verärgert über Amnesty

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, ein sofortiges und vollständiges Waffenembargo gegen Israel und die Hamas zu verhängen

DAX auf rasanter Fahrt – talwärts

Der DAX fällt, die Wirtschaftsleistung schrumpft, die Horrorprognosen können kaum folgen. Die Bundesregierung ist um Fassung bemüht. Doch auch bei Opel wächst die Erkenntnis, dass die Krise nicht spurlos an der Belegschaft vorbeigehen wird.

Seite 2

Bedarf gedeckt

Mit dieser Antwort hatte wohl selbst Diana Golze von der LINKEN nicht gerechnet. Auf eine schriftliche Frage der jungen Bundestagsabgeordneten zu den Kinderregelsätzen antwortete das Bundesarbeitsministerium vor wenigen Tagen: Das Niveau der derzeitigen Regelsätze sei mehr als bedarfsdeckend. Bei Kindern über 14 und unter 6 Jahren übersteige die Höhe des Regelsatzes gar den tatsächlichen Bedarf. S...

Randglossen am Wahlprogramm
Uwe Sattler

Randglossen am Wahlprogramm

Eine Woche vor dem Europaparteitag in Essen haben ostdeutsche LINKE-Politiker umfangreiche Änderungen am Leitantrag vorgelegt. Der Streit um die Kandidatenliste für das EU-Parlament geht indes weiter.

Seite 3
Hanno Harnisch

»Slumdog Millionaire« mit Oscars überhäuft

Regenwolken hingen am Sonntagabend über dem Kodak-Theatre in Los Angeles. Eine Stunde Parade der Eitelkeit – dann doch im Trockenen. Die Amerikaner haben nicht nur diesen Preis der Preise im Filmgeschäft erfunden, sondern den Roten Teppich gleich mit. Die Perfektheit dieser scheinbaren Improvisation wird dann im kristallgeschmückten Saal durch eine auf viele Höhepunkte zugeschnittene Regie n...

Die Stränge zu V-Leuten gekappt

Die Stränge zu V-Leuten gekappt

Dr. Ehrhart Körting, Jahrgang 1942, wurde 1971 Mitglied der SPD und im Juni 2001 Senator für Inneres in Berlin. Er ist verheiratet und hat fünf Töchter. Körting studierte Jura, war Richter und Rechtsanwalt, Vizepräsident des Berliner Verfassungsgerichtshofes und Senator für Justiz. Im Jahre 2007 leitete er die Innenministerkonferenz der Bundesländer und warb dort vor allem auch für ein Verbot der NPD. Rainer Funke sprach mit dem Senator über aktuelle Aspekte des Rechtsextremismus.

Seite 4

Hoyerswerda verliert 40 Prozent der Bürger

Hamburg (dpa/ND). In Deutschland leben immer weniger Einwohner. Bis zum Jahr 2025 ist nach einer Prognose des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) mit einem Rückgang der Bevölkerung in Deutschland um 1,8 Prozent zu rechnen.Allerdings wirkt sich die Entwicklung je nach Region sehr unterschiedlich aus. Besonders dramatisch wird der Bevölkerungsrückgang in Ostdeutschland. Dagegen werden vor...

Merkel sieht keinen Zeitdruck bei Steinbach

Der Konflikt über die geplante Vertriebenen-Gedenkstätte hat zu offenem Streit zwischen Kanzlerin Angela Merkel und ihrem Außenminister Frank-Walter Steinmeier geführt.

ndPlusJürgen Amendt

»Bizarre Notlösung«

Unternehmen sollen ihre besten Mitarbeiter als Lehrer an Schulen schicken. Diese Forderung der Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) stieß gestern bei Lehrerverbänden allerdings auf Ablehnung, wie ND-Nachfragen ergaben.

Seite 5

Opel soll sich von US-Mutter trennen

Angesichts der schweren Krise bei General Motors (GM) laufen die Vorbereitungen für eine Herauslösung des Autobauers Opel aus dem US-Mutterkonzern nach Angaben des Betriebsrates auf Hochtouren.

