Ausgabe vom 23.03.2009

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Unten links

Franz Müntefering, der sich nicht nur in der großen Politik, sondern auch im wirklichen Leben bestens auskennt, steht der Nation besonders in schweren Zeiten mit gutem Rat zur Seite. Auf einer Parteiveranstaltung in Neubrandenburg forderte der SPD-Vorsitzende jetzt, Kinder in Deutschland sollten sich mehr bewegen und weniger fernsehen. Er selbst habe »mit 13 Jahren das erste Mal TV geschaut«. Vorh...

ndPlusMartin Ling

Verpasste Chance

Das Weltwasserforum in Istanbul war ein Schlag ins Wasser: Einmal mehr konnten sich die Staaten nicht auf die Festschreibung des Menschenrechts auf Wasser einigen. Das hat einen simplen Grund: Mehr als eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und ein Rechtsanspruch würde ihnen den juristischen Klageweg eröffnen. Schon jetzt ist Wasser nur für den knapp, der zu wenig Geld...

Friedensfahnen unerwünscht

Während die NATO ihren 60. Geburtstag vorbereitet, machen Friedensinitiativen mobil, um die Feierlaune des Militärbündnisses zu stören.

Die Koalition regiert nicht mehr

Opel, Managergehälter und etliches mehr: Die Koalitionsparteien stecken bereits ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl in hitzigem Wahlkampf.

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Nicht nur Opel, auch die Krise ist überall
ndPlusJörg Staude

Nicht nur Opel, auch die Krise ist überall

Wie sehen linke Antworten auf die Wirtschaftskrise aus? Dieser Frage widmete sich eine internationale Konferenz der Linksfraktion im Bundestag und der Rosa-Luxemburg-Stiftung am Freitag und Sonnabend in Berlin.

Ein Schutzschirm für die Menschen

In einem Programm »Schutzschirm für die Menschen – Arbeitsplätze sichern statt Zocker freikaufen« bündelt der Vorstand der LINKEN Forderungen zur Überwindung der Krise und für den Weg in eine neue Wirtschaftsordnung. ND dokumentiert wesentliche Auszüge. (Vollständiger Text: www.die-linke.de)

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Die ständigen Sorgen eines Ständigen Vertreters

Die ständigen Sorgen eines Ständigen Vertreters

Sie erfüllten die Funktionen einer Botschaft, hatten aber nicht deren Status: Zwei Jahre nach Abschluss des Grundlagenvertrages zwischen der BRD und der DDR wurden im Frühjahr 1974 die Ständigen Vertretungen in Bonn und Berlin eingerichtet. Im Teil 12 unserer ND-Serie erinnern wir an die schwierigen deutsch-deutschen Beziehungen und die dramatische Situation in der Ständigen Vertretung der BRD, als vor 25 Jahren Bürger der DDR in der Mission Asyl suchten. Hans Otto Bräutigam, Jg. 1931, beteiligt an den Verhandlungen zum Transitabkommen und Verkehrsvertrag mit der DDR sowie schließlich zum Grundlagenvertrag, war von 1982 bis 1988 Missionschef in der DDR-Hauptstadt. Auf der Leipziger Buchmesse stellte er seine Erinnerungen »Ständige Vertretung. Meine Jahre in Ost-Berlin« (Hoffmann und Campe) vor. Mit dem promovierten Juristen, der später Justizminister in Brandenburg war, sprachen in seinem Berliner Domizil Detlef Nakath und Karlen Vesper.

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ndPlusAnna Maldini

Italiens rechte Einheit

Einst war Italien das europäische Land des Antifaschismus. Das Land, in dessen Verfassung steht, dass die italienische Republik »aus dem antifaschistischen Widerstand hervorgeht«, ein Modell für viele europäischen Nachbarn. Jetzt spielt Italien wieder eine ganz besondere Rolle im Nachkriegseuropa. Denn über Italien hält das faschistische Gedankengut direkt Einzug in die europäischen Institutionen....

ndPlusChristian Klemm

Koalition am Ende

Seit Wochen streiten die Regierungskoalitinäre um eine mögliche Staatsbeteiligung bei Opel. Nun gehen Politiker von SPD und CDU sich regelrecht an die Wäsche. Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) wirft Außenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier vor, durch eine Staatsbeteiligung beim schwer angeschlagenen Autobauer »irgendwelchen Unsinn« zu fordern. Stünden nicht tausende Existe...

