Ausgabe vom 21.04.2009

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Unten links

Gestern hat nach dreieinhalb Monaten Zwangspause Dieter Althaus seine Arbeit wieder aufgenommen. Überraschenderweise existiert Thüringen noch, und zwar in erstaunlich gut erhaltenem Zustand. Es sieht noch genau so aus, wie Althaus es von früher kannte. Der Thüringer Wald ist im Gegensatz zum Kölner Stadtarchiv nicht zusammengebrochen, obwohl letzteres einen Chef hatte. Die Erfurter Regierung ist n...

Wasserfolter viel häufiger als bekannt

Washington (Agenturen/ND). Der US-Geheimdienst CIA hat das sogenannte Waterboarding – das simulierte Ertränken – bei Verhören viel häufiger angewandt als bisher bekannt. So sei allein der mutmaßliche Chefplaner der Anschläge vom 11. September 2001, Chalid Scheich Mohammed, 183 Mal auf diese Weise gequält worden, berichtete die »New York Times« am Montag. Die Zeitung beruft sich dabei a...

Olaf Standke

Rechtsbruch

Ob sich das Amerika-Bild der Muslime mit dem Amtsantritt von Barack Obama wirklich nicht geändert hat, wie der Al-Qaida-Vize jetzt in seiner jüngsten Video-Botschaft behauptet, darf bezweifelt werden. Wenn Aiman al-Sawahiri dem USA-Präsidenten Heuchelei vorwirft, dann steht er mit Blick auf den Anti-Terrorkampf Washingtons allerdings nicht allein da. Selbst beim linken Flügel seiner eigenen Partei...

EU kneift vor Ahmadinedschad

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat bei der UNO-Konferenz gegen Rassismus in Genf für einen Eklat gesorgt. Nach heftigen Angriffen auf den UNO-Sicherheitsrat kritisierte er am Montag in seiner Rede Israel und dessen Politik in den palästinensischen Gebieten als rassistisch. Daraufhin verließen die Vertreter der EU den Saal und bereiteten Ahmadinedschad damit eine freie Bühne.

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ndPlusLorenz Matzat

Netz der Informationsgesellschaft

Der »Vater des Internet«, Tim Berners-Lee, wird ab morgen in Madrid gefeiert. Auf der 18. Internationalen World Wide Web Konferenz geht es um die Entwicklung des weltweiten Netzes und Anwendungsszenarien der Zukunft. Kritische Themen wie Umweltbelastungen oder Zensur haben dort keinen Platz.

Roland Etzel

Diktate wie in Kolonialzeiten

In Genf tagt seit gestern die UN-Konferenz gegen Rassismus. Eigentlich sollte bis Freitag über Fortschritte im Kampf gegen Diskriminierung seit der vorangegangenen Konferenz im Jahre 2001 debattiert werden. Doch längst haben andere Themen den ursprünglichen Gesprächsgegenstand in den Hintergrund gedrängt.

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»Gesetze müssen in jedem Winkel gelten«
ndPlusRené Heilig

»Gesetze müssen in jedem Winkel gelten«

Heute beginnt im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts der Prozess gegen die »Sauerland-Gruppe«. Optimisten meinen, dass schon nach zwei Jahren Urteile gesprochen werden könnten.

Tragt mehr Grün!
Robert B. Fishman

Tragt mehr Grün!

Klamotten sind bunt, schick, zu billig, teilweise ausbeuterisch hergestellt, oft giftig und mitunter sogar tödlich: Fast ein Viertel der jährlich versprühten Pflanzengifte landen auf den Baumwollplantagen dieser Welt. Jedes Jahr sterben nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO 28 000 Bauern an Pestiziden. Und auch die Arbeitsbedingungen in den Fabriken sind nicht dazu angetan, die Gesundheit der meist weiblichen Arbeiter zu verbessern. Die Alternative: zertifizierte Bio-Baumwolle.

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Gewalt von Rechts wächst

Berlin (ND-Heilig). Als alarmierend bezeichnet der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) den Anstieg der politisch motivierten Kriminalität in Deutschland. »Besonders bedrückend ist, dass Gewalt gegen Personen und Sachen immer mehr als legitimes Mittel der politischen Auseinandersetzung angesehen wird«, sagt GdP-Chef Konrad Freiberg: Nach Feststellungen der Polizei ist im vergangene...