Jobcenter bleiben bestehen
Fabian Lambeck

Jobcenter bleiben bestehen

Die Neuordnung der Jobcenter ist offensichtlich gescheitert, weil die Unionsfraktion den mit der SPD vereinbarten Kompromiss nun doch nicht mittragen will.

Seite 6
ndPlusGabriele Oertel

Steinwalter

Ach, wär es nur ein Faschingsscherz! Aber denkste! Die Debatte um den Koppel-Doppel vor dem Steinmeier hat, so sehr alle jetzt zurückrudern, stattgefunden. Frank-Walter oder nur Frank – für Tage schienen die Sozialdemokraten keine anderen Sorgen zu haben. Oder doch? Dass die SPD angesichts anhaltenden Umfragetiefs, das sie noch ganze vier Prozentpunkte von der FDP trennt, nach zündenden Idee...

ndPlusOlaf Standke

Bewegung im Boykott

So richtig gut war Fidel Castro zuletzt nicht auf Barack Obama zu sprechen. Dabei hatte er dem neuen USA-Präsidenten zuvor zumindest »edle Absichten« bescheinigt. Immerhin stellte Obama im Wahlkampf eine Normalisierung der bilateralen Beziehungen in Aussicht. Doch dann warf ihm Castro vor, die Politik seines Vorgängers Bush fortzuführen und einen Systemwechsel auf der Karibik-Insel zur Vorbedingun...

René Heilig

Die Geräuschlosen

Manche Leute können aus allem Kapital schlagen. Da donnerte unlängst Ihrer Majestät U-Boot »Vanguard« mit dem französischen Tauchschiff »Le Triomphant« zusammen. Die Unterwasser-Kollision ging glimpflich ab. Doch statt beschämt abzutauchen, riskierte Frankreichs Verteidigungsminister Hervé Morin am Wochenende eine große Lippe: »Etwas Unvorstellbares ist passiert. Frankreich, Großbritannien und die...

Silvia Ottow

Westschläfer

Die Fernsehpuppe mit dem Traumsand wird Musicalstar in Köln.

Was des Volkes Hände schaffen ...
Mathias Wedel

Was des Volkes Hände schaffen ...

… ist des Volkes eigen. Oder Eigen? Egal, Hauptsache, es gehört ihm! Das Prinzip stammt aus dem Gesetzbuch des Spontanrechts, das griffige Regeln enthielt wie »Wer zuerst kommt, mahlt zuerst«, »Wer daneben pinkelt, muss aufwischen« und das mit »Auf einem Bein kann man nicht stehen« das Trinkverhalten festlegte. Lange Zeit kamen die Naturvölker, z.B. die Thüringer, mit dem Spontanrecht durch...

Seite 7

Netanjahu abgeblitzt

Der in Israel mit der Regierungsbildung in Israel beauftragte Likud-Chef Netanjahu hat mit seinem Werben um eine Koalition beim Mitte-Links-Lager bislang wenig Erfolg.

LTTE will Waffenruhe

Die tamilischen Rebellen in Sri Lanka haben eine Waffenruhe im Kampf gegen die Regierung angeboten. Diese solle zu Friedensgesprächen über eine »politische Lösung« des Konflikts führen.

Festnahmen in Kairo

Nach dem Anschlag auf Touristen in Kairo hat die Polizei fünf mutmaßliche Terroristen festgenommen: Drei Männer und zwei tief verschleierte Frauen. Eine 17 Jahre alte Französin war getötet worden, als der Sprengsatz am Sonntagabend im Khan-al-Khalili-Basar explodiert war.

Entführer dementieren Tod der Geisel

Die Entführer des vor drei Wochen in Pakistan verschleppten Regionalchefs des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen haben Berichte über dessen angeblichen Tod zurückgewiesen. Der US-Amerikaner John Solecki sei am Leben.

Seite 8

Überfall auf Helfer in Darfur

Nairobi/Khartum (epd/ND). Bei einem Überfall in einem Kampfgebiet im Süden der sudanesischen Provinz Darfur sind zwei Mitarbeiter einer französischen Hilfsorganisation getötet worden. Zwei Dutzend bewaffnete Männer auf Pferden und Kamelen hätten aus einem Hinterhalt auf den Landrover der Helfer geschossen, erklärte UN-Sprecher Kemal Saïki am Montag in Khartum. Dabei seien weitere Helfer verletzt w...

