Ausgabe vom 07.04.2009

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Unten links

Zu den Leuten, um die die Krise einen großen Bogen macht wie das Band der Sympathie um Hartmut Mehdorn, gehört Gerhard Schröder. Der Ex-Kanzler wird heute 65 und hat etwas vor sich, was man einen gelingenden Lebensabend nennen könnte. Hier drei Tipps für jedermann zum Nacheifern. Erstens: Seien Sie nicht jünger als Jahrgang 1946, damit die Vorboten der Rente mit 67 Sie nicht treffen, über die die ...

Ackermann: Wir sitzen in einem Boot

Berlin (Agenturen/ND). Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, sieht angesichts der Weltfinanzkrise die Gefahr von sozialen Spannungen. Deshalb sei es wichtig, jetzt gemeinsam Lösungen zu finden, sagte er der »Bild«-Zeitung. »Wir sitzen in einem Boot.« Hoffnung mache ihm unter anderem, dass die Menschen bisher vernünftig reagiert hätten und nicht in Panik verfallen seien, erg...

Fabian Lambeck

Wir sitzen nicht im selben Boot

»Wir sitzen alle in einem Boot.« Immer wenn Politiker oder Wirtschaftsbosse sich dieser Metapher bedienen, ist Vorsicht geboten. So auch im Falle des Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann. Dieser beschwor die Leser einer Boulevard-Zeitung, zu ihm ins sinkende Boot zu steigen. Bleibt nur zu hoffen, dass niemand seiner Aufforderung folgt. Denn wir sitzen eben nicht im selben Boot wie Herr Ackermann. W...

Merkel an der afghanischen Front

Kurz nach der Festlegung der neuen Afghanistan-Strategie beim NATO-Gipfel ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einem nicht angekündigten Truppenbesuch nach Afghanistan gereist. Für Wirbel sorgte ein Raketenangriff der Taliban.

ndPlusJan Keetman, Istanbul

Obama mahnte Türkei zu Reformen

Mit einer Rede vor dem türkischen Parlament hat Barack Obama noch einmal die Bedeutung unterstrichen, die seine Regierung der Türkei beimisst. Damit wollte Obama auch den psychologischen Graben überwinden, der sich zwischen beiden Staaten insbesondere während der Regierung George W. Bush aufgetan hatte.

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Jürgen Holz

Streit um Verjährungsfrist für DDR-Dopingtrainer

Die Debatte um den Umgang mit der Doping-Vergangenheit von Trainern aus der DDR wird auch fast 20 Jahre nach dem Untergang der DDR mit Vehemenz geführt. Dass es eine einseitige Debatte ist, die das Kapitel »Doping West« ausblendet, verwundert freilich nicht, weil es um die Delegitimierung der DDR und ihres Sportsystems geht.

Unvollendeter Versöhnungsprozess
ndPlusThomas Nitz

Unvollendeter Versöhnungsprozess

Am 6. April jährte sich zum 15. Mal das Attentat auf das Flugzeug des Präsidenten Ruandas, Juvénal Habyarimana. Es war Auslöser für den ruandischen Genozid, bei dem laut UNO über 800 000 Menschen ermordet und 2,5 Millionen zu Flüchtlingen wurden.

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Wolf H. Wagner, Florenz

Altstadt von L'Aquila liegt in Trümmern

Ein verheerendes Erdbeben hat am Montag in Mittelitalien mehr als 90 Menschen in den Tod gerissen. Betroffen war vor allem die Regionalhauptstadt in den Abruzzen, L'Aquila.

Demjanjuk: Zu krank für ein Urteil?

Eigentlich hätte ihm heute »schon« ein bayerischer Justizbediensteter das Frühstück bringen sollen. Doch John Demjanjuk frühstückte in seinem Häuschen im US-Staat Virginia. Der mutmaßliche NS-Verbrecher wurde nicht wie geplant zu Wochenbeginn nach Deutschland ausgeliefert, um hier vor Gericht gestellt zu werden. Ein Richter in Arlington (Virginia) verhinderte die Abschiebung. Der 89- jährige Demjanjuk hatte in einem Eilantrag behauptet, eine Ausweisung gleiche angesichts seines Alters und der Gesundheitszustandes einer Folter. Er leide an Rheuma, Nierenproblemen und Blutarmut. Doch das juristische Tauziehen um Demjanjuk geht weiter – am Montag wurde der Abschiebestopp wieder aufgehoben. Gut möglich, dass der einstige KZ-Wächter morgen in Deutschland eintrifft. Hintergründe von RENÉ HEILIG.

