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Ausgabe vom 14.04.2009

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Unten links

Gregor Gysi, Danny DeVito und Bernhard Hoecker wird es lebenslang verwehrt bleiben, doch Norbert Blüm und Peter Sodann könnten es gerade noch werden: Polizist in Berlin. Ein solcher muss nämlich mindestens 165 Zentimeter messen. Für Frauen gilt eine Mindestköpergröße von 160 Zentimeter – weshalb auch Shakira, Kylie Minogue, Samantha Fox und Christina Aguilera leider keine Chance hätten, jema...

Machtkampf in Thailand eskaliert

Bangkok (AFP/ND). Bei Straßenkämpfen in Bangkok sind am Montag zwei Männer durch Schüsse tödlich verletzt worden. Mehr als hundert Menschen wurden nach Angaben der thailändischen Rettungskräfte verletzt, als die Proteste von Regierungsgegnern eskalierten. Bei einer Auseinandersetzung mit »Rothemden«, den Anhängern des 2006 abgesetzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra, seien drei Anwohner von...

ndPlusChristian Klemm

Alter Hut

Zwanzig Jahre nach dem Ende der DDR überbieten sich bürgerliche Politiker gegenseitig mit ihren Tiraden gegen den ersten sozialistischen deutschen Staat. Natürlich stimmt SPD-Chef Müntefering in den Chor der vermeintlichen Sieger mit ein: Die DDR sei ein Unrechtsstaat, ein riesiges Gefängnis mit Schießbefehl an den eigenen Grenzen gewesen. Sein Plädoyer für ein gesamtdeutsches Grundgesetz, das von...

Müntefering buhlt um Ex-DDR-Bürger

SPD-Vorsitzender Franz Müntefering hat vorgeschlagen, eine gesamtdeutsche Verfassung zu schaffen. Das Verhältnis zwischen Ost und West »leidet darunter, dass wir 1989/90 nicht wirklich die Wiedervereinigung organisiert haben, sondern die DDR der Bundesrepublik zugeschlagen haben«.

Bombodrom im Ostermarsch-Visier

Bombodrom im Ostermarsch-Visier

An den diesjährigen Ostermärschen für Abrüstung und eine atomwaffenfreie Welt beteiligten sich in über 70 Städten mehrere zehntausend Menschen. Die Teilnehmerzahl an den traditionellen Veranstaltungen habe insgesamt über denen des Vorjahres gelegen, teilte das Ostermarschbüro am Montag in Frankfurt am Main mit.

Seite 2
Reimar Paul, Göttingen

Von Steinmeier nicht vereinnahmen lassen

Rund 75 Demonstrationen und Kundgebungen in ganz Deutschland, Teilnehmerzahlen wie in den Vorjahren oder sogar noch höher. Die lokale Bilanz der Friedensbewegung zu den diesjährigen Ostermärschen fällt durchwachsen aus: Von Resignation bis zu gestiegener Bedeutung reichen die Einschätzungen. An einigen Ostermärschen beteiligten sich nur einige Dutzend Kriegsgegner.

ndPlusMark Teufel, Bangkok

»Was sollen sie tun? Uns alle töten?«

Der Machtkampf zwischen Regierung und Oppositionellen ist am Montag in Bangkok in Straßenschlachten ausgeartet. Mindestens 90 Verletzte und eine unbekannte Zahl an Todesopfern sind zu beklagen.

»Bombodrom endlich abwracken«
ndPlusVelten Schäfer, Fretzdorf

»Bombodrom endlich abwracken«

Der Widerstand gegen einen »Luft-Boden-Schießplatz« der NATO in Nordbrandenburg ist in der Region tief verankert. Erreicht die Bewegung nun die Bundespolitik?

Seite 3
Alexander Cierpka

Die wollen nur spielen

In Teil 15 unserer ND-Serie erzählen Mitglieder der einstigen Punkband »die anderen« vom Lebensgefühl junger Leute in den 80ern jenseits der sozialistischen Massenkultur.

Seite 4
Martin Ling

Thailand am Scheideweg

Thailands Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva ist gescheitert. Das gilt unabhängig davon, wie sich der Konflikt zwischen Gelb- und Rothemden weiter entwickelt, denn der Anspruch des Premiers bei Amtsantritt vor vier Monaten war nicht mehr und nicht weniger als die nationale Versöhnung. Selten war Thailand davon weiter entfernt als zurzeit. Es sind nicht nur die Anhänger des ins Exil getriebenen Ex...

