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Ausgabe vom 28.02.2009

Seite 1

Unten links

Ja doch, es gibt nicht nur schlechte Nachrichten: Die DDR-Aktie stieg an der New Yorker Börse jüngst um 31 Prozent. DDR, und dann auch noch Aktien in New York, was ist das denn? Eine Leiche zum Dessert? Nein, nein, die Totgesagte ist quicklebendig. Der DDR gehören 15 Millionen Quadratmeter, eine Fläche so groß wie der ehemalige Flughafen Tempelhof in Berlin, und sie verfügt über 710 Immobilien, zu...

Obamas Rückzug vom Rückzug

Es war ein Wahlversprechen von US-Präsident Obama, die US-Truppen aus Irak abzuziehen. Am Freitag gab er bekannt, dass dies ausschließlich die Kampftruppen betreffen soll. Damit würden mindestens 35 000 US-Soldaten in dem Land bleiben. Auch Teile seiner eigenen Partei sind damit nicht einverstanden.

ndPlusOliver Händler

Opel will eigenständiger werden

Nach tagelangen Spekulationen und Protesten der europäischen Beschäftigten hat General Motors eingewilligt, Anteile an Opel abzugeben. Zusätzlich sollen Europas Staaten mit Geld helfen. Dafür sind Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen wohl vom Tisch.

Schöne Reden
Conrad Taler

Schöne Reden

In Hamburg wird morgen die diesjährige Woche der Brüderlichkeit eröffnet, mit der die Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit die Verständigung zwischen Christen und Juden fördern und so dem Antisemitismus entgegentreten wollen. Seit 57 Jahren ergießen sich aus diesem Anlass schöne Reden über das Land, aber bewirkt haben sie allem Anschein nach wenig. Noch immer pflegt jeder fünfte D...

Seite 2

Solidarität, Demokratie, Frieden

Unser Ziel ist, dass alle Menschen in Würde selbstbestimmt und solidarisch miteinander leben können – in Europa und weltweit. Deshalb setzt sich DIE LINKE vor allem für soziale Gerechtigkeit, den weltweiten Frieden und die demokratische Teilhabe der Menschen ein. Die herrschende Politik der Europäischen Union agiert in den letzten Jahren in die entgegengesetzte Richtung. Anstatt Kriege und w...

»Wir sind nicht besser, als wir sind«

»Wir sind nicht besser, als wir sind«

Eine »muntere Debatte« gebe es in der LINKEN über die Europapolitik, meint Parteichef Lothar Bisky. Dabei dachte der erwartete Spitzenkandidat zu den Europawahlen auch an den Streit um die weiteren Listenplätze seiner Partei. Kritikern des vom Bundesausschuss vorgelegten Vorschlags fehlen zugkräftige Namen und Kenner der EU-Politik auf der Liste. Die Leiterin des Brüsseler Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Birgit Daiber, selbst früher EU-Abgeordnete der Grünen, beobachtet die linke Europapolitik seit Jahren. Mit ihr sprach in Brüssel Uwe Sattler.

Seite 3
Winter in Vancouver
Hajo Obuchoff, Vancouver

Winter in Vancouver

Ein knappes Jahr noch zeigt die Olympiauhr im Zentrum von Vancouver an, bis am 12. Februar 2010 die Olympischen Winterspiele eröffnet werden. Lange lag die Olympiastadt gut im Plan. Doch nun hat die Weltwirtschaftskrise auch die Stadt in der Provinz British Columbia an Kanadas Westküste erreicht.

Seite 4
ndPlusIngolf Bossenz

Tote unerwünscht

»No dead bodies« lautete die Order, mit der Prinz Albert 1855 den britischen Hoffotografen Roger Fenton als Bildberichterstatter in den Krimkrieg schickte. Fenton, der als erster Kriegsfotograf gilt, präsentierte ein Album, in dem statt Massensterben leere Schlachtfelder und geschniegelte Soldaten ins rechte Licht gesetzt wurden. »No dead bodies« lautete auch die Order, mit der das US-Verteidigung...

ndPlusJürgen Reents

Grenzfragen der LINKEN

Die LINKE wird in diesem Jahr, eine Woche nach der Europawahl, zwei Jahre alt. Über eine gemeinsame Bundestagsfraktion verfügten die Quellparteien PDS und WASG bereits knapp zwei Jahre zuvor. Ihren Zusammenschluss feierten sie als einzige gleichberechtigte Ost-West-Vereinigung in der Nachwende-Parteiengeschichte. Keine Übervorteilung durch den (bislang) größeren Ostpartner sollte herrschen, keine ...

