Ausgabe vom 23.05.2009

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Unten links

Im Theater sieht man mitunter Zuschauer, die während der Vorstellung SMS lesen. Deshalb ist es gut, dass die kurzen TV-Serien fürs Handy verstärkt, wie Hersteller mitteilen, »mit den Mitteln des Stummfilms« produziert werden: Man kann endlich im Theater fern sehen. Wir leben ohnehin in der Ära der Gleichzeitigkeit: Müntefering ist SPD und CDU zugleich; Wowereit regiert Berlin und die dortige Kultu...

60 Jahre Bundesrepublik: Es war nicht alles schlecht!

60 Jahre Bundesrepublik: Es war nicht alles schlecht!

Den entscheidenden Satz zum heutigen 60. Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits vorgestern auf dem Evangelischen Kirchentag in Bremen: »Man kann nicht voraussagen in der Geschichte, wann etwas umkippt zum Guten.« Wenn das schon »in der Geschichte« galt, wie soll das erst in der Zukunft möglich sein? Doch gemach, es war nicht alles schlecht in der Bun...

Jürgen Reents

Der zweite Mord an Benno Ohnesorg

Die Fakten: Die DDR-Staatssicherheit hatte von 1955 bis Mitte 1967 einen inoffiziellen Mitarbeiter bei der Kripo in Westberlin. Sein Name: Karl-Heinz Kurras. Er war im letzten Rang Kriminalobermeister – das ist die mittlere Karrierestufe im mittleren Polizeivollzugsdienst – und arbeitete in einer Sonderermittlungsgruppe beim Westberliner Staatsschutz. Sein Auftrag für das MfS war, Info...

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ndPlusOliver Händler

Spannung erzeugen in 45 Sekunden

München kurz nach fünf. Zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart steht es unentschieden und Wolfsburg liegt zurück. Ein Tor, egal für wen, entscheidet die Meisterschaft – und alle Hörer im Lande lauschen seiner Stimme: So wünscht es sich Andre Siems, wenn er heute Nachmittag für die ARD-Bundesligakonferenz im Radio live aus München berichtet. Eine große Herausforderung sei das, sagt der ...

Jirka Grahl

Die Schale wartet im Niemandsland

Wie spannend es heute auch werden sollte, wenn am 34. Spieltag der Bundesliga der VfL Wolfsburg, der FC Bayern München und der VfB Stuttgart um den Titel Deutscher Fußballmeister streiten – das Tor, dass diese Saison 2008/2009 am besten beschreibt, ist schon gefallen: Grafite hat es erzielt, zum 5:1 gegen die Bayern, fünf Münchner stolperten neben dem Südamerikaner her, als der durch den Strafraum kurvte, ehe er den Ball mit der Hacke ins Tor trudeln ließ.

ndPlusKarlen Vesper

Der Forscher wurde abgeholt

»Wie starb Benno Ohnesorg, Student in Westberlin, was wisst Ihr über ihn ...« – sang Hartmut König vom Ostberliner Oktoberklub. Und FDJ-Singegruppen und Schulchöre in der DDR sangen es vielfach nach. Wäre dieses Lied auch erklungen, überhaupt je gedichtet worden, wenn man damals dies gewusst hätte: Der Polizist Karl-Heinz Kurras, der am 2. Juni 1967 seine tödlichen Schüsse auf den Studenten der Politologie abgegeben hatte, stand auf der Gehaltsliste des Ministeriums für Sicherheit.

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ndPlusMarian Krüger

Wieder eine knappe Wahl

Die Zeiten, in denen Bundespräsidenten mit deutlichem Vorsprung gewählt wurden, liegen lange zurück. Doch die 80-Prozent-Ergebnisse von Präsidenten wie Theodor Heuss und Richard von Weizsäcker waren weniger Ausdruck ihrer parteiübergreifenden Attraktivität, sondern der politischen Arrangements, die Union und SPD im Vorfeld getroffen hatten.Mit der deutschen Einheit haben sich die Kräfteverhältniss...

Präsidiale Sandkastenspiele
Uwe Kalbe

Präsidiale Sandkastenspiele

Seit Monaten ist immer wieder spekuliert und gerechnet worden. Wie könnte die Wahl ausgehen, wer wird nächster Bundespräsident? Nun ist es soweit. Horst Köhler tritt zur Wiederwahl an, seine Herausforderer heißen Gesine Schwan und Peter Sodann.

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Roland Etzel

Das FBI und Guantanamo

Es sei nicht fair, nach der Wahl an vorher abgegebene Versprechen zu erinnern. Diese schon legendäre Unverschämtheit eines bekannten deutschen Parteivorsitzenden findet jetzt dankbare Nachnutzer in der Demokratischen Partei der USA. Zu der Forderung nach Schließung von Guantanamo hatte Barack Obama einst geantwortet: Yes, we can! Die Senatoren seiner Partei machten daraus nun ein »Ja, wir könnten«...