Thomas Berger

Myanmar bleibt weiter ohne Demokratie

Mit der jüngsten Freilassung von Gefangenen richten sich die Blicke wieder einmal auf Myanmar (Burma). Ein generelles Einlenken der Militärjunta ist aber auch jetzt nicht zu erkennen. Der Besuch eines UN-Sondergesandten blieb im Grunde ergebnislos.

Hilmar König, Delhi

»Slumdog Millionaire« ist nur ein Mosaikstein

Acht Oscars erhielt »Slumdog Millionaire«, der britische Spielfilm mit indischem Inhalt, in Los Angeles. Der Streifen erzählt die fiktive Geschichte eines Jungen aus dem Slum Dharavi in Mumbai vom Tea Boy zum Millionär. Die indische Öffentlichkeit reagierte am Montag euphorisch auf die Auszeichnung für den Film, zumal unter den Preisträgern zwei Inder sind. Dennoch gehen die Meinungen zum Film weit auseinander.

Seite 9

Beängstigende Spielwut

Der Berliner Schauspieler Herbert Fritsch erhält in diesem Jahr den Mülheimer Gordana-Kosanovic-Schauspielerpreis. Die mit 7500 Euro verbundene Auszeichnung wird vom Förderverein des Theaters an der Ruhr für besondere schauspielerische Leistungen verliehen. Der 1951 in Augsburg geborene Fritsch, der an vielen wichtigen Theatern zwischen München, Basel, Bochum, Hamburg und Berlin gearbeitet hat, we...

Schaffen im Dienst des Humanismus
ndPlusWerner Wolf

Schaffen im Dienst des Humanismus

Obwohl der am Sonntag im Krankenhaus Neuruppin gestorbene Berliner Komponist Günter Kochan in der DDR an vielen erfolgreichen Aufführungen mitwirken konnte, drängte er sich nie in den Vordergrund. Er wollte mit seiner Musik überzeugen, nicht durch provozierende Experimente und Reden. Von frühen Erfolgen ließ sich der am 2. Oktober 1930 im Niederlausitzer Luckau Geborene nie zur Selbstgefälligkeit ...

Hans-Dieter Schütt

Ein Schlafsack für den Osten

Ein Tagebuch, so gering und gedimmt es sich ansetzen mag, ist ein selbstbewusstes Hochsummenspiel: Das Profane wirft sich auf mit dem natürlichen Gebaren der Weltverwobenheit. Notiert wird etwas spontan – dies aber mit dem Gestus einer Privatheit, der doch erheblich ausgreifende Wirkungen zugetraut werden. Im Tagebuch eines Schriftstellers trifft sich der Wunsch nach Verschwiegenheit mit dem...

Seite 10

Wahrhaftigkeit

Im Rahmen eines Abends zu Ehren von Heath Ledger präsentiert der Spielfilmsender Tele 5 am Freitag ein aufschlussreiches Porträt des Stars, der mit nur 28 Jahren an einer Medikamentenüberdosis starb. Im Interview zu »Die vier Federn« äußerte sich der posthum gekrönte Oscar-Preisträger kritisch über Hollywood, seinen Starstatus und Filmpreise. »Ich mag das Gefühl nicht, in einem Wettkampf zu sein. ...

»Ich musste ehrlich sein«

Kate Winslet ist als beste Hauptdarstellerin mit dem Oscar ausgezeichnet worden. Die 33-jährige Britin erhielt die begehrte Trophäe in der Nacht zum Montag für ihre Rolle in »Der Vorleser« nach der Romanvorlage des deutschen Autors Bernhard Schlink. Für das ND sprach Kira Taszman mit ihr.