Ines Wallrodt

Hilfe für die FDP

Das bayerische Versammlungsgesetz wird die Verfassungsprüfung nicht bestehen. So viel steht fest, nachdem Karlsruhe die Bußgelddrohung für Anmelder ausgesetzt und die Komplettaufzeichnung der Demonstration eingeschränkt hat. Die Richter sehen die Grundrechte der Bürger dadurch so stark verletzt, dass sie sofort handeln wollten, um bis zu einer endgültigen Entscheidung die schlimmsten Eingriffe zu ...

Detlef D. Pries

Am Abgrund

Valdis Dombrovskis sieht sein Land »am Rande des Bankrotts«. Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat keinen EU-Staat so schwer getroffen wie das kleine Lettland. Der Ostseerepublik, jahrelang Wachstumsrekordler, drohen in diesem Jahr ein Wirtschaftsminus von 12 Prozent und 50 Prozent mehr Arbeitslose. Der Internationale Währungsfonds und mehrere EU-Staaten wollen den Letten mit einem 7,5-Milliarden-Euro-Kredit unter die Arme greifen, verlangen aber drastische Sparmaßnahmen.

Wofür im Hungerstreik?

Wofür im Hungerstreik?

ND: Sie sind mit zehn anderen kurdischen Migranten seit Montag in den Hungerstreik getreten, haben Position vor dem Bundesinnenministerium in Berlin bezogen und kritisieren das deutsch-syrische Rückübernahmeabkommen. Wie lautet Ihre Forderung? Osman: Dieses Abkommen muss gestoppt werden, weil es eine ernste Bedrohung für die syrisch-kurdischen Flüchtlinge bedeutet. Die große Mehrheit von den rund ...

Seite 5

Wegen 1,36 Euro entlassen

Friedrichshafen (dpa/ND). Eine Verkäuferin einer Bäckereifiliale in Friedrichshafen am Bodensee ist entlassen worden, weil 1,36 Euro in der Kasse fehlten. Laut »Südkurier« hat die 40-Jährige nach einem Vergleichsvorschlag des Arbeitsgerichts Ravensburg eine ordentliche Kündigung erhalten. Der Arbeitgeber hatte zuvor eine fristlose Kündigung ausgesprochen. Von ihrem Chef eingesetzte Detektive hatte...

Verkehrsclub für mehr Busse und Bahnen

Berlin (epd/ND). Der Vorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), Michael Gehrmann, äußert Unverständnis über die Debatte um eine Zahlung der Abwrackprämie auch für Hartz-IV-Empfänger. Es mache die Prämie nicht gerechter, wenn auch Hartz-IV-Bezieher sie bekämen, sagte der Verbandschef dem epd am Freitag in Berlin. Viele könnten sich gar kein Auto leisten. Längerfristig würden zudem die Benzinp...

Reimar Paul

Tausende Fackeln gegen Atomkraft

Erschöpft, aber zufrieden zogen die Organisatoren der Lichterkette gegen Atomkraft, an der sich mehr als 15 000 Menschen am Donnerstagabend beteiligt hatten, Bilanz.

Seite 6

18 000 Streikende vor Staatskanzlei in Dresden

Dresden (AFP/ND). Einen Tag vor der vierten Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder haben sich am Freitag mehr als 40 000 Landesbedienstete in vier Bundesländern an Warnstreiks beteiligt. Allein in Sachsen nahmen demnach gut 18 000 Beschäftigte an einer Kundgebung in Dresden teil. Zu den Protesten in Dresden reisten nach Angaben der Gewerkschaft ver.di unter anderem Lehrer aus 1000 Schulen, P...

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Im Beamtengesetz wird nicht vergeben

Obwohl Sachsens CDU »kollektive Vergebung« für reuige DDR-Bürger verlangt, hält die Koalition an einer pauschalen Ausgrenzung im Beamtengesetz fest. Dort gelten strengere Regeln als für den Ministerpräsidenten.

Velten Schäfer, Schwerin

Armut ist erblich geworden

Kinderarmut ist ein Massenphänomen in Mecklenburg-Vorpommern. 56 000 Einwohner unter 15 Jahren sind betroffen. Eine Studie warnt jetzt vor der Verfestigung sozialer Probleme in Armutsmilieus.

ndPlusFolke Havekost, Hamburg

Platzverweis für Polizeipapier

Eine Aussprache beendete den mehrtätigen Streit innerhalb der schwarz-grünen Koalition in der Hansestadt Hamburg – zumindest vorläufig.

Seite 7

Scharfe Kritik an Williamson

London/Rom (dpa/ND). Mit seiner jüngsten Erklärung hat der Holocaust-Leugner Richard Williamson die Affäre nicht beigelegt. Der Bischof der erzkonservativen Pius-Bruderschaft entschuldigte sich zwar für »den Schaden und den Schmerz«, den seine Aussagen über die Verbrechen der Nazis angerichtet haben. Allerdings erwähnte er weder den Begriff »Holocaust«, noch bekundete er irgendeine Solidarität mit...