Gabriele Oertel

Vorsorgliches Aufjaulen

Vermutlich ist der Wunsch der Vater des Gedanken. Manfred Stolpes Gewissheit auf dem Evangelischen Kirchentag, dass die Krise wie ein Stoppschild für Egoismus wirkt, führten gestern wieder Aufsichtsratschefs von 15 großen deutschen Unternehmen ad absurdum. Schon die ohnehin nur als Kompromiss zwischen Union und SPD vage ausgehandelten etwas schärferen Vorschriften für Managergehälter ließen sie Pr...

ndPlusInes Wallrodt

Parteienkrise

Bei Kommunalwahlen fehlen nicht mehr nur die Wähler – es finden sich für die politischen Ämter erst gar keine Kandidaten. Es ist falsch, diese Entwicklung zu verharmlosen. Wahlen sind die grundlegende demokratische Regel. Wer wie der Wahlleiter in Sachsen-Anhalt meint, die Mehrheit könne ja noch wählen, hat den Kern der Demokratie nicht verstanden. Man muss über die Ursachen reden: In Sachse...

Steffen Schmidt

Stille Reserve

Die pure Theorie ist offenbar nicht seine Sache: Der frischgebackene Astronauten-»Lehrling« Alexander Gerst ging schon zum Studium der Geowissenschaften nach Neuseeland, damit er bei aller Theorie die leibhaftigen Vulkane ständig vor Augen hat. Nach dem Studium untersuchte er als Wissenschaftler an der Universität Hamburg Vulkane in der Antarktis und auf anderen Kontinenten ebenso. Angst vor dem e...

Gibt es Apartheid in Deutschland?

Gibt es Apartheid in Deutschland?

ND: Sie rufen für den 26. Mai zur Demonstration gegen die Residenzpflicht für Flüchtlinge in Halle/Saale und Merseburg auf. Was hat das Gesetz mit Apartheid zu tun, wie es in dem Aufruf heißt? Komi E: Diese Auflage für Flüchtlinge verstößt gegen den Artikel 3 des Grundgesetzes, wonach niemand aufgrund Rasse oder Herkunft diskriminiert werden darf. Sie schränkt die Bewegungsfreiheit von Flüchtlinge...

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LINKE-Büro in Saarbrücken verwüstet

Saarbrücken (dpa/ND). Unbekannte haben in Saarbrücken die Geschäftsstelle der Linkspartei verwüstet. Wie das Landeskriminalamt (LKA) am Freitag mitteilte, brachen die Täter in der Nacht zum Freitag die Eingangstür auf. In den Büroräumen warfen sie Möbel um, rissen Regale aus ihren Verankerungen und zerstörten mehrere elektronische Geräte. Ersten Ermittlungen zufolge stahlen sie auch zwei Computer....

Manager beklagen sich bei Merkel

Berlin (dpa/ND). Die Aufsichtsratschefs von 15 großen deutschen Unternehmen haben bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen die geplante Verschärfung der Manager-Gesetze protestiert. In einem Brief lehnten die Top-Manager die Pläne der Großen Koalition fast komplett ab. Hinter dem Brief stehen unter anderem die Chef-Kontrolleure von Bayer, BMW, Bertelsmann, Henkel, RWE, Thyssen-Krupp und Sieme...

Halbzeit auf dem Kirchentag

Kirchentags-Ruf nach mehr Verantwortung: Zur Halbzeit des Christentreffens in Bremen sehen die Organisatoren den Ruf nach mehr persönlichem Einsatz als Hauptbotschaft.

ndPlusFabian Lambeck

»Ein Leuchtfeuer der Freiheit«

Als das Grundgesetz am 23. Mai 1949 verabschiedet wurde, war die deutsche Politik bemüht, diese von den Alliierten erzwungene Verfassung möglichst geräuschlos durchzuwinken. 60 Jahre später verklärt man das Ereignis nun zum bundesrepublikanischen Gründungsmythos.

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ndPlusHendrik Lasch, Magdeburg

Kandidaten per Inserat

In sieben Gemeinden Sachsen-Anhalts fällt die Kommunalwahl mangels Bewerbern aus. Besorgt ist der Landeswahlleiter dennoch nicht: Insgesamt gibt es genug Kandidaten. Nur ein Parteibuch haben immer weniger.

Martin Sommer

Wenn der Bock zum Gärtner gemacht wird

Im Saarland sorgt eine Personalie für Ärger. Innenminister Klaus Meiser (CDU) will ausgerechnet den Polizisten befördern, der mitverantwortlich war für die Saarbrücker Spitzelaffäre. Unter dessen Regie hatte die Kriminalpolizei Telefondaten von Oppositionspolitikern und Journalisten gespeichert, ohne sie zu informieren.