Die Kokotten im Steinmeer
ndPlusKlaus Hammer

Die Kokotten im Steinmeer

Im Oktober 1911 siedelte Kirchner von Dresden nach Berlin über. Zusammen mit Max Pechstein gründete er eine Malschule, der allerdings der Erfolg versagt blieb. Er knüpfte enge Kontakte mit avantgardistischen Dichterkreisen, setzte sich mit der Großstadt, ihrer Faszination, Bedrückung und Gefährdung auseinander. Hart und scharf wurden jetzt die Pinselstriche gesetzt, dichte Schraffuren entstanden, ...

Seite 11
Manfred Maurer, Wien

»Fall UBS« beunruhigt Österreich

Der Kniefall der Schweizer Finanzmarktaufsicht vor der US-Steuerbehörde sorgt in Österreich für Unruhe. Nun kann sich der eigene Finanzplatz nicht mehr hinter der Schweiz verstecken. Viele Politiker scheuen sich, der Wahrheit ins Auge zu blicken.

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Riesenprozess gegen Total

In Toulouse hat am Montag der größte Prozess der französischen Rechtsgeschichte begonnen. Es geht um die Aufarbeitung der noch immer ungeklärten Explosion, die am 21. September 2001 am Stadtrand von Toulouse das Kunstdüngerwerk AZF, eine Filiale des Total-Konzerns, in ein Trümmerfeld verwandelte. 31 Menschen kamen ums Leben, 2400 wurden verletzt und 30 000 Wohnungen im Umkreis zerstört oder beschädigt.

Hendrik Lasch

Schlaue Schläuche für den OP-Tisch

Bei Operationen von Gefäßerkrankungen oder Tumoren werden immer öfter Katheter eingesetzt. Bisher lassen sich diese aber nur schwer durch den Körper navigieren. Junge Magdeburger Forscher wollen das ändern.

Seite 12
ndPlusJürgen Vogt, Buenos Aires

Nicht mehr kreditwürdig

Einen »Staatsbankrott« gibt es eigentlich gar nicht: Nach wie vor fehlen international verbindliche Regeln über ein geordnetes Insolvenzverfahren, wenn eine Regierung die Zahlungsunfähigkeit gegenüber ausländischen Gläubigern erklärt. Das auf sich allein gestellte Argentinien führt seit Jahren einen schier aussichtslosen Kampf.

ndPlusHarry Nick

Erinnernswerte Leistungen

Es ist ein Lebensbericht. Über ein Leben, das so nur in der DDR möglich war. Gezeichnet wird der Weg eines aus ärmlichen Verhältnissen kommenden Werner Bahmann, der über die Arbeiter- und Bauernfakultät zur Universität kommt, und dank seiner Intelligenz, seinem Fleiß und seinem Pflichtgefühl zum Chefkonstrukteur eines weltangesehenen DDR-Betriebes und zum Hochschullehrer wird.

Seite 13

Action

ENTWICKLUNGSPOLITIK – »weltwärts-Partnerdialog der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste e.V. (ijgd) und der Stiftung Nord-Süd-Brücken«. Ein Jahr nach dem Auftakt des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes weltwärts haben die ijgd 18 Partnerorganisationen eingeladen und diskutieren mit ihnen und der servicestelle weltwärts der Stiftung Nord-Süd-Brücken, was das Programm den Partne...

Heike Nasdala, Bonn

UNEP will Ernährung sichern

Das UN-Umweltprogramm (UNEP) hat auf dem globalen Minister-Umwelt-Forum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi vom 16. bis 20. Februar einen neuen Plan zur Sicherung der Ernährung vorgestellt und fordert eine Grüne Revolution, die diesen Namen verdient.Ein entscheidender Aspekt ist der Kampf gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. »Wir brauchen eine Grüne Revolution, aber eine mit einem großen ...

Leere Zusagen für den Süden
Martin Ling

Leere Zusagen für den Süden

Der Unmut ist mehr als berechtigt: »Was die reichen Staaten bieten, ist lächerlich und entspricht gerade mal der Bonuszahlung für einen Banker«, so Bernarditas Muller. Der Filipino ist Chefunterhändler des Entwicklungs- und Schwellenländerbündnisses Gruppe der 77 bei den UNO-Klimaverhandlungen. Die gerade veröffentlichten Zahlen des Development Institute in London sind eindeutig: 18 Milliarden US-...