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Auch DKP hat Programm zur Europawahl

Berlin (ND-Oertel). Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) hat am Montag mit einem Ja zu einem Europa, das sich an den Interessen der Mehrheit der Bevölkerung orientiert und in dem die Wirtschaft den Menschen dient, und einem Nein zu einer Europäischen Union der Banken und Konzerne ihr EU-Wahlprogramm veröffentlicht. Acht Forderungen stellt die Partei in den Mittelpunkt ihrer Stimmensammlung vor...

Hans-Gerd Öfinger

Kampfkandidatur in Hessens LINKER

Knapp drei Wochen vor der Vertreterversammlung, bei der die hessische LINKE ihre Landesliste für die kommende Bundestagswahl aufstellen will, wächst bei den Akteuren die Spannung. Eine Kampfkandidatur zwischen zwei Bundestagsabgeordneten um einen als sicher geltenden Listenplatz erscheint unvermeidlich.

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Fabian Lambeck

Programmentwurf der LINKEN wird demnächst korrigiert

Vor anderthalb Wochen sorgte eine rätselhafte Änderung am Bundeswahlprogramm der LINKEN für Irritationen. Wie aus Parteikreisen verlautete, hat der Vorstand auf seiner gestrigen Sitzung beschlossen, die umstrittene Passage zu korrigieren.

Weniger Geld für Arbeitslose

Berlin (AFP/ND). Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat im vergangenen Jahr laut einer Studie so wenig Arbeitslosengeld ausgezahlt wie seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr. Die Ausgaben dafür sanken 2008 auf rund 13,86 Milliarden Euro und erreichten damit den niedrigsten Stand seit 1992, wie aus einer am Montag in Berlin veröffentlichten Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervorgeht. D...

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Das Rathaus übernimmt wieder die Regie

Dresden soll seinen Energieversorger DREWAG wieder komplett übernehmen. Die Verwaltung empfiehlt dem Stadtrat, den Rückkauf einst privatisierter Anteile zu beschließen. Die LINKE warnt allerdings vor einem späteren Totalverkauf.

Gabriele Oertel

Wahlkampf in Variationen

Der Vorwurf ist nicht neu. Seit Wochen schimpft Franz Müntefering, die Union würde die Regierungsarbeit verschleppen. Jetzt legte der SPD-Chef nach. Wahlkampf in Variationen.

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Fidel Castro offen für Gespräche

Havanna (AFP/ND). Der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro hat sich offen für Gespräche mit den USA gezeigt. »Wir haben keine Angst davor, mit den USA zu sprechen«, schrieb Castro in einem Artikel, der auf der offiziellen Website Cubadebate veröffentlicht wurde. Kuba brauche auch »keine Konfrontation, um zu existieren«. Gespräche mit dem Gegenüber seien der »einzige Weg, um Freundschaft und F...

Verfahren gegen Zuma eingestellt

In Südafrika ist das Korruptionsverfahren gegen den Präsidentschaftskandidaten des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC), Jacob Zuma, eingestellt worden.

Gábor Kerényi, Budapest

Ungarns Sozialisten ohne Sozialisten

Zwei Wochen nach der Ankündigung Ferenc Gyurcsánys, dass er sein Amt als Ministerpräsident niederlegt, hatten sich die Ungarischen Sozialisten zum Parteikongress versammelt.

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ndPlusJulian Bartosz, Wroclaw

Polens Ikonen in allen Medien

Im Schatten allerlei weltbedeutender Gipfeltreffen wurde Polens Öffentlichkeit durch die »pluralistischen« Medien vorwiegend mit zweien ihrer Ikonen beschäftigt: dem am 2 April vor vier Jahren verstorbenen Papst Johannes Paul II. und Lech Walesa.

ndPlusHans Voß

Ankündigungen müssen Taten folgen

Die Lobgesänge auf das angeblich erfolgreichste Militärbündnis unserer Zeit – die NATO – sind verstummt. Verhallt sind auch die wütenden Proteste der Gegner der Allianz, die dem Pakt aggressive Interventionspolitik zum Vorwurf machen und seine Auflösung fordern.