Velten Schäfer

Friedensdividende II

Nach der Wende hatte man gehofft, mit dem Ende der Ost-West-Konfrontation werde Abrüstung möglich. Im Überschwang wurde diskutiert, was mit den freiwerdenden Mitteln getan werden könne. Doch die »Friedensdividende« blieb bekanntlich aus – bis sie, Jahre später und in anderer Form, ausgerechnet von der SPD eingestrichen wurde: 2003 bescherte sein vordergründiges Nein zum Irakkrieg Gerhard Sch...

ndPlusGrit Gernhardt

Soziale Luftnot

Das Gedächtnis des Volkes ist ja bekanntlich in Wahljahren lückenhaft. Darauf baut anscheinend die sich momentan im wahlkämpferischen Anfangsschwung befindliche SPD. Franz Müntefering, seines Zeichens Chef der in Parteienform gegossenen Sozialdemokratie, forderte am Wochenende die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 7,50 Euro die Stunde. Moment mal, werden jetzt die aufmerksamen Leser s...

ndPlusHaidy Damm

Jobvernichter

Das passt zu seiner ersten Arbeitswoche. Während Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche ankündigte, bei anhaltender Krise »könne es auch zu Entlassungen kommen«, setzt sich der Manager Wolfgang Bernhard (48) in diesen Tagen wieder an seinen Schreibtisch bei Daimler. 2004 hatte er den Autokonzern im Streit mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp verlassen. Jetzt holte ihn Konzernchef Di...

Olaf Scholz auf Halb-Mast
ndPlusErnst Röhl

Olaf Scholz auf Halb-Mast

Unerbittlich schlägt die Krise zu. Nach der Auto- und Bankenbranche schwächelt nun auch der deutsche Pornofilm, die Sexualfilmindustrie ruft nach einem Rettungsschirm für die Lustbranche. In den Puffs ist Kurzarbeit angesagt. Die Freier versagen sich dem Konsum, und die Nutten melden Umsatzeinbrüche von bis zu 50 Prozent. Herr Von und Zu, der piekfeine, flächendeckend gegelte deutsche Wirtschaftsm...

Seite 5

SPD setzt auf Mindestlohn von 7,50 Euro

Berlin (AFP/ND). Die SPD will mit der Forderung nach einem Mindestlohn von 7,50 Euro in den Bundestagswahlkampf ziehen. »Ein flächendeckender Mindestlohn für alle bleibt unser Ziel. Und 7,50 Euro als Orientierungsmarke sind wirklichkeitsnah«, sagte SPD-Chef Franz Müntefering am Wochenende. Zudem wollen die Sozialdemokraten die Reichen stärker zur Kasse bitten, entweder über eine höhere »Reichenste...

Nur eine befristete Stelle
Hendrik Lasch, Magdeburg

Nur eine befristete Stelle

Als sie nach 13 Jahren Arbeitslosigkeit 2005 in den Bundestag einzog, gehörte Elke Reinke zu den populärsten Abgeordneten der neuen LINKEN. Vier Jahre später ist fraglich, ob die Frau aus Aschersleben ihr Mandat behält.

Unter militärischer Befehlsgewalt

Unter militärischer Befehlsgewalt

Drei Abgeordnete der Linksfraktion im Bundestag wollten keinen militärischen Schutz während einer Afghanistan-Reise. Norman Paech fuhr trotzdem, Inge Höger und Heike Hänsel sagten die Reise ab. Mit Inge Höger sprach ND-Mitarbeiter Günter Frech.

Seite 6

Nazimarsch in Lüneburg blockiert

Lüneburg (epd). Mehr als 2000 Menschen haben am Sonnabend in Lüneburg gegen einen Aufmarsch von Neonazis demonstriert. Zur Kundgebung in der Innenstadt hatte ein Bündnis für Demokratie aufgerufen. Den Aufmarsch von rund 250 Rechtsextremen am Nachmittag löste die Polizei nach eigenen Angaben vorzeitig auf, nachdem Gegendemonstranten die geplante Route blockiert hatten.