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Senat: Ja zu Kriegsgeld für Obama

Washington (AFP/ND). Der US-Senat hat seine Zustimmung für einen Nachtragshaushalt über 91,3 Milliarden Dollar gegeben, mit dem auch die Einsätze der Armee in Irak und in Afghanistan finanziert werden sollen. 86 Senatoren stimmten für den Entwurf, drei dagegen. Von den vom Senat bewilligten Geldern für die Zeit bis zum 30. September sind unter anderem 18 Milliarden Dollar für Personalkosten vorges...

Offensive in Mogadischu

Im blutigen Kampf um die Vorherrschaft in Somalias Hauptstadt Mogadischu haben Regierungstruppen am Freitag eine Offensive gegen die aufständischen Islamisten gestartet.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Der Zeit voraus – im Plan zurück

Vaclav Klaus, dem Präsidenten Tschechiens, das gegenwärtig den EU-Vorsitz innehat, stand die Anstrengung deutlich im Gesicht geschrieben, als Fotografen ihn zu Beginn des Russland-EU-Gipfels im fernöstlichen Chabarowsk ablichteten. Die Stadt liegt acht Flugstunden von Moskau entfernt direkt an der Grenze zu China, die Zeit dort ist der zentralrussischen um sechs Stunden und der mitteleuropäischen um acht voraus.

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Verfassungsgericht kassiert Parteiverbot
ndPlusRalf Streck, San Sebastian

Verfassungsgericht kassiert Parteiverbot

Das spanische Verfassungsgericht hat dem von der Madrider Regierung inszenierten Reigen von Parteiverboten einen ersten Riegel vorgeschoben: Es hob das Verbot der »Iniciativa Internacionalista – La Solidaridad entre los Pueblos« in der Nacht zum Freitag auf.

In El Salvador geht es um mehr soziale Gerechtigkeit

Der Arzt Héctor Silva war sechs Jahre lang Bürgermeister der Hauptstadt San Salvador, bis er sich 2003 mit der linken Partei Nationale Befreiungsfront Farabundo Martí (FMLN) überwarf. Seit dem Wahlsieg des FMLN-Kandidaten Mauricio Funes bei den Präsidentschaftswahlen im März gehört Silva zum Beraterkreis des gewählten Präsidenten. Über die Perspektiven der Linksregierung sprach mit ihm für ND Michael Krämer.

Mehr Freiheit und Demokratie wagen

Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland wurde 1949 vom Parlamentarischen Rat zur Grundlage des gesellschaftlichen und politischen Lebens in Westdeutschland gemacht. Nach der untergegangenen Weimarer Republik und der Nazi-Barbarei hat es in seinem Geltungsbereich Frieden, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Sozialstaat und parlamentarische Demokratie begründet. In Ostdeutschland ist das Vorha...

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Arcandor braucht Staatshilfe

Frankfurt am Main (dpa/ND). Der angeschlagene Handels- und Touristikkonzern Arcandor sieht Staatshilfe als Voraussetzung für eine mögliche Fusion seiner Karstadt-Häuser mit den Kaufhof-Filialen des Wettbewerbers METRO. »Eine privatwirtschaftliche Lösung ist für uns nur eine Alternative, wenn wir auch Geld kriegen«, sagte ein Sprecher am Freitag. Arcandor will eine staatliche Bürgschaft von 650 Mil...

US-Pleitewelle hält an

Neuer Höhepunkt der Welle von Regionalbank-Pleiten in den USA: Der Zusammenbruch der Bank-United FSB in Florida mit einer Bilanzsumme von 12,8 Milliarden Dollar ist der bisher größte Fall 2009 – und das 34. Opfer der Finanzkrise seit Jahresbeginn.

Vorentscheidung im Opel-Dreikampf

Der Automobilzulieferer Magna liegt im Rennen um Opel in Führung. Das Unternehmen will zwar die vier Opel- Standorte in Deutschland erhalten, tausende Arbeitnehmer müssten dennoch das Traditionsunternehmen verlassen.

ndPlusAndré Anwar, Stockholm

Die Ölrente zerrinnt

In Norwegen wächst die Kritik am staatlichen Ölfonds, der allein 2008 71 Milliarden Euro Verlust machte. Nun werden populistische Forderungen von Rechts laut, die dem langfristigen Vorsorgezweck für die Zeit nach dem Öl widersprechen.

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Christian Heinig

Lizenz zum Millionen-Raub

Die Lizenz zum offiziellen Fußballlehrer fehlt ihm noch. Aber die will sich Markus Babbel, der Teamchef des VfB Stuttgart, zügig besorgen. Direkt nach Saisonende will er dazu zehn Monate lang zwischen Trainingsplatz und der Sporthochschule Köln pendeln, allen Widrigkeiten, die dieses Rumgehetze mit sich bringen dürfte, zum Trotz. Eine andere dagegen hält Babbel bereits fest in den Händen: die Lize...