Samuel Stuhlpfarrer, Graz

Kampf um Haiders Erbe

Am Sonntag wählen zwei österreichische Bundesländer neue Landtage. Während in Salzburg das Rennen zugunsten der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) gelaufen zu sein scheint, verspricht die Wahl in Kärnten spannend zu werden. Geht es doch darum, wen das Wahlvolk zum legitimen Erben Jörg Haiders, des im Oktober 2008 in den Tod gerasten Landeshauptmanns, macht.

Ralf Streck, San Sebastián

Sozialisten auf dem Prüfstand

In zwei Regionen Spaniens – Galicien und dem Baskenland – wird am Sonntag gewählt. Für die in Madrid regierende Sozialistische Partei (PSOE) steht viel auf dem Spiel: Sie will im Baskenland die Vorherrschaft der Nationalisten brechen und in Galicien ihre Macht verteidigen.

Seite 8

Impfaktion von UNICEF

Genf (epd/ND). UNICEF will rund 53 Millionen Kinder in acht westafrikanischen Ländern gegen die wieder aufkommende Kinderlähmung (Polio) impfen. In Benin, Burkina Faso, der Elfenbeinküste, Ghana, Mali, Niger, Nigeria und Togo sollen alle Mädchen und Jungen unter fünf Jahren erreicht werden, teilte das UN-Kinderhilfswerk am Freitag in Genf mit.Rund 162 000 trainierte Helfer sollen bis 30. März Haus...

ndPlusKarin Leukefeld

Tribunal zum Mord an Hariri

Kurz vor Einrichtung des Sondertribunals zur Aufklärung des Mordes am früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri haben die Hauptverdächtigen vergeblich versucht freizukommen. Der zuständige libanesische Richter wies alle Anträge zurück. Am Sonntag konstituiert sich das internationale Gericht in einem Vorort von Den Haag (Niederlande).

Seite 9

Keine Kündigungen bei Thyssen

Duisburg (dpa/ND). Der Aufsichtsrat von ThyssenKrupp Steel hat sich am Donnerstag darauf geeinigt, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Das war nach der Sitzung von Seiten der IG Metall zu erfahren. Zuvor hatten 10 000 Stahlarbeiter vor der Stahlzentrale von ThyssenKrupp gegen das Sparprogramm des Managements protestiert. Die Geschäftsführung der Stahlsparte von ThyssenKrupp hatte betri...

ndPlusAnke Noll

Resümee eines Bankierslebens

Als Vizepräsident der Staatsbank der DDR und später Chef der Deutschen Bank Berlin vermag Edgar Most in seiner morgen erscheinenden Autobiografie gründliche Einblicke in das Bankenwesen in Sozialismus und Kapitalismus zu geben. Most sieht sich in den Chefetagen der Bankenwelt als das »einzige Relikt aus dem Osten« und als Einheitsgewinner. Das hält ihn jedoch nicht davon ab, begangene Fehler auf das Heftigste zu kritisieren.

Seite 10
Fährt Lange wieder nur hinterher?
ndPlusJürgen Holz

Fährt Lange wieder nur hinterher?

Ausgerechnet der Mann, der seit einem Jahrzehnt die Bobszene beherrscht wie kein anderer, steckt in einer Krise, von der er sagt, sie sei »materialbedingt«: André Lange (Foto: dpa), 35-jähriger Bobpilot aus Oberhof, dreifacher Olympiasieger (2002 und 2006), neunmaliger Welt- und sechsfacher Europameister.In dieser vorolympischen Saison fährt Lange der Konkurrenz zumeist hinterher. Vor einer Woche ...

»Stinkefinger«-Affäre?
Jirka Grahl, Liberec

»Stinkefinger«-Affäre?

Man kann nicht allen glauben, sagen Sie? Stimmt. In Liberec beispielsweise stöckelt eine sehr blonde Dame im sehr blauen Pelzmantel umher. Manchmal überreicht sie Sportlern Blumensträuße, vielfach wird sie dabei fotografiert. Mit viel Kraft bringt sie ein Lächeln ins geliftete Antlitz, wenn sie sagt, wie sehr sie sich auch 30 Jahre nach der Ausreise als Tschechin fühle. Ivana Trump (59), in Gottwa...