Rostock: Proteste vor Naziladen

Rostock (dpa/ND). Die Polizei in Rostock ermittelt nach Protesten vor einem Bekleidungsladen der rechten Szene gegen elf mutmaßliche Tatverdächtige wegen Verdachts des Landfriedensbruchs. Die jungen Leute aus der linksautonomen Szene waren am Freitagabend festgenommen und am Wochenende wieder auf freien Fuß gesetzt worden, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Die Auseinandersetzungen um den Laden ...

ndPlusReimar Paul

Hoffnung für blinde Russin

Obwohl das Verwaltungsgericht Lüneburg die geplante Abschiebung einer blinden Frau für rechtens erklärt hatte, mehren sich Anzeichen für eine humanitäre Lösung.

Anne Onken

Kein Platz für Atheisten im Bus

Religiöse Werbung gibt es seit langem im öffentlichen Nahverkehr. Eine atheistische Kampagne, die im März u. a. in Köln starten sollte, stößt jedoch auf Ablehnung. Sie sei zu provozierend und zu verletzend, fürchten die Verantwortlichen in der Domstadt.

Seite 7
ndPlusEric Singh

ANC optimistisch vor den Wahlen

Die vierten Parlamentswahlen nach Abschaffung der Apartheid in Südafrika am 22. April 2009 haben einen altbekannten Favoriten: den Afrikanischen National Kongress (ANC). Der Abspaltung Volkskongress (COPE) wird nicht mehr als ein Achtungserfolg zugetraut.

»Mein Mandant ist in Panik«

»Mein Mandant ist in Panik«

Pardiss Kebriaei ist Anwältin des New Yorker Zentrums für Verfassungsmäßige Rechte (CCR). Die gebürtige Iranerin vertritt Häftlinge des berüchtigten US-Gefangenenlagers Guantanamo (r). Nun bittet die 33-Jährige die deutsche Regierung darum, zwei syrische Mandanten aufzunehmen, die bei einer Rückkehr in ihre Heimat Folter befürchten. Über die Ergebnisse der Gespräche und ihre Arbeit in Guantanamo sprach mit ihr Oliver Händler.

Seite 8

China auf Weg zu mehr Demokratie

Peking (AFP/ND). Die Führung in China will künftig stärker für die Einhaltung der Menschenrechte eintreten. »China steht weiter vielen Herausforderungen gegenüber und hat bei der Verbesserung der Lage der Menschenrechte noch einen langen Weg vor sich«, heißt es in einem Aktionsplan, den chinesische Medien am Montag verbreiteten. Darin verspricht die Regierung, gegen Korruption bei Politikern und M...

Selbstmordattentat in der Provinz Babylon

Ein Selbstmordattentäter hat am Samstag in Irak mindestens neun Mitglieder einer Bürgerwehr mit in den Tod gerissen. In einem Militärprozess um den Mord an vier irakischen Gefangenen steht seit Montag der höchstrangige Angehörige der US-Armee vor Gericht.

Taliban erschießen Frauenrechtlerin

Die Taliban haben in der südafghanischen Unruheprovinz Kandahar eine afghanisch-deutsche Frauenrechtlerin ermordet. Im Osten und Süden Afghanistans kamen mindestens 46 Aufständische bei Gefechten ums Leben.

US-Marine befreite Kapitän

Nach fünf Tagen in der Gewalt von somalischen Piraten haben Scharfschützen der US-Marine den Kapitän Richard Phillips befreit. Drei der vier Piraten wurden bei dem Einsatz vor der Küste Somalias am Sonntag erschossen.

Seite 9

»Bad Banks« im Gespräch

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat einen Plan zur Einrichtung mehrerer »Bad Banks« für faule Wertpapiere ausgearbeitet. Nach Ostern werde die Regierung sein Konzept beraten, sagte er der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. Das Konzept solle in das Gespräch mit Branchenvertretern am 21. April einfließen. Es sehe keine Gründung einer »Bad Bank« für den gesamten Sektor vor, so Steinbrück: Wollte der Staat alle toxischen Papiere übernehmen, würde es ihn mit über 200 Milliarden Euro belasten.

Metall: Kein Lohn-Plus

Berlin (AFP/ND). Jeder zweite Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie muss nach Angaben von Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser auf die für Mai geplante Lohnerhöhung vorerst verzichten. Kannegiesser verwies am Wochenende auf die im Tarifvertrag vereinbarte Möglichkeit, die zweite Erhöhungsstufe um bis zu sieben Monate zu verschieben. IG-Metall-Chef Berthold Huber sagte, es müsse im Einz...