Christian Heinig

Letzte Runde für den »Fightclub«

Heute Nachmittag kurz vor halb vier wird Ronny Gersch, der Vereinssprecher, der auch für die Stadionansagen zuständig ist, wieder seinen Auftritt haben. »Im Osten geht die Sonne auf«, wird er die Cottbuser Fans vor dem Duell mit Bayer Leverkusen begrüßen, seit Jahren der Leitspruch des FC Energie. FC steht in der Lausitz für »Fightclub« – für die Kämpfer, die sich jede Saison aufs Neue in di...

ndPlusKnut Mellenthin

Sag mir, wo die Nazis sind ...

Zu den erstaunlichsten Phänomenen der Zeit nach dem damals weithin als »Zusammenbruch« bezeichneten Ende des NS-Staates am 8. Mai 1945 gehört das scheinbare Verschwinden der überzeugten Nationalsozialisten aus der politischen Landschaft. Eine Partei, die bei der letzten Reichstagswahl am 5. März 1933 mit 43,9 Prozent fast die absolute Mehrheit erreicht hatte und zu der sich 17,3 Millionen Wähler b...

Seite 11
Hollywood lebt
Thomas Wieczorek

Hollywood lebt

Wenn Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß demnächst für sein Lebenswerk gewürdigt und mit der »Goldenen Sportpyramide« der Stiftung Deutsche Sporthilfe ausgezeichnet wird, dann hat er es sich mehr als verdient. Unter seiner Führung wurde schließlich der FC Bayern zum FC Hollywood – da können Bremen, Hamburg, Stuttgart, Wolfsburg oder auch Hertha BSC noch so gut spielen und noch so viele Siege ...

ndPlusJürgen Holz

Ein Zeitzeuge des DDR-Sports

Er ist eine Legende und den älteren Anhängern des Schwimmsports bestimmt ein fester Begriff: Julius Feicht, von Freunden nur »Jule« gerufen und inzwischen 87 Jahre alt. Nun hat der Senior, dessen Lebenselixier das Wasser war und ist, sozusagen zur Feder gegriffen und vor einiger Zeit ein zweibändiges Buch geschrieben unter dem Titel »Ich erinnere mich noch gut ...« Was ursprünglich nur als beschei...

ndPlusJürgen Calließ

Hansa Rostock spielt voll auf Sieg

Nicht nur in der 1. Fußball-Bundesliga ist zum heutigen Saisonfinale Spannung pur im Titel- und Abstiegskampf angesagt – auch in der 2. Liga stehen am 34. und letzten Spieltag gravierende Entscheidungen an. Im Mittelpunkt stehen das Fernduell zwischen dem FSV Mainz 05 und dem 1. FC Nürnberg um den zweiten Aufstiegsplatz und der Vierkampf gegen den Abstieg. Während dem gegenwärtigen Tabellenz...

Tom Mustroph, Florenz

Mentschow und die Regelverletzung in rosa

Die rosa Schleife ist in russischer Hand. Doch nicht das von russischen Staatsfirmen gesponserte Katusha-Team hat den 92. Giro d’Italia in Besitz genommen, sondern ein einzelner Mann aus der Radsportschule von Samara. Samara liegt an der Wolga.Gern vergleicht man Denis Mentschow, den blonden schlanken Mann, der wie angegossen auf einem Rennrad sitzt, mit jenen zähen Steppenreitern der Zaren,...

Seite 12

Tornado verwüstet Dorf bei Schwerin

Einen Tag nach dem verheerenden Sturm über dem Dorf Plate nahe Schwerin, bei dem es sich wahrscheinlich um einen Tornado handelte, sind die Einwohner ans große Aufräumen gegangen. Unterstützt von rund 30 professionellen Helfern von Feuerwehr, Gemeinde und Firmen, kehrten die Bewohner heruntergerissene Dachziegel aus den Vorgärten, schafften umgestürzte Bäume und Äste beiseite und dichteten Löcher ...

Seite 13
ndPlusIngolf Bossenz

Am Kreuz

Als die Gallier 387 v. Chr. nachts zum Kapitol schlichen, ertönte Gänsegeschnatter. Es riss die Kapitolbesatzung aus dem Schlaf und rettete Rom. In Erinnerung daran trugen die Römer alljährlich eine Gans in feierlichem Aufzug durch die Stadt. Da die Hunde in jener Nacht der Gefahr geschwiegen hatten, führte man auch einen solchen mit – ans Kreuz geschlagen.In Australien wurde jetzt ein Denkm...

PLATTENBAU
Michael Saager

PLATTENBAU

Merrill Nisker, seit mehr als zehn Jahren in Berlin lebende Subculture-Queen ganz ohne hochgetakelte Adelsmanieren, hat ein aufgeklärtes Verhältnis zu ihrem Körper. Und statt drumherumzureden, sagt sie lieber direkt, was sie will. Besser als unter ihrem bürgerlichen Namen kennt man die Musikerin als Peaches. In ihren Texten ging und geht es um den exzessiven Austausch von Körperflüssigkeiten, um S...