Jürgen Amendt

Ausgeschlossen

Das Dreigestirn der Union beim Thema Integration und Migration – Annette Schavan (Bundesbildungsministerin), Maria Böhmer (Integrationsbeauftragte) und Wolfgang Schäuble (Innenminister) – will mehr hochqualifizierte Einwanderer als Lehrer an den Schulen einsetzen. Das allerdings nicht aus der grundsätzlichen Erwägung heraus, dass eine Gesellschaft, die von Einwanderung geprägt ist, auc...

H.-D. Schütt

Mit Krallen

Das Werk ist schmal, das Gedicht kristallin, der Mann von einer Dünnhäutigkeit, die Vorsicht gebietet: Die Sensiblen entwickeln ihre zähe Kraft aus der Not, unterschätzt zu werden. Reiner Kunze schreibt bittende, scheue, wunderbar gottesfürchtige Gedichte (»sensible wege«, »zimmerlautstärke«, »auf eigene hoffnung«, »eines jeden einziges leben«, »lindennacht«). Mit diesen Dichtungen kann man über a...

Die Unfähigkeit zu trauern
Rainer Braun

Die Unfähigkeit zu trauern

Auf dem Höhepunkt der Studentenbewegung legten Margarethe und Alexander Mitscherlich einen schmalen Band vor, der für Furore sorgte. »Die Unfähigkeit zu trauern« war ihre Auseinandersetzung mit dem Erbe der NS-Zeit in der Adenauer-Ära überschrieben, die gleichwohl auch über diese Zeit hinauswies. Denn die Psychoanalytiker loteten zugleich die Verantwortlichkeit des Einzelnen wie der Masse für (pol...

Seite 5

Trauerfeier in Winnenden

In Winnenden haben am Sonnabend mit einer Trauerfeier mehrere tausend Menschen Abschied von den Opfern des Amoklaufes genommen.

ndPlusFabian Lambeck

Hilfe aus der Vorstandsetage

In dieser Woche könnte im Bundeskabinett ein Gesetzentwurf verabschiedet werden, der auf einer Vorlage zweier Konzerne beruht. Die im Entwurf zu regelnde und noch nicht einsatzfähige CCS-Technologie soll Kohlekraftwerken eine Zukunft geben.

Seite 6
Attac macht mit falscher »Zeit« Furore

Attac macht mit falscher »Zeit« Furore

Frankfurt am Main (dpa/ND). Klimasünder werden zur Kasse gebeten, Opel ist in Belegschaftshand, viele Banken sind verstaatlicht: Mit 150 000 gefälschten Exemplaren der Wochenzeitung »Die Zeit« hat das globalisierungskritische Netzwerk Attac eine mögliche Zukunft nach der Wirtschaftskrise beschrieben. Die falsche »Zeit« datiert auf den 1. Mai 2010 und hat das Titelthema »Am Ende des Tunnels«. »Alle...

Hans-Gerd Öfinger

Renegat auf der Anklagebank

Knapp ein halbes Jahr nach dem gescheiterten Regierungswechsel ist die hessische SPD von einer Aufarbeitung und einem Schlussstrich unter die Krise des Jahres 2008 weit entfernt.

Peter Nowak

Schengen außer Kraft gesetzt

Für einen reibungslosen Ablauf des 60. NATO-Geburtstages versetzen die Behörden das deutsch-französischen Grenzgebiet in einen Ausnahmezustand. Auf beiden Seiten des Rheins deutet sich ein massives Polizeiaufgebot an.