Insolvenz mit Skalpell

Der um sein Überleben kämpfende Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) könnte im Sommer zahlungsunfähig sein. Laut der »New York Times« hat die US-Regierung das Unternehmen angewiesen, einen Insolvenzantrag zum 1. Juni vorzubereiten.

ndPlusSilvia Ottow

Der Staphylokokkus aureus und die Politik

Jedes Jahr infizieren sich Tausende Menschen in deutschen Krankenhäusern mit gefährlichen Keimen. Über die Zahl derer, die daran sterben, gibt es unterschiedliche Angaben. Es könnten bis zu 40 000 Patienten im Jahr sein. Das sind mehr, als bei Verkehrsunfällen oder infolge von Brustkrebs sterben.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Zweitbester schlägt den Besten

Das Verhältnis des Menschen zur Technik ist von Widersprüchen und Misstrauen, teilweise auch von unbedingter »Gläubigkeit« geprägt. Auf jeden Fall ist sie aus Wirtschaft und Gesellschaft nicht mehr wegzudenken.

Seite 10
ndPlusSteffen Schmidt

Information und Energie

Computer sind inzwischen kaum noch wegzudenken – ob am Arbeitsplatz oder zu Hause. Nicht selten allerdings kündet ein leises Rauschen davon, dass die Geräte mehr tun als Firmenpräsentationen aus Zahlen und Bildern zu machen oder Urlaubsbilder zu bearbeiten. Was da rauscht, sind die meist mehreren Lüfter, die die Wärme der Elektronik aus dem Gehäuse pusten. Wärme, die bestenfalls im Winter vo...

Kopenhagen will CO2-neutral werden
Andreas Knudsen, Kopenhagen

Kopenhagen will CO2-neutral werden

Zum Klimagipfel im Dezember werden dänische Unternehmen, Organisationen und Kommunen ihr umweltfreundlichstes Gesicht zeigen. Mit einem kürzlich präsentierten Plan will die dänische Hauptstadt dabei die Führung übernehmen: Die Stadt soll bis zum Jahr 2025 CO2-neutral werden.

Wolfgang Ewert

Brutflöße und Kanutouren

Sie verstehen sich als Mittler zwischen Mensch und Natur, sorgen für Ordnung, kümmern sich um den Artenschutz, sind Landschaftspfleger und Touristenführer – die Ranger der Naturwacht. In der vorösterlichen Woche stellten Brandenburgs Umweltminister Dietmar Woidke und der Leiter der märkischen Naturwacht, Manfred Lütkepohl, den Jahresbericht 2008 vor.

ndPlusBenjamin Haerdle

Tagebauflutung ist was wert

Bis 2018 soll in der Lausitz aus den ehemaligen Braunkohletagebauen eine einzigartige Seenlandschaft entstehen. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) Halle/Leipzig interessierte sich jetzt in einer Studie für den ökonomischen Wert dieser Renaturierung.

Seite 11

Bald ohne Künstler?

Im beschaulichen Künstlerdorf Worpswede bei Bremen brodelt es hinter den Kulissen. Die Gemeinde mit ihren knapp 9500 Einwohnern bangt um ihre »Künstlerhäuser«, in denen seit Jahrzehnten Künstler aus aller Welt zeitweise leben und arbeiten. Das wird vom nächsten Jahr an nicht mehr möglich sein, denn das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur will die Stipendien-Fördergelder von Wo...

Die Birke stand Pate
Barbara Reitter

Die Birke stand Pate

Billy« heißt das Zauberwort, denn es steht für ein Regalsystem von IKEA, das selbst in durchgestylten Wohnungen gute Figur macht. Seit 1978 ist »Billy« als »Typenmöbel« auf dem Markt. Aufgrund der weltweit mehr als 28 Millionen verkauften Exemplare wurde es zum klassischen Beispiel »demokratischen« Designs. Sein Prinzip ist einfach: Es kann maschinell hergestellt werden, beschränkt sich auf wenige...

Martin Hatzius

Komponierender Kosmopolit

Ein Vierteljahrtausend ist seit dem Tode Händels vergangen. Genug Zeit, um vergessen zu werden. Der Name Händel aber ist bis heute den meisten geläufig, mehr noch: Neben Johann Sebastian Bach verkörpert er das musikalische Barock wie kein weiterer Deutscher. Und während mancher Musikliebhaber sich inzwischen einen recht umfassenden Eindruck von Händels wiederentdecktem Gesamtwerk verschaffen konnt...