Jan Korte

Immer abwehrbereit

Überall in Europa liegen Konservative aller Couleur und die Linke in heftigem Streit miteinander. Doch nur in der Bundesrepublik konnten sich die Konservativen – ob parteipolitisch organisiert oder als selbsternannte Elite – so wenig mit der bloßen Existenz einer wie auch immer gearteten gesellschaftlichen Linken abfinden. Man kann dies erklären, wenn man sich die gesellschaftspolitisc...

Klaus Bellin

Poet ohne Gegenwart

Im Sommer 1955 kam er wieder auf Rilke zurück. Er lag nach lebensbedrohlichem Herzanfall in einem Krankenzimmer, er dachte an Thomas Mann und dessen Hans Castorp, das Sorgenkind des Lebens, kurz (und mit wenig Sympathie) auch an Marcel Proust, und dann kam ihm auch noch »Malte Laurids Brigge« in den Sinn, »die schöne literarische Schwermut über Tod und Krankheit«. Rilke, dessen Verfasser, war die ...

Seite 14
Megastylisch
Lutz Debus

Megastylisch

Nina ist verzweifelt. Niemand in der wartenden Menschenmenge vor der Lanxess-Arena will ihr für 90 Euro eine Karte verkaufen. Das ganze Ersparte der 14-jährigen reicht nicht für die Forderungen der Schwarzhändler. Dabei hat sich Nina extra auf erwachsen geschminkt, um trotz ihres Alters durch die Kontrollen zu kommen.Warum sie so dringend beim Finale von »Germany's Next Topmodel« dabei sein will? ...

Ressource Sinnstiftung
ndPlusChristoph Th. Scheilke

Ressource Sinnstiftung

Norbert Hocke vom Bundesvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat vor wenigen Wochen in einem ND-Interview im Streit um den Religionsunterricht vorgeschlagen, im Ethikunterricht religiöse und theologische Traditionsbestände zu Wort zu bringen, er sprach sich für ein Wertefach Ethik/Religion aus. Dem kann ich nur zustimmen, zumal evangelische Religionspädagogen seit den neunzig...

ndPlusJürgen Grässlin

Lizenz zum Töten

Deutschland sollte »dem Frieden in der Welt dienen«, heißt es in der Präambel des Grundgesetzes. In Artikel 11 bekennt sich das deutsche Volk »zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt«. Artikel 26 schreibt fest: »Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das fried...

Seite 15
ndPlusSarah Liebigt

Kleiderordnung

Wowereit sitzt, gekleidet in römische Gewänder und einem Lorbeerkranz auf dem Kopf, vor einem brennenden Berlin. Fernsehturm, Berliner Dom und Theater stehen in Flammen, der Regierende Bürgermeister (SPD) selbst hält sich für »super sexy«. Mit diesem und zwei weiteren Plakaten wirbt das Bündnis be-4-tempelhof.de für den Erhalt des Denkmals Flughafen Tempelhof – die Flughafenfans scheinen sic...

Roma-Familien entern Sozialsenat

(ND). Die im linksalternativen Wohnprojekt Bethanien untergekommenen Roma-Familien wurden gestern bei Integrationssenatorin Heidi Knake-Werner (LINKE) vorstellig, um ihre Forderung nach Wohnungen für die einzelnen Familien zu unterstreichen – und einen Offenen Brief zu übergeben. Wie berichtet, wurden die rund 50 Roma aus Osteuropa am Wochenende durch einen Polizeieinsatz aus ihrem Camp am G...

Die sicherste Party: Lass' Dich überwachen
Andreas Heinz

Die sicherste Party: Lass' Dich überwachen

Was ist eigentlich Demokratie? Das ist eine von vielen Fragen, die das Aktionsbündnis »Freiheit statt Angst« während der Langen Nacht der Überwachung am heutigen Samstag beantworten will. Mit jeder Menge Veranstaltungen möchte das Bündnis vor allem junge Menschen »in ihrer Erlebniswelt Club abholen« und sich dann mit den Themen Grundrechte und ausufernde Sicherheitsgesetzgebung auseinandersetzen. ...

Katharina Zeiher

Keine Lust auf die Wohlfühlnation

Eine Wiederholung der Mai-Krawalle beschwor die BZ jüngst herauf und befürchtete: »Am 23. Mai schlagen die Linksradikalen wieder zu«. »Unerträglich« fand auch Frank Henkel, Fraktionsvorsitzender der Berliner CDU, die Ankündigung des linken »...ums Ganze«-Bündnisses, am 60. Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik zu demonstrieren. Denn mit einer »antinationalen Parade« wollen heute rund dreißig a...

Otto Köhler

Der Weg ins Wirtschaftswunderland

Helmut Kohls seligste Erinnerung: Er, der Kanzler aus dem anderen Land, spricht im März 1990 auf der Abschlusskundgebung der CDU-»Allianz für Deutschland« in der Heldenstadt Leipzig zur DDR-Volkskammerwahl. Mitten im Menschenmeer mit schwarz-rot-goldenen Fahnen das Riesentransparent: »Helmut nimm uns an die Hand, zeig uns den Weg ins Wirtschaftswunderland«. Das Wirtschaftswunderland. Es war das We...