Die Kurdenpolitik der Türkei ist gescheitert

Die Kurdenpolitik der Türkei ist gescheitert

Kamuran Yüksek ist stellvertretender Vorsitzender der prokurdischen Partei der Demokratischen Gesellschaft (Demokratik Toplum Partisi – DTP), die bei den jüngsten Kommunalwahlen in den kurdischen Regionen der Türkei bemerkenswert erfolgreich war. Für ND befragte Martin Dolzer den Politiker.

Seite 8
ndPlusSilvia Ottow

Neue Farbe, neuer Preis

Acht Milliarden Euro teurer waren 2007 die Gesundheitskosten in Deutschland und das ist schon eine beträchtliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Ein wesentlicher Teil davon geht zu Lasten der Prävention und des Gesundheitsschutzes, darin sind beispielsweise Impfungen eingeschlossen, für die jetzt die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) aufkommt. Das ist auf jeden Fall begrüßenswert, man darf a...

ndPlusDetlef D. Pries

Unikum Moldova?

Zum dritten Mal in Folge hat die Partei der Kommunisten die Parlamentswahlen in Moldova gewonnen, ohne dass argwöhnische Beobachter aus dem europäischen Westen gravierende Mängel am Wahlprozedere festgestellt hätten. Obwohl Moldova als einziger Staat des Kontinents seit nunmehr acht Jahren von einer kommunistischen Partei regiert wird. Deren Wähleranteil hat sich gegenüber 2005 sogar erhöht, so da...

Dieter Janke

Die Hartz-IV-Falle

Deine Politik hat unser Land nach vorn gebracht« – so SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier in seinem Grußwort an Ex-Kanzler Gerhard Schröder anlässlich dessen 65. Geburtstages. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat indes ermittelt, dass die Arbeitslosenversicherung immer weniger in der Lage ist, die existenziellen Risiken abhängig Beschäftigter zu sichern. Nur noch eine Minderheit der Ar...

Oliver Händler

Repräsentant

Das Präsidentenamt in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien ist vielleicht nicht ganz so belanglos wie jenes des deutschen Bundespräsidenten, aber vergleichbar sind sie schon. Integrierend, überparteilich und repräsentativ sollen beide sein. So ist der neue Staatspräsident Mazedoniens, Djordje Ivanov, eine logische Besetzung, denn angeeckt ist er bislang kaum. Als Kandidat der regieren...

Die Chemie muss stimmen
Mathias Wedel

Die Chemie muss stimmen

Weltgeschichtlich geht es im Momente zu wie in der Waldorfschule. Morgens umarmen die Staatsfrauen und -männer erst mal einen fluchtunfähigen Baum und schmettern ihr »Guten Morgen, Baum!« in den internationalen Luftraum. Dann rufen sie verzückt die Sonne an. Nach dem Müsli ziehen sie sich in Kleingruppen zum Berührungsdialog zurück – Angela Merkels Fingerspitzen an Berlusconis Ohrläppchen, B...

Seite 9
ndPlusIrmtraud Gutschke

Menschsein

Obwohl er noch anderes geschrieben hat, ein einziger Roman machte ihn weltberühmt: »Nackt unter Wölfen«. Bruno Apitz, der am 7. April 1979 starb, Kommunist und Mitglied des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller, ist von 1933 bis 1945 fast ununterbrochen inhaftiert gewesen, die letzten acht Jahre in Buchenwald. Diese Zeit im KZ verarbeitete er nicht als autobiografischen Bericht (auch w...

Antje Rößler

Mikrokosmos von Europa

Literatur hat auf Usedom eine lange Tradition, man denke an Fontanes »Kinderjahre« oder die Sommerfrischler Thomas Mann und Gorki. Nun hat das bereits seit 15 Jahren existierende Usedomer Musikfestival eine neue literarische Veranstaltungsreihe auf der Ostseeinsel aus der Taufe gehoben. Die Usedomer Literaturtage widmeten sich unter dem Motto »Lebensreisen entlang der Ostseeküste« der gemeinsamen ...