Michael Müller, Sofia

Schach vital statt Schönheitspreis

Er freute sich sichtlich, war locker und hatte manchen flotten Spruch drauf, doch er schwebte am Donnerstagabend nicht unter der Decke des Sofioter Kulturpalastes. Der 33-jährige bulgarische Ex-Schachweltmeister Weselin Topalow hatte sich in einem für ihn siegreichen Duell mit dem US-Amerikaner Gata Kamsky (33) gerade das Privileg erkämpft, den indischen Weltmeister Viswanathan Anand (39) herauszu...

Deutsche Männerstaffel war dem Gold so nahe

Das Gold greifbar nahe, aber am Ende Silber gewonnen. Im Tiefschnee auf der Zielgeraden von Liberec platzte für die deutsche Langlaufstaffel der Männer die Hoffnung auf den ersten WM-Titel nach 35 Jahren. Ein Antritt des im Spurt schier unschlagbaren Norwegers Petter Northug verhinderte den deutschen Erfolg, der nach einem der besten Staffelauftritte der vergangenen Jahre verdient gewesen wäre. Je...

Seite 11
Riskantes Doping-Larifari
Thomas Wieczorek

Riskantes Doping-Larifari

Der mächtige DFB ist über fast alles erhaben. Dennoch ist der Vorwurf, in seinem Bereich würden Dopingkontrollen »nach Lust und Laune durchgeführt« (SZ), nicht ganz ohne. Schließlich steht der Fußball als Milliardengeschäft und vor allem als DER Sport der Deutschen schlechthin unter besonderer Beobachtung, und zwar nicht nur durch die diversen Antidopingverbände – das ginge ja noch. Aber auc...

ndPlusChristian Heinig

Gegen Barcelona stockt die Offensive

Ein Blick auf die Statistik genügte: Fünf Würfe, null Treffer. So lautete die bescheidene Ausbeute von Julius Jenkins, eigentlich bekannt als eifriger Punktesammler von Alba Berlin. Doch im Euroleague-Heimspiel am Donnerstagabend in der Arena am Ostbahnhof gegen FC Barcelona wollte dem quirligen US-Amerikaner im Angriff nichts gelingen – ebenso wie dem Großteil seiner Mitspieler. Mit 57:75 (...

Bremen vollbringt das Wunder

Werder Bremen: Das grün-weiße Wunder von Mailand ist vollbracht. Ausgelassen wie Bambini-Fußballer tollten die Spieler von Werder Bremen über den Rasen des Giuseppe-Meazza-Stadions, dirigiert von Zeremonienmeister Claudio Pizarro. Mit seinen beiden Kopfballtoren in der 68. und 78. Minute hatte der Peruaner noch ein hochverdientes 2:2 (0:2)-Unentschieden beim AC Mailand erzwungen, nach dem 1:1 vor ...

ndPlusAlexander Ludewig

Mit breiter Brust nach Bochum

»Jetzt geht es um alles«, ist sich Timo Rost um den Druck vor der schweren Auswärtspartie heute beim VfL Bochum bewusst. Der Kapitän des FC Energie Cottbus weiß, dass gerade die Spiele gegen die direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt zählen. Mit einem Sieg können die Lausitzer den Gegner auf fünf Punkte distanzieren und das Polster auf die Abstiegsränge vergrößern. Die Cottbuser gehen...

Seite 12
»Colturschock« auf der Modemeile
ndPlusSusann Witt-Stahl

»Colturschock« auf der Modemeile

Anarchopunk- und Freibeuterkultur sind seit den Hausbesetzungen in der Hafenstraße auf St. Pauli Anfang der 1980er Jahre untrennbar miteinander verwoben. An der Waterkant gehören Antifaschist- und Prolet-Sein, Punkkonzerte und die »schädelne Flagge« (so wird der Jolly Roger im Volkslied genannt) zusammen, wie Pommes und »Schranke« im Ruhrgebiet. Das Fischkopp-Kollektiv, das sich Ende 2003 mit dem ...

Seite 13
Reiner Oschmann

Verbrannte Erde, kaputte Typen

In den achtzig Jahren seit Erscheinen von Remarques Weltkriegsroman »Im Westen nichts Neues« hat es im Leben so viele schreckliche neue Vorlagen für künstlerisch verarbeitete Kriegstraumata gegeben, dass die Gattung des Kriegsromans für Menschengedenken unangefochtenes Genre bleiben wird. Der Zweite Weltkrieg beschäftigt Schriftsteller bis heute, regionale Kriege im Nahen und Mittleren Osten, im s...

Seite 14
Mahnruf aus dem Exil
ndPlusGerd Fesser

Mahnruf aus dem Exil

Durch seine Schrift »Caligula«, eine beißende Satire auf Kaiser Wilhelm II., ist Ludwig Quidde (1858 - 1941) im Jahre 1894, weithin bekannt. Er wurde dann einer der führenden deutschen Pazifisten und erhielt 1927 den Friedens-Nobelpreis. 1933 musste er aus Nazideutschland emigrieren. Der Bremer Historiker Karl Holl, Autor einer verdienstvollen Biografie Quiddes, hat nun drei bislang unbekannte Tex...