Abhängen zwischen Himmel und Meer
Heidi Diehl

Abhängen zwischen Himmel und Meer

Ein Handwerker ist mit schmutzigen Schuhen über den nagelneuen Teppichboden gelaufen. Verzweifelt versucht Mira, die für die Reinigung von Kabine 10141 zuständig ist, den Schuhabdruck zu beseitigen. Aber sie lächelt mich an, und ist offensichtlich froh, dass ich schnell wieder verschwinde und sie mit dem Problem allein lasse. Draußen auf dem Promenadendeck nerven die Geräusche einer Schleifmaschin...

Seite 16
Rollbrettzauber im Reichsbahnwerk
Velten Schäfer

Rollbrettzauber im Reichsbahnwerk

Moskau ist nicht unbedingt eine Stadt, die man spontan mit Skateboardfahren verbindet. Doch seit dort vor einigen Jahren eine große Skateboardhalle entstanden ist, zählt die russische Metropole auch in dieser ur-amerikanischen Disziplin zu den ersten Adressen. Mit Maksim Kruglov hat Russland nun auch einen Skateboardfahrer, der internationale Vergleiche beileibe nicht zu scheuen braucht. Am Wochen...

ndPlusAlexander Richter

Nonnenfürzle und brennte Supp

Currywurst mit Pommes rot-weiß gab es um 1600 im Barock sicher nicht, schließlich kam die Kartoffel flächendeckend erst einige Zeit später nach Deutschland. Dafür aß man sich aber mit allerlei Mus, Knöpfle und Nonnenfürzle satt. Rund um Bad Waldsee im südöstlichen Baden-Württemberg feiert diese Küche jetzt eine schmackhafte Neuauflage. Die Epoche des Barock liebte es reichhaltig: schmuckreicher Pr...

ndPlusWalter Schmidt

Die Werke des Konrad Düsentrieb

Ob Konrad Adenauer je selber einen löchrigen Strumpf gestopft hat, ist nicht überliefert, aber mit den Nöten einer Hausfrau bei diesem Unterfangen war er vertraut. Er musste nur seine Gattin dabei beobachten, wie sie die über ein Stopfei gespannte Löcher-Socke unter eine starke Lampe halten oder nach draußen ins Helle gehen musste, um die Stiche zielsicher zu setzen. Als praktisch veranlagter und ...

Verrückte Serben und ihre Helden
Stefanie Müller

Verrückte Serben und ihre Helden

»Du Verrückte, was willst Du in Serbien?« Dusan zieht verwundert die Augenbrauen hoch. Ich dachte, er würde sich freuen. »Was denkst Du, ich gehe ins Kloster.« Er grinst und rauscht ab. Dabei weiß ich, was ich will. Schlicht zurück. Auf den Balkan, in meine Kindheit. »Siehst Du, so machen die Serben, diese Verrückten«, ruft Dusan, während er bravourös 17 kleine Teller auf einem Arm balanciert, »da...

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Treffen der Jugendtheater

Treffen der Jugendtheater

(ND). Das Theatertreffen der Jugend wird vom 22. bis 30. Mai im Haus der Berliner Festspiele ausgetragen. Zum 30. Male werden in diesem Jahr acht Ensembles eingeladen, die sich im Wettstreit der insgesamt 126 eingesandten Produktionen durchgesetzt haben. Die Berliner Festspiele führen das Theaterfestival im Auftrag und mit Mitteln des Bundesministeriums für Forschung und Bildung durch. Auf dem Spi...

Apokalyptischer Rohrkrepierer
Volkmar Draeger

Apokalyptischer Rohrkrepierer

So viel entlarvende Bissigkeit war selten. Mel Brooks’ grandioses Musical »The Producers – Frühling für Hitler« – als Deutschlandpremiere derzeit im Admiralspalast zu sehen – räumt auch mit Vorurteilen auf. Die seinem eigenen, Oscar-gekrönten Spielfilm »Frühling für Hitler« von 1968 nachgestaltete Comedy-Produktion ist nicht in erster Linie ein Hitler-Musical. Das macht es ...

Wirklich fliegen

Im Herbst 2007 kündigte er an, Schluss zu machen mit der Schauspielerei. Heinrich Breloers Neuverfilmung des Jahrhundertromans von Thomas Mann »Buddenbrooks«, in der er die Rolle des Konsuls spielte, Tom Tykwers Berlinale-Eröffnungsfilm »The International« und die Unterstützung des Langfilm-Regiedebüts seines Sohnes sollten seine letzten Filme werden. Mittlerweile ist der vielseitige Künstler, der am 17. Dezember letzten Jahres seinen 78. Geburtstag feierte, seinem Versprechen untreu geworden. Er verkörperte den Kardinal Strauß in Ron Howards »Illuminati«, dem bislang erfolgreichsten Kinostart des Jahres. Mit Armin Mueller-Stahl sprach Katharina Dockhorn.