Kleiner Teich mit Krokodilen?
ndPlusHans-Dieter Schütt

Kleiner Teich mit Krokodilen?

Seinen jüngsten Roman nannte Peter Handke »Die morawische Nacht«; und das Buch, das ihn 1996 dem Bannfluch westlich-medialer Generalstäbe von »Le Figaro« bis FAZ auslieferte, hieß: »Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien«. Die Morawa. Handke bezeichnet sie als »viel-, wohl gar zu vielbesungenen, sicher auch durch die Türken- und Balkankri...

Seite 10

Der Retter

Der frühere Intendant des Berliner Friedrichstadtpalastes, Alexander Iljinskij, ist tot. Er starb überraschend im Alter von 61 Jahren in seinem Haus in Potsdam-Babelsberg in der Nacht zum Samstag vermutlich an Herzversagen, teilten sein Lebensgefährte und der Friedrichstadtpalast am Montag mit. Sie bestätigten damit einen Bericht der Zeitschrift »Super Illu«. Der studierte Theaterwissenschaftler u...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Mafia, Mythos, Mut und Markt

Welche Geschichte erzählt dieses Leben? Dass der Erfolg draußen etwas anderes ist als die Vorstellung von Erfolg, die du selber hast. Dass die Lorbeeren, die einem umgehängt werden, gleichsam aus dem Prügelholz wachsen, das man dir früher drüberzog. Dass jenes Eigene, das dich unabhängig macht, teuer erkauft werden, herausgeschnitten werden muss aus dem Fremden, dem ungeliebten Markt, dem oberfläc...

Neue Blicke aus Nahost
Stefan Otto

Neue Blicke aus Nahost

Illustrationen sind für Dominik Ziller ein Stück Wirklichkeit. In der Zeitschrift »Belletristik« sorgt der Grafiker für eine Gleichberechtigung von Schrift und Bild. In keiner der bisherigen Ausgaben geht dieses Konzept so sehr auf wie in der jüngst erschienenen. Israelische und palästinensische Studenten der Bezalel Kunstakademie illustrieren ihren Jerusalemer Alltag, Literaten aus Deutschland ve...

Laura Naumburg

Pro Frau ein Haufen Männer

Armida ist eine Zauberin. Sie hat Augen, die Männerheere vernichten können. Sie will unabhängig sein, sich vor allem nicht verlieben. Wenn es aber geschieht, will sie ihn hassen, aber erst, wenn sie verlassen wird, rast sie bis zur Selbstvernichtung. Dieser undurchschaubar mächtigen Frau sind mehrere Hundertschaften von Komponisten, Literaten, Choreografen verfallen; es gibt ca. 100 Bühnenwerke, d...

Seite 11

Opel: Gespräche laufen

Erfurt/Eisenach/Berlin (dpa/ND). Die IG Metall will nach einem Zeitungsbericht Bedingungen für mögliche Opel-Investoren aufstellen. Damit sollen die Interessen der Arbeitnehmer deutlich gemacht werden, sagte der Frankfurter IG Metall-Bezirksleiter und Opel-Aufsichtsrat Armin Schild der »Thüringer Allgemeinen«. Wichtig sei, dass es keine Kündigungen gebe und das technische Potenzial im Unternehmen ...

Grube bei Gewerkschaften

Berlin (AFP/ND). Der Daimler-Manager Rüdiger Grube kann Hartmut Mehdorn als Chef der Deutschen Bahn ablösen. Die beiden Bahngewerkschaften Transnet und GDBA wollen der Ernennung von Grube im Aufsichtsrat zustimmen, wie sie am Montag mitteilten. Ein Börsengang der Verkehrssparte des Konzerns scheint indes weit in die Ferne zu rücken.Nach einem Gespräch mit Grube hätten die Führungsgremien der Gewer...