Unmöglicher Ort Sozialamt
ndPlusChristoph Funke

Unmöglicher Ort Sozialamt

Zeit? Nein, Zeit haben die drei Sozialarbeiterinnen nicht. Sie müssen immer da sein, immer hilfsbereit, immer verständnisvoll, und werden gehetzt und getrieben, quer durch die Stadt, während im Dienstzimmer Telefone klingeln, Berichte warten, Protokolle geschrieben, Entscheidungen über Schicksale von Familien und Kindern getroffen werden müssen. »Kaspar Häuser Meer« nennt Felicia Zeller einen Thea...

Liesel Markowski

Vom Saulus zum Paulus

Es ist ein begrüßenswerter Impuls des Jubiläumsjahrs, immer noch weitgehend Unbekanntes aus Felix Mendelssohn Bartholdys Schaffen neu vorzustellen und unser Bild dieses bedeutenden Komponisten zu erweitern.So wurde eines der gewichtigen großen Werke Mendelssohns in der Berliner Philharmonie zur erstaunlichen Entdeckung: Sein Oratorium »Paulus« öffnet den Blick für die übergreifende Dimension kompo...

PLATTENBAU
Jacob Rösler

PLATTENBAU

Morrissey, Vorname Steven Patrick, Musik- und Stilikone und inzwischen auch schon fast unwirkliche 50, erweist einmal mehr die Gnade, von seinem Thron zu uns herabzusteigen, um uns zu umsäuseln und zu erleuchten und zu betören. Und dies bereits zum neunten Mal seit seine Ehe mit den Smiths, wohl nicht zuletzt auf seine eigene Veranlassung, 1987 geschieden wurde. Nun denn, möge die Erleuchtung begi...

Seite 15
ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Eigentlich

Nach gleich drei Auftritten des Regierenden Bürgermeisters vor den Medien in Folge war diese Woche wieder einmal jemand anders dran: Senatorin Ingeborg Junge-Reyer. Sie meinte dazu fast entschuldigend: »Wir sind eigentlich gut quotiert im Senat.« * Sie hätten eigentlich kein so tolles Verhältnis, sagen manche Kenner von den benachbarten Regierungschefs Matthias Platzeck und Klaus Wowereit. An eine...

»Thor Steinar« in Friedrichshain

(ND-Kröger). Die Grünen rufen am heutigen Sonnabend zum Protest gegen die Eröffnung eines Ladens in Friedrichshain auf, der in seinem Sortiment die bei Rechtsextremen beliebte Kleidungsmarke »Thor Steinar« führt. Die Kundgebung wurde gestern kurzfristig von der Grünen-Abgeordneten Clara Hermann für heute um 9.30 Uhr vor dem Laden in der Petersburger Straße 94 angemeldet. »Wir sind erst davon ausge...

Messe offeriert 200 freie Stellen
Sarah Liebigt

Messe offeriert 200 freie Stellen

Vor der Urania in Schöneberg steht ein leuchtend orangefarbener Rettungshubschrauber, der mit hektisch blinkenden Signalleuchten gerade gelandet oder zum Abflug bereit zu sein scheint. Dicht daneben steht ein Krankenwagen mit offenen Türen direkt vor der Glasfront der Urania. Am Freitag eröffnete die zum zweiten Mal stattfindende Messe »Gesundheit als Beruf«. In diesem Jahr erwarten die Veranstalt...

ndPlusBernd Kammer

Sechsspurig nach Treptow

Eines der umstrittensten Verkehrsprojekte kommt jetzt in die entscheidende Phase: Mit der öffentlichen Auslegung der Pläne beginnt am 9. März das Genehmigungsverfahren für die Verlängerung des Autobahn-Stadtrings A 100 vom Dreieck Neukölln nach Treptow. Mit Kosten von rund 440 Millionen Euro gilt der 3,2 Kilometer lange Abschnitt schon jetzt als teuerste Autobahn Deutschlands. Bürgerinitiativen un...

Rainer Heubeck

Und am Abend erzählt Rashid Geschichten

Die älteste durchgehend bewohnte Hauptstadt der Welt soll Damaskus sein, versichert Ahmed Khaddour. Ob es stimmt? Zumindest gilt als sicher, dass die Oasenstadt am Fuße des Antilibanongebirges rund 10 000 Jahre menschliche Siedlungsgeschichte vorweisen kann. Andere Behauptungen der Damaszener sind schwieriger nachzuprüfen – etwa, dass der Prophet Abraham in der Stadt geboren sei und dass Kai...

