Ausgabe vom 02.04.2009

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Unten links

Drei Äußerungen der letzten Tage – deutsche Politiker zum Problem der sozialen Verwerfungen in der modernen Gesellschaft. »Ich kenne die Nöte der Menschen, aber das darf nicht den Blick auf das Gelungene dieses Werkes der deutschen Einheit gefährden.« So der Ex-Bundeskanzler. »Es geht nicht, dass bittere Erfahrungen einzelner Menschen – die keinesfalls bagatellisiert werden sollen̵...

Russland und USA mit Kurs auf Abrüstung

London (Agenturen/ND). US-Präsident Barack Obama und sein russischer Amtskollege Dmitri Medwedjew haben neue Verhandlungen über atomare Abrüstung vereinbart. Ziel sei die deutliche »Reduzierung und Begrenzung von strategischen Offensivwaffen«, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Die beiden Regierungschefs hatten sich am Mittwoch vor dem Beginn des G20-Weltfinanzgipfels in London getroffen.Der...

Olaf Standke

NeuSTART

Während der Krisen-Gipfel der führenden Wirtschaftsmächte zu einer Veranstaltung politisch belangloser Formelkompromisse zu verkommen droht, gab es am Rande des Londoner Treffens gestern erfreulich Konkretes zu vermelden: USA-Präsident Obama und sein russischer Amtskollege Medwedjew haben nach jahrelangem Stillstand bei ihrer ersten Begegnung Verhandlungen über einen weiteren Atomwaffenabbau verei...

ndPlusMartin Ling

Gipfelwut in Londons Bankenviertel

Vor dem G20-Gipfel zur Weltwirtschaftskrise sind am Mittwoch in London mehrere tausend Menschen auf die Straße gegangen. Sie machten die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer für die Rezession verantwortlich und forderten Maßnahmen gegen Klimawandel und Armut.

Auch Daimler zurrt den Gurt fest

Der Autobauer Daimler verschärft wegen der dramatischen Absatzeinbußen sein Sparprogramm und verlangt den Beschäftigten herbe Lohneinbußen ab. Derweil wird weiter über eine Staatsbeteiligung bei Opel gestritten.

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ndPlusKurt Stenger

Sonne scheint weiter über den Finanzoasen

Heftiges Gerangel gab es im Vorfeld des G20-Gipfels zwischen den Regierungen von Finanzoasen und einiger Industrieländer, denen vermögende Steuerzahler davongelaufen sind. Der große Wurf freilich steht nicht bevor.

Der Druck bleibt im Dampfkessel

Der Druck bleibt im Dampfkessel

Jörg Huffschmid war bis 2005 Professor für Politische Ökonomie und Wirtschaftspolitik an der Uni Bremen. Er ist Mitglied der Memorandum-Gruppe linker Ökonomen aus mehreren EU-Staaten (www.memo-europe.uni-bremen.de). Über die Aussichten für die Weltwirtschaft angesichts des Londoner G20-Gipfels sprach mit ihm für ND Martin Ling.

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Anna van Ommen, London

Karneval der Empörung

Tausende kamen aus allen Himmelsrichtungen, um ihrem Ärger Luft zu machen: Antiglobalisierungs- und Klima-Aktivisten zogen unter einem massiven Polizeiaufgebot durch Londons Finanzzentrum.

Die Gipfelgegner nebenan
ndPlusMichael Scheuermann, Straßburg

Die Gipfelgegner nebenan

Etwa 5000 Menschen werden im französischen Anti-NATO-Camp unweit der deutschen Grenze erwartet. Dort kam es bereits zu Auseinandersetzungen zwischen 150 Demonstranten und der Polizei, nachdem diese die Kontrollen im Camp verschärft hatte. Der Elsässer Bauer Michel Burgmann stellte den Friedensaktivisten Grund und Boden zur Verfügung.