Seite 12
Wie eine Schwalbe fliegt sie davon
Werner Wolf

Wie eine Schwalbe fliegt sie davon

Nachdem die noch unter Riccardo Chaillys Leitung einstudierte »Manon Lescaut« entgegen den Wünschen vieler Opernbesucher dicht vor Giacomo Puccinis 150. Geburtstag ausgesetzt wurde, richteten sich die Erwartungen umso mehr auf die Inszenierung der in Deutschland kaum bekannten Oper »La Rondine« (»Die Schwalbe«). Ob nun das verzwickte Schicksal der 1913, ein knappes Jahr vor Ausbruch des Ersten Wel...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Drei tolle Traum-Stunden

Da sind also Gedichte. Sie sind von der Übersetzerin Christa Schünke und dem Schauspieler Martin Flörchinger – ja, dem langzeitigen BE-Granden Flörchinger – ins Deutsche übertragen worden. Der Texaner Robert Wilson hat sie in die Sprache seines lichtsinfonischen Theaters übersetzt, und jeder Zuschauer dieses dreistündigen Abends wird die Pflicht haben müssen, die Lust besitzen dürfen, ...

Seite 13
ndPlusGabi Kotlenko

Überschätzt

Die Nacht der Blamage von Barcelona ist noch allgegenwärtig. Und Ex-Nationalspieler Günter Netzer tritt nach: Bayern und Klinsmann seien ein einziger Irrtum, meint er. Klinsmann sei bei Bayern gescheitert. Er wirft dem Bayern-Trainer Arroganz und Selbstüberschätzung vor. das aber kann man eher bei den Spielern vermuten, wie das Spiel in Barcelona zeigte. Mit der Verdächtigung, Klinsmann sei arroga...

Opfer im Abstiegskampf

Der Aufstiegskampf bleibt ein Krimi, doch die Opfer gibt es im Abstiegskampf. Einen Tag nach dem 1:2 beim FSV Frankfurt stellte am Montag der FC Augsburg Trainer Holger Fach frei und zog damit die Konsequenzen aus zehn Partien ohne Sieg. Es war bereits die neunte Entlassung der laufenden Saison. Neben dem 46-jährigen Fach musste auch Co-Trainer Dariusz Pasieka gehen. Ob Jos Luhukay, der seit Ende ...

Potsdam im Endspiel

Mit einem souveränen 3:0 über Zweitligist Wattenscheid 09 sind die Frauen von Turbine Potsdam am Ostermontag zum vierten Mal in das DFB-Pokal-Finale in Berlin eingezogen. Damit kommt es am 30. Mai im Olympiastadion zum Traumduell des Bundesligaspitzenreiters gegen UEFA-Cup-Finalist FCR Duisburg, der sich am Sonnabend mit 3:1 gegen Wolfsburg durchsetzte.»Mit dem Einzug ins letzte Berliner Pokalfina...

Alexander Ludewig

Cottbus jubelt wieder

Am Ende war Ervin Skela sogar vom Gegner enttäuscht. Der Mittelfeldspieler von Energie Cottbus hat beim Heimsieg gegen Arminia Bielefeld »überhaupt nicht gespürt, dass die Bielefelder im Abstiegskampf stecken«. Während letzte Woche in Cottbus die Fetzen flogen, die Partie zum »Alles-oder-Nichts-Spiel« erklärt wurde und Kapitän Timo Rost »eine positive Streitkultur« forderte, »weil man die Spannung...

Seite 14

Anständiger Abgang

Sein Arbeitsplatz ist wieder sicher, zumindest vorübergehend. Doch nach dem Sieg von Bayern München in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt (4:0) hisst Trainer Jürgen Klinsmann eine weiße Flagge: Selbst der unerschütterliche Optimist hat vor dem FC Barcelona nach dem 0:4 im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League schon kapituliert. »Wir wollen uns mit Anstand verabschieden«, sagte er vor Rü...

Sechs Medaillen bei den EM
ndPlusFranko Koitzsch

Sechs Medaillen bei den EM

Die deutschen Gewichtheber haben bei den Europameisterschaften in Bukarest richtig abgeräumt. Während Olympiasieger Matthias Steiner die Wettbewerbe zu Hause am Fernsehschirm verfolgte, liefen seine Teamkameraden Jürgen Spieß und Almir Velagic zu großer Form auf. Der Forster Jürgen Spieß (Foto: AFP) wurde Zweikampf-Europameister in der Klasse bis 94 Kilo, gewann zudem Gold im Stoßen und Silber im ...