Brahima Ouédraogo, Ouagadougou

Westafrikas Bauern fordern mehr Schutz

Das Netzwerk westafrikanischer Bauern und Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte hat die 15 Regierungen der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft aufgefordert, zum Schutz der regionalen Landwirtschaft die gemeinschaftlichen Importzölle auf mindestens 50 Prozent zu erhöhen.

»Vor Anschlägen ist niemand gefeit«

»Vor Anschlägen ist niemand gefeit«

Yenly Angélica Méndez ist 34 Jahre alt und Menschenrechtsanwältin in Kolumbien. Vor zwölf Jahren hat sie mit einigen Kollegen das Anwaltskollektiv »Humanidad Vigente«, zu deutsch so viel wie »Rechtskräftige Menschlichkeit« gegründet, um Menschenrechtsverletzungen – vor allem an Kindern – vor die Justiz zu bringen. Über die Situation in Kolumbien sprach mit ihr für ND Knut Henkel.

Seite 14
Veganes Italien
ndPlusChristian Klemm

Veganes Italien

Wer sich vegan ernährt, wird oftmals mit Vorurteilen konfrontiert: Der Verzicht auf jegliche Tierprodukte führe zu gesundheitlichen Schäden und sei in der Zusammenstellung eintönig, meinen Kritiker. Ob eine vegane Ernährung eine Beeinträchtigung der Gesundheit nach sich zieht, ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Dass sie fad und einseitig ist, widerlegt Heike Kügler-Anger in ihrem Kochbuch »Cucin...

Elfi Schramm

Vorsorge mangelhaft

Ein Bericht der Europäischen Kommission fördert Erschreckendes zutage: Trotz eines sehr guten Programms zur Darmkrebsfrüherkennung zählt Deutschland mit Tschechien, Österreich und der Slowakei zu den Schlusslichtern bei der Vorsorge. Nur 3,5 Millionen Menschen waren bisher dazu bereit.Die Felix-Burda-Stiftung, die sich seit 2001 ausschließlich der Prävention von Darmkrebs widmet, fordert ein zentr...

ndPlusRalf Streck

Zervixkarzinom im Visier

Das spanische Gesundheitsministerium nahm die Papilloma-Impfungen von Mädchen nach einem kurzen Moratorium wieder auf. Doch damit ist der Streit um die Impfungen gegen Gebärmutterhalskrebs nicht vorbei. Kritiker halten sie nach wie vor für ungenügend erforscht und schwere Gegenreaktionen bei jungen Spanierinnen entfachten die Polemik neu.

Seite 15

Mit Kultur

Klaus Joachim Herrmann über Musik in Lichtenberger Kitas.

ndPlusRalph Durry

Hamburg stürmt an die Spitze

Beim Sprung an die Tabellenspitze trumpfte der Hamburger SV im Stile von Rekordmeister Bayern München auf – als dieser noch erfolgreich war. Cool und clever diktierten die Hanseaten das Geschehen, setzten im entscheidenden Moment die Akzente und ließen sich auch durch personelle Rückschläge nicht vom Erfolgspfad abbringen. »Wenn wir weiter unserer Linie treu bleiben und nicht abheben, dann w...

Jirka Grahl, Liberec

Sonderbare Trommel

Der nordische Skisport ist in gewisser Hinsicht ein Mysterium, selbst für die Beteiligten. Was wurde hier in Liberec in den letzten Tagen nicht alles gefachsimpelt übers Material: über den Unterschied zwischen Wachsski oder No-Wax-Ski. »Haste gesehen, über die 15 Kilometer waren die ersten sechs Männer auf Fischer-No-Wax-Ski unterwegs«, raunte ein Reporter dem anderen zu. »Es waren sogar sieben de...