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Unterschriften gegen Rüstungsexport

Berlin (ND). Die »Waldkircher Erklärung« gegen Rüstungsexporte wurde dieser Tage mit mehr als 14 500 Unterschriften an den Staatsminister im Auswärtigen Amt Gernot Erler (SPD) übergeben. In der Erklärung, die im August 2007 vom SPD-Ortsverein im badischen Waldkirch sowie von Friedens- und Abrüstungsinitiativen vorgestellt worden war, wird der deutliche Anstieg der deutschen Waffenexporte kritisier...

Von der Tafel in Sachsens Parlament
ndPlusHendrik Lasch

Von der Tafel in Sachsens Parlament

Die Tafeln, sagt Edith Franke, verteilen nicht nur Essen an Bedürftige. Ihre Arbeit habe zudem einen »politischen Charakter«, sagt die energische 66-Jährige, die vor 14 Jahren die Dresdner Tafel begründete. Wer Tag für Tag mit Menschen in sozialen Notlagen in Kontakt kommt, deren Geld kaum für das Essen reicht, der »gewinnt viele Erkenntnisse über Armut« – und kann dieser »eine Stimme geben«...

Velten Schäfer

BKA in die Schranken gewiesen

Das BKA hat im Vorfeld des NATO-Gipfels Journalisten überprüft, die sich akkreditieren wollten – und die Ergebnisse an die NATO weitergereicht. Das verbot nun das Wiesbadener Verwaltungsgericht per einstweiliger Verfügung.

Werner H.T. Fuhrmann

Irak-Flüchtlinge: Neuanfang in Friedland

Mitte März kamen 119 Irak-Flüchtlinge nach traumatischen Erlebnissen daheim nach Deutschland. Jetzt absolvieren viele von ihnen im Grenzdurchgangslager Friedland Integrations- und Sprachkurse.

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ndPlusGabriele Oertel

Jobcenter: Union streitet, SPD hofft

Wenn sich heute die CDU-Spitze mit den Unions-Ministerpräsidenten trifft, dürfte die Luft brennen. Zu sauer sind die CDU-Landesfürsten über das Nein ihrer Bundestagsfraktion zum mühsam zwischen Ländern und SPD-Arbeitsminister ausgehandelten Kompromiss zur Reform der Jobcenter.

Kürzungen aus nichtigsten Anlässen
Fabian Lambeck

Kürzungen aus nichtigsten Anlässen

Im vergangenen Jahr kürzte oder sperrte die Bundesagentur für Arbeit mehr als 741 000 Menschen das Arbeitslosengeld. Offenbar sind die Mitarbeiter der Behöre angehalten, so oft wie möglich Sanktionen gegen Erwerbslose zu verhängen, nachdem ein Prüfbericht des Bundesrechnungshofes Inkonsequenz bei der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben kritisiert hatte.

ndPlusReimar Paul

Göttinger Sozialamt bleibt in der Kritik

Nach der Affäre um Leistungskürzungen für Hartz IV-Empfänger wegen Bettelns ist das Göttinger Sozialamt erneut in die Kritik geraten. Die Behörde hat einem Verkäufer des Straßenmagazins »Tagessatz« Einnahmen aus dieser Tätigkeit auf die Sozialhilfe angerechnet.

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Bald Reisen von US-Amerikanern nach Kuba?

US-Bürger können womöglich bald wieder nach Kuba reisen. Mehrere Senatoren brachten am Dienstag (Ortszeit) eine entsprechende Gesetzesvorlage in den Kongress ein.

USA wollen in den Menschenrechtsrat

Die neue US-Regierung will im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen mitarbeiten und damit den Boykott des Gremiums durch den früheren Präsidenten George W. Bush beenden.

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ndPlusHans-Georg Schleicher

Heiße Phase im Wahlkampf am Kap

Südafrikas Wahlkampf geht in seine heiße Phase. Eine seit Tagen ausstehende Entscheidung der Anklagebehörde, ob anhängige Korruptionsverfahren gegen den Favoriten für die Präsidentschaftswahl, ANC-Chef Jacob Zuma, fallen gelassen werden, bringt zusätzliche Spannung, wird aber den Wahlausgang am 22. April nicht entscheidend beeinflussen.