Seite 16

Senat setzt Bezirk »Pistole auf die Brust«

(dpa). Im monatelangen Streit um die städtebauliche Entwicklung des Spreeufers in Friedrichshain-Kreuzberg sieht sich das Bezirksamt mit einem Ultimatum konfrontiert. Nach Angaben von Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne) droht die rot-rote Landesregierung nun doch damit, dem Bezirk die Zuständigkeit für die Stadtplanung zu entziehen, falls die Pläne des alten Planwerks Innenstadt, die dem erf...

»... damit niemand abgehängt wird«
Stefan Otto

»... damit niemand abgehängt wird«

Wenn Neukölln als Ghetto bezeichnet wird, dann wohl nur in einer Stilisierung einer Jugendgang auf der Straße oder in populistischen Übertreibungen. Tatsächlich gibt es seit einigen Jahren vielfältige Versuche, den soziokulturellen Spannungen zu begegnen.Sozialwissenschaftler der Humboldt-Universität haben eine Trendanalyse von Neukölln veröffentlicht. Demnach sei besonders im Norden des Bezirks d...

»Iglu bauen macht süchtig«
ndPlusGabi Kotlenko

»Iglu bauen macht süchtig«

»Habt ihr unseren Dreier gesehen? Das war der Wahnsinn.« Ulrich strahlt. Mit ihm die beiden anderen Reifenpiloten. Und schon verschwindet der schnelle Dreier, jeder von ihnen einen großen, gut ausgepolsterten Luftreifen mit dickem Boden hinter sich herziehend wieder nach oben. Der Luftreifen im Eiskanal im schweizerischen Leysin – eigentlich der Winterwahnsinn pur. Denn steuern lassen sich d...

Seite 17

Bücher-Schau verlängert

(ND). Die Ausstellung »Geraubt. Die Bücher der Berliner Juden« in der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) ist bis zum 18. April verlängert worden, wie die Bibliothek mitteilte. Im März sollen drei Führungen durch die Ausstellung stattfinden. Diese würden nicht nur die ausgestellten Objekte erklären, anhand derer das Schicksal der Eigentümer nachvollziehbar werde, sondern würden auch einen Einblick...

Der Biss der Tarantel
ndPlusHansdieter Grünfeld

Der Biss der Tarantel

Den Auftritt von Nidi D'Arac sollten weder Freunde der elektrifizierten Popmusik noch Anhänger zeitlos historischer Volkslieder und traditioneller Tänze verpassen. Ebenso ist das Berliner Einstandskonzert dieser versierten Musiker Globalisierungsgegnern zu empfehlen. Denn die Italiener stehen auch für Kritik an der ungebremsten Internationalisierung, wenn diese kleine Kulturen ausmerzt. Nidi D'Ara...

Und es ward Licht
Maria Curter

Und es ward Licht

An diesem Sonntag vor 130 Jahren – am 1. März 1879 – führte Werner Siemens in seinem Haus in der Berliner Straße 63 die erste Differenzial-Kohlebogenlampe vor, die sein Mitarbeiter Friedrich von Hefner-Alteneck konstruiert hatte – ein Meilenstein, ohne den die elektrische Illumination der Berliner Straßen undenkbar gewesen wäre. Als dann 1885 das erste Kraftwerk in der Markgrafen...

Elfter Himmel
ndPlusChristina Matte

Elfter Himmel

Es gibt einen Gemütszustand – den Zustand entrückter Glückseligkeit –, für den die deutsche Sprache das Bild vom »Schweben im siebten Himmel« bereitstellt. Marina Bikádi reicht der siebte Himmel nicht, sie hat einfach noch einmal vier Himmel draufgesetzt und den »elften Himmel« erfunden. Bevor man den Kopf schüttelt, sollte man wissen: Kein Goethe-Institut hätte vermocht, was der »elft...

Seite 18
ndPlusWilfried Neiße

Wenn beim Notarzt niemand rangeht

Zwischen dem Eingang des Notrufes und dem Eintreffen des Rettungsdienstes sollen laut Gesetz nicht mehr als 15 Minuten liegen. Wie Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) jetzt einräumen musste, halten die meisten Landkreise in Brandenburg diese »Hilfsfrist« jedoch nicht ein.Die Ministerin berief sich auf Zahlen aus den vergangenen Jahren, die von den Landkreisen geliefert wurden. Demnach wurde...

Gunnar Decker

Welten aus Worten

Mit »Zweiundzwanzig Tage oder Die Hälfte des Lebens« von 1973 hat Franz Fühmann seinen eigentlichen Eintritt in die Literatur angesetzt. Das klingt buchhalterisch, aber das ist dieses Dokument schwerster Krise gerade nicht, sondern der Versuch, anders zu leben und anders zu schreiben. Ähnlich wie bei Hesse. Wenn es allzu schwer geht, dann muss man verreisen, unterwegs dem nachzulauschen versuchen,...