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Straßenfest und Demo gegen Naziaufmarsch

Luckenwalde (epd). Mit einem bunten Straßenfest will sich die Stadt Luckenwalde (Kreis Teltow-Fläming) am Sonnabend gegen einen zeitgleich stattfindenden Aufmarsch von Rechtsextremisten zum 60. Geburtstag des Grundgesetzes wehren. Brandenburgs Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) rief am Vortag in Potsdam zur Teilnahme an dem »Fest auf dem Boden des Grundgesetzes« auf. Es gehe darum, den Rechtse...

ndPlusWilfried Neiße

BBI-Finanzierung trotzt der Krise

Die weltweite Finanzkrise hat angeblich keine Auswirkungen auf die Finanzierung des Flughafens Berlin Brandenburg International (BBI). Wie Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) auf eine parlamentarische Anfrage mitteilte, geht die Landesregierung davon aus, »dass die Flughafengesellschaft auch in Zukunft die Kosten im geplanten Rahmen hält«.

Landwirtschaft der roten Zahlen

Paaren/Glien (dpa). Brandenburgs Bauern können angesichts der schwierigen Marktsituation mit Hilfe vom Land rechnen. Vom 1. Juli an solle es für wettbewerbsfähige Betriebe Liquiditätshilfen geben, kündigte Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) am Freitag auf der Landesbauernversammlung in Paaren/Glien (Havelland) an. Die Regierung entspricht damit Forderungen der Landwirte, die finanzielle Unt...

Gunnar Decker

Vereintes Land, aber getrennte Erinnerungen?

Es habe eben keine »freie Kunst« gegeben, wird zur Begründung für die Ausgrenzung der Bilder ostdeutscher Maler bis 1989 in einer Kunst-Ausstellung im Berliner Gropius-Bau über 60 Jahre Bundesrepublik angeführt. Frei kann ein Kunstmarkt sein, aber für die Kunst selbst ist das kein Kriterium. Die eigentliche Frage dieses Mauerfall-Jubiläumsjahres wird in den Medien des Landes auffallend viel beschw...

Seite 19
Der Honecker-Zahn?
Hans-Dieter Schütt

Der Honecker-Zahn?

Butler tat's, Richmond auch, Talbot ebenfalls. Schiller lehrte es uns, Shakespeare sowieso. Aus Freunden werden Feinde. Jeder Regisseur, der den »Wallenstein« oder »Richard III.« oder »Die Jungfrau von Orleans« inszeniert, wird freilich ehrliche Mühe aufwenden, den niederen Beweggründen eines individuellen Frontenwechsels etwas entgegenzusetzen: das schöne Futter der Widersprüchlichkeit nämlich, d...

ndPlusBrigitte Schumann

Die Angst vor der Gymnasiallobby

Man muss keine hellseherischen Fähigkeiten haben, um zu erkennen, dass die sogenannte Zweigliedrigkeit des Schulsystems, also Reduzierung der Schulformen auf eine Regional- oder Sekundarschule unter Beibehaltung des grundständigen Gymnasiums, eine hohe Wahrscheinlichkeit hat, auch zum neuen Strukturmodell für westdeutsche Bundesländer zu werden. Nach Hamburg wollen auch Berlin und Bremen schulstru...

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First Ladies
ndPlusFrank Meyer

First Ladies

Sie drängeln sich nicht vor, wenig weiß das Volk von ihnen. Und vielleicht ist das auch gut so – die First Ladies der Bundesrepublik sind in erster Linie Gattinnen der Bundespräsidenten. Eleonore Heuss, einst Lehrerin am Berliner Pestalozzi-Fröbel-Haus, war zeitlebens politisch aktiv. 1919 hatte sie sich mit dem Mandat der Deutschen Volkspartei ebenso vergeblich wie Clara Zetkin von der jung...

Karlen Vesper

Die Riege weißhäuptiger Männer

Er ist nur ein »pouvoir neutre« – der Bundespräsident. Eine neutrale Gewalt, hat also nichts Entscheidendes zu entscheiden. Diese eigentlich bemitleidenswerte nichtige Stellung im politischen System der Bundesrepublik haben die Väter und wenigen Mütter des Grundgesetzes so gewollt. Sie schien ihnen angesichts bitterer Erfahrungen der Weimarer Republik geboten. Daran war nicht der Sozialdemok...

Seite 21
Marskrater vom Wasser verändert

Marskrater vom Wasser verändert

Die fahrenden Roboter der US-Raumfahrtbehörde NASA arbeiteten weitaus länger als ursprünglich geplant. Der Mars-Rover »Opportunity« erkundete über zwei Jahre den Rand des Victoria-Kraters nahe dem Marsäquator. Die dabei gesammelten Daten wurden jetzt von einem Team um den Astronomen Steve Squyres von der Cornell University in Ithaca (Bundesstaat New York) neu analysiert. Wie die Forscher in einem ...