Reiner Oschmann

Krisenopfer Kernwaffen?

Die große Krise schiebt auch manchen Anachronismus ins Rampenlicht. In Großbritannien, von der Sinnkrise des Kapitalismus besonders betroffen, gibt es erstmals bis in Regierungskreise eine Debatte um die Zukunft der eigenen Atomstreitmacht in Gestalt der vier mit Trident-Raketen bestückten Vanguard-U-Boote.

ndPlusHarald Neuber

Neue Appelle im Fall »Miami Five«

Einer der bekanntesten Fälle politischer Justiz in den USA wird zu einem zunehmenden Problem für den neuen Präsidenten Barack Obama. Knapp drei Wochen nach einer Intervention internationaler Juristen und Persönlichkeiten beim Obersten Gerichtshof in Washington hat sich auch Amnesty International im Fall der »Miami Five« zu Wort gemeldet.

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Hendrik Lasch, Dresden

Licht aus im Leuchtturm

Das Licht ist aus im Leuchtturm. Seit gestern läuft für den Chiphersteller Qimonda, einst einer von drei Riesen im gerühmten Industriekern »Silicon Saxony«, das Insolvenzverfahren; die Fabrik im Dresdner Norden ist im Standby-Betrieb angekommen. 500 von einst 2700 Beschäftigten halten die Stellung und hoffen, dass Qimonda wieder angeknipst wird – wie auch die vielen Kollegen, die ihre Büros ...

Kurt Stenger

Stern und Blitz

Während die Bundespolitik über die Zukunft der Opel-Standorte parliert, werden beim Konkurrenten Daimler Nägel mit Köpfen gemacht. Erst stieg der Staatsfonds des Emirats Abu Dhabi als neuer Großaktionär ein und brachte viel Eigenkapital mit. Jetzt sollen die Beschäftigten für die globale Überproduktionskrise der Autobranche bezahlen – Konzernchef Dieter Zetsches Planziel liegt bei einer Pers...

ndPlusSilvia Ottow

Umfrage ohne Unwort

Besser hätte es nicht laufen können. Die forschenden Arzneimittelhersteller (vfa) haben Emnid mit einer Umfrage zur Gesundheitsreform beauftragt. Das Ergebnis: Ein großer Teil der Befragten denkt wie sie. Vier von fünf Bundesbürgern sind für eine »Reform der Reform«. Eine Mehrheit hält den Gesundheitsfonds für schlecht und die meisten Befragten wollen mehr Wettbewerb. Das, freut sich vfa-Geschäfts...

H.-D. Schütt

Filou

Man sieht geradezu, wie sich Tukur das Schifferklavier umschnallt: »Kind, du brauchst nicht weinen,/ du hast ja einen,/ und der bin ich.« Er hat den Charme des Filous, die windige Verführungskraft eines liebenswerten Gauners, der junge Erwin Geschonneck sah so aus, das Plebejische getarnt unterm Menjou-Bärtchen, das war auch die Art des Schlawiners Tabori. Der Typ, grausam präzise eingesetzt, als ...

Ein Neuanfang für Bangladesch?

Ein Neuanfang für Bangladesch?

ND: Die Wahlen am 29. Dezember waren für Bangladesch ein Neuanfang. Auch wenn die Kommunisten nicht Teil der Regierung sind – leistet sie bisher gute Arbeit? Hasan Tariq Chowdhury: Bengalischer Nationalismus, ein säkularer Staat, Demokratie und schließlich Sozialismus waren die vier Säulen, auf denen der Befreiungskampf 1971 fußte und die auch damals so in die Verfassung Eingang fanden. Die ...