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Gigantische US-Defizite befürchtet

Washington (dpa/ND). Der unabhängige Rechnungshof des US-Kongresses (CBO) befürchtet angesichts der ambitionierten Reformprojekte von Präsident Barack Obama gigantische Haushaltsdefizite im kommenden Jahrzehnt. Dem US-Haushalt wird der in Washington veröffentlichten Prognose zufolge jährlich fast eine Billion Dollar fehlen. Allein im laufenden Jahr droht demnach ein Haushaltsloch von 1,85 Billione...

ndPlusAnna Maldini, Rom

Forza Italia fusioniert mit Neofaschisten

In Rom hat die postfaschistische Partei Alleanza Nazionale ihren letzten Parteitag abgehalten. Es wurde beschlossen, zusammen mit Berlusconis Forza Italia die rechte Einheitspartei Popolo della Liberà (Volk der Freiheit) zu bilden. Der Gründungsparteitag der Formation wird am nächsten Wochenende ebenfalls in Rom stattfinden.

ndPlusGábor Kerényi, Budapest

Premier Gyurcsány geht – wer und was kommt?

Auf einem Kongress zur Neuwahl der Mandatsträger seiner Ungarischen Sozialistischen Partei (USP) am Wochenende zündete Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány eine innenpolitische Bombe. Sogar für die führenden Parteigremien völlig überraschend kündigte er an, als Ministerpräsident den Hut zu nehmen.

Seite 8
ndPlusReiner Oschmann

Waffenbesitzer auf Hamsterkauf

Die Erwartung, dass Präsident Barack Obama auch nur geringe Einschränkungen in Sachen Waffenbesitz vornehmen könnte, hat seit seiner Wahl am 4. November regelrechte Hamsterkäufe ausgelöst.

Julian Bartosz, Wroclaw

Polens Kirche in der Krise

Seit gut vier Wochen wird in den polnischen nichtkirchlichen Medien immer öfter über die »galoppierende Schwäche der Katholischen Kirche in Polen« diskutiert.

ndPlusLeo Burghardt, Havanna

Kubas softer Kurs gegenüber Obama

Im Wahlkampf hatte Barack Obama erklärt, er sei zu direkten Gesprächen mit der kommunistischen Führung aus Havanna bereit. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Seite 9

Die Bahn investiert

Berlin (AFP/ND). Die Deutsche Bahn (DB) will in diesem und im kommenden Jahr mehr als elf Milliarden Euro investieren. Mit dem Geld sollen vor allem kleinere und mittlere Bahnhöfe sowie Nahverkehrsstrecken modernisiert sowie Hauptstrecken und Knotenpunkte ausgebaut werden, erklärte die Bahn am Sonntag in Berlin. Der größte Teil der Summe stammt demnach aus Bundesmitteln, die die Regierung mit dem ...

AGnES hilft den Ärzten

Greifswald/Schwerin (dpa/ND). Künftig können Krankenschwestern bundesweit in Regionen mit Medizinermangel bestimmte ärztliche Tätigkeiten ausführen. Nach monatelangen Verhandlungen haben sich der Spitzenverband der Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung auf die Aufnahme des AGnES-Konzeptes in die Regelversorgung verständigt. Das teilte die Universität Greifswald am Freitag mit.Die...

Verkauf einer Landesbank in Häppchen

Verkauf einer Landesbank in Häppchen

Für die angeschlagene WestLB zeichnet sich nach einem Magazinbericht ein Verkauf in Einzelteilen bis zum Jahr 2013 ab. Nach Informationen des »Focus« will EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes bis Ende Juni die Details mit dem Vorstand der drittgrößten deutschen Landesbank und den Eigentümern verhandeln

Andreas Knobloch, Mexiko-Stadt

Mexiko läuft das Wissen davon

Während überall staatliche Konjunkturprogramme gegen die Wirtschaftskrise helfen sollen, bedroht die massive Abwanderung von Akademikern in Schwellenländern wie Mexiko die ökonomische Entwicklung.