Sperre wahrscheinlich

Sperre wahrscheinlich

Seine Tour-Teilnahme hängt am seidenen Faden. Seinen Premieren-Start beim Giro wird Lance Armstrong (Foto: dpa) wegen der Nachwehen der Schlüsselbein-Operation nicht im Vollbesitz seiner Kräfte in Angriff nehmen, auch wenn er Optimismus versprüht: Das im Januar gestartete Comeback des 37-jährigen Seriensiegers aus den USA verlief bisher nicht nach Plan. Sollte ihn die französische Anti-Doping-Agen...

ndPlusHubert Kahl

Im Schongang gegen Bayern

Der Trainer muss auf die Tribüne, ein paar Stars auf die Reservebank: Der FC Barcelona will nach der 4:0-Gala im Hinspiel gegen den FC Bayern München mit möglichst geringem Kraftaufwand ins Halbfinale der Champions League einziehen. Josep Guardiola muss in seinem 50. Pflichtspiel als Coach der Katalanen auf der Tribüne der Arena Platz nehmen, weil die Europäische Fußball-Union (UEFA) ihn wegen der...

Seite 15

Kein Abflug

»Die Flugbereitschaft der Bundesregierung gehört nach Tempelhof«, wissen die kämpferischen Freunde des geschlossenen Alt-Flughafens ganz genau. Hier ist City- und wahre Regierungsnähe. Hierher kommt Obrigkeit über den kurzen Weg. Hier landete schon Ronald Reagan. Hier sind Abstellflächen »mehr als ausreichend vorhanden« usw. usf. Die Leute haben Recht. Seien wir also für Tempelhof. Dann gerieten n...

VBB-Begleitung auch sonntags

Viele Menschen nutzen das gute Angebot des öffentlichen Nahverkehrs nicht, obwohl sie das gerne tun möchten. Oft ist der Grund, dass diese potenziellen Fahrgäste sich unsicher fühlen, weil sie in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Hier will der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) mit seinem Begleitservice helfen.»Es geht hier nicht allein um Behinderte, sondern auch ältere Mitbürger, die sic...

Kiel mit großem Ziel

Scheinbar unaufhaltsam marschiert Handball-Rekordmeister THW Kiel dem 15. Titelgewinn entgegen. Im ersten Spiel nach dem Rücktritt von Manager Uwe Schwenker setzte sich die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason 34:25 bei den Füchsen Berlin durch und fuhr ungeachtet aller Manipulationsvorwürfe den 26. Sieg nacheinander ein. Lediglich am ersten Spieltag hatte es gegen Aufsteiger TSV Dormagen nur zu...

Sehende helfen Blinden

Seit Juli 2008 saß Sebastian Filter hinter dem Steuer des feuerroten Autos. Ende März dieses Jahres hatte der Zivildienstleistende aus Hannover seine letzte Fahrt mit Sehgeschädigten und Blinden. Der 20-Jährige war für den kostenlosen Fahrdienst unterwegs, der in Wilmersdorf stationiert ist. »Es war sehr gut, den Menschen auf diese Weise helfen zu können, zum Beispiel bei Behördengängen oder Fahrt...

Der Osten feierte Ostern
Hajo Obuchoff

Der Osten feierte Ostern

»Ohne Uwe geh’n wir nicht nach Haus«, sangen am Ostersonntag im Berliner Jahnsportpark die Unionfans. Uwe Neuhaus, Trainer des Berliner Drittligisten, kam also noch einmal aus der Kabine, um sich extra von den Feiernden zu verabschieden. Vor gut 6000 Zuschauern hatte sich seine Mannschaft kurz zuvor mit dem 5:1-Sieg gegen den Tabellenletzten Stuttgarter Kickers wieder ein wenig mehr der 2. B...