Krebszelle mit Riecher

Bochum (ND). Ein Protein mit bislang unbekannter Funktion, das in Prostatakrebszellen massenhaft hergestellt wird, haben Bochumer Forscher um den Biologen Hanns Hatt jetzt als Riechrezeptor für Veilchenduft »enttarnt«. Zwar kommt in der Prostata der Blumenduft nicht vor, dafür aber ein sehr ähnlich aufgebautes Molekül als Stoffwechselprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron. Weitere Unters...

ndPlusWalter Schmidt

Hört die Signale!

Wer neu in einer Firma ist und mittags Magenknurren bekommt, tut gut daran, vom Bürozimmer hinaus auf den Flur zu treten und sich umzuschauen. Jener Ort, dem zwischen 12 und 13 Uhr die meisten Kollegen zustreben, dürfte die Kantine sein.Die nur 7,5 Zentimeter messende und etwa dreißig Gramm leichte Kleine Hasenmaul-Fledermaus (Noctilio albiventris) geht ähnlich vor, vertraut dabei allerdings nicht...

ndPlusMartin Koch

Tanz der Kontinente

Als die Geologie gegen Ende des 18. Jahrhunderts zu einer eigenständigen Wissenschaft wurde, lautete eine ihrer unwidersprochenen Grundannahmen: Die Kontinente der Erde sind stabil. Dabei hatten einige Gelehrte schon damals bemerkt, dass die Westküste Afrikas und die Ostküste Südamerikas geometrisch gut zueinander passen. Theodor Christoph Lilienthal, ein Theologieprofessor aus Königsberg, zog dar...

Seite 22
Von der Hochschule verjagt und fast vergessen
ndPlusAndreas Heinz

Von der Hochschule verjagt und fast vergessen

»Aufgrund von § 3 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 entziehe ich Ihnen hiermit die Lehrbefugnis an der Technischen Hochschule Berlin«. Schreiben mit diesem Inhalt erhielten »nichtarische« Professoren und Studenten der Technischen Hochschule (TH), Vorgängerin der Technischen Universität (TU), während der Zeit des Nationalsozialismus. Einer von ihnen war Dimi...

Seite 24
Udo Bartsch

Kinderbuch

In aller Herrgottsfrühe aufzustehen, und dann auch noch wegen der Schule, kommt für Lucy und Will überhaupt nicht in Frage. Doch ihre Mutter ist anderer Meinung, und um die beiden Langschläfer aus den Federn zu holen, wiederholt sich täglich derselbe Kampf. Decke wegreißen, Drohungen, Diskussionen – Alltag bei den Quigleys. Die sympathische Familie erlebt Geschichten wie aus dem Leben gegrif...

Testspiel

Wer schrieb es? Aus der Sicht des Bürgers ist es sehr wichtig, dass sein Präsident anständig aussieht, weil dieser Bürger manchmal eine Briefmarke mit seinem Portrait ablecken muss. Wie begann es? Welches Ereignis war am 23. Mai 1618 Anlass für den Beginn des Dreißigjährigen Krieges? Wer war es? Wer überquerte am 24. Mai 1928 als erster den Nordpol per Luftschiff? Weshalb geschah es? Warum beging ...

Scharfe Sache
ndPlusHeiko Frings

Scharfe Sache

Pflugscharen in allen Ehren, aber jetzt und hier, im Toledo des 16. Jahrhunderts, kommt es auf Schwerter an: Scharfe, prachtvolle Klingen wollen wir schmieden, damit sie uns beim Herrscher im Alcazar hoch über der Stadt den größten Ruhm einbringen. Weitblick ist gefragt, wenn wir auf der begrenzten Zahl freier Felder zwischen Kathedrale und Palast unsere Metall- und Eisenhändler, unsere Schmiede u...

Primitiv geht's auch
Carlos García Hernández, Schachlehrer

Primitiv geht's auch

Es gibt auch primitives Schach: Die Variante der Zwei-Springer-Eröffnung mit 4.Sg5 wurde vom Russen Wladimir Panow einst als »primitives Schach« bezeichnet. Weiß zieht den gleichen Springer zwei Mal in der Eröffnung und Schwarz ist verpflichtet, einen Bauern zu opfern. Es kann ja durchaus primitiv sein, aber wenn der Gegenüber nicht präzise spielt, kann es trotzdem sehr gefährlich werden. So wie i...

Denksport macht Fernsehen
ndPlusRené Gralla

Denksport macht Fernsehen

Die schlagfertige Moderatorin trägt ein kesses Minikleid. Auch das Publikum im Studio hat sich perfekt gestylt und ist bestens gelaunt. Na gut, einer der Experten hat sich für einen etwas zu großzügig geschnittenen Blazer entschieden, aber die Leute, die bei Thomas Gottschalk auflaufen, tragen auch keine Konfektion von der Stange, vom Gastgeber ganz zu schweigen. Der guten Stimmung tut das keinen ...