Peter Liebers

Althaus ist wieder der Alte

Thüringens Regierungschef Dieter Althaus (CDU) hat gestern nach seinem schweren Skiunfall die Amtsgeschäfte wieder übernommen und in einer Pressekonferenz Stellung zum Unfall und den Aufgaben im Land bezogen.

Velten Schäfer, Schwerin

Basis, unbekanntes Wesen

Mangels Gegenkandidaten wird heute wohl Helmut Holter zum Fraktionschef der Nordost-Linkspartei gewählt werden. Seine Kritikerin Marianne Linke bekommt aber viel Zuspruch von der Basis – sagt sie. Wie sehr es in der Partei wirklich gärt, wird erst der Landesparteitag im Herbst zeigen.

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Grüne gegen »Jamaika«

Berlin (dpa/AFP/ND). Die Grünen haben für die Bundestagswahl einer Koalition mit FDP und Union eine Absage erteilt, sind aber offen für eine Ampel-Koalition mit SPD und FDP. Der Wahlaufruf der Partei schließe ein Jamaika-Bündnis explizit aus, sagte Spitzenkandidat Jürgen Trittin am Montag in Berlin. Parteichef Cem Özdemir sagte: »Wir stehen nicht zur Verfügung für eine Verlängerung von schwarz-gel...

Hendrik Lasch, Magdeburg

Polizist sprang für Rechte in die Bresche

Ein Ausschuss im Magdeburger Landtag, der Polizeipannen beim Kampf gegen Rechts untersuchen soll, wendet sich dem zweiten Fallkomplex zu – nach immerhin 19-monatiger Arbeit.

ndPlusAndré Stahl, dpa

Mal nein, mal ja – vielleicht ...

Zumindest auf internationalem Parkett konnte Peer Steinbrück im Konflikt um Steuerparadiese punkten. Daheim, im beginnenden Wahlkampfgezänk der Großkoalitionäre, hakt es dagegen gewaltig. Seit Wochen bremst die Union die Pläne des SPD- Finanzministers für ein schärferes Vorgehen gegen Steuerflüchtlinge.

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Netanjahu gibt sich verhandlungsbereit

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist entgegen früheren Äußerungen offenbar doch bereit, die Friedensgespräche mit den Palästinensern ohne Vorbedingungen wieder aufzunehmen.

ndPlusKarin Leukefeld

Rückschlag in Nordzypern

Bei der vorgezogenen Parlamentswahl im türkischen Nordteil Zyperns siegten die oppositionellen Nationalisten.

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ndPlusAnna Maldini, Rom

Berlusconi spricht Bauunternehmer frei

Mit jedem Tag, der vergeht, wird das Ausmaß der Erdbeben-Zerstörungen in L’Aquila und Umgebung sichtbarer. Knapp 50 Prozent aller Häuser sind beschädigt oder abbruchreif. Aber gleichzeitig wird auch immer klarer, dass weniger Menschen hätten sterben müssen, wenn erdbebensicher gebaut worden wäre und die zuständigen Behörden die notwendige Kontrolle tatsächlich ausgeübt hätten. Doch all das findet Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi im besten Fall nebensächlich.

Polens Linke sollen auf »mehr Hoffnung« setzen
ndPlusJulian Bartosz, Wroclaw

Polens Linke sollen auf »mehr Hoffnung« setzen

Unter der Losung »Für ein starkes soziales Europa, das sich der Krise zu erwehren imstande sein wird« fand am Wochenende in Poznan der »Konvent« des Bündnisses der Demokratischen Linken (SLD) und der Union der Arbeit (UP) vor den Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni statt.

Kaschmir war das Motiv der Terroristen
Hilmar König, Delhi

Kaschmir war das Motiv der Terroristen

Wie Chefankläger Ujjwal Nikam am Wochenende mitteilte, haben die Ermittlungen gegen Ajmal Amir Kasab, den einzigen überlebenden Angreifer der Terrorattacken vom 26. November 2008 in Mumbai, 1820 Augenzeugen erfasst. Aus Sicherheitsgründen tagt das Gericht seit der Vorwoche innerhalb eines Gefängniskomplexes.

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ndPlusRené Heilig

Individuelle Abrüstung?

Wer keine Idee hat oder keine Möglichkeiten, eine vernünftige Idee wie die eines Waffenverbots für »Jedermann« durchzusetzen, der kopiert Althergebrachtes. Also heißt es mal wieder: Gebt eure illegalen Schießprügel freiwillig her, dann geschieht euch nichts. Und sicher wird es wieder ein paar Vorzeigeexemplare geben, die besorgte Minister medienwirksam in einen Schmelzofen schmeißen können. Schade...

ndPlusGabriele Oertel

Bombodumm

Mein Gott – jetzt also auch Frank-Walter Steinmeier. Als hätte sich die SPD nicht schon genug in Sachen Bombodrom blamiert, lässt der Außenminister in sein Programm zur Eroberung des Kanzleramtes auch wieder die Absage an das Abwurfgelände nach der Wahl hineinschreiben. So, als hätten sich damit nicht schon Rudolf Scharping und Genossen hinlänglich unglaubwürdig gemacht – und zwar weit...

Silvia Ottow

Üble Taktik

Momentan verwenden Abgeordnete des Bundestages viel Zeit darauf, einen Kompromiss zur Neuregelung der Spätabtreibungen zu finden. 229 dieser Schwangerschaftsabbrüche nach der 23. Woche, die nach dem Gesetz vorgenommen werden dürfen, wenn sich infolge der Geburt körperliche oder seelische Gefahren für die Mutter abzeichnen, zählte die Statistik 2007. Einige Mediziner halten den größten Teil der abg...

Personalie
Susann Witt-Stahl

Personalie

Er soll den Platz des profilierten Außenpolitikers Norman Paech einnehmen: Wer ist geeigneter, die konsequente Linie des Völkerrechtlers für Frieden und Abrüstung, die in der Linkspartei längst nicht von allen vertreten wird, zu verteidigen als ein ehemaliger UN-Biowaffeninspektor? Der Biologe Jan van Aken übte diese verantwortungsvolle Tätigkeit von 2004 bis 2006 aus. Nebenbei gründete er die For...

Alltäglich widernatürlich
Brigitte Zimmermann

Alltäglich widernatürlich

Zu den schrägen Erscheinungen unseres Lebens gehört die schon fast unerträgliche Widernatürlichkeit des Seins. Den meisten allerdings wird sie kaum noch bewusst. Man kann die Künstlichkeit im Kleinen wie im Großen feststellen. Ein paar der weniger gewichtigen Absurditäten: Bunte Ostereier, einstens ein Privileg des Frühjahrs, gibt es jetzt das ganze Jahr. Deutsche Meisterschaften im Biathlon und S...

Seite 9
ndPlusLiesel Markowski

Russisch rasant

Es gehört bereits zum Image des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, seine Hörer mit thematischen Programmen herauszufordern. Da kann Neues und Klassisches in engem Kontakt erfahren oder in spezifische Klangwelten eingedrungen werden. Beim jüngsten Abonnementkonzert wurde Russisches voll urwüchsiger Ausstrahlung geboten: Rachmaninow, Prokofjew und Mussorgski erklangen gleichsam als sinfonischer Ext...

Kunst aus dem Isoknast
Anke Stefan, Athen

Kunst aus dem Isoknast

Als sich im vergangenen November Tausende von Gefangenen mit einem Hungerstreik wehrten, wurden zum ersten Mal die menschenunwürdigen Haftbedingungen in Griechenlands »Besserungsanstalten« thematisiert. Eine vom Justizminister eingeleitete Gefängnisreform sollte zur Freilassung von 1500 Gefangenen noch im Jahr 2008 und 3500 weiteren in den ersten Monaten dieses Jahrs führen. Bisher sind jedoch nur...

ndPlusRoberto Becker

Das letzte Wort ist »Nichts«

Es ist keineswegs despektierlich, Elfriede Jelinek eine Textproduzentin zu nennen. Sie lässt die Gegenwart – genauer gesagt: deren kommunizierenden Reflex in der Welt der Worte – gleichsam durch sich hindurchfließen. Sie ist dabei aber immer dem Unterbewussten der Sprache auf der Spur. Sie zeigt, wie sich in einer interessengeleiteten, also auf Verschleierung, Täuschung, Manipulation o...

Seite 10

Neuer Bilderkrieg

N eugier auf eine der vielen Kunstausstellungen, die um die Gunst des Publikums buhlen, wird gelegentlich schon im Voraus mehr oder weniger einfallsreich angestachelt. Ungewöhnlich ist es hingegen, wenn eine Ausstellung bereits heftig attackiert wird, ehe sie zu sehen ist. In zwei Wochen wird die Bundeskanzlerin in Berlin eine Retrospektive eröffnen, die zum 60. Jahrestag des Grundgesetzes 60 Kuns...

Klaus Klingbeil

Gewitzt

Nur nicht lange sich besonnen« sagte sich die Musikakademie Rheinsberg entsprechend einer Arie aus der heute kaum mehr gespielten komischen Oper »Doktor und Apotheker« und setzte dieses Werk des Carl Ditters von Dittersdorf auf ihren Frühjahrs-Spielplan. Es ist, gemäß der Prinzipien des Hauses, besetzt ausschließlich mit Sänger-Nachwuchs aus Berlin, Bremen, Hannover und Leipzig sowie Nachwuchsmusi...

Kraus las Luxemburg
Harald Loch

Kraus las Luxemburg

Manche Texte müssen immer wieder aufgelegt und neu gelesen werden. Dazu gehört ein Brief von Rosa Luxemburg an ihre Freundin, die Kunsthistorikerin Sophie Liebknecht, der ungeahnte Folgen hatte. Die bibliophile Friedenauer Presse legt jetzt eine von Friedrich Pfäfflin herausgegebene, mit wenigen erläuternden Anmerkungen und einem Nachwort versehene vollständige Fassung vor. Vor Weihnachten 1917 sc...

Alles nur »Schnickschnack«?
ndPlusAnke Engelmann

Alles nur »Schnickschnack«?

Die Kommunalwahl am 7. Mai 1989 in der DDR – das war der Tag, an dem ich meine Angst verloren habe«, erinnert sich Christian Koth. Der Naturwissenschaftler, der später bei den Grünen, dann bei der SPD aktiv wurde, war einer der Referenten, die die Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) Thüringen und die Offene Arbeit (OA) der evangelischen Kirche kürzlich in die kleine Synagoge Erfurt geladen hatten....

Harald Kretzschmar

Wie frivol ist Kunst am Abend

Mitunter schimmert eine Ahnung auf, dass die Kunststadt Dresden eigentlich immer noch eine Hochburg der Malerei sein könnte. Man weiß, an diesen Elbhängen siedeln doch diese Fabulierer in Kreidestrichzauber und Ölfarbrausch. In der Tat, nicht totzukriegen erst vom Mangel oder dann vom Überfluss an Hightech-Zivilisation sind sie, diese Leute vom Kaliber des Ur-Sachsen Peter Graf. Stets quer zum Zei...

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Peter Nowak

Schutzschirm für Arbeitsplätze

Ein drittes Konjunkturprogramm in Höhe von 100 Milliarden Euro forderte der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Frank Bsirske am Montag auf einer Pressekonferenz in Berlin. Die bisherigen Konjunkturprogramme seien angesichts der Schwere der Krise nicht genug.

Die Krise nutzen
ndPlusSusann Witt-Stahl, Hamburg

Die Krise nutzen

Das neu gegründete Forum Seeverkehrswirtschaft präsentierte sich gestern in Hamburg. Hafenwirtschaft und Logistikexperten erhoffen sich davon einen größeren Einfluss auf die Politik – auch für geplante Maßnahmen zu Lasten von Jobs und Umwelt. Optimistisch auch ihre Zukunftsprognosen.

ndPlusRalf Streck, Madrid

Bankenrettung mit sozialer Note

Die Arbeitslosigkeit in Spanien steigt. Inzwischen sind offiziell mit über 3,6 Millionen Menschen so viele arbeitslos wie in Deutschland – bei halber Bevölkerungsgröße. Das wirkt sich fatal auf den Bankensektor aus: Viele der Hypothekenkredite sind längst faul geworden, weil völlig überschuldete Familien sie nicht zurückzahlen können, obwohl sie (noch) Arbeitslosengeld erhalten.

Seite 12
ndPlusGabi Kotlenko

Das Kremikowzi-Dilemma: Arbeitsplätze oder Umwelt

Das traditionsreiche Stahlwerk Kremikowzi steht vor dem Aus. Es ist zum Symbol in Bulgarien geworden – für enttäuschte Hoffnungen und dafür, dass die Wirtschaftskrise inzwischen angekommen ist. Und seit die weltweite Krise die Stahlbranche erfasst hat, springen nach und nach mögliche Interessenten ab. Das Werk erwirtschaftete zu seinen besten Zeiten zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes bz...

Gabi Kotlenko, Sofia

Bulgarien sucht den Weg aus der Schattenwirtschaft

Der bulgarische Wirtschafts- und Energieminister Petar Dimitrow kämpft in seinem Land gegen die weltweite Krise an. Bislang recht erfolgreich und auch mit recht unkonventionellen Methoden.

Denis Meraru, Bukarest

Die stählerne Krise

Die Zeiten des unaufhaltsamen Aufschwungs der rumänischen Stahlproduktion sind vorüber. Stahlgigant ArcelorMittal musste Werke schließen und Arbeitnehmer entlassen. Der Einbruch belastet die gesamte rumänische Volkswirtschaft.

ndPlusIrina Lazarova

Bulgarisches Wirtschaftswachstum fällt rapide

Der Internationale Währungsfonds prognostiziert, dass die bulgarische Wirtschaft für dieses Jahr ein Wachstum von einem Prozent erreichen wird. Im letzten Jahr waren es sechs Prozent. Damit nahm Bulgarien nach Rumänien und der Slowakei bei einem EU-Durchschnittswachstum von 0,9 Prozent Platz drei unter den EU-Mitgliedsländern ein.

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Nord-Süd - Tipps

HEUTE IN HAMBURG – »Menschenrechte in Grenzen«: Schule für alle – auch für Kinder ohne Papiere?« Informationsveranstaltung 19.30 Uhr, Diakonisches Werk, Königsstr. 54, Eintritt: 3 Euro. AMERIKA – »USA und Lateinamerika – Rebellion im Hinterhof?« 25. April, 10.30 - 17.30 Uhr, Mehringhof, Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin. Das Seminar will die Vormachtstellung der USA in Lateina...

G8 gegen den Welthunger?
ndPlusMartin Ling

G8 gegen den Welthunger?

Sie kommen am Welthunger nicht mehr vorbei: die G8-Staaten. Drei Tage haben ihre Agrarminister im italienischen Treviso beraten, wie nebst einer weiteren Liberalisierung des Weltagrarmarktes auch der Kampf gegen den Hunger auf Vordermann zu bringen ist. Man mag den G8-Staaten eine gestiegene Sensibilität für die inzwischen fast eine Milliarde Hungernden attestieren, Einsicht in die Grundproblemati...

Costa Rica wirbt um Kranke

Von Daniel Zueras, San JoséCosta Rica setzt große Hoffnung in den Gesundheitstourismus und wirbt vor allem um Patienten aus den USA, wo 47 Millionen Menschen keine Krankenversicherung haben und 120 Millionen unterversichert sind und in der aktuellen Krise auf kostengünstige Angebote besonders achten. Bereits im letzten Jahr kamen rund 100 000 Menschen aus dem Ausland zur Privatbehandlung nach Cost...

Najum Mushtaq, Nairobi

Allerlei Buntes aus alten Flipflops

Die Idee der kenianischen Umweltaktivistin Julie Church zeigt, wie man aus der Not der Umwelt eine Tugend für die Armen machen kann. Die Firma UniqEco verarbeitet Strandmüll zu Produkten, die im In- und Ausland ihre Käufer finden.

»Die Jugend engagiert sich wieder für das Land«

»Die Jugend engagiert sich wieder für das Land«

ND: Tomas Zayas, als wir uns im April 2008 das letzte Mal unterhielten, kurz vor den Wahlen in Paraguay, da waren Sie gerade dabei, unterzutauchen, weil gegen Sie verschiedene Haftbefehle vorlagen. Was ist seither passiert? Zayas: Bereits im Oktober 2007 hatte man mich wegen verschiedener Delikte anzeigt, die ich angeblich gegen die Sojaproduzenten begangen hätte. Im März 2008 wurde ich dann wegen...

Seite 14
ndPlusWalter Willems

Brokkoli tut Magen gut

In einer kleinen Studie senkte Brokkoli im Magen die Last des schädlichen Erregers Helicobacter pylori deutlich. Das Bakterium verursacht chronische Entzündungen, Geschwüre und Tumore. Weltweit trägt etwa jeder zweite Mensch den Erreger im Magen. Weil die in Brokkoli enthaltene Substanz Sulforaphan antibiotische Eigenschaften hat, untersuchten Forscher der Johns-Hopkins- Universität in Baltimore d...

Die Rezension
Silvia Ottow

Die Rezension

»Ihre Gesundheit liegt mir am Herzen«, behauptet Hademar Bankhofer in einem neuen dicken Buch, über dessen Erscheinen man staunen muss. Schließlich hatte der gute Mann seinen Ruf als Gesundheitspapst im letzten Jahr endgültig verloren. Er hatte sich in den Sold einer Medizin-Firma begeben und, wo es nur ging, deren Melissengeist unverblümt gelobt. Das gefiel dem Fernsehsender, der ihn engagiert ha...

Margit Mertens

Lenz drückt Tränendrüse

Statt von Frühlingsgefühlen beflügelt zu werden, laufen bei immer mehr Menschen die Nasen, tränen die Augen oder husten die Bronchien. Etwa 30 Prozent aller Europäer leiden unter Allergien. Schätzungen der Europäische Stiftung für Allergieforschung zufolge wird im Jahr 2015 jeder Zweite betroffen sein. Die Hälfte der Allergiker reagiert auf Blütenstaub. Der jährliche Leidensweg beginnt mit den Frü...

Seite 15
Stefan Tabeling

Leverkusen: Ein Sieg ist Pflicht

Für Bayer Leverkusen ist es die letzte verbliebene Hintertür auf dem Weg zurück nach Europa, für Trainer Bruno Labbadia geht es vielleicht schon um seinen Job. Nur ein Sieg heute im Halbfinale des DFB-Pokals gegen den Zweitligisten FSV Mainz 05 kann den Werksklub nach dem Absturz in der Bundesliga-Rückrunde noch vor einer weiteren Saison ohne Europacupteilnahme und den Trainer womöglich vor unange...

ndPlusChristian Heinig

Hertha hüpft und träumt

Lucien Favre hüpfte. Erst aufs Spielfeld, dann zur Bank in die Arme von Michael Preetz, dem Berliner Rekordtorschützen und legitimen Nachfolger von Manager Dieter Hoeneß, dann wieder zurück aufs Spielfeld. Ein Schweizer im Ausnahmezustand, mitgerissen von seiner Mannschaft, erlöst vom Niederlagen-Fluch, überwältigt von der tosenden Atmosphäre im Olympiastadion. Ausgerechnet der Brasilianer Raffael...

ndPlusJürgen Holz

Kann der SCC Berlin den Spieß umdrehen?

Michael Warm, der Trainer des deutschen Volleyball-Vizemeisters SCC Berlin, nennt die Aufgabe »gewaltig, aber nicht unlösbar«. Gemeint ist der Einzug ins Finale um die deutsche Meisterschaft der Männer, was bedeutet: Im heutigen entscheidenden dritten Halbfinalmatch beim Serienmeister VfB Friedrichshafen muss ein Sieg her. »Der VfB hat auch in dieser Saison noch kein einziges Heimspiel verloren. D...

Jirka Grahl

»Mal ganz entspannt für die Zuschauer laufen«

Eiskunstlauf-Fans in Deutschland, die in diesem Jahr gerne Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy bei einer Eiskunstlaufrevue sehen wollen, bieten sich in dieser Woche die einzigen Gelegenheiten dazu: Wenn das Chemnitzer Weltmeisterpaar bei der Gala »Das goldene Eis von Stradivari« auftritt – am Freitagabend in der Freiberger Arena in Dresden, am Sonnabend in der Eisarena von Wolfsburg. »Alle...

Seite 17

Preußischer Durchmarsch

Nach der Entscheidung für das Museumsschloss wenden sich Freunde des historischen Berlins folgerichtig der anderen Spreeseite zu. Auch der Regierende Bürgermeister findet an der »Rückgewinnung der Keimzelle der Stadt«, wie sie seinem Kulturstaatssekretär André Schmitz vorschwebt, offenbar Gefallen. Die neue Mitte Berlins soll also die alte sein. Was ein wenig verwundert, plädiert Klaus Wowereit do...

Mit alten Talenten in die Werkstatt
Katharina Zeiher

Mit alten Talenten in die Werkstatt

In der Kreuzberger Falckensteinstraße blüht es an der Mauer. Engagierte Senioren haben gemeinsam mit Kindern aus nahe gelegenen Tagesstätten eine Brache in einen kleinen Garten verwandelt. Die Stadtkinder, die in ihrem Alltag häufig wenig mit Gärten zu tun haben, lernen hier den Lebenszyklus der Pflanzen vom Samenkorn bis zur Sonnenblume kennen, während die Senioren Erfahrungen aus einem langen Le...

Im Westen viel Neues
ndPlusAndreas Heinz

Im Westen viel Neues

Mit einer »Absichtserklärung« bekundeten gestern Senatsbaudirektorin Regula Lüscher, der Wirtschaftsstadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Marc Schulte (SPD), Jochen Brückmann von der Industrie- und Handelskammer (IHK) und Klaus-Jürgen Meier (Arbeitsgemeinschaft City), den Westteil der Stadt rund um den Zoologischen Garten neu zu gestalten. In die Jahre gekommene Straßen und Plätze wollen sie au...

Seite 18
ndPlusSimone Andrea Mayer

Täglich ein Date mit Eisbär Knut

Knuts Verehrerinnen lassen ihren Liebling nicht aus den Augen. Um 9 Uhr kommt das erste Date, als Letzte am Tag wünscht Doris dem Eisbären eine gute Nacht. Doris, Jessi, Gisela, Mervi, Marina und die anderen Frauen der Fan-Truppe »Knut forever in Berlin« unterscheiden sich auf den ersten Blick im Berliner Zoo nicht von den Touristen am Zaun des Geheges. Sie alle verfolgen die Attraktion jede Sekun...

Klaus Teßmann

Zu wenig Geld für sozialen Frieden

In Nanterre würde man den sozialen Frieden nicht mit so wenig Geld garantieren können, wie in Marzahn-Hellersdorf zur Verfügung steht. In dem Pariser Vorort, so berichtete die dortige Jugendstadträtin Rossana Morain bei einem einwöchigen Besuch im Bezirk, engagierten sich die Unternehmen mehr für Projekte in den Bereichen Sport, Kultur und Jugend.Nanterre sei eine wachsende Stadt, darin bemühten s...

Seite 19
Rabatte für die Blumenrabatten
Andreas Fritsche

Rabatte für die Blumenrabatten

Am Sonnabend öffnet die Landesgartenschau (Laga) am Oranienburger Schloss ihre Pforten. Bei den Organisatoren laufen die Telefone heiß. Immerfort klingelt es in ihren Büros. Draußen auf dem Gelände absolvieren die Gärtner den Endspurt. Wie bei derlei Veranstaltungen üblich, wird bis zur letzten Minute gearbeitet. 100 Leute sind derzeit im Einsatz. Sie verlegen zum Beispiel noch Rollrasen, pflanzen...

Chilipralinen und Schokosalzstangen
ndPlusDolores Kummer

Chilipralinen und Schokosalzstangen

Es duftet verführerisch nach Kakao und Chili. Zartbitter, Nougat und heißen Kakao gibt es zu probieren und hinter riesigen Glasscheiben kann man den Chocolatiers bei der Arbeit zuschauen. Der wohl prominenteste Schokoladenladen der Hauptstadt bietet in seinem Schokoladen-Restaurant auch Pralinenseminare und Diner-shows. Seit das Unternehmen vor gut zehn Jahren am Gendarmenmarkt öffnete, ist in Ber...

Seite 20
Wilfried Neiße

»Puh« ist auch eine Antwort

Der Erfolg hat bekanntlich viele Väter, beim Misserfolg ist die Drängelei nicht ganz so groß. Potsdam ist dabei, einen seiner schönsten öffentlichen Wege zu verlieren – den Uferweg am Griebnitzsee in Babelsberg. Private Anlieger haben dieser Tage mit der Sperrung eines Weges begonnen, der 20 Jahre lang frei zugänglich war. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) – er ist selbst Babel...

ndPlusMatthias Benirschke

Welche Dorfstraße meinen Sie denn?

Waren erreichen nicht den Laden, Feuerwehren und Krankenwagen irren umher und der Weihnachtsmann kommt zu spät. Und warum das alles? Weil es immer noch so viele Dorfstraßen in Brandenburg gibt. Aber der Reihe nach: Vor der Gemeindegebietsreform von 2003 gab es fast 1500 Gemeinden im Land, und fast jede dürfte eine »Dorfstraße« gehabt haben. Sechs Jahre später sind es nur noch 420 Gemeinden, doch e...