»Die Schuhe sind durch«
ndPlusTobias Riegel

»Die Schuhe sind durch«

Es war eine Begegnung der eher amüsanten Art. Angelehnt an die Tradition US-amerikanischer Gewerkschafter, die beim so genannten Picketing mit Transparenten um eine Protestveranstaltung herum laufen, kämpften sich am Sonnabend auf dem Breitscheidplatz in Wilmersdorf etwa 50 Friedensaktivisten zwischen Touristen, Kampftrinkern und Shoppingpublikum hindurch.Weit laufen mussten sie für die Umrundung ...

ndPlusBenjamin Siebert

Muntere Eisbären, müde Düsseldorfer

Die Eisbären Berlin greifen nach ihrer vierten deutschen Eishockey-Meisterschaft. Der Titelverteidiger feierte nach einer Gala-Vorstellung im dritten Play-off-Finale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen die Düsseldorfer EG einen hochverdienten 5:1 (1:1, 4:0, 0:0)-Erfolg und ging in der »best-of-five«-Serie mit 2:1 in Führung. Bereits am Mittwoch in Düsseldorf kann der Vorrunden-Erste mit dem d...

ndPlusAndreas Heinz

Der Service mit »T« ist einmalig

Wie behindertenfreundlich ist die Hauptstadt? Immerhin wurden nach Angaben des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) von den 171 U-Bahnhöfen bislang 73 barrierefrei umgebaut. Bei den S-Bahnhöfen sind das immerhin schon 134 von 167 Eine weitere gute Nachricht: Die Gelder, die der Senat wegen mangelhafter Leistung bei der S-Bahn kürzt, werden wieder in den öffentlichen Nahverkehr gesteckt. Fünf...

Seite 16
ndPlusKirsten Baukhage

Pennäler gegen Reli

Der Rat der Landesschülervertretung ist gegen ein Wahlpflichtfach Ethik/Religion und möchte den derzeit verbindlichen Ethikunterricht noch ausbauen. »Wir wollen, dass allen Schülern zusammen Werte wie Frieden, Toleranz und Freundschaft vermittelt werden. In unseren Augen wäre es ein Rückschritt, wenn die Schüler getrennt nach Konfessionen unterrichtet würden«, sagte der Sprecher des achtköpfigen R...

Ein stillschweigender Abriss

Für viele gilt das Strandbad am Müggelsee als einer der schönsten Orte Berlins, dennoch verfällt es zusehends. Der örtliche Bezirks-sportbund kümmerte sich in den letzten drei Jahren um eine öffentliche Nutzung, bis es nach Streitigkeiten um den Abriss von Gebäuden zum Zerwürfnis mit dem Bezirk kam.

Seite 17
Lucía Tirado

Rose und Cliff in der alten Näherei

Nun sind sie verschwunden. Aufgewacht und abgehauen, die »Tagträumer« von William Mastrosimone. Das Erfolgsstück endet mit dem Aufbruch von Rose und Cliff. Ihre Liebe gibt ihnen die Kraft, es mal mit dem Glück »da draußen« zu versuchen.Stefan Neugebauer inszenierte das Stück fürs Clubtheater Berlin in der alten Näherei des Stadtbads Steglitz. Sie wird zum Zimmer von Rose. Die kleinen Fenster sind ...

Tänzer mit Haltung
ndPlusVolkmar Draeger

Tänzer mit Haltung

Wer Jean Weidt aus dem letzten Lebensjahrzehnt kennt, erinnert sich an einen gütigen alten Herrn mit samtener Stimme. Sein knochiger Körper war beredtes Zeugnis, wie viel er sich im Dienst des Tanzes seit Anbeginn abverlangt hat. Und dieser Beginn lag früh bei dem 1904 zu Hamburg als Sohn eines Kaffeerösters in ärmliche Verhältnisse Hineingeborenen. Gärtner lernte er, schleppte im Hafen Kohle, ver...

Einer flog über den Festungswall
Tobias Riegel

Einer flog über den Festungswall

Ein seelenloses Monster nimmt die Besucher in Empfang. Wie ein Gesicht ohne Augen, dennoch mit hypnotischem Blick, starrt das großformatige Foto des Venezolaners Alexander Apostol die Gäste der aktuellen Ausstellung in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK) an. Dabei zeigt das Bild eigentlich nur ein Gebäude und es dauert einen Moment, bis man sich bewusst wird, was daran so irritiert: A...

Seite 18
ndPlusAndreas Fritsche

Die echten Fälscher von Sachsenhausen

In dem Spielfilm »Die Fälscher« kommen die Hauptfiguren Adolf Burger und Salomon Sorowitsch gemeinsam in der Werkstatt im KZ Sachsenhausen an. Auf den Erinnerungen des Zeitzeugen Burger beruht der Streifen, der im vergangenen Jahr einen Oscar erhielt. Die Figur des Häftlings Sorowitsch ist dem 1887 in der Ukraine geborenen Salomon Smoljanoff nachempfunden. Der Mann hatte sich nach der Oktoberrevol...