Jürgen Holz

DDR-Trainer wollen in die Offensive gehen

In der Auseinandersetzung um noch heute im deutschen Sport tätige DDR-Trainer mit Doping-Vergangenheit kommt Bewegung. Ausgelöst wurde sie durch den vom Deutschen Leichtathletik-Verband zum Ende des Jahres 2008 wegen seiner Doping-Vergangenheit im DDR-Sport entlassenen Kugelstoß-Bundestrainer Werner Goldmann aus Berlin, der beharrlich um seine Weiterbeschäftigung beim DLV kämpft und für den sich i...

ndPlusJirka Grahl, Liberec

Mission erfüllt, Lachen zurückgewonnen

Irgendwann im Januar dieses Jahres hatte der Langläufer Lukas Bauer aus Boží Dar die Nase voll: Er beschloss, einfach keine Zeitungen mehr zu lesen, vor allem nicht den Sportteil. Den Fernseher schaltete er sofort ab, wenn es um die WM in Liberec ging. Und er änderte seine Handynummer. Er wollte weder lesen noch mitanhören, dass er der Hoffnungsträger einer ganzen Nation sei. Er wollte auch n...

Juan und Afonso verzweifelt gesucht
ndPlusJana Findeisen

Juan und Afonso verzweifelt gesucht

»Juan wollte gegen Mitternacht noch mal raus, wahrscheinlich ins Watergate«, erzählt Juans Frau, die seit Tagen fieberhaft nach ihrem Mann sucht. Der 26-jährige Kolumbianer lebte seit Oktober mit seiner deutschen Frau in Neukölln, kürzlich hatten sie für Juan ein Visum beantragt. Ob ihr schlanker Mann mit den langen dunklen Locken vorletzten Samstag tatsächlich in den Club an der Oberbaumbrücke gi...

Gesundheit der Kinder sozial sortiert

(ND-Herrmann). Auf eine soziale Aufteilung machte gestern Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (LINKE) bei der Auswertung von Einschulungsuntersuchungen Berliner Kinder aufmerksam. »Die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen 2007 weisen einen insgesamt guten Gesundheitszustand der Berliner Kinder in dieser Altersgruppe aus«, informierte die Senatorin. »Die Daten zeigen allerdings auch, dass di...

Seite 16

Brüderliche Woche

(dpa). Zur traditionellen »Woche der Brüderlichkeit« laden die großen Kirchen und die Jüdische Gemeinde in der kommenden Woche ein. Eröffnet wird die diesjährige »Woche der Brüderlichkeit« am Sonntag im Jüdischen Gemeindehaus in Berlin-Charlottenburg.60 Jahre nach Gründung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit steht die bundesweite »Woche der Brüderlichkeit« 2009 unter dem Motto ...

Kleine Anfrage zu »Jägerheim«

(ND). Der Innensenat beantwortete gestern schriftlich eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Evrim Baba (LINKE) zu einem Polizeieinsatz an der Kneipe »Jägerheim« in Lichtenberg. Dort hatten rund 35 Neonazis eine Mobilisierungsveranstaltung für ihren Aufmarsch am 6. Dezember in Lichtenberg abgehalten. Am Rande der Veranstaltung wurde ein Pressefotograf mit dem Wort »Judenpresse« beschimpft und bedrän...

Präsident Lula tanzt Samba

Mit farbenprächtigen Festumzügen der Sambaschulen hat der Karneval in Rio seinen Höhpunkt erreicht. Zehntausende Zuschauer applaudierten am Sonntagabend (Ortszeit) zu Beginn des zweitägigen Spektakels im Sambodrom von Rio barbusigen Karnevals-Prinzessinnen, verkleideten Tänzern, Trommlern und riesigen reichgeschmückten Festwagen. Unter den 70 000 begeisterten Zuschauern im Sambodrom war auch Brasi...

Neues aus der »Wohlfühlabteilung«
ndPlusJörg Meyer

Neues aus der »Wohlfühlabteilung«

»Willkommen in der Wohlfühlabteilung des Bezirksamtes«, begrüßte Lichtenbergs Stadträtin für Kultur und Bürgerdienste, Katrin Framke (parteilos, für LINKE) gestern reichlich erkältet die Presse zum Gespräch im Rathaus. Gemeinsam mit der Leiterin des Kunst- und Kulturamtes, Ute Müller-Tischler, stellte sie die kulturellen Aktivitäten ihres Bezirkes 2009 vor – unter anderem zum Themenjahr »20 ...