Frauen stehen jetzt früher auf
Uwe Kraus, Magdeburg

Frauen stehen jetzt früher auf

Nicht nur in Ostdeutschland fehlt Unternehmen oft der weibliche Führungsnachwuchs. Um das Problem zu beheben, hat sich in Sachsen-Anhalt ein Verband selbstständiger Unternehmerinnen gegründet. Neben dem Erfahrungsaustausch geht es ihnen um die Förderung junger Talente.

ndPlusJohn Dyer, Boston

Die Jagd hat begonnen

Die Bekämpfung der Steuerflucht ins Ausland hat für die US-Bundessteuerbehörde IRS derzeit eine der höchsten Prioritäten. In Florida hat sie jetzt einen Kunden der Schweizer UBS festgesetzt, der mit Hilfe der Bank Gelder im Ausland versteckt hat.

Seite 12

Versorgung der Ärmsten leidet

Das Netzwerks »Action for Global Health« sieht die Krankenversorgung von Frauen und Kindern in Entwicklungsländern durch die Wirtschaftskrise bedroht. Zu befürchten sei, dass wegen zurückgehender Investitionen in die Gesundheitssysteme weitere 200 000 bis 400 000 Kinder vor ihrem fünften Lebensjahr sterben.

Cezary Kowanda, Warschau

Die Krise kommt mit Verspätung

Als erstes Opfer der Wirtschaftskrise gilt in Polen die lokale Währung. Der Zloty hat zunächst dramatisch an Wert verloren, und in den letzten Wochen kam es zu wesentlichen Kursschwankungen. Das Wirtschaftswachstum bleibt dagegen immer noch im positiven Bereich, die Konsumausgaben sind nicht eingebrochen und EU-Fördermittel sollen als großes Konjunkturpaket wirken.

Friedhof der Ozeanriesen
ndPlusThomas Berger

Friedhof der Ozeanriesen

In einer bahnbrechenden Entscheidung hat ein Gerichtshof in Bangladesch die Schließung all jener Schiffsabwrackfirmen verfügt, die keine gültige Umweltlizenz haben. Nördlich der Hafenstadt Chittagong könnte dies das Aus einer für Mensch und Umwelt hochgefährlichen Wirtschaftsbranche, aber auch den Verlust von 30 000 Jobs bedeuten.

Seite 13

Nord-Süd - Tipps

HEUTE IN BREMEN – »Wirtschaftliche und soziale Konsequenzen der indischen Weltmarktorientierung«, Referent: Prof. Dr. Joachim Betz, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Asien-Studien des GIGA) und Professor für Politische Wissenschaft an der Universität Hamburg. 19 Uhr, Überseemuseum, Bahnhofsplatz 13.AGRARPOLITIK – »SOJA, SCH(W)EIN UND WIRKLICHKEIT – Über die...

Benjamin Beutler

Bolivien stärkt die Mütter

Erstmals wird Müttern in Bolivien ein Kindergeld gezahlt. Der »Mutter-Kind-Bonus« wurde letzte Woche von der Regierung »Bewegung zum Sozialismus« (MAS) auf den Weg gebracht, um die anhaltend hohe Sterblichkeitsrate von Müttern und Neugeborenen im ärmsten Land Südamerikas (Armutsrate 60 Prozent) zu bekämpfen. Die Zuwendungen von insgesamt rund 190 Euro verteilen sich über zwei Jahre. Geknüpft sind ...

China baut auf Südamerika
Martin Ling

China baut auf Südamerika

Argentinien darf sich über Pekings Schützenhilfe freuen: Als erstes lateinamerikanisches Land bekommt Argentinien das Privileg, seine Importe künftig nicht mehr mit harten Dollars, sondern mit weichen Pesos begleichen zu können. Das kommt dem dürregeplagten Agrarexporteur Argentinien zupass, denn Dollar sind 2009 absehbar Mangelware, wozu die sinkenden Exporte und die Kapitalflucht, die sich allei...

ndPlusManuel Burkhardt

Von Reformern und Revolutionären

Mexiko hat ein sehr heterogenes Spektrum an linken Kräften vorzuweisen. Der Nürnberger Politikwissenschaftler Albert Sterr hat Mexikos Linke zum Thema seines neuesten Buchs gemacht.

Seite 14
Die Rezension - Warum Biomilch?
Anke Nussbücker

Die Rezension - Warum Biomilch?