Seite 9
ndPlusChristoph Funke

Nachdenken über Geschichte

Die Geschichte ist nicht zu Ende, verkündet das Berliner Maxim Gorki Theater, stellt aber dieser so naiven wie unbestreitbaren Tatsache ein gewichtiges, mit dem Mut nach Veränderung aufgeladenes Wort voran: »Korrekturen«. Und widmet sich der unaufwendigen und doch auch ehrgeizigen Deutung neuer und schon älterer Texte im Foyer und im Studio, in denen geschichtliche Prozesse eingefangen sind. Leich...

Diese Ostler

OSTDEUTSCHE IN BETON Thema vieler Feuilletons ist derzeitig die Debatte um das Bild der DDR in der geschichtsschreiberischen, publizistischen Widerspiegelung. So schreibt Alexander Osang in »Der Spiegel« in seinem Essay »Der Ostdeutsche in Bernstein«: »Die Ostler machen es den Westlern nicht leicht. Die wenigsten reden über ihre Schuld. Sie basteln an ihren Legenden von dem kleinen niedlichen Land...

Jürgen Amendt

Ungleiche Gleichheit

Kinder, die an der Carl-Kraemer-Grundschule im Berliner Wedding lernen, haben mit einem Stigma zu kämpfen. Die Schule liegt inmitten eines Viertels der Stadt, das gemeinhin mit sozialer Verwahrlosung assoziiert wird. Dabei sind die Kinder dort nicht dümmer als anderswo, nur sind ihre Startbedingungen eben deutlich schlechter als die von Gleichaltrigen in den bürgerlichen Quartieren. Mit mehr indiv...

Seite 10

Wenig schmeichelhaft

Der Beruf des Journalisten genießt in der Bundesrepublik ein hohes Ansehen, doch an der Unabhängigkeit der Journalisten hat die Mehrheit der Deutschen ihre Zweifel. Das geht aus der Umfrage »Journalismus 2009« vom Kölner Markt- und Organisationsforschungsinstituts YouGovPsychonomics in Kooperation mit der Macromedia Hochschule für Medien- und Kommunikation München hervor.Obwohl 61 Prozent der Befr...

Der Teufel steckt den Mond in die Tasche
ndPlusKarlheinz Kasper

Der Teufel steckt den Mond in die Tasche

Gern wird das Bonmot des französischen Schriftstellers Eugène de Vogüe wiederholt, fast alle russischen Autoren behaupteten, sie kämen aus Gogols »Mantel«. Was Gontscharow, Turgenjew, Leskow, Dostojewski, Tolstoi, Bely, Sostschenko, Bulgakow und andere von Gogol übernahmen, war damit jedoch noch nicht gesagt. Deutlicher wurde es in Thomas Manns Lob, Gogol habe den Grundstein für die markante »Trad...

Seite 11

STARporträt

Der amerikanische Komiker ist ein Schwergewicht, jedenfalls körperlich, und er schlägt aus seiner Fettleibigkeit Kapital – tragikomisches meist. In seiner ersten größeren Filmrolle war er für den Heiratsvermittler Will Smith ein hoffnungsloser Fall (»Hitch – Der Date Doktor«, 2005). Mehr Glück hatte er als Feuerwehrmann und Witwer mit zwei Kindern in »Chuck & Larry«. Da outet sich ...

Der Unsichtbare mit der Fistelstimme
ndPlusJan Freitag

Der Unsichtbare mit der Fistelstimme

Was wirklich witzig ist, ist eine Glaubensfrage. Das Feuilleton verteufelt den Brachialhumor der Gegenwart gern mit Verweis auf frühere Güte – als sei Dieter Krebs' Panzerglasbrillenhumor besser als Atze Schröders Griff in den Schritt. Die Masse erhebt Mario Barth zur Rache des Volkes am verbiesterten Kabarett – als würde Mathias Richling den »Scheibenwischer« nicht gerade für privatfe...

Gunnar Decker

Unaufgeblich-vergebliche Hoffnung

Der Abend wirft einen langen Schatten. Was dann folgt, entzieht sich jeder Form von Nacherzählung. Werner Schroeter dringt mit diesem Film tief ein in die Nacht des Traums. Lauter seelische Albtraumlandschaften, wie von Goya ans Dunkel geschmiedet. Eine Reise ins »Herz der Finsternis«, von dem niemand sagen kann, wo es denn schlägt. Im Nirgendwo, das uns gewaltsam an sich reißt? Die Griechen hatte...