Seite 19
Ratzingers Rolle rückwärts
Ingolf Bossenz

Ratzingers Rolle rückwärts

»Prophetia de summis pontificibus« ist der Titel einer Prophezeiungsschrift, die auf den irischen Heiligen Malachias von Armagh (um 1094 - 1148) zurückgehen soll. Darin wird nicht nur in verschlüsselten Botschaften über die zukünftigen Päpste orakelt, sondern auch die Zerstörung Roms ab dem Jahr 2800 verkündet – gleichbedeutend mit dem Untergang der katholischen Kirche. Angesichts der jüngsten Entwicklungen im Vatikan kann man sich des Eindrucks schwer erwehren, der derzeitige Papst tue sein Möglichstes, um dieses apokalyptische Ereignis noch in seiner Amtszeit zu erleben.

Seite 20

WochenChronik

26. Februar 1924: In München beginnt der Hochverratsprozess gegen die Putschisten vom 9. November 1923, Adolf Hitler, Erch Ludendorff, Ernst Röhm und Hermann Kriebel.1. März 1879: Der Ingenieur und Unternehmer Werner von Siemens führt erstmals eine selbstkontrollierte Kohlebogenlampe zur Straßenbeleuchtung vor, die alsbald in Berlin die Gaslaternen ersetzen.2. März 1919: In Moskau beginnt der Grün...

Flechtheim
ndPlusMario Keßler

Flechtheim

Er starb am 4. März 1998, einen Tag vor seinem 89. Geburtstag – der Historiker und Politikwissenschaftler Ossip Kurt Flechtheim. Am kommenden 5. März wäre er 100 Jahre alt geworden. Der im ukrainischen Nikolajew geborene, aber in Münster und Düsseldorf aufgewachsene Flechtheim studierte hauptsächlich Jura in Freiburg, Paris, Heidelberg, Berlin und Köln. Von 1927 bis Ende 1932 gehörte er der ...

Unendliche Kleinarbeit
Cristina Fischer

Unendliche Kleinarbeit

Sie ist eine der bekanntesten Frauen der Welt, und doch ist es schwierig, sich ein realistisches Bild von ihr zu machen. Ihre in der DDR erschienene Biografie war eine Übersetzung einer 1975 veröffentlichten, von einem Autorenkollektiv verfassten sowjetischen Abhandlung, in der Stalin nur ein einziges Mal erwähnt wird.Clara Zetkin hatte 1929 für die »Internationale Presse-Korrespondenz« eine mehrs...

Der sozialistische Zug der Zeit
ndPlusGünter Benser

Der sozialistische Zug der Zeit

Vor 60 Jahren wurden die Bundesrepublik Deutschland sowie die Deutsche Demokratische Republik gegründet. ND offiert zu dem Doppeljubiläum eine Artikelserie, die jeweils zu Monatsende an dieser Stelle zu lesen ist.

Seite 21

Ersatz für Silizium?

Jena (dpa/ND). Physiker der Universität Jena wollen die Kosten für Strom aus Sonnenenergie verringern und setzen dabei auf das Halbleitermaterial Cadmium-Tellurid. Bisher werden Solarzellen vor allem aus Silizium gefertigt, das auf dem Weltmarkt sehr teuer sei, erklärte der Leiter der Arbeitsgruppe Photovoltaik am Institut für Festkörperphysik, Heiner Metzner. Daher setzen die Wissenschaftler stat...

Mit Blitzen ins Erdinnere

Freiberg (dpa/ND). Die Förderung von Erdöl, Erdgas oder anderen unterirdischen Schätzen ist eine Frage hoch spezialisierter Technik. »Die Daten, die direkt beim Bohrer ständig an die Erdoberfläche gebracht werden, entscheiden über den weiteren Verlauf«, sagt Matthias Reich, einziger Professor für Tiefbohrtechnik in Deutschland. Der 50-jährige Wissenschaftler forscht an der TU Bergakademie Freiberg...

Walter Willems

Die Spur der Zweibeiner

Schon vor 1,5 Millionen hatten menschliche Vorfahren verblüffende Ähnlichkeit mit dem heutigen Homo sapiens. Analysen von Fußspuren im Norden von Kenia liefern den bislang frühesten Hinweis auf einen effizienten aufrechten Gang. Der damalige Homo ergaster, von dem die Abdrücke vermutlich stammen, ähnelte dem modernen Menschen aber nicht nur in Bezug auf die Fortbewegung, sondern auch in Größe, Gew...

ndPlusMartin Koch

Die Arithmetik des Lernens

Was geschieht in unserem Gehirn, wenn wir etwas vergessen? Hierüber gibt es im Wesentlichen zwei Theorien. Nach der sogenannten Theorie des Spurenverfalls werden einmal gebildete und später nicht mehr genutzte Gedächtnisspuren mit der Zeit immer schwächer, bis sie schließlich ganz verschwinden. Dagegen besagt die Interferenztheorie, dass alte Gedächtnisspuren durch neue Eindrücke lediglich übersch...