Skeptische Blicke auf Lebensmittel mit der Deklaration »Bio« sind trotz zweistelligen Wachstums in der Branche immer noch recht häufig. Manche vermuten nur Geldschneiderei. Andere können sich nicht vorstellen, wie es möglich ist, auf Pestizide und synthetischen Dünger zu verzichten. Dabei geht es nicht allein um Verzicht. Die Biologin Dr. Andrea Flemmer erläutert in ihrem Buch grundlegende Richtli...

ndPlusClaus Dümde

Leben bis zum Sterben

80 000 bis 100 000 Schwerstkranke brauchen jährlich in Deutschland spezielle medizinische Betreuung und Pflege, um ohne starke Schmerzen sterben zu können. Seit 1. April 2007 haben gesetzlich Versicherte darauf einen Rechtsanspruch. Doch die Krankenkassen verschleppen den Abschluss entsprechender Verträge.

Walter Willems

Sitzung statt Arznei

Puls, Blutdruck, Temperatur: Der Körper steuert viele Vorgänge unbewusst. Aber der Mensch kann diese Prozesse durchaus beeinflussen – sofern er sie kennt. Mit Biofeedback sollen Patienten lernen, bestimmte Körperfunktionen willentlich zu regulieren. Das Verfahren kann etliche Beschwerden lindern, ist aber technisch aufwändig.

Seite 15
ndPlusJörg Richter

Wenig Glanzpunkte

Nico Schmidt aus Frankfurt (Oder) erkämpfte bei den Ringer-EM im griechisch-römischen Stil in Vilnius (Litauen) die Bronzemedaille und sorgte mit dem zweiten deutschen Medaillengewinn noch für einen versöhnlichen Abschluss. In der 120-kg-Klasse setzte sich Schmidt gegen den Griechen Panagiocis Papadoupoulos mit jeweils 1:0 in beiden Runden durch.»Für Nico freue ich mich ganz besonders. Er musste i...

Jürgen Calließ

Eisbären im Wartestand

Die Düsseldorfer EG fasst neuen Mut für das Endspiel vor dem Endspiel. Im vierten Play-off-Halbfinale setzte sich Düsseldorf gegen die Hannover Scorpions mit 4:3 (3:1, 0:2, 0:0, 1:0) nach Verlängerung durch, glich damit nach Siegen zum 2:2 aus und erzwang ein Entscheidungsspiel um den Einzug ins Finale heute in Hannover.»Wir sind am Leben geblieben. Dieser Sieg gibt uns Auftrieb«, strahlte Düsseld...

ndPlusManfred Hönel, Meerbeke

Vom Gurkenradweg an die Spitze

Der deutsche Straßenradsport scheint am Boden, da schwingt sich Heinrich Haussler zum Hoffnungsträger auf. Der 25 Jahre alte Rennfahrer zeigt sich in der noch jungen Saison als Deutschlands erfolgreichster Straßenradprofi. Mit zwei Etappensiegen bei der Algarve-Rundfahrt in Portugal, einem Tageserfolg bei Paris - Nizza, dem zweiten Gesamtrang der Katar-Rundfahrt und die spektakulären zweiten Plätz...

Vier ist nicht genug
Christian Heinig

Vier ist nicht genug

Stefan Härtel sitzt in der ersten Reihe, etwa fünf Meter vom Ring entfernt. Immer wieder springt er auf, so als fange er jeden Haken, jede rechte Gerade des Gegners selbst. »Komm Bouji, Führhand, Führhand«, brüllt er. Im Seilgeviert steht Bantamgewichtler Hafid Bouji, sein Mannschaftskollege vom Boxring Hertha BSC Berlin. Es ist der erste Fight des Abends. »Bei den Kämpfen der anderen bin ich aufg...

Seite 17

Wahl und Abwahl

»Zwischen Ethik- und Religionsunterricht endlich auch in Berlin wählen können« sollen die Bürger. Folgt man diesem gestrigen Aufruf der evangelischen Kirche, geht es danach nicht einmal zuerst um das Fach Religion in den Schulen. Es geht vornehmlich um die Wahl. Derzeit sind die Verhältnisse geklärt. Dem Staate, was des Staates ist, und der Kirche, was der Kirche ist. Der Staat lehrt als Pflichtfa...

ndPlusSarah Liebigt

Kampagne für »Nein« im Pro Reli-Volksentscheid

Nachdem im Herbst und Winter 2008/09 der Verein Pro Reli auf Bahnhöfen und in Waggons der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) für seine Unterschriftenaktion geworben hatte, bat nun auch die Initiative Pro-Ethik in einem öffentlichen Brief die BVG um die Erlaubnis für ein ähnliches Unterfangen. »Im Interesse der Chancengleichheit und Gleichbehandlung beantragen wir eine Genehmigung, ... auf dem Gelände...

Autos vorm Schloss nur gebremst
ndPlusBernd Kammer

Autos vorm Schloss nur gebremst

Es bleibt dabei – einen Autotunnel unter der Karl-Liebknecht-Straße und der Straße Unter den Linden, wie vom ADAC gewünscht, wird es nicht geben. Das machte gestern Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) bei der Vorstellung des Verkehrskonzepts für Museumsinsel und Schloßplatz deutlich. Mit der Tunnel-Variante wollte der ADAC den Bereich zwischen Lustgarten und Humboldt-Forum ...

Seite 18
Storchennester belegt
ndPlusKlaus Teßmann

Storchennester belegt

Auch in diesem Jahr sind auf dem Gelände der Naturschutzstation Malchow beide Storchennester belegt. Der erste Adebar wurde am 3. April um 14.50 Uhr gesichtet. Er belegte das Nest im Erlebnisgarten der Naturschutzstation. Sonntagmorgen hatten sich dann zwei Storchenpaare in Malchow, Bezirk Lichtenberg, niedergelassen. Damit sind bereits zum zweiten Mal hintereinander beide Nester an der Naturschut...

Die Meister von 2015

(ND-Kröger). Seit 2007 ist die Hertha-Nachwuchsakademie Partner des Projektes »Junger Fußball in Berlin – keine Drogen, keine Gewalt!«. Dabei unterstützt der Fußball-Bundesligist nicht nur die Präventionsarbeit mit Kindern und Jugendlichen, sondern schaut auch nach Nachwuchs-Kickern. Für heute ist das nächste Sichtungstraining angesetzt. Ob die nächsten Meisterhoffnungen für das Jahr 2015 au...

Am Jugenddorf direkt am Wasser entlang
Barbara Staacke

Am Jugenddorf direkt am Wasser entlang

»Jahrelang haben wir um einen Uferweg gekämpft, jetzt ist zumindest ein Teil verwirklicht worden«, freut sich Gion Voges, Sprecher des Vereins Bürger für Rahnsdorf. Bisher war es nur begrenzt möglich, von Friedrichshagen kommend entlang des nördlichen Steilufers die schöne Aussicht auf den Müggelsee zu genießen. Zum Verdruss der Wanderer versperrte ein Zaun am Jugenddorf den Weg. Zuvor mussten Jog...

Seite 19
»Da steckt viel aus meinem Leben drin«

»Da steckt viel aus meinem Leben drin«

Heute startet das Musical »Dirty Dancing«. Autorin des Kinofilms und Ideengeberin der Show ist Eleanor Bergstein. ND-Autorin Antje Rößler traf »Miss Dirty Dancing« während der Proben im Theater am Potsdamer Platz.

Seite 20
ndPlusWilfried Neiße

Für Sportschützen nur Sportwaffen

Für Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) können Änderungen im Waffenrecht »an der einen oder anderen Stelle durchaus angebracht sein«. Brandenburg sei allerdings 2008 mit einem diesbezüglichen Vorstoß gescheitert.Die Ansammlung größerer Waffenbestände in Privathand »scheinen in der Tat nicht in jedem Fall mehr vom tatsächlichen Bedürfnis gedeckt zu sein«, mutmaßt Schönbohm. Schließlich laute die urs...

Andreas Fritsche

Vor Anker gehen am Blumenmeer

In aller Ruhe schwimmt ein Biber die Havel lang. Dabei erzeugt ein Bagger ohrenbetäubenden Lärm. Das schwere Gerät schaufelt Erdmassen aus dem Grund des Flusses. Die Arbeiten am Schlosshafen Oranienburg laufen noch. Aber die Hinweisschilder sind gestern schon einmal enthüllt worden. Frei wird demnächst allerdings zunächst nur der östliche Teil mit dem Haus des Hafenmeisters und der Tankstelle. Die...