Seite 13

Leseprobe

Nur sehr wenige der aus dem nationalsozialistischen Deutschland und dem von Deutschland beherrschten Europa geflüchteten Männer und Frauen kehrten in ihre ehemalige Heimat zurück, von denjenigen, die aus rassistischen Gründen verfolgt wurden, waren es weniger als fünf Prozent. Obwohl also kein Massenphänomen, hat sich die Exilforschung seit mehr als einem Jahrzehnt zunehmend des vormaligen Randthe...

Harald Loch

Warnung, Hoffnung

Das dramatische Vorspiel zum Zweiten Weltkrieg begann als Auseinandersetzung zwischen der demokratisch gewählten Republik Spanien und putschenden rechtsnationalistischen Offizieren der Armee. Bald erweiterte sich der Kreis der Beteiligten um kampfstarke Hilfskräfte der beiden faschistischen Diktaturen Deutschland und Italien. Die westlichen Demokratien Frankreich und vor allem England versagten de...

ndPlusHans Canjé

Dem Vergessen entrissen

Günstiger kann wohl kaum ein Buch erscheinen, so zeitnah zu dem von seinen Autoren intendierten Ziel: Am 12. März 2009 hob nach dem Nationalrat (Dezember 2008) jetzt auch der Schweizer Ständerat alle Urteile gegen die Frauen und Männer des Landes auf, die von 1936 bis 1939 auf Seiten der jungen spanischen Republik gegen die Francoputschisten »auch die Freiheit der schweizerischen Demokratie vertei...

Beulen, nicht nur vom Klassenfeind
Andreas Herbst

Beulen, nicht nur vom Klassenfeind

Im Juli 1963 war es vollbracht. Karl Abel, Schumacher, Bergarbeiter, KPD-Funktionär und von 1946 bis 1948 erster niedersächsischer Sozialminister, hatte seine Erinnerungen zu Papier gebracht. Er hätte sie gerne publiziert, deshalb schickte er über Freunde das Manuskript an das Institut für Marxismus-Leninismus nach Ost-Berlin. Mehrmals erkundigte er sich in den folgenden Jahren danach. Über Walter...

Seite 14

Erste Banken zahlen zurück

New York (dpa/ND). Knapp ein halbes Jahr nach dem Start des US-Hilfsprogramms für die Finanzbranche haben vier kleinere Banken als erste Institute mit der Rückzahlung der Kapitalspritzen begonnen. Auch mehrere große Häuser, wie die Bank of America, J.P. Morgan Chase und Goldman Sachs, dringen auf eine möglichst rasche Rückgabe der Gelder.Die Banken wollen den Staatseinfluss reduzieren und sich die...

Kein Müll ohne Geld

Dargun (dpa/ND). Das umstrittene 20-Megawatt-Müllkraftwerk in Dargun (Kreis Demmin) wird mangels Finanzen vorerst nicht gebaut. »Wir haben den Stand der Umsetzung bis zum 31. März geprüft und gemeinsam von dem Vorhaben Abstand genommen«, sagte der Leiter der Brauerei in Dargun, Wolfgang Voß. Am Projekt waren die Brauerei, eine Käserei und als Investor die Industrielle Wärmeversorgung AG (IWV) Darg...

Genossenschaftliche Fusion geplatzt

Die jahrelang geplante Fusion der DZ Bank und der WGZ Bank ist krisenbedingt geplatzt. Mit dem Zusammenschluss der Genossenschaftsbanken sollte nur noch ein Spitzeninstitut für den Gesamtbereich zuständig sein.