René Gralla

Böse Geister bleiben draußen

Frohgemut recken sie sich nach oben, die Ausläufer der Spitzgiebel auf lässig geschwungenen Dächern. Die Konstruktion folgt einem ausgeklügelten Zickzackkurs, und der entfaltet eine ungeahnt segensreiche Wirkung, weil er böse Geister verwirrt. Die Abgesandten der Dunklen Macht, so weiß es die Überlieferung, können schließlich bloß stur vorwärts preschen, ein Steg dagegen, der schlaue Haken schlägt...

Seite 17
Sozialismus kommt aus Venezuela
Hanno Harnisch

Sozialismus kommt aus Venezuela

Sonntagabend in der »Wabe«, dem Zentrum des Festivals »Musik und Politik«. Das Abschlusskonzert ist ganz international – und doch so berlinisch, wie es nur sein kann. Ein junger »Botschafter der Bolivarianischen Revolution« steht auf der Bühne: José Alejandro Delgado. Er ist Liedermacher, Bandleader und Schauspieler. Er singt von den Fischern seiner Heimat, klar, fröhlich und inhaltsvoll. »H...

ndPlusLucía Tirado

Ein Pferd taucht unter

Sie fand das kleine Wesen weinend, fütterte es dick und rund und ritt auf ihm wie auf einem Pferd. Nun ist es in den Fluss gesprungen und untergetaucht. Es ist eben ein Flusspferd und gehört ins Wasser, das akzeptiert »Prinzessin Wachtelei mit dem goldenen Herzen«, auch wenn es sie ein bisschen schmerzt. Schließlich hatte sie das Tier »in ihr Herz geschlossen«. Dieser Redewendung geben Irene Winte...

Zwischen Bitternis und Lebenslust
Volkmar Draeger

Zwischen Bitternis und Lebenslust

»Berlin bleibt doch Berlin«, klingt es wie aus der rauen Kehle der Dietrich aus dem Off im Theater am Kurfürstendamm. Zille sitzt auf seinem Denkmal beim Märkischen Museum, seine Figuren mit dem deftig frechen Strich dekorieren weiß auf schwarz die Bühne. Um das Monument sammeln sich die, die für ihn eine Rolle gespielt haben: der Sozi mit der roten Fahne, die Arbeiterfrau, die Tochtergöre eines E...

Seite 18
Imke Hendrich

Warum sich Kate Winslet ans Ohr fasste

Die strahlende Oscar-Gewinnerin Kate Winslet schickte ein geheimes Dankeschön nach Deutschland: »Sie hatte uns vorher gesagt, dass sie sich auf der Bühne ans Ohr fasst und uns damit danken möchte für diesen Film – und das hat sie dann auch getan«, sagte der in Hollywood weilende Vorstandschef von Studio Babelsberg, Carl Woebcken. Denn die Literaturverfilmung »Der Vorleser«, in der Winslet di...

ndPlusLeticia Witte

Klima-Institut und Kunst-Museum

Auf sonnigen Terrassen erholten sich hier Anfang des 20. Jahrhunderts Tuberkulose-Patienten. Nach dem Zweiten Weltkrieg unterhielten dann sowjetische Soldaten in dem Sperrgebiet fast 50 Jahre lang ein Militärhospital. Heute verfallen weite Teile des 200 Hektar großen Geländes der Beelitzer Heilstätten südlich von Berlin und locken mit ihrem morbiden Ambiente immer wieder Filmteams an. In den Häuse...

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Zahlen, Daten, Fakten – 65 Jahre Holiday on Ice

… 65 aufeinander folgende Jahre reisendes Eis-Entertainment (1943 erste Show in Toledo, Ohio); … 320 Millionen Zuschauer in der kommenden Saison 2008/2009; … 89 verschiedene Eisshows wurden produziert; … 55.000 Vorstellungen sind seitdem aufgeführt worden; … 620 Städte in über 80 Ländern auf allen 5 Kontinenten wurden besucht; … 6.000 Eiskunstläufer insges...