Seite 22
Die Guten und die Bösen
ndPlusProf. Kurt Pätzold und Prof. Manfred Weißbecker

Die Guten und die Bösen

Viel ist in den vergangenen Jahren von der Rolle der Wehrmacht, jedoch wenig von jener der NSDAP geschrieben worden. Deren Platz im Naziregime bleibt in den hierzulande verbreiteten Geschichtsbildern über die Jahre 1933 bis 1945 zu gering bemessen. Kriegsgeschehen und die Katastrophen des Jahres 1945 stehen im Vordergrund. Sie üben auf Geschichtsschreiber und ihre Leser offenbar hohe Attraktionskr...

Seite 23
Von Bischkek nach Brandenburg
Birgit Schmidt

Von Bischkek nach Brandenburg

Nauen, eine kleine Stadt im Brandenburgischen, rund zwanzig Kilometer westlich von Berlin, leidet wie viele andere ostdeutsche Orte an Bevölkerungsschwund. Spätmittelalterliche Fachwerkhäuser, die gerade renoviert werden, stehen leer und können, wenn auch nicht günstig, erworben werden. Auch das Café Merlin wartet auf einen neuen Besitzer, und man sieht eher ältere als junge Menschen auf den Straß...

Durch die Straßen von Gomel
ndPlusEdward Schofield

Durch die Straßen von Gomel

Auf dem Weg durch die Straßen Gomels, der zweitgrößten Stadt von Belarus, fand ich mich neulich hinter einer leeren Chip-Tüte laufend. Ausgebreitet wie ein drei-eckiges Segel, ließ sie sich vom Wind in Schrittgeschwindigkeit über das Trottoir treiben, hin und her schaukelnd, als nähme sie die Sehenswürdigkeiten auf. Der Wind kennt keine grünen oder roten Ampeln. Die Chip-Tüte eilte uns Menschen vo...

Seite 24

Testspiel

Wer sagte es? Wir wollen nicht die Verstaatlichung des Menschen, sondern die Vermenschlichung des Staates Wo war es? Wo wurde der schwedische Ministerpräsident Olof Palme am 28. 2. 1986 erschossen? Welcher war es? Welcher deutsche Rundfunksender wurde am 1. 3. 1924 gegründet? Was war es? Was begann am 2. 3. 1919 in Moskau? Welche war es? Welche erste britische Afrikakolonie wurde am 6. 3. 1967 una...

Tatort Riesenrad
ndPlusUdo Bartsch

Tatort Riesenrad

Eine harte Nuss, die Katrina und Ted da zu knacken haben: Vor ihren Augen steigt Cousin Salim in die Gondel des Londoner Riesenrades und kommt nicht wieder unten an. Während Tante Gloria an eine Entführung glaubt, sprudelt Ted geradezu über vor abwegigen Theorien: Zeitschleife ... Paralleluniversum ... spontane Selbstentzündung ...!? Man ahnt es schon: Ted liest physikalische Zeitschriften. Der Zw...

Sieg auf dem Affenfelsen
Carlos García Hernández, Schachlehrer

Sieg auf dem Affenfelsen

Auf dem Logo spielen zwei Affen Schach. Ein Turnier in Afrika? In Asien? Nein, in Gibraltar. Dieser Felsen an der spanischen Südküste ist der einzige Ort Europas, wo es noch wilde Affen gibt. Hier wurde zwischen dem 27. Januar und 5. Februar das »7. Gibtelecom Schach-Festival« ausgetragen, mit fast 200 Teilnehmern, 30 davon Großmeister. Am Ende siegte Peter Svidler (32; Russland), die Nummer 20 de...

Saturn löst Venus ab
ndPlusHans-Ulrich Keller

Saturn löst Venus ab

In den vergangenen Wochen zog die strahlend helle Venus am Abendhimmel die Blicke auf sich – und war für so manche UFO-Meldungen verantwortlich. Im März gibt der Abendstern jedoch seine Abschiedsvorstellung und zieht sich von der Himmelsbühne zurück. Nach dem 20. wird man ohne Hilfsmittel vergeblich nach Venus in der hereinbrechenden Abenddämmerung Ausschau halten. Versierte Beobachter könne...