CO2 kann gespeichert werden

Berlin (AFP/ND). Die Bundesregierung hat den Weg für die Abtrennung und unterirdische Speicherung von Kohlendioxid (CO2) freigemacht. Das Kabinett beschloss am Mittwoch einen Gesetzentwurf, der Unternehmen Planungs- und Investitionssicherheit für Pilotanlagen der sogenannten CCS-Technologie geben soll. Umweltverbände kritisieren, die Technik sei teuer und riskant, zudem liefere sie eine Rechtferti...

Hans-Gerd Öfinger

Mehr Grün für die Menschen

Wie können angesichts der globalen Krise Umweltgerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit besser zusammengeführt werden? Über diese Frage und konkrete Handlungsschritte diskutierten über 200 engagierte Politiker, Wissenschaftler, Umweltaktivisten und sozial engagierte Menschen zwei Tage lang in Frankfurt am Main.

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Jena bleibt Vorletzter

Dynamo Dresden hat mit einem Erfolg im Derby gegen den FC Carl Zeiss Jena seine Siegesserie ausgebaut. Die Sachsen setzten sich in der 3. Fußball-Liga gegen die vom Abstieg bedrohten Jenaer mit 2:0 (0:0) durch und fuhren damit den dritten »Dreier« nacheinander ein. Vor 13 493 Zuschauern trafen Pavel Dobry (51.) und Pavel Pergl (85.) für die Gastgeber, die nun ein Polster von neun Punkten auf die A...

Andreas Schirmer

Österreich erlebt Dopinggewitter

Der österreichische Spitzensport ist nach Dopinggeständnissen des Radprofis Bernhard Kohl und der Triathletin Lisa Hütthaler sowie Festnahmen von Hintermännern in schwere Turbulenzen geraten. Im Zuge der Aussagen von Kohl wurde sein Ex-Manager Stefan Matschiner, von dem Kohl Dopingmitteln erhalten haben soll, in Untersuchungshaft genommen. Zuvor war der frühere Skitrainer Walter Mayer inhaftiert w...

Jürgen Holz

Kalte Abreibung für die Eisbären

Hochmut kommt vor dem Fall, sagt man bekanntlich. Diese Erfahrung mussten die Berliner Eisbären im zweiten Play-off-Halbfinalspiel um die deutsche Eishockeymeisterschaft machen. Nach dem souveränen 4:0-Heimsieg über den DEL-Rekordmeister Adler Mannheim gab es für die Eisbären im zweiten Match in Mannheim beim 1:6 (0:1, 0:4, 1:1) eine kalte Abreibung.Nach dem Auftaktspiel in der O2 World, als der T...

ndPlusFrank Thomas

Der Superman, der keiner sein will

Das Krisengerede nervt: Fabian Hambüchen will allen Unkenrufen zum Trotz bei den Europameisterschaften, die heute in Mailand beginnen, nach dem Titel greifen und neues Selbstbewusstsein tanken. Trotz mehrerer Reckabstürze in den vergangenen Monaten will der Weltmeister das Wort Krise nicht hören. »Man kann nicht erwarten, dass ich die ganze Welt immer in Grund und Boden turne. Ich bin doch nicht S...

Seite 17

Immer Saison

Die Saison der Kälte ist vorbei, verkündete die Stadtmission. Das meinte allerdings nur, dass es Frühling wird und der Hilfebus für Obdachlose nicht mehr mit Tee und Decken durch die Nacht tourt. Die Bedürftigen freilich werden zumeist bedürftig bleiben, ihre Saison reicht über das ganze Jahr. Damit bedürfen sie auch einer Hilfe weit über die kalten Nächte hinaus. Für wen, wo und mit welchen Tende...

Adlershofer Wachstum über dem Durchschnitt

(ND). »Wissen ist der entscheidende Rohstoff für neue Produktentwicklungen. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass gerade Adlershof hohe Steigerungszahlen aufweist«, erläuterte gestern Harald Wolf (LINKE), Senator für Wirtschaft und Technologie, in Adlershof. Bei der Vorlage der erfreulichen Jahresbilanz der Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien verwies er insbesondere auf den »zukunfts...

Andreas Heinz

Marzahn-Hellersdorf abgerutscht

In Friedrichshain-Kreuzberg hat sich die soziale Lage zwar verbessert, trotzdem sieht es für die Menschen im Bezirk noch lange nicht gut aus. Das ist das Ergebnis von Untersuchungen für den Sozialstrukturatlas, der gestern von den Linkspartei-Senatorinnen Heidi Knake-Werner (Soziales) und Katrin Lompscher (Gesundheit) vorgestellt wurde. Der erste Atlas dieser Art erschien 2003. Insgesamt ist die s...

Seite 18
ndPlusMarina Mai

Licht am Ende der Geisterbahn

Licht am Ende der Gespensterbahn: Um den Spreepark im Plänterwald bewerben sich »zwei solide Interessenten«. Das sagt Irina Dähne vom Berliner Liegenschaftsfonds. Sie gibt sich zuversichtlich, im Laufe des April Ergebnisse verkünden zu können.Der ehemalige Vergnügungspark im Plänterwald steht leer, seit Spreepark-Mann Norbert Witte sich 2001 nach Peru absetzte und 14 Millionen Euro Schulden hinter...

Ulrike von Leszczynski

Über den Dächern von Schöneberg

Die Knie zittern, auch bei den ganz Mutigen, die nach 465 Stufen oben auf dem Berliner Gasometer stehen. Berlins neue Touristenattraktion ist anders als die bekannten Aussichtspunkte der Hauptstadt in luftiger Höhe. Statt bequemer Aufzüge gibt es hier nur leicht rostige Stahltreppen. Sessel wie in Panorama-Restaurants sucht der Gast vergebens, auf dem Gasometer pfeift Besuchern 80 Meter über dem B...

Seite 23

Im »Zeichen der Zeit«

Hansdieter Grünfeld Seit über fünf Jahren gibt es das Frederik Köster Quartett. Anlässlich seiner zweiten ausgezeichneten Produktion: »Zeichen der Zeit«, erschienen bei Traumton, sorgte die unabhängige Berliner Schallplattengesellschaft für ein lange fälliges Gastspiel in der Hauptstadt. Gruppenleiter Frederik Köster, der Schulmusik, Jazz-Trompete und Jazz-Komposition/Arrange- ment studierte, hat ...

Zehn Frauen ankern im »Heimathafen«
ndPlusLucía Tirado

Zehn Frauen ankern im »Heimathafen«

Kulturamtsleiterin Dorothea Kolland und Kulturstadtrat Wolfgang Schimmang hatten »ne Träne im Knopfloch« zur gemeinsamen Pressekonferenz mit »Heimathafen Neukölln«. Ihnen fiel die Trennung vom bisher durch sie betriebenen und beschützten kulturellen Ort sichtbar schwer. Aber das sei schon in Ordnung, redete sich Schimmang selbst Trost zu. Nicht nur, dass die Kommune sich den Saalbau als Kulturort ...

Seite 24
Wilfried Neiße

Pflege im Alter – wie und wo

Mitte des Jahres sollen jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt über die Voraussetzungen zur Einrichtung eines Pflegestützpunkts verfügen. Per ministeriellem Bescheid genehmigt seien heute schon die Stützpunkte in Erkner, Neuruppin und Eisenhüttenstadt. Wie Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) gestern erklärte, soll in einem zweiten Schritt das Netz dieser Stützpunkte verdichtet werden. Um...

Deutsche Bahn fühlt sich ausgebremst
ndPlusAndreas Fritsche

Deutsche Bahn fühlt sich ausgebremst

Es gibt Schienen, da fahren Touristen mit Draisinen, und welche, die rosten einfach nur vor sich hin. Viele Strecken sind schon stillgelegt. Es sollen nicht noch mehr werden, obwohl die Mittel knapp sind. Deshalb will das Potsdamer Infrastrukturministerium, das die Regionalzüge bestellt, für mehr Wettbewerb sorgen. Ein Monopol soll es nicht geben. Im Klartext heißt dies: die Vorherrschaft der Deut...