Hans-Gerd Öfinger

Offensiv gegen Rassismus?

Wie kann sich die Arbeiterbewegung gegen Rassismus und Neofaschismus zur Wehr setzen? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine internationale Konferenz des »Zentralen Arbeitskreises Offensiv gegen Rassismus und Rechtsextremismus« in ver.di.

Seite 10
Peter Nowak

Bayer und seine Freunde

Das massenhafte Sterben von Honigbienen am Oberrhein hat im Frühjahr letzten Jahres Imker und Umweltschützer geschockt. Schnell stellte sich heraus, dass ein Pflanzenschutzmittel des Herstellers Bayer CropScience mehrere tausend Bienenvölker getötet hatte. Deshalb ist bei Imkern und Umweltschützern die Empörung groß, dass die Staatsanwaltschaft Freiburg das Verfahren gegen die Bayer AG mit der Beg...

Tom Kirschey

Spielräume werden enger

Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur mahnt der Stifter entschlossenes Handeln beim Klimaschutz und beim Erhalt der biologischen Vielfalt an.

ndPlusSusanne Götze, Brüssel

»Taktische« Positionen beim Geld

Die Staats- und Regierungschefs der EU schweigen sich weiter über die eigentlich bereits zugesicherten Hilfen für Entwicklungsländer bei der Anpassung an den Klimawandel aus. Auf dem jüngsten Ratsgipfel wurde das Thema wieder übergangen – dabei fordern die Industrienationen auch von den armen Ländern verbindliche Klimaschutzziele.

ndPlusKarin Leukefeld

Der trockene Halbmond

Der »Fruchtbare Halbmond« – ein an Quellen und Regenwasser reiches Gebiet, das sich halbmondförmig von Palästina über Libanon, Syrien, den Südosten der Türkei und Irak bis zum arabisch-persischen Golf erstreckt, war einst die Wiege der Landwirtschaft. Doch heute fehlt nicht nur im kriegszerstörten Irak das Wasser, der »fruchtbare Halbmond« insgesamt droht auszutrocknen.

Seite 11
ndPlusJürgen Amendt

Unser Pablo

Vor 34 Jahren zeigte das ZDF die fiktive Lebensgeschichte eines Menschen mit Down-Syndrom. Der Titel verriet damals den Geist der Zeit: »Unser Walter – Leben mit einem Sorgenkind«. Nicht einmal einen Nachnamen brauchte dieser Mensch, der selbst als Erwachsener nur »unser Walter« war und dessen familiäres und soziales Umfeld eigentlich im Zentrum des Interesses stand. In sieben Teilen kämpfte...

Klaus-Dieter Schönewerk

Beaujolais und Bücher

Zwar braucht er von einer Ziege das »Mäh«, um in seinem Titel das entsprechende Reimwort »Beaujolais« verwenden zu können, doch es passt halt so schön zur Alliteration »Bücher«. Letztere sind ihm ans Herz gewachsen, er kann sie nicht wegwerfen. Ach je, wie gut ich ihn versteh. Schlimmer ist und ein Glücksfall zugleich, dass Armin Stolper eigene Druckerzeugnisse auf den heutigen Markt wirft, die ma...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Den Freund lieben, den Feind hassen lernen?

Günther Simon und Angelica Domröse? Natürlich ist dies das falsche Bild, aber man ist ja schneller im falschen Film, als man denkt! Jetzt läuft im ZDF »Krupp – eine deutsche Familie«, und wer die DDR einigermaßen lang erlebte, mag unwillkürlich an »Krupp und Krause/ Krause und Krupp« (1969) denken, den Fünfteiler von Gerhard Bengsch (Buch) und Horst E. Brandt/ Heinz Thiel (Regie). »Es wird d...

Seite 12
Ekkehart Krippendorff

Oper mit Leidenschaft

Ein kleines, aber glückliches Gedenken im Apollosaal der Staatsoper: kürzlich die Buchpräsentation »Geschichte einer Opernleidenschaft – das Teatro Colón von Buenos Aires und die Staatsoper Berlin«. Daraus ist Kultur gemacht: dass das Netz ihrer Erinnerungen immer wieder um neue Fäden bereichert wird, dass das Gewebe menschlicher Kreativität die Beschädigungen konterkariert, die die Politik ...

Nach Winnenden: Zugehört

Nach Winnenden: Zugehört

Die Eltern des Amokläufers Tim K., der in Winnenden fünfzehn Menschen und schließlich sich selbst tötete, haben sich mit einem Brief an die Eltern der Opfer gewandt. Unter anderem heißt es darin: »Bis zu jenem Tag waren auch wir eine ganz normale Familie.« Eine ganz normale Familie, was ist das? Antworten gaben Schüler einer Berufsschule in Berlin.

Wolfgang Schmidbauer

Unsere Kindersoldaten

Sie sind mitten unter uns, unsere Kindersoldaten. Vorzugeben, es sei jede dieser narzisstischen Explosionen wie in Winnenden unvorhersehbar und die große Ausnahme, das ist so klug, wie zu behaupten, jeder wisse doch, dass Schwefel, Kohle und Salpeter für sich genommen ganz harmlos sind; also sei die Explosion eines Gemischs aus diesen Stoffen auch nicht vorauszusehen.Ohne Schusswaffen gibt es kein...

Seite 13
Gabi Kotlenko

Ausgeträumt?

Es ist halt so mit den Träumen. Schnell sind sie ausgeträumt und man ist wieder im Hier und Heute. Wie ein nicht endendes Märchen schien der schier unaufhaltsame Aufstieg des Aufsteigers 1899 Hoffenheim in der Bundesliga. Derzeit träumt man in Hoffenheim auch – von besseren Zeiten. Der »Dorfklub« verkündet vor allem Hiobsbotschaften. »Bei uns herrscht eine absolute Seuche«, so der sichtlich ...

Hansa weiter sieglos

Der FC Hansa Rostock scheint für den Kampf gegen den Abstieg nicht fit genug zu sein. Das hat zumindest Manager René Rydlewicz erkannt. »Es sieht so aus, als fehlt einigen die Kraft. Daran werden wir arbeiten«, sagte Rydlewicz nach dem 1:1 am Freitagabend bei der TuS Koblenz. Die freien Tage in dieser Woche wurde bereits gestrichen. »Es kommt eine anstrengende Woche auf die Spieler zu«, machte Tra...

Turbine schließt auf

Nach einem Wochenende mit zahlreichen Überraschungen wurde aus dem bisherigen Drei- endgültig ein Vierkampf um die Meisterschaft. Mit einem deutlichen 3:0 im Spitzenspiel in Duisburg schloss Verfolger Turbine Potsdam punktemäßig zum Tabellenführer auf. Jessica Wich (3.) und Anja Mittag (36./86.) besiegelten vor 1490 Zuschauern die zweite Saisonschlappe für den Spitzenreiter, der nach Gelb-Rot für ...

ndPlusGabi Kotlenko

Spitzenreiter Hertha von Wölfen gejagt

Endlich wieder Spannung an der Spitze: Fünf Klubs trennen ganze fünf Punkte. Der Kampf um die Meisterschaft ist offen wie selten. Die Bundesliga steuert auf einen der spannendsten Titelkämpfe seit langem zu. Und Hertha BSC muss nach der noch schmeichelhaften 0:2-Bruchlandung beim VfB Stuttgart nun erst einmal die Tatsache verarbeiten, wie schnell sich auch ein Vier-Punkte-Vorsprung in Luft auflöse...

Seite 14
Tom Mustroph, San Remo

Umweg über Birkenwerder

Wege können kurios sein. Die erste Zeile im Siegesregister des jungen Briten Mark Cavendish nehmen ausgerechnet zwei Tagessiege bei der Tour de Berlin des Jahres 2006 ein. Für das Team Sparkasse holte der damalige hauptamtliche Bahnfahrer die Etappen im Berliner Vorort Birkenwerder und der Hauptstadt selbst. Drei Jahre später hat er das traditionsreichste Klassikerrennen überhaupt gewonnen. Der 23...

ndPlusMartin Schwarz

Henkel und Hauswald setzen Glanzpunkte

Andrea Henkel stürmte im Jagdrennen zum Sieg, Simone Hauswald schaffte beim Massenstart-Wettbewerb Platz zwei: Die Glanzpunkte setzten beim Biathlon-Weltcup in Trondheim wieder einmal die Frauen, zumal Kati Wilhelm nach zwei fünften Rängen mit einer hervorragenden Ausgangsposition zum Saisonfinale nach Weißrussland fliegt und ihren zweiten Gesamtweltcup-Triumph nach 2006 anpeilt. »Es geht um jeden...

Christian Heinig, Leipzig

Der Politprofi triumphiert

Dieter Berkmann, der Herausforderer, steht am Rednerpult. Er wirkt verunsichert. Gern würde er sein Konzept, das den eingängigen Titel »Agenda 2012-2016« trägt, vortragen. Es ist seine Wahlkampfrede. Die Abstimmung steht unmittelbar bevor, jetzt gilt es. Doch er wird unsanft gebremst. Eine Rede sei in Ordnung, stammelt Harald Pfab, der Vizepräsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), der rechts...

Seite 15

Aktionstag Überfall

Keine Frage, Aktionstage gegen Gewalt sind immer irgendwie richtig und nützlich. Sie können den Bürger angesichts beinahe täglicher Überfalle auf Bus- oder Bahnfahrer anregen, nicht wegzuschauen. Ob sie verprügelt, bespuckt, beleidigt, bedroht werden oder nicht, das ist nicht allein Sache der BVG, der Politik, der eingesetzten privaten Sicherheitsleute oder der Polizei, sondern auch Sache der Fahr...

Alba jagt Oldenburg

Titelverteidiger Alba Berlin lässt bei der Hatz auf Tabellenführer Oldenburg in der Basketball-Bundesliga nicht locker. »Wir können nicht darauf warten, dass die Oldenburger Spiele abgeben, dafür wirken sie zu stabil. Für uns geht es darum, dass wir jedes Spiel annehmen wie ein Endspiel um den ersten Platz«, sagte Sportdirektor Harnisch am Sonnabendabend. Während die Hauptstädter mit dem 74:68 in ...

ndPlusHajo Obuchoff

Union hoch, Jena runter?

Nach dem Spiel gab es für die Kicker aus Jena Streuselschnecken, Schokoladenkuchen und Bananen am Vereinsbus. Ob es den Passagieren dann auch schmeckte, ist zu bezweifeln. Die 0:1-Niederlage gegen den Drittligaprimus Union vor 8560 Zuschauern im Berliner Jahnsportpark ist nun schon die sechste in Folge und die 1:16-Torbilanz auch nicht gerade ein Geschmacksverstärker. Da Wuppertal gewann, stehen d...

Eisbären machten es kurz

Eisbären machten es kurz

Titelverteidiger Eisbären Berlin hat als erster Club das DEL-Playoff-Halbfinale erreicht. Die Hauptstädter gewannen am Freitagabend bei den Hamburg Freezers 4:1 und beendeten die Viertelfinalserie mit 4:0-Siegen. In der mit 7908 Zuschauern gefüllten Hamburger Arena stellten die Berliner, die erneut ohne ihre verletzten Leistungsträger Richie Regehr und Stefan Ustorf auskommen mussten, im zweiten D...

Rainer Funke

Waffenlager in der heimischen Stube

Derzeit sind in Berlin 19 000 Bürger registriert, die amtlich befugt sind, eine Schusswaffe zu besitzen, zu benutzen und daheim aufzubewahren.

Kein Bock auf den rechten Mob
Martin Kröger

Kein Bock auf den rechten Mob

»Der Mann sieht aber lustig aus.« Die fünfjährige Smilla Hartmann muss lachen, als ein Jugendlicher im Elchkostüm mit Hörnern auf dem Kopf vorbeigetanzt kommt. Rund um das kleine Mädchen, die mit ihrer Mutter zur Parade »Kein Kiez für Nazis!« in Friedrichshain gekommen ist, tanzen und laufen am Sonnabend rund 1500 Demonstranten. Im Vergleich zu den anderen Aufzügen, die sich an den vergangenen Woc...

Seite 16
Der gedämpfte Sturm zum Gipfel
ndPlusStefan Otto

Der gedämpfte Sturm zum Gipfel

Der Junge im Hertha-Trikot ist verblüfft. Der Unterschied zwischen den Profis und normalen Fußballern sei gar nicht so groß, meint er zu seinem Freund an der Balustrade. Kein Spektakel auf dem Schenckendorffplatz. Beim Trainingsspiel des Bundesligaspitzenreiters läuft der Ball schnörkellos durch die Reihen, meistens mit nur einem Ballkontakt. Fünf gegen zwei gehört der Vergangenheit an. Hier spiel...

Seite 17
ndPlusKevin Dürr

Code 998: »Bordellfrauen« im KZ

Anders als die üblichen Darstellungen über Zustände in NS-Konzentrationslagern ist diese Ausstellung nicht nur schockierend. Sie bringt zudem auch ein Thema ans Licht, das bisher tabu war: Die Zwangsprostitution von KZ-Insassinnen für männliche Häftlinge. Die Installation kommt ohne visuelle Effekte aus. Die akustischen Interviews, SS-Akten und medizinischen Dokumente erzählen die Schicksale von F...

Lucía Tirado

Lachen links von der SPD

Gelacht wurde links von der SPD natürlich schon immer. Aber nun sind der Heiterkeit keine Grenzen mehr gesetzt. Das prime time theater – seit Jahren beheimatet in der Müllerstraße 163b – zieht in den von den Besitzern des Kurt-Schumacher-Hauses veräußerten linken Flügel. Während die 1962 von Willy Brandt eröffnete Berliner SPD-Zentrale von der Müllerstraße 163 aus zu betreten ist, gela...

Volkmar Draeger

Zusammenklang der Künste

Der Andrang ist riesig. Gemeinsam mit etwa 1000 Besuchern strebt man einem der zwei Höfe in der Ebene 0 des Neuen Museums zu. Den Griechischen Hof mit imposanter Höhe umsäumt ein schmaler Sims aus Sandstein, auf dem verteilt neun Tänzer wie Plastiken an der Wand lehnen. Mit sparsamer Gestik beleben sie sich zu einer Komposition für zwölf Streichinstrumente und zwei Schlagzeuge von Georg Friedrich ...

Seite 18
Wilfried Neiße

Bahnstrecken nicht gut genug

Die Qualität des Eisenbahnnetzes hat sich im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr erhöht. Wie Verkehrsminister Reinhold Dellmann (SPD) jedoch weiter mitteilte, gilt dies »vor allem auf den Hauptstrecken«. Auf den Nebenstrecken hat sich die Situation »kaum gebessert«.Dabei berief sich Dellmann auf den Streckenzustandsbericht, den der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) vorgelegt hatte. Die b...

ndPlusMarian Krüger

Warmer Geldregen mit kalter Dusche

Mit dem Konjunkturprogramm II, so scheint es, steht den brandenburgischen Gemeinden ein warmer Regen frischen Geldes bevor. In vielen Rathäusern sind bereits die Schubladen geöffnet worden, um Investitionsprojekte für Schulen und Sporthallen hervorzuholen, für die bislang zu wenig Geld da war.Bevor die Mittel fließen, kann jedoch noch viel Zeit vergehen. Zwar ist das Zukunftsinvestitionsgesetz des...