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Ausgabe vom 05.05.2009

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Unten links

Niemand weiß genau, wie weit die Krise schon fortgeschritten ist. Auf jeden Fall hat sie einen Punkt erreicht, an dem man über Lehren aus dem Geschehenen nachdenken kann. Das jedenfalls verlangt die Bundeskanzlerin von der Wirtschaft. Völlig zu Recht, denn die Wirtschaft durfte inzwischen ausreichend Erfahrungen mit dem Krisenmanagement machen. Lehre Nr. 1: Wenn es eng wird, kommt der Staat und bi...

Brüssel sieht Deutschland tief im Keller

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hinterlässt in Europa deutlich tiefere Spuren als bisher angenommen. Laut der am Montag in Brüssel veröffentlichten Konjunkturprognose der EU-Kommission bricht die Wirtschaftsleistung in der Europäischen Union in diesem Jahr um vier Prozent ein.

ndPlusGrit Gernhardt

Defizitär

In diesem und mindestens auch im folgenden Jahr wird Deutschland die Defizitgrenze der EU deutlich überschreiten, wurde am Montag aus Brüssel bestätigt. Gründe sind hohe Exportabhängigkeit und milliardenschwere Konjunktur- und Bankenrettungspakete. Die Steuereinnahmen sinken, die Kosten für Arbeitslosen- und Kurzarbeitergeld dagegen steigen – das Defizit ebenfalls.

René Heilig

Wieder heiße Luft zum NPD-Verbot?

Innensenatoren und Innenminister mit SPD-Parteibuch legten gestern eine Dokumentation über die NPD vor. Sie soll die Verfassungsfeindlichkeit der Nazi-Partei belegen – ohne Informationen von V-Männern zu benutzen. Soll damit ein erneutes Verbotsverfahren angestoßen werden?

Fiat-Chef träumt vom Weltkonzern

Fiat will zusammen mit Opel und Chrysler einen der größten Autokonzerne der Welt schaffen. Das italienische Unternehmen beabsichtige, die drei Autobauer zu einem einzigen Konzern zu verschmelzen, sagte Fiat-Chef Sergio Marchionne am Montag. Die Opel-Werke in Rüsselsheim, Bochum und Eisenach sollen nach diesem Plan erhalten bleiben, von der Schließung bedroht sein könnte das Werk in Kaiserslautern.

Seite 2
Kurt Stenger

Berlin hat keinen Plan B

Unter den Koalitionsparteien ist Streit über die Zukunft des Autobauers Opel ausgebrochen. Während Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ergebnisoffen mit den Interessenten verhandelt, hat sich SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier gegen Fiat positioniert

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Kehraus nach dem Mai-Krawall

Auf den Kreuzberger Straßen und Plätzen in Berlin herrschte zu Wochenbeginn wieder Ruhe, doch ging der politische Kehraus nach den Krawallen des 1. Mai gestern weiter.

ndPlusUlrich Glauber, Frankfurt

Nackte Autokaiser auf Brautschau

Die Fiat-Pläne, mit Opel und Chrysler einen neuen »Weltkonzern« zu schmieden, bringen Bewegung in die heruntergebremste Autoindustrie.

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ndPlusFabian Lambeck

Schweinegrippen-Panik am Flughafen

Ein Mexiko-Tourist an Bord einer Air France-Maschine sorgte auf dem Berliner Flughafen Tegel für Wirbel. Weil der Verdacht auf eine Schweinegrippe-Infektion bestand, ließ man die etwa 200 Passagiere mehr als zwei Stunden nicht aus dem Flieger. Da die Quarantänestation in Tegel im letzten Jahr bei einem Brand zerstört wurde, musste der möglicherweise Infizierte im vollbesetzten Flieger bleiben.

Max Böhnel, Jerusalem

Mit der Bibel als Grundbuch

Etwa 45 000 Menschen, fast alle Palästinenser, wohnen in Silwan, einem Stadtteil des 1967 von Israel besetzten arabischen Teils von Jerusalem in unmittelbarer Nähe der Klagemauer. Jetzt sollen dort 88 Häuser mit insgesamt 1500 Bewohnern abgerissen werden, um Platz für einen Archäologiepark zu schaffen. Die Betroffenen wehren sich.

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Kinder immer öfter betrunken

Berlin (dpa/ND). Koma-Trinken gehört bei immer mehr Jugendlichen in Deutschland zum Alltag. Mehr als 23 000 Kinder wurden im Jahr 2007 teils bewusstlos betrunken ins Krankenhaus gebracht – so viele wie nie zuvor, sagte die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) am Montag in Berlin bei der Vorstellung des neuen Drogenberichts. Mehr als 20 Prozent der Minderjährigen seien 2008 mindestens...

Velten Schäfer, Schwerin

Und rein in die Kartoffeln

Gegen den Willen des Schweriner Landwirtschaftsministeriums wird heute die genveränderte Kartoffel »Amflora« in Mecklenburg-Vorpommern auf 20 Hektar angepflanzt. Die Koalition ist in der Frage gespalten.

Uwe Kalbe

Gebremste Hilfe mit arglistigem Ziel

Am Montag bot der Bundestag in einer Anhörung Fachleuten und Verbänden Gelegenheit, sich zu einem Vorschlag der Grünen zu äußern. Dieser fordert die Abschaffung eines umstrittenen Gesetzes.

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WWF fordert Gesetz für Klimaschutz

Berlin (dpa/ND). Zur dauerhaften Sicherung der Klimaschutz-Anstrengungen hat die Umweltschutzorganisation WWF für die neue Wahlperiode ein national verbindliches Rahmengesetz verlangt. Darin sollten die wichtigsten Ziele wie der Abbau der schädlichen Treibhausgase von 1990 bis 2020 um 40 Prozent sowie Sanktionen bei Nichteinhaltung festgelegt werden, forderte der World Wide Fund for Nature (WWF) a...

Volker Stahl, Hamburg

Über den rechten Rand geschaut

Aufklärung über »die Anatomie der Hamburger NPD und ihres Umfeldes« verspricht eine von der Gewerkschaft ver.di und der linken Organisation Avanti herausgegebene Broschüre.

ndPlusReimar Paul

Schummelei an Elite-Uni Göttingen

Nach einen Betrugsfall bangt die Universität Göttingen um ihren guten Ruf. Gestern bestätigte die Uni-Leitung, dass Wissenschaftler der Universität sich mit falschen Angaben Forschungsgelder erschlichen haben. Eine Kommission überprüft insgesamt 16 Fälle.

ndPlusHendrik Lasch, Magdeburg

Krisensorgen zwingen Bullerjahn zum Borgen

In der Krise vollzieht Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) einen drastischen Kurswechsel: Nach drei Jahren ohne Neuverschuldung hat er für 2010 die Aufnahme neuer Kredite angekündigt.

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ndPlusHilmar König, Delhi

Nepals Premier tritt zurück

Nepals Premier Pushpa Kamal Dahal Prachanda kündigte am Montagnachmittag seinen Rücktritt nach achtmonatiger Amtszeit an. Zuvor hatte Präsident Ram Baran Yadav den Regierungsentscheid abgelehnt, Armeechef Rukmangad Katawal zu entlassen. Nepal steckt damit erneut in einer politischen Krise.

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Karin Leukefeld

Kirkuk bleibt ein Zankapfel

Nach mehr als einjähriger Arbeit hat UNAMI, die UN-Unterstützungsmission für Irak, einen Bericht über die »umstrittenen Gebiete« im Norden des Landes vorgelegt. Man habe ihn Ministerpräsident Nuri al-Maliki und dem Präsidenten der autonomen kurdischen Region, Masud Barzani, übergeben, erklärte der UN-Sonderbeauftragte Staffan de Mistura in Bagdad.

ndPlusAndreas Knudsen, Kopenhagen

Dänemark wirbt um deutsche Studenten

Da Deutsch in dänischen Schulen kein Prüfungsfach mehr ist, gehen dem Nachbarland die Deutschlehrer aus. Nun wirbt eine Universität um deutsche Lehramtsstudenten.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Medwedjew: Eine offene Provokation

Am Mittwoch beginnt in Georgien das Manöver »Cooperative Longbow 2009« – die erste von insgesamt zwei Übungen, die der Nordatlantikpakt dort im Rahmen seines Programms »Partnerschaft für den Frieden« abhalten will. Darüber hatten sich Tbilissi und die NATO bereits im April letzten Jahres und damit lange vor dem Augustkrieg um Südossetien verständigt. Russland kritisiert das Vorhaben dennoch heftig.

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René Heilig

Versuch macht ... Hoffnung

Das kennen wir doch alles! Der »Führer« war – nicht nur, weil wir gerade 100 Jahre Führerschein begehen – der Größte. Und alles, was sich jetzt Politiker nennt, ist zu klein, um aus dem Schatten des Germanien-Genius zu treten. Blonde Zöpfe sind die schönsten, Arbeitsplätze für Deutsche, Asylbetrüger raus! Bla...bla... würg! Solchen und ähnlich irren gesellschaftsrelevaten Schwachsinn h...

Ina Beyer

Risiko verharmlost

Geschichten über Jugendliche, die sich ins Koma saufen, erscheinen regelmäßig in den Medien. Scheinbar fehlt es einem immer größeren Teil der heranwachsenden Generation an Maß und Gefühl für die eigenen körperlichen Grenzen. Doch was führt zu dem selbstzerstörerischen Verhalten? Warum kommt es zum Exzess? Auf diese Fragen gibt der Drogenbericht der Bundesregierung keine zufriedenstellende Antwort....

ndPlusOlaf Standke

Tödliche Normalität

Der Mai in Irak begann, wie der April endete – mit opferreichen Anschlägen. Auch wenn die Regierungen in Bagdad und in Washington nicht müde werden, die verbesserte Sicherheitslage im Zweistromland zu preisen, bei 300 Toten und Verletzten in den vergangenen vier Wochen nur in der irakischen Hauptstadt fällt es schwer, von Normalität zu reden oder den Behörden abzukaufen, dass Al Qaida nun en...

ndPlusHarald Neuber

Discounter

Der 52-jährige Unternehmer Ricardo Martinelli ist Gründer der Discountkette »Super 99« mit 35 Filialen im mittelamerikanischen Panama. Er ist Präsident der privaten Fernsehkonzerne Televisora Nacional und Direct TV. Und er steht den Unternehmen Gold Mills, Global Bank, Plastigol und Avipac vor. Am Sonntag wurde der Sohn italienischer Einwanderer in eine weitere Funktion gewählt: Martinelli wird am...

Außer Thesen nix gewesen
ndPlusErnst Röhl

Außer Thesen nix gewesen

Im Anfang war das Wort. Es lautet: Pro Reli. Das alberne Kürzel Reli steht nun offenbar auch schon in kirchlichen Kreisen für die Vokabel Religion, selbst wenn es nach Jux und Dollerei klingt – wie Touri (Tourist), Studi (Student), Schwiemu (Schwiegermutter) oder Fewo (Ferienwohnung). Gut möglich, dass diese Verbalkreation unter Einfluss heftig wirkender Drogen entstanden ist. Religion ist b...

Seite 9
Katharina Dockhorn

Netzlos

Vom Film oder Fernsehset direkt in die Arbeitslosigkeit – für die Hälfte der rund 20 000 Mitarbeiter vor und hinter der Kamera ist dies seit Einführung der Agenda 2010 Realität. Aber obwohl sie in die Arbeitslosenversicherung einzahlen müssen, bekommen sie keine Leistungen, da sie nicht die geforderte Anzahl von einem Jahr Beschäftigungszeit innerhalb von zwei Jahren erreichen.Arbeitsministe...

ndPlusIrmtraud Gutschke

Dubios

Dass er 1948 bei einem Besuch seiner Mutter in Rostock vom NKWD verhaftet wurde und acht Jahre in Bautzen einsaß, ehe er 1956 nach Hamburg entlassen wurde, gehört zu Walter Kempowskis prägenden Erfahrungen. Und bestimmte sein Bild in der Öffentlichkeit. Ein junger Mann, ins Gefängnis gesperrt: Trauma seiner Jugend – immer wieder hat er davon gesprochen und in seinen autobiografischen Romanen...

Gunnar Decker

Fürchte dich nicht!

Wo die Toten von Gestern lagen, trauern Engel mit weißen zerbrochenen Flügeln. GEORG TRAKL Eine hohe weiße Wand drängt dicht heran an die Zuschauer. Vor der Wand sitzen sie zu zehnt auf einem schmalen Grat, den ganzen Abend lang. Jeder Einzelne wird in den kommenden achtzig Minuten voranstürzen in unerforschte Bereiche des Hier und Jetzt: Ewigkeit. Man sitzt da oben immer über und doch schon kurz ...

Seite 10
ndPlusJan Helbig

Britischer Forscher: DDR der KZ-Wärter

Immer noch gibt es Menschen, die in der Bezeichnung der DDR als »Unrechtsstaat« eine böse Diffamierung sehen. Es ist dies aber das Gegenteil: eine totale Abmilderung der Wahrheit! Hitlers Staat könnte noch im Nachhinein froh sein, wenn er nur als »Unrechtsstaat« wegkäme, und schließlich gibt es nichts Wesentliches, das beide Systeme voneinander unterscheidet. Wenn man denn der »Süddeutschen Zeitun...

Christoph Funke

Das Große im Kleinen

Luxus gibt es in der Berliner Torstraße 216 nicht. Das theater 89 arbeitet dort unter bescheidenen Bedingungen. Aber es gibt kein bescheidenes, sondern anspruchsvolles, aufrüttelndes, nachdenklich stimmendes Theater im engen Kontakt zum Publikum. Wenn das arg renovierungsbedürftige Treppenhaus durchklettert ist, belohnt eine besondere Atmosphäre voller Erwartung und Vertrautheit. Im dunklen Saal s...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Zuneigungseintreiber

Die Verruchten, Giftigen, Verrohten schnüffeln sich gern durch Besetzungslisten und suchen einen guten Namen. Fred Delmare wäre wohl vieler Zwielichtiger Wunschkandidat gewesen. Filmgestalten des Charakterfehls, der Unmoral, des unbelehrbar kriminellen Vergehens hätten gern in dieser Haut gesteckt, von der das Böse umhüllt worden wäre mit gütiger Aura. Irgendwann aber war Delmare uneinnehmbar durc...

»Der springt noch auf«
Horst Haase

»Der springt noch auf«

Das Foto aus dem Jahre 1937: ein junger Mann von 28 Jahren, lässige Haltung, Zigarette im Mundwinkel, die Mütze in kecker Schräge auf dem Kopf, ein Tuch locker um den Hals geschlungen. Leicht neigt er sich seiner noch mädchenhaften Gefährtin zu. Ein glückliches Paar. Allein seine halbgeschlossenen, verschleierten Augen lassen Spuren trauriger Erfahrungen ahnen, die den Dichter in dieser Zeit schon...

Seite 11

DB-Grube will Börsengang

Berlin (dpa/ND). Der neue Bahnchef Rüdiger Grube hält am Ziel eines Börsengangs fest. »Wenn wir jetzt den Börsengang nicht machen, heißt das nicht, dass wir den Weg dahin aufgeben«, sagte der 57-Jährige der Mitarbeiterzeitung des bundeseigenen Konzerns. Die Bahn müsse kapitalmarktfähig bleiben. »Schließlich müssen wir uns schon heute Fremdkapital über Anleihen besorgen.«Wegen der Finanzmarktkrise ...

Handwerk bleibt stabil

Handwerk bleibt stabil

Die Beschäftigten der Handwerksbetriebe in Deutschland müssen trotz der Wirtschaftskrise nicht mit einer Entlassungswelle rechnen. Im deutschen Handwerk werde es keinen größeren Stellenabbau geben, sagte der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hanns-Eberhard Schleyer, am Montag.

HRE: Bund hält 22,62 %

urz vor Ende des Übernahmeangebots für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate hat sich der Bund 22,62 Prozent der Konzernanteile gesichert.

Andreas Knudsen, Kopenhagen

Nordischer Postriese im Entstehen

Die Wettbewerbskommission der EU hat dieser Tage der Fusion der dänischen und der schwedischen Post zugestimmt. Ein Zusammenlegen zweier staatlicher Partner ist recht ungewöhnlich, doch der harte Konkurrenzkampf im Logistikbereich kann auch Unternehmen in öffentlicher Hand auf längere Sicht in die Bredouille bringen.

Hans-Gerd Öfinger

Federal Mogul droht Streik

Im hessischen Werk des US-Automobilzulieferers Federal Mogul brodelt es. Von Massenentlassungen und Betriebsschließung ist die Rede. Dagegen macht die IG Metall jetzt mobil – es drohen Streiks.

Seite 12
Peter Nowak

Mit Begleitung zum Amt

In Hanau, Duisburg und Bonn haben Erwerbslose am Montag vor und in Arbeitsagenturen, ARGEn und Jobcentern gegen Schikanen und Diskriminierung protestiert.

ndPlusJoachim Tesch

Wirtschaft und Moral, die ungleichen Schwestern

Lassen sich Wirtschaft und Moral vereinen und wenn ja, auf welcher Grundlage? Fragen, die im vergangenen Herbst in einem Workshop der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen erörtert wurden und jetzt zusammengefasst als Broschüre erscheinen. Fazit: Gerechtigkeit muss die Basis jedes sozialen Systems sein.

ndPlusHermannus Pfeiffer

»Angstthema« Insolvenz

Was passiert, wenn Commerzbank, HRE oder Nordbank pleitegehen? Einige Juristen und Insolvenzverwalter sehen darin nicht das Ende der Institute, sondern einen neuen Anfang.

Seite 13

Neue Dynastie in Senegal?

Dakar (dpa/ND). Die Aufnahme von Präsidentensohn Karim Wade in das Kabinett hat neue Spekulationen über den Versuch der Schaffung einer »Familiendynastie« in Senegal genährt. »Im Namen des Vaters und des Sohnes«, kommentierte die Zeitung »Sud Quotidien« jetzt die Ernennung des bisherigen Präsidentenberaters zum »Superminister«, der für internationale Zusammenarbeit, Luftfahrt und Infrastruktur zus...

Nord-Süd - Tipps

AFRIKA: »The right to the city – Widerstand gegen Stadtumstrukturierung in Südafrika«. Romin Khan berichtet über den sozialen Widerstand in Südafrika jenseits des ANC. Mittwoch, 6. Mai, 20 Uhr, Berlin »Zielona Gora«, Grünbergstr. 73.LATEINAMERIKA: Deutsch-deutsche Begegnungen im sandinistischen Nicaragua. Mittwoch, 6. Mai, 19 Uhr. Berlin, tazcafé, Rudi-Dutschke-Str. 23. Mit Erika Harzer, Pub...

Missbrauch von Kindersoldaten

New York (IPS/ND). Die Vereinten Nationen müssen hilflos zusehen, wie Kinder im Krieg als Soldaten missbraucht und anderweitig misshandelt werden. Ein neuer Bericht von UN-Chef Ban Ki Moon für den Sicherheitsrat erhebt Vorwürfe gegen 56 Regierungs- und Rebellengruppen in allen Teilen der Welt. Der Jahresbericht des UN-Generalsekretärs über die Sicherheit von Kindern in Konfliktsituationen war jetz...

Längst nicht vom Winde verweht
ndPlusIngolf Bossenz

Längst nicht vom Winde verweht

In Brasilien sind 2008 mehr als 5000 Arbeiter befreit worden, die auf Ländereien wie Sklaven ausgebeutet wurden. Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation schuften in dem Amazonasland Zehntausende Menschen unter sklavenähnlichen Bedingungen. In Berlin berichtete in der vorigen Woche eine Äthiopierin über ihr Los als Sklavin in einem Restaurant – mitten in der deutschen Hauptst...

Serena Cosi und Markus Plate

Wenn die Brasilianer kommen ...

Mosambik gilt in Sachen gerechter Landverteilung als positives Beispiel in Afrika. Noch! Denn die Kooperativenwirtschaft, die das sozialistische Mosambik nach seiner Unabhängigkeit gründete, wird seit einigen Jahren in Frage gestellt, auf die Unterstützung der Regierung können die Kleinbauern kaum noch hoffen.

Seite 14

Wildwest bei Diäten

Mit Diäten und Abnehmprodukten lässt sich viel Geld verdienen. Es fehlen aber nachvollziehbare Belege dafür, dass mit den hoch gelobten Nahrungsergänzungsmitteln langfristig und anhaltend Gewicht abgebaut werden kann, bemängelt die unabhängige Verbraucher-Zeitschrift »Gute Pillen – Schlechte Pillen«.

Geflügel unbedenklich

Beim Verzehr von Rind, Schwein, Lamm oder Ziege sollte man sich besser etwas zurückhalten. Wer viel rotes Fleisch isst, stirbt eher an Krebs und Herzkreislauf-Erkrankungen.

ndPlusSilvia Ottow

Die Rezension - Picknickzeit

Wer den Aufwand für ein Essen in freier Natur nicht scheut, kann mit unvergesslichem Genuss auf einer blühenden Wiese oder am Waldessaum belohnt werden. Vorausgesetzt, er oder sie haben sich nicht ausgerechnet neben einer Ameisenburg niedergelassen und die meisten Sachen selbst zubereitet. Doch welche Speisen überleben die Reise im Picknickkorb und können auch ein paar Sonnenstrahlen aushalten, oh...

Nachrichten

Rauchen schädigt Bauchspeicheldrüse Mit zunehmendem Zigarettenkonsum steigt das Risiko sowohl für eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse als auch für eine chronisch verlaufende Pankreatitis. Forscher der Süddänischen Universität in Kopenhagen hatten einen solchen Zusammenhang an fast 18 000 Menschen über einen Zeitraum von 20 Jahren geprüft. Bei den Rauchern traten sowohl die akute als auch ...

ndPlusNicolaus Schütte

Würde statt Automatismus

Schwerstkranke und Sterbende haben seit April 2007 Anspruch auf spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV). Tatsächlich bekommen viele Sterbende aber eine falsche oder gar keine Sterbebegleitung.

Seite 15

China holt 17 von 20 Medaillen

Chinas Topstars fahren von den Tischtennis-WM in Yokohama (Japan) mit allen fünf Titeln, fünf Silber- und sieben Bronzemedaillen nach Hause. Das stand bereits am Montag fest. Von den 20 WM-Medaillen überließen die Chinesen nur dreimal Bronze an Gastgeber Japan, Singapur und Südkorea.Nach dem Durchmarsch am Vortag im Mixed, wo sich Zhang Jile/Mu Zi den Titel holten und auch alle weiteren Medaillen ...

Titelverteidiger Russland das Maß aller Dinge

Titelverteidiger Russland bleibt bei der 73. Eishockey-WM in der Schweiz das Maß aller Dinge. Gegen Lettland, das im bisherigen Turnierverlauf sensationell Olympiasieger Schweden besiegt hatte, kam das Team von Trainer Wjatscheslaw Bykow in Bern zum souveränen 6:1, wobei beim sechsten Sieg im sechsten WM-Turnierspiel Anton Kurjanow und Oleg Twerdowski jeweils doppelt trafen.Auch der Vizeweltmeiste...

Henning Hoff

Arsenals Jungstars vorm »größten Spiel« ihrer Karriere

Arsene Wenger baut im Kampf um den Einzug ins Champions-League-Finale auf die schier uneinnehmbare Festung des Emirates-Stadions. »United ist im Vorteil«, gab der Coach des FC Arsenal London nach dem 0:1 in Manchester zu, »aber sie haben im Hinspiel die Chance verpasst, ein zweites Tor zu schießen. Wir werden dafür sorgen, dass sie das bereuen«, versprach Wenger vollmundig vor dem entscheidenden R...

Seite 17

Die Wahrheit

Es werden ganz verschiedene Gründe genannt, warum der Linkspartei-Abgeordnete Carl Wechselberg Ämter niederlegt und mehr als laut über seinen Parteiaustritt nachdenkt. Er selbst betont, dass es politische Gründe waren. Davon abgesehen ist es natürlich eine persönliche Enttäuschung, wenn ein Politiker fühlt, er komme mit seinen Vorstellungen in der eigenen Partei nicht mehr durch. Förderlich für da...

Katharina Zeiher

Argumente für Ethik

Eines steht fest: Ethikunterricht bleibt nach dem gescheiterten Volksentscheid der Kampagne Pro Reli verpflichtendes Schulfach für die Klassen 7 bis 10. Doch sind damit nicht alle Diskussionen um das Unterrichtsfach Ethik vom Tisch. An der Humboldt-Universität (HU) wurde gestern der Studiengang für angehende Ethiklehrer erläutert. Seit dem Wintersemester 2007/2008 gibt es in Berlin die Möglichkeit...

Andreas Fritsche

Wechselstimmung in der Linksfraktion

Die Wege des Abgeordneten Carl Wechselberg und der Linkspartei trennen sich wahrscheinlich. Für den Fraktionsvorstand, der heute gewählt wird, kandidiert er nicht mehr. Der langjährigen Haushaltsexperte der Linksfraktion zeigt sich tief enttäuscht über den Kurs der Bundespartei, den er mit den Worten »ultralinks, populistisch und sektierisch« beschreibt. Wechselberg vermisst eine sinnvolle Reaktio...

Seite 18

Feier zum Tag der Befreiung

(ND). Unter dem Motto »Wer nicht feiert – hat verloren!« lädt die »BO 8. Mai« der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) am Samstag, dem 9. Mai, zu einem deutsch-russisch-internationalen antifaschistischen Fest. Von 13 bis 22 Uhr wird auf dem Parkplatz am Rosengarten, Puschkinallee, der 64. Jahrestag des Sieges über...

Wieviel Luft passt in ein Kondom?
ndPlusSarah Liebigt

Wieviel Luft passt in ein Kondom?

Auf dem Alice-Salomon-Platz in Hellersdorf ist seit Montag die Ausstellung »LIEBESLEBEN« zu besichtigen. Die Schau der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) tourte bisher durch Fußgängerzonen, Parks und andere zentrale Plätze deutscher Städte und ist nun in dieser Art zum letzten Mal zu sehen. Auf 350 Quadratmetern finden Besucher an etwa 20 Stationen Antworten auf Fragen rund um Li...

ndPlusWolfgang Weiß

Eldorado für Bücherwürmer

Wer bei dem Begriff soziale Bücherstube an einen verstaubten und verkramten Laden à la Carl Spitzweg denkt, liegt in Niederschöneweide völlig daneben. Die hellen, freundlichen, Licht durchfluteten Räume im Erdgeschoss des Hauses Schnellerstrasse 81, in dem auch das soziokulturelle Zentrum Ratz-Fatz seinen Sitz hat, erinnern so gar nicht an die Werke des Malers der deutschen Kleinstadtidylle. Hier ...

Seite 19
ndPlusAnouk Meyer

Familiengeschichten

Die eigene Familiengeschichte mit all ihren Ungereimtheiten, Lügen und Geheimnissen ist immer faszinierend – auch für Theaterleute. Im Ballhaus Ost beschäftigen sich derzeit gleich zwei Inszenierungen mit dem Thema Herkunft und Familie, beide unter der Regie von Christian Weise. Mix aus Märchen, Liederabend und Kindheitserinnerungen das eine, Objekttheater und biografische Reise das andere. ...

Alltag, Aufbau, Arbeiterfleiß
Volkmar Draeger

Alltag, Aufbau, Arbeiterfleiß

Durchquert man im Gropiusbau die Hannes-Kilian-Ausstellung, so gelangt man in einen Saal, der in prägnanter Auswahl das kleine, feine OEuvre von Liselotte Grschebina, der wichtigsten deutsch-israelischen Fotografin des letzten Jahrhunderts, vorstellt. Es ist die erste Retrospektive zum fast verloren gegangenen Werk der Künstlerin. Nach ihrem Tod fand Sohn Beni Gjebin in einem Wandschrank den fotog...

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Bevor es heiß wird im Europawahlkampf
Andreas Fritsche

Bevor es heiß wird im Europawahlkampf

»Meine politischen Wurzeln sind hier in Brandenburg«, betont Lothar Bisky. In einer Erklärung unter der Überschrift »Brandenburg braucht mehr Europa« fordert er dazu auf, bei der Europawahl am 7. Juni die Linkspartei anzukreuzen. Der Landesverband veröffentlicht die Erklärung im Internet auf einer extra Seite zur Europawahl. Die Seite wurde gestern freigeschaltet.»Wir setzen im Europawahlkampf auf...

ndPlusWilfried Neiße

Bürger bekommen Kopien aus Akten

Das Recht auf Akteneinsicht soll künftig mit dem Recht auf die Herausgabe von Kopien ergänzt werden. Wie Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) mitgeteilt hat, soll dieses Anliegen »bei nächster passender Gelegenheit« realisiert werden.Derzeit kann laut Gesetz eine Übermittlung von Kopien oder Druckstücken erfolgen, sagte der Minister. Einen Rechtsanspruch auf die Herausgabe von Kopien gebe